2. Januar 2012

Termine für 2012

Auf dass sich der frische, neue Kalender fülle - und das nicht nur mit Fristen und Pflichten, sondern mit Terminen, auf die sich Freunde griechischer Kultur und Lebensart freuen können:

Erst einmal eine Übersicht über Interessantes im gerade angelaufenen Monat Januar 2012.

Und dann schon mal zum Vormerken für den April (und vielleicht zum rechtzeitigen Besorgen von Tickets für dieses Ereignis) : Im April kommt eine lebende Legende unter den griechischen Künstler(inne)n nach Deutschland: Nana Mouskouri

1. Januar 2012

Gutes Neues Jahr!

Kali Chronia! (Ein Gutes Jahr!) und Chronia polla! (Viele Jahre!)
Mit traditionellen, kalanda genannte Liedern wie diesen ziehen zum Neujahr in Griechenland vorwiegend Kinder von Haus zu Haus. Der Neujahrstag ist der Tag der Bescherung und zahlreicher Bräuche.

19. Dezember 2011

Krisen-Weihnacht traditioneller denn je

Athen verzichtet dieses Jahr auf den großen Weihnachtsbaum der Vorjahre auf dem Syntagmaplatz. Statt dessen schmücken Bastelarbeiten von Kindern die natürlichen Bäume des Platzes. "Athen liebt seine traditionellen Bitterorangenbäume und keine überdimensionierten Weihnachtsbäume" heißt es dazu auf der offiziellen Besucherseite der Stadt.

Thessaloniki hingegen hat sich trotz Krise eine große, künstliche, Weihnachtsbaumkonstruktion mit Lichterglanz geleistet. Passt irgendwie nicht, oder? Jedenfalls hat sich das wohl der Göttervater Zeus gedacht und einen Sturm der Stärke 7 Beaufort losgeblasen, der das Ding ins Meer schmiss. Oder war es Poseidon, der sich zuständig fühlte und da blies? Jedenfalls trieb der Weihnachtsbaum kurz auf den Fluten und ging dann unter. Damit wurde Thessaloniki auch auf Traditionelles zurückgeworfen. Denn ein bedeutendes Symbol der großen Seefahrernation Griechenland für das Weihnachtsfest ist das Schiff. Familien stellen zu Hause kleine, karavaki genannte Boote mit einem Licht darin auf, das während der Feiertage bis zum Epiphanie-Tag am 6. Januar brennt. Manche von ihnen sehen darin einen Schrein für die Seeleute der Familie, die das Fest auf hoher See statt im Kreis der Ihren verbringen. Doch auch auf öffentlichen Plätzen stehen schon seit Jahren teils geschmückte Boote statt Weihnachtsbäume, z.B. vor dem städtischen Theater in Piräus und auf der Insel Chios.

6. November 2011

Warten auf bessere Zeiten ...


Auch der Krawallhund Louk, der gern bei Demos und Krawallen auf dem Athener Syntagmaplatz mitmischt, weiß nicht mehr ein noch aus und wartet der Dinge, die da kommen. Wie soll das nur weitergehen, da drinnnen im griechischen Parlament? Und wie soll das weitergehen mit Griechenland? Psychologen, Seelsorger und Sicherheitskräfte haben Hochkonjunktur. Die Menschen sind ratlos und verunsichert.

skrupelloser Samaras

Die beiden großen Kontrahenten der Stunde Giorgos Papandreou und Antonis Samaras teilten sich einst eine Studentenbude.
Heute steht der eine an der Spitze der Regierung, der andere an der der größten Oppositionspartei im griechischen Parlament.
Hartnäckig weigert sich Samaras, die von Papandreou angestrebte und von den europäischen Geldgebern empfohlene Koalition der nationalen Einheit mit der Regierungspartei einzugehen, um das Land mit gemeinsamen Kräften aus der Krise zu führen. Anlässlich dieser Weigerung, die auf wenig Verständnis im In- und Ausland stößt, zeichnet die deutsche Illustrierte Stern ein Bild dieses Antonis Samaras, bei dem er nicht gut wegkommt. Als treuloser Bursche, der seinen politischien Ziehvater Konstantin Mitsotakis wie eine heiße Kartoffel fallen ließ, und als skrupelloser Jongleur, der mit den Hoffnungen der Menschen spielt und konsequent auf politischer Unberechenbarkeit besteht, steht er darin da.

4. November 2011

Verzicht auf Referendum

Auf starken Druck aus dem eigenen Land und dem Ausland verzichtet der griechische Premierminister Papandreou auf ein Referendum. Er sagt auch, er hänge nicht an seinem Stuhl. Heute abend will er die Vertrauensfrage stellen. "Griechische Tragödie, nächster Akt" hat die Süddeutsche Zeitung ihren Bericht über die derzeitigen Wirren in Griechenland überschrieben.

3. November 2011

Umstrittenes Referendum

Angesichts der uferlosen Proteste und Streiks der zurückliegenden Monate kann man sich fragen, was blieb dem griechischen Premierminister Giorgos Papandreou schon anderes übrig, als schließlich zu fordern, nun solle das Volk endlich klar und deutlich sagen, was es wolle. Das will er nun tun. In Form eines Referendums. Denn kaum eine der Sparmaßnahmen und Reformen, mit denen sich die Regierung abmühte, das Land aus der Krise zu steuern, stieß auf Zustimmung in Volk. Statt dessen war die Reaktion eine Folge von Streiks und Arbeitsniederlegungen, die immer wieder das öffentliche Leben lahmlegten. Liegt das "Nein" sagen den Griechen im Blut? Schließlich wird es alljährlich am "Ochi"-Tag, dem "Nein"-Tag, zelebriert, der an das "Nein" erinnert, das Mussolini am 28. Oktober 1940 von den Griechen auf sein Ultimatum vor dem Beginn des Griechisch-Italienischen Kriegs erntete.

Nun machen nicht nur die europäischen Geldgeber Druck, indem sie die Zahlungen an Griechenland aussetzung und die Auszahlung der nächsten Kredittranche an den Ausgang des Referendums knüpfen. Auch von Seiten der griechischen Politik wird dem griechischen Premier die Rückendeckung entzogen. Heute distanzierte sich gar der stellvertretende Regierungschef und Finanzminister Evangelos Venizelos mit einem Brief von ihm. „Griechenlands Teilnahme am Euro ist eine historische Errungenschaft des Landes, die nicht von der Durchführung eines Referendums abhängen darf" heißt es darin unter anderem.

Soeben berief der Premier eine Kabinettssitzung ein. Am Freitag will er die Vertrauensfrage stellen.

10. September 2011

Schulden beim Schuldner

Die griechische Staatsverschuldung ist zur Zeit ein zentrales Thema in den Medien. Doch hat nicht nur der Staat Schulden. Mehr als 30 Milliarden Euro schulden ihm wiederum griechische Unternehmen. Das geht aus einer Liste hervor, die das Finanzministerium diese Woche veröffentlicht hat. Sie enthält diejenigen Firmen, die dem Fiskus mehr als 150.000 Euro schulden. Spitzendreiter ist die Griechische Bahn OSE mit Ausstände von mehr als 1,2 Milliarden Euro. Dumm nur, dass die größten Schuldner staatliche und bereits untergegangene Unternehmen sind, so dass wohl nicht viel von dem Schuldenberg einzutreiben ist.
Wenn die Datenschutzbehörde grünes Licht gibt, soll eine Liste mit Privatpersonen, die dem Staat große Summen schulden, folgen.

Quelle: Griechenland Zeitung und tagblatt.lu

8. September 2011

Fest Mariä Geburt am 8. September

Mit einen Panigyri mit Festgottesdiensten, Prozessionen, traditionellen Speisen, Musik und Tanz feiern zahlreiche Gemeinden und Klöster, deren Kirche der Muttergottes geweiht ist, das Fest Mariä Geburt am 8. September, so wie hier in Kardamena auf der Insel Kos. Auch Fremde sind dabei willkommen - eine schöne Gelegenheit, griechische Frömmigkeit gepaart mit Fröhlichkeit und Feierlaune kennenzulernen.
Weitere Fotos vom Fest auf Flickr.

4. September 2011

Griechenland auf der Biennale in Venedig

Yorgos Lanthimos, der 2009 für seinen Film „Dogtooth“ den „Un Certain Regard“-Preis in Cannes erhielt, stellt beim diesjährigen Filmfestival in Venedig seinen Film "Alpis" (Alpen) vor.



Hauptprotagonistin des Films ist laut Filmdienst-Blog eine
"ebenso reizvolle wie sperrige und seltsame Frauenfigur, eine Art skurrile Jeanne d’Arc des existenziellen Krisenmanagements, die sich im Lauf des Films auf eine abenteuerliche Suche nach sich selbst, ihrer Rolle im Leben und nach Beziehungen macht".

Sie ist Krankenschwester und gehört einem sich "Alpen" nennenden Team an, das Menschen, die gerade einen geliebten Freund oder Angehörigen verloren haben, Ersatz für den Toten anbieten will. Dazu statten Mitglieder des Teams dem Trauernden Besuche ab, bei denen sie in die Rollen der Toten schlüpfen. Ohne dass die Krise, in der Griechenland sich befindet, direktes Filmthema ist, scheint sie in Bildern und Handlung des Films durch.

Quelle: Filmdienst-Blog

3. August 2011

August Vollmond


Ein besonderes Erlebnis ist eine Vollmondnacht in Griechenland. Besonders beliebt ist die Vollmondnacht des August, die 2011 auf den 13. August fällt. Letztes Jahr strömten zu dem Ereignis mehr als 19.000 Menschen auf das Gelände der Akropolis in Athen. Leider wird es in diesem Jahr nicht zu den 60 Monumenten und Museen gehören, die zu dem Anlass nach Sonnenuntergang geöffnet bleiben, da es letztes Jahr bei dem riesigen Besucherstrom zu Unfällen und Beschädigungen gekommen sein soll.


Foto: Susanne Kortshagen, Lizenz CC BY-NC 2.0