19. Dezember 2011

Krisen-Weihnacht traditioneller denn je

Athen verzichtet dieses Jahr auf den großen Weihnachtsbaum der Vorjahre auf dem Syntagmaplatz. Statt dessen schmücken Bastelarbeiten von Kindern die natürlichen Bäume des Platzes. "Athen liebt seine traditionellen Bitterorangenbäume und keine überdimensionierten Weihnachtsbäume" heißt es dazu auf der offiziellen Besucherseite der Stadt.

Thessaloniki hingegen hat sich trotz Krise eine große, künstliche, Weihnachtsbaumkonstruktion mit Lichterglanz geleistet. Passt irgendwie nicht, oder? Jedenfalls hat sich das wohl der Göttervater Zeus gedacht und einen Sturm der Stärke 7 Beaufort losgeblasen, der das Ding ins Meer schmiss. Oder war es Poseidon, der sich zuständig fühlte und da blies? Jedenfalls trieb der Weihnachtsbaum kurz auf den Fluten und ging dann unter. Damit wurde Thessaloniki auch auf Traditionelles zurückgeworfen. Denn ein bedeutendes Symbol der großen Seefahrernation Griechenland für das Weihnachtsfest ist das Schiff. Familien stellen zu Hause kleine, karavaki genannte Boote mit einem Licht darin auf, das während der Feiertage bis zum Epiphanie-Tag am 6. Januar brennt. Manche von ihnen sehen darin einen Schrein für die Seeleute der Familie, die das Fest auf hoher See statt im Kreis der Ihren verbringen. Doch auch auf öffentlichen Plätzen stehen schon seit Jahren teils geschmückte Boote statt Weihnachtsbäume, z.B. vor dem städtischen Theater in Piräus und auf der Insel Chios.

6. November 2011

Warten auf bessere Zeiten ...


Auch der Krawallhund Louk, der gern bei Demos und Krawallen auf dem Athener Syntagmaplatz mitmischt, weiß nicht mehr ein noch aus und wartet der Dinge, die da kommen. Wie soll das nur weitergehen, da drinnnen im griechischen Parlament? Und wie soll das weitergehen mit Griechenland? Psychologen, Seelsorger und Sicherheitskräfte haben Hochkonjunktur. Die Menschen sind ratlos und verunsichert.

skrupelloser Samaras

Die beiden großen Kontrahenten der Stunde Giorgos Papandreou und Antonis Samaras teilten sich einst eine Studentenbude.
Heute steht der eine an der Spitze der Regierung, der andere an der der größten Oppositionspartei im griechischen Parlament.
Hartnäckig weigert sich Samaras, die von Papandreou angestrebte und von den europäischen Geldgebern empfohlene Koalition der nationalen Einheit mit der Regierungspartei einzugehen, um das Land mit gemeinsamen Kräften aus der Krise zu führen. Anlässlich dieser Weigerung, die auf wenig Verständnis im In- und Ausland stößt, zeichnet die deutsche Illustrierte Stern ein Bild dieses Antonis Samaras, bei dem er nicht gut wegkommt. Als treuloser Bursche, der seinen politischien Ziehvater Konstantin Mitsotakis wie eine heiße Kartoffel fallen ließ, und als skrupelloser Jongleur, der mit den Hoffnungen der Menschen spielt und konsequent auf politischer Unberechenbarkeit besteht, steht er darin da.

4. November 2011

Verzicht auf Referendum

Auf starken Druck aus dem eigenen Land und dem Ausland verzichtet der griechische Premierminister Papandreou auf ein Referendum. Er sagt auch, er hänge nicht an seinem Stuhl. Heute abend will er die Vertrauensfrage stellen. "Griechische Tragödie, nächster Akt" hat die Süddeutsche Zeitung ihren Bericht über die derzeitigen Wirren in Griechenland überschrieben.

3. November 2011

Umstrittenes Referendum

Angesichts der uferlosen Proteste und Streiks der zurückliegenden Monate kann man sich fragen, was blieb dem griechischen Premierminister Giorgos Papandreou schon anderes übrig, als schließlich zu fordern, nun solle das Volk endlich klar und deutlich sagen, was es wolle. Das will er nun tun. In Form eines Referendums. Denn kaum eine der Sparmaßnahmen und Reformen, mit denen sich die Regierung abmühte, das Land aus der Krise zu steuern, stieß auf Zustimmung in Volk. Statt dessen war die Reaktion eine Folge von Streiks und Arbeitsniederlegungen, die immer wieder das öffentliche Leben lahmlegten. Liegt das "Nein" sagen den Griechen im Blut? Schließlich wird es alljährlich am "Ochi"-Tag, dem "Nein"-Tag, zelebriert, der an das "Nein" erinnert, das Mussolini am 28. Oktober 1940 von den Griechen auf sein Ultimatum vor dem Beginn des Griechisch-Italienischen Kriegs erntete.

Nun machen nicht nur die europäischen Geldgeber Druck, indem sie die Zahlungen an Griechenland aussetzung und die Auszahlung der nächsten Kredittranche an den Ausgang des Referendums knüpfen. Auch von Seiten der griechischen Politik wird dem griechischen Premier die Rückendeckung entzogen. Heute distanzierte sich gar der stellvertretende Regierungschef und Finanzminister Evangelos Venizelos mit einem Brief von ihm. „Griechenlands Teilnahme am Euro ist eine historische Errungenschaft des Landes, die nicht von der Durchführung eines Referendums abhängen darf" heißt es darin unter anderem.

Soeben berief der Premier eine Kabinettssitzung ein. Am Freitag will er die Vertrauensfrage stellen.

10. September 2011

Schulden beim Schuldner

Die griechische Staatsverschuldung ist zur Zeit ein zentrales Thema in den Medien. Doch hat nicht nur der Staat Schulden. Mehr als 30 Milliarden Euro schulden ihm wiederum griechische Unternehmen. Das geht aus einer Liste hervor, die das Finanzministerium diese Woche veröffentlicht hat. Sie enthält diejenigen Firmen, die dem Fiskus mehr als 150.000 Euro schulden. Spitzendreiter ist die Griechische Bahn OSE mit Ausstände von mehr als 1,2 Milliarden Euro. Dumm nur, dass die größten Schuldner staatliche und bereits untergegangene Unternehmen sind, so dass wohl nicht viel von dem Schuldenberg einzutreiben ist.
Wenn die Datenschutzbehörde grünes Licht gibt, soll eine Liste mit Privatpersonen, die dem Staat große Summen schulden, folgen.

Quelle: Griechenland Zeitung und tagblatt.lu

8. September 2011

Fest Mariä Geburt am 8. September

Mit Festgottesdiensten, Prozessionen, traditionellen Speisen, Musik und Tanz feiern zahlreiche Gemeinden und Klöster, deren Kirche der Muttergottes geweiht ist, das Fest Mariä Geburt am 8. September so wie hier in Kardamena auf der Insel Kos.
Weitere Fotos vom Fest auf Flickr.

4. September 2011

Griechenland auf der Biennale in Venedig

Yorgos Lanthimos, der 2009 für seinen Film „Dogtooth“ den „Un Certain Regard“-Preis in Cannes erhielt, stellt beim diesjährigen Filmfestival in Venedig seinen Film "Alpis" (Alpen) vor.



Hauptprotagonistin des Films ist laut Filmdienst-Blog eine
"ebenso reizvolle wie sperrige und seltsame Frauenfigur, eine Art skurrile Jeanne d’Arc des existenziellen Krisenmanagements, die sich im Lauf des Films auf eine abenteuerliche Suche nach sich selbst, ihrer Rolle im Leben und nach Beziehungen macht".

Sie ist Krankenschwester und gehört einem sich "Alpen" nennenden Team an, das Menschen, die gerade einen geliebten Freund oder Angehörigen verloren haben, Ersatz für den Toten anbieten will. Dazu statten Mitglieder des Teams dem Trauernden Besuche ab, bei denen sie in die Rollen der Toten schlüpfen. Ohne dass die Krise, in der Griechenland sich befindet, direktes Filmthema ist, scheint sie in Bildern und Handlung des Films durch.

Quelle: Filmdienst-Blog

3. August 2011

August Vollmond


Ein besonderes Erlebnis ist eine Vollmondnacht in Griechenland. Besonders beliebt ist die Vollmondnacht des August, die 2011 auf den 13. August fällt. Letztes Jahr strömten zu dem Ereignis mehr als 19.000 Menschen auf das Gelände der Akropolis in Athen. Leider wird es in diesem Jahr nicht zu den 60 Monumenten und Museen gehören, die zu dem Anlass nach Sonnenuntergang geöffnet bleiben, da es letztes Jahr bei dem riesigen Besucherstrom zu Unfällen und Beschädigungen gekommen sein soll.


Foto: Susanne Kortshagen, Lizenz CC BY-NC 2.0

30. Juli 2011

So ist Griechenland - So nicht!

Das Video versucht nicht nur, einige Missverständnisse über Griechenland aufzuklären und mit einigen Klischees aufzuräumen, sondern zeigt in schönen Bildern einige Aspekte des modernen Landes.

22. Juli 2011

Das Kafenion

Das Kafenion - der Kaffeetempel, in dem sich vor allem griechische Männer wohlfühlen -- beim Zeitunglesen, Schwatzen, Tavlispiel oder in stiller Kontemplation, während das Komboloi durch ihre Finger gleitet. Hier einige schöne, von passender Rembetiko-Musik untermalte Impressionen:

21. Juli 2011

Der neue Krimi von Petros Markaris ist da!

Jetzt ist er überall im Buchhandel erhältlich und auch bei Amazon: Der neue Krimi von Petros Markaris mit dem Titel "Faule Kredite".

Ganz wie die vorherigen Bände der Serie (wobei "Die Kinderfrau", die vor allem in Istanbul spielte, etwas aus der Krimireihe tanzte) ist auch der neue Krimi über die Ermittlungen des Kommissars Kostas Charitos nicht nur spannende Lektüre, sondern auch ein Athenführer ganz eigener Art und eine herrliche Einstimmung auf einen Griechenlandurlaub. Außerdem ist er der Krimi zur Krise, auf die er auch eingeht. Fazit: Lesenswert, vor allem für Griechenlandreisende und -interessierte.

17. Juli 2011

Es ist nicht kalt in Griechenland



Reggae auf Griechisch! Passend zur ersten Hitzewelle dieses Jahres in Griechenland. Die Athener Gruppe Locomondo um den Leadsänger Markos Koumaris hat eine feste Fangemeinde. Locomondo hat mehrere CDs veröffentlicht und tourt fleißig inner- und außerhalb Griechenlands. Im Mai 2011 war sie auf Deutschlandtour. Einer ihrer Fans ist zum Beispiel Kostas, der eine Menge über sie weiß.

"Den kani krio stin Ellada" ist ein Partysong, der gute Laune macht. Ein richtig schöner Sommer- und Urlaubshit, dessen Text um einige Binsenwahrheiten kreist, die sich zu vergegenwärtigen nichts schaden kann, wenn man sich in Partylaune versetzen will.

Hier mein etwas freier (damit sich's auch reimt) Übersetzungsversuch des Refrains:

Es ist nicht kalt in Griechenland -
kalt gewesen ist es dort nie.
Komm heute Abend und fühl Dich,
wie du dich gefühlt hast noch nie


und zweier aus der Mitte gegriffener Strophen:

Den tiefen Abgrund des Kummers
und die lichten Weiden des Glücks
trennt nur ein ganz kleines Türchen,
dessen Öffner Du leicht drückst

Diese Nacht schreit nach Party -
sie will Schweiß und Geschrei,
nicht einen schicken Laufsteg und
kulturbeflissenen Brei.


13. Juli 2011

Griechenland im Winter 2010/2011

Eine kollektive Multimedia Dokumentation zeichnet ein Bild des letzten Winters in Griechenland

11. Juli 2011

Ein Saubermann in Athen - der neue Bürgermeister Giorgos Kaminis

der Athener Bürgermeister Giorgos Kaminis ist ein ausgesprochener Saubermann. "Athen ist sauber geworden. Nicht sauberer, sondern sauber", stellt Alkyone Karamanolis im Athen Magazin des Radio Senders Bayern2 fest, der Kaminis interviewte. Aufräumen lässt der in New York geborene neue Bürgermeister der Stadt nicht allein auf den Straßen und Plätzen sondern auch im Rathaus. Mehr als halbiert hat er die 32 Referate der Stadt als Teil seiner umfassenden Versuche, die am Rand des Abgrunds übernommene Stadtverwaltung zu sanieren. Und nun das: Seit dem 25. Mai protestieren auf dem zentralen Platz Athens, dem Syntagma, täglich Tausende und an Wochenende Zehntausende Wutgriechen, die sich als Aganaktismeni ( = Verärgerte / Wütende / Empörte) bezeichnen . Um ihre Beharrlichkeit zu unterstreichen kampieren manche auf dem Platz. Dem fleißigen Saubermann kann das natürlich nur ein Dorn im Auge sein. Mit Hilfe der Polizei will er diesem Treiben nun ein Ende setzen.

Quellen: griechische Tageszeitung Kathimerini und Athen-Magazin des Radiosenders Bayern 2

25. Juni 2011

Athener Luft


Mein subjektives Gefühl nach zahlreichen Athenbesuchen im Laufe von Jahrzehnten hat sich gerade durch das Städtemagazin Athen des Bayerischen Rundfunks bestätigt.
Die Athener Luft ist besser geworden.

In den 70er- und 80er-Jahren hatte sich eine gelbe Schwefeldioxidwolke über Athen festgesetzt. Es litten nicht nur die Menschen, sondern auch die Steine. Die Monumente der Akropolis, die die letzten 2.500 Jahre relativ unbeschadet überstanden hatten, waren ernsthaft bedroht. Der saure Regen machte den Marmor mürbe - genauer gesagt: Er verwandelte ihn in Gips. Experten aus aller Welt strengten ihre Köpfe an und ersannen die unglaublichsten Lösungen - etwa den Plan, eine Glaskuppel über der Akropolis zu errichten ähnlich einer großen Käsekugel, oder gar eine Schneise in den Berg Parnitha im Norden der Stadt zu schlagen, um die Luftzirkulation zwischen dem Hinterland und der stetig wachsenden Metropole zu verbessern.

Zum Glück griff man dann doch zu unkomplizierteren Methoden: Industrieanlagen wurden aus der Stadt ins Umland verlegt und modernisiert, alte Autos ausgewechselt und Katalysatoren eingeführt, Beschränkungen des Privatverkehrs eingeführt und eine Metro gebaut. Das half den Steinen - und den Menschen. Die hohe Luftqualität, für die Athen in der Antike bis über die Grenzen Griechenlands hinaus bekannt war, hat man damit zwar nicht wieder erreicht, schließlich leben heute rund vier Millionen Menschen im Großraum Athen. Doch "Athen" noch immer automatisch mit dem Stichwort "Smog" zu verbinden, ist auf keinen Fall mehr gerechtfertigt, wie Jiannis Skouras recherchiert hat.

Rund 340 Sonnentage im Jahr und der Meltemi, der im Sommer aus Norden weht und Abgase wegbläst geben der Stadt ein freundliches, helles Erscheinungsbild. Freilich sorgt die viele Sonne auch für hohe Ozonwerte.

Quelle: Athen Magazin des Bayerischen Rundfunks, eine Sendung, die ich gern empfehle und die auch online zum Nachhören verfügbar ist. Neben Interviews mit dem Filmemacher Nikos Panayiotopoulos und dem Athener Bürgermeister Giorgos Kaminis enthält das Magazin Besuche in Nachtlokalen, einem Loukoumades-Café und im Viertel Anafiotika. Dazu gibt es aktuelle griechische Muisk.

19. Juni 2011

Urlaub in Griechenland - Gerade jetzt!


Lasst Euch nicht davon abbringen, dieses Jahr in Griechenland Urlaub zu machen!

Allzuviel war letztlich die Rede von der Krise in Griechenland, auch auf diesem Blog, der sich gar nicht diesem Thema verschrieben hat, sondern vielmehr dem, was es in dem Land zu erleben und zu genießen gibt - Kultur, Lebensart, schöne Reiseziele, Feste, Musik, Tanz und vieles mehr! Freilich kann man, interessiert man sich wirklich für Griechenland, auch nicht die Augen verschließen vor aktuellen Problemen, Entwicklungen und Umwälzungen und vor allem ihren Auswirkungen auf die Menschen und deren Art, damit umzugehen. Deshalb habe ich doch einige Blogbeiträge solchen Themen gewidmet.

Doch nun steht die Urlaubszeit vor der Tür und natürlich soll die Reise nach Griechenland gehen. Darauf möchte ich nun wieder so richtig Lust machen. Schließlich ist das auch ein ganz kleiner, persönlicher Beitrag, Land und Leute zu unterstützen. Denn nichts wäre fataler, als wenn nun auch noch die Touristen aus Angst vor Auswirkungen der Krise fern blieben, ist doch die Tourismusbranche ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor für Griechenland. Und zum Fernbleiben besteht auch überhaupt kein Anlass. Auf den Inseln und an den Ferienorten des Festlands ist gegenwärtig überhaupt nichts von Problemen, Protesten oder irgendwelchen Störungen der Urlaubsfreude zu spüren.

Ich selbst war April/Mai dieses Jahr in der Ägäis unterwegs und habe auf eigene Faust mit öffentlichen Verkehrsmitteln - also mit der Fähre und vor Ort den lokalen Bussen - die Inseln Ikaria, Fourni, Thymena, Paros, Antiparos, Ios, Sikinos und Folegandros besucht, also verhältnismäßig kleine und eher unbekannte Inseln. Mein Reisebericht steht auf meiner Wordpress-Website, da deren Format besser als dieser Blog für solche Reisetagebücher geeignet ist. Dabei hatte ich überhaupt keine Beeinträchtigungen oder Probleme gespürt. Freunde und Kommentatoren meiner Websites haben diesbezüglich das Gleiche berichtet.

Die Fähren verkehrten pünktlich, die Preise waren insgesamt keinesfalls höher als im Vorjahr, als ich Astipalea, Amorgos, die Koufonissia, Iraklia, Donoussa und Naxos bereiste. Ein wenig waren die Verkehrsmittel und einzelne Genuss- und Lebensmittel teurer. Die Zimmer hingegen waren etwas billiger und das Essen in der Taverne in etwa gleich, so dass wir insgesamt sogar weniger ausgaben. Auch wenn ich auf mehrere Jahr zurückblicke, hat sich kaum etwas an den Kosten geändert. Denn ich mache ja schon lang jedes Jahr mindestens ein-, manchmal sogar mehrmals in Griechenland Urlaub. Lasst Euch nicht von Preisangaben in Prospekten und im Internet abschrecken, sondern ruft die Vermieter direkt an und fragt nach den Preisen, wenn ihr zu Hauptreisezeiten wie im Juli und vor allem August unterwegs seid oder nachts oder zu Sonn- und Feiertagen ankommt. Seid ihr in der Nebensaison und nicht gerade an wichtigen Festtagen unterwegs, so könnt Ihr Euch das auch sparen. Vermieter kommen meist zur Fähre um nach Gästen Ausschau zu halten oder ihr schaut Euch einfach vor Ort um. In Supermärkten, Tavernen und Kafenions weiß man meist, wer vermietet und alle sind sehr hilfsbereit, wenn es um Zimmersuche geht. Ist ein Haus nicht ausgelastet, so sind die Zimmer meist wesentlich billiger als die offiziellen Preisangaben.

Auch die Stimmung ist genauso freundlich wie seit Jahren gewohnt. Obwohl einige populäre große deutsche Medien recht unfreundliche Artikel über Griechenland geschrieben haben und das natürlich auch in Griechenland ankam, wird einem überall freundschaftlich begegnet. Es kann schon mal sein, dass einem jemand zu verstehen gibt, dass er Merkel nicht mag. Die Griechen reden gern über Politik und das auch gern mal hitzig. Doch mögen die meisten zur Zeit auch ihre eigenen Politiker nicht und man macht einen klaren Unterschied zwischen Politik und den Menschen, dem Zwischenmenschlichen. Man lässt die große Politik nicht das Verhältnis untereinander trüben. Auch von Protesten und Unruhen war auf den Inseln nichts zu spüren. Was die Protestversammlungen in Athen betrifft, so sind sie meist am Syntagmaplatz und großenteils friedlich. Zu Ausschreitungen kommt es fast ausschließlich durch Randalierer am Rand der großen, meist von Gewerkschaften und Berufsverbänden organisierten Kundgebungen. Die riesigen, spontan bzw. über das Internet organisierten Zusammenkünfte der Aganaktismeni ( d. h. Verärgerten / Wütenden / Empörten), wie sich diese Bürgerbewegung nennt, hingegen sind friedlich und teils originell und interessant, haben zuweilen fast schon Volksfestcharakter. Man diskutiert, will die eigene Betroffenheit von den Machenschaften der Politik zeigen und macht Aktionen, wie das Anbringen eines Schilds "zu verkaufen" auf dem Wahrzeichen Thessalonikis, um seine ablehnende Haltung zu politischen Entscheidungen zu zeigen. Doch wird darüber so gut wie gar nicht in den Medien berichtet, wohingegen Gewaltszenen gern gezeigt werden.

Streikauswirkungen hatten wir dieses Jahr im Urlaub auch keine gespürt, während letztes Jahr tatsächlich einmal zwei Tage lang keine Fähren gingen. Doch damit muss man beim "Inselspringen" immer rechnen. Denn solche Ausfälle können genauso gut wetterbedingt passieren. Man muss bei solchen Reisen also immer kleine "Puffer" in den Reiseplan einbauen, vor allem am Ende, wenn man einen Rückflug erreichen muss. Zur Beeinträchtigung des Flugverkehrs kam es beim letzten Generalstreik am 15. Juni nicht. Die Fluglotsen haben bewusst auf eine Teilnahme am Streik verzichtet, um den Tourismus nicht zu beeinträchtigen. Denn man ist sich sehr wohl bewusst in Griechenland, dass man auf die Touristen angewiesen ist.

Also, auf nach Griechenland, am besten auf eigene Faust! Vielleicht noch einige Reisetipps zu Fährreisen und Busreisen?

17. Juni 2011

Neue Regierung von Griechenland

Soeben hat der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreous seine Regierung umgebildet. Vorausgegangen war der Regierungsumbildung gestern eine 7-stündige Krisensitzung seiner Fraktion, nachdem zwei Parlamentsmitglieder der Regierungspartei PASOK zurückgetreten waren. Vereidigt sollen die neuen Minister heute Nachmittag werden.

Der bisherige Verteidigungsminister Evangelos Venizelos wird Finanzminister und gleichzeitig Vizepremierminister, zusammen mit Theodoros Pangalos, der das Amt vor der Umbildung allein innehatte.

Der bisherige Finanzminister Giorgos Papakonstontinou übernimmt das Umwelt- und Energieministerium. Die bisherige Inhaberin dieses Amts, Tina Birbili, verliert damit ihren Ministerposten zusammen mit acht weiteren Minister(inne)n und Vizeminister(inne)n.

Neuer Außenminister wird Stavros Lambrinidis, der Vicepräsident der Sozialdemokratischen Partei Europas.

Yiannis Ragousis wurde vom Innenminister zum Verkehrsminister, während Charis Kastandis neuer Innenminister wird.
Im Justizministerium, das Charis Kastandis bislang innehatte, folgt ihm Miltiadis Papaioannou.

Neuer Verteidigungsminister wird Panos Beglitis.

Quellen: Griechische Tageszeitungen To Vima und Kathimerini

Wird Finanzkrise zur politischen Krise Griechenlands?

In den letzten Tagen spitzte sich die Situation in Griechenland zu.
Nach wochenlangen friedlichen Protesten der Aganaktismeni ( = Verärgerten / Wütenden) auf den Plätzen griechischer Städte, kam es am 15. Juni, dem Tag eines von Kundgebungen der Gewerkschaften begleiteten Generalstreiks zu Straßenschlachten zwischen radikalen Demonstranten und der Polizei. Am nächsten Tag übte Amnesty International Kritik am Verhalten der Ordnungskräfte, da Verletztenbilanzen und Videomaterial exzessive Anwendung von Gewalt und Tränengas dokumentierten.

Der griechische Premier Papandreou stieß mit seinem Appell um Unterstützung und Zusammenarbei an die Opposition dort auf taube Ohren. Er kündigte am 15. Juni eine Umbildung des Kabinetts und die Vertrauensfrage an. Nachdem kurz darauf zwei Abgeordnete aus den eigenen Reihen ihren Rücktritt erklärten, wurde zunächst jedoch eine Krisensitzung der Regierungspartei PASOK einberufen. Die Rede, die Papandreou dabei hielt wurde life auf dem Regierungsportal übertragen und ist nun auch auf Youtube zu sehen.

13. Juni 2011

Satire auf Rede Papandreous

Wie immer in schweren Zeiten sieht so mancher die Schuld dafür bei den Politikern. George Omadeon hat seinem Unmut auf seine Weise Luft gemacht und sich große Mühe mit einer Satire gegeben, in der zwei imaginären Charaktäre eine Rede des griechischen Premiers Papandreou zerpflücken und Szenen das Gesagte kommentieren (griechisch/englisch):

Troika Hero (greek subs) original animation satire of George Papandreou from George Omadeon on Vimeo.

9. Juni 2011

Theodorakis und die Wutgriechen (Fortsetzung)

Nach seiner Ansprache am 31. Mai in Athen, engagiert sich der griechische Komponist Mikis Theodorakis weiter in der Protestbewegung der wütenden Griechen und der eigenen von ihm gegründeten basispolitischen Bewegung namens Spitha (Funken). Am gestrigen Mittwoch, den 8. Juni 2011, protestierte er auf dem Aristotelous Platz in Thessaloniki, nachdem der Bürgermeister der Stadt Yiannis Boutaris seine geplante Rede auf dem Platz nicht genehmigt hatte, was seine Anklage durch den Bürgermeister zur Folge hatte.

Quelle: griechische Tageszeitung Kathimerini

2. Juni 2011

Theodorakis und die Wutgriechen

Bislang weitgehend von den großen Medien unbeachtet protestieren und diskutieren nunmehr seit einer Woche zehntausende Griechen auf den Plätzen ihrer Städte. Als Aganaktismeni ( d. h. Verärgerte / Wütende / Empörte) bezeichnen sie sich. Ihre Zusammenkünfte sind friedlich und spontan. Es stehen keine Interessengruppen wie Gewerkschaften und Berufsverbände dahinter. Das unterscheidet sie von bisherigen Protestveranstaltungen. Dem Desinteresse der klassischen Medien setzen sich Onlinemedien wie Twitter und Facebook entgegen, wo man die Bewegung unter dem Stichwort #greekrevolution bzw. Αγανακτισμένοι στο Σύνταγμα verfolgen kann (allerdings großenteils auf Griechisch).
Auf Youtube und Flickr findet man Videos und Bilder, wie beispielsweise die Alben von tom.tziros. Darin hat er die Zusammenkünfte Tag für Tag von ihrem Beginn am 25.5. an dokumentiert. Natürlich findet man auch Berichte auf Indymedia (englisch). Unter den deutschen Medien berichtet beispielsweise Telepolis.
Am 31. Mai 2011 hat sich auch der 86jährige, Zeit seines Lebens politisch interessierte und aktive große griechische Komponist Mikis Theodorakis zu den Protestierenden gesellt und das Wort an sie gerichtet.

27. Mai 2011

Europa-Tournee von Charis Alexiou

In den nächsten Tage ist die beliebte griechische Sängerin Charis ( Haris ) Alexiou im Rahmen ihrer Europa-Tour in zahlreichen europäischen Städten life zu erleben.

Hier die Tourdaten:
Sonntag, 29.5.2011, Wiener Konzerthaus, Wien
Dienstg, 31.5.2011, Circus Krone, München
Mittwoch, 1.6.2011, Liederhalle, Stuttgart
Donnerstag, 2.6.2011, Kongresshaus, Zürich
Samstag, 4.6.2011, Jahrhunderthalle, Frankfurt
Sonntag, 5.6.2011, Philipshalle, Düsseldorf
Dienstag, 7.6.2011, Cirque Royal, Bruxelles

Und hier als Kostprobe eines meiner Lieblingslieder dieser großen griechischen Sängerin:


26. Mai 2011

Verärgerung und Empörung treibt Griechen auf die Straße


Mehr als 30.000 Menschen fanden sich gestern auf dem Athener Syntagma-Platz ein, um friedlich ihrer Verärgerung über die Wirtschaftskrise und die Sparmaßnahmen der Regierung Ausdruck zu geben. Ähnliche Bilder boten sich in anderen griechischen Städten wie Patras und Thessaloniki


Neben solchen vor allem - aber nicht nur - von jungen Leuten organisierten und besuchten allgemeinen Zusammenkünften, die sich an spanischen Vorbildern orientieren, protestieren immer wieder vielerorts Betroffene - wie beispielsweise die Hafenarbeiter von Piräus gegen die geplante Privatisierung des Hafens und die Angestellten der Postbank und Telekommunikationsgesellschaft OTE gegen deren zunehmende Privatisierung.
Die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (ADEDY) und die der Privatwirtschaft (GSEE) haben eine Protestkundgebung am 4. Juni am Athener Klafthmonos-Platz, dem „Platz der Tränen", angekündigt. Am 21. Juni soll möglicherweise ein 24-stündiger Generalstreik folgen. Bereits am 28. Mai will sich zudem die der kommunistischen Partei nahestehende Gewerkschaft PAME, um 11.00 Uhr, zu einer Protestkundgebung am Omonia-Platz treffen.

Quellen:
Tageszeitung To Vima
Griechenlandzeitung
Newsbeast.gr

20. Mai 2011

Merkel, die Griechen, die Deutschen und die Statistik

Man mag sie nicht sonderlich in Griechenland, die deutsche Kanzlerin Merkel.
Mehr noch als was sie sagt, eckt an wie sie es sagt. So auch bei diesen kürzlich gefallenen, schon recht populistisch anmutenden Worten:
„Es geht auch darum, dass man in Ländern wie Griechenland, Spanien, Portugal nicht früher in Rente gehen kann als in Deutschland, sondern alle sich auch ein wenig gleich anstrengen. Das ist wichtig.“

und

"Wir können nicht eine Währung haben und der eine kriegt ganz viel Urlaub und der andere ganz wenig"

In seinem Kommentar in der griechischen Zeitung Kathimerini meint Nick Malkoutzis gar, viele der pauschalen Vorwürfe über Faulheit, Korruptheit und Inkompetenz der Griechen grenzen an Rassismus und Merkels Worte fallen in diese Kategorie. Er nimmt sie deshalb zum Anlass, die Zahlen anhand von Eurostat-Statistiken zu vergleichen:

Danach war letztes Jahr das unterste Renteneintrittsalter in Griechenland 61.4. In Deutschland war es 62.

Malkoutzis weist weiter darauf hin, dass Deutschlands 2007 beschlossenes Rentenreformgesetz das früheste Renteneintrittsalter bis 2029 auf 63 anheben will, während das letztes Jahr in Griechenland erlassene Rentengesetz das entsprechende Alter bis 2015 auf 63.5 anhebt.

Zu Merkels Forderung nach gleichen Urlaubszeiten zieht er eine Studie der Mercer Human Resource Consulting heran. Sie stellte insgesamt große Unterschiede bei den Urlaubsregelungen innerhalb der EU fest, wobei sich Griechenland und Deutschland nur unwesentlich unterscheiden: Ein griechischer Angestellter mit einer Dienstzeit von 10 Jahren hat danach 37 freie Tage jährlich (von denen 12 gesetzliche Feiertage sind). Sein deutscher Kollege hat 33 days freie Tage jährlich (13 davon gesetzliche Feiertage).

Die Unterschiede zwischen Griechenland und Deutschland sind also nicht groß.




31. März 2011

Die Erzählung "Meine Freundin, die Nonne" spielt in griechischen Klöstern

Hier eine detaillierte Rezension der Erzählung von Ilka Piepgras über ihre zum orthodoxen Glauben konvertierte Jugendfreundin und ihre Begegnungen mit ihr, ihrem Glauben und den Klöstern, in der sie lebt.

28. März 2011

Griechen protestieren gegen Chipausweis

Diesen Sonntag gingen viele in Athen gegen den geplanten neuen Ausweis mit elektronischem Chip auf die Straße. Für die einen spielten Datenschutzgründe eine Rolle, für andere das Fehlen der Angabe der orthodoxen Religion. Einige störten sich gar daran, dass der Code die Ziffern 666 enthalte, die angeblich auf Luzifer und Satanismus verweisen und die Apokalypse heraufbeschwören.

Quelle: Hellasfrappe

19. März 2011

Athen bei Nacht per Rad in Gesellschaft Tausender

Die Griechen entdecken das Radeln. Gerade hat das Gesundheitsministerium die geplante Einrichtung einiger Stationen zum kostenlosen Ausleihen von Fahrrädern in Städten wie Athen und Thessaloniki angekündigt.

Unterdessen sind schon Tausende auf Athens Straßen per Fahrrad unterwegs, vor allem in der Freitagnacht. Was vor etwa drei Jahren als gemeinsame Radltour einer Handvoll Freunde begann hat sich mittlerweile zu einem freitäglichen Massenevent entwickelt. Weit über 16.000 Mitglieder hat die Facebook-Gruppe FREEDAY - ΠΟΔΗΛΑΤΕΣ, die das Event mit wechselnden, auf Facebook kurz vorher angekündigten Treffpunkten und Strecken organisiert.


Meist geht es im Zentrum Athens in der Nähe der U-Bahn-Stationen Monastiraki und Thissio los. In den 4 bis 5 Stunden zwischen circa 21.50 Uhr und 3.00 Uhr morgens werden ungefähr 30 bis 50 Kilometer zurückgelegt.

4. März 2011

Griechenland beim Eurovision Song Contest 2011

Loukas Yiorkas and Stereo Mike werden Griechenland beim Eurovision Song Contest 2011 vertreten.


Ausgewählt wurde der Song Watch My Dance am 2. März unter fünf Kandidaten bei einer Live Show Ellinikos Telikos 2011 der griechischen Rundfunkgesellschaft ERT.

Quelle: http://www.eurovision.tv/ und
www.greeknewsagenda.gr

16. Februar 2011

Monika - Erfolgreiche, junge griechische Pop Folk Sängerin

Die junge griechische Liedermacherin und Sängerin schaffte 2008 ihren Durchbruch mit dem Platin-Debutalbum “Avatar”. Nun erschien ihr Album “Exit".





Obwohl viele griechische Kolleg(inn)en ihre Texte auf Griechisch verfassen und ganz allgemein in der griechischen Chanson- und Popszene bei weitem nicht so stark wie bei uns die englische Sprache dominiert, haben Monikas Songs englische Texte. Zur Begründung sagt sie:

Man muss gewissermaßen ein Poet sein, um griechische Texte zu schreiben

was ja von einer gewissen Achtung ihrerseits vor griechischsprachigen Liedern zeugt. Tatsächlich ist es so, dass griechische Liedtexte meist sehr poetisch sind. Oft werden Gedichte großer Griechischer Poeten vertont, darunter sogar Nobelpreisträger wie Giorgos Seferis und Odysseas Elytis. Kein Wunder dass eine so junge Künstlerin Scheu hat, in solche große Fußstapfen zu treten.

Monika Christodoulou ist 1985 in der kleinen Stadt Karpenissi in Zentralgriechenland geboren. Sie spielt Saxophon, Gitarre, Harmonika und Trommeln und studiert an der Athener Universität Mathematik.

Als ihre Einflüssse nennt sie in einem Interview mit der griechischen Tageszeitung Kathimerini neben ausländischer Musik wie beispielsweise den Beatles den griechischen Komponisten Stavros Xarchakos. Seine Rebetika findet sie total psychedelisch, mehr als Pink Floyd.

Quelle: Kathimerini


13. Februar 2011

Zum Valentinstag: Antike Worte zur Liebe

Platon

Der griechische Philosoph und Mathematiker, der von 427 bis 348/347 v. Chr. lebte, sagte:

... Liebe ist die Sehnsucht nach der Ganzheit, und das Streben nach der Ganzheit wird Liebe genannt.

Longos

Der antike griechische Schriftsteller machte irgendwann zwischen 2. und 3. Jahrhundert in der Vorrede zu seinem Schäfer- und Liebesroman "Daphnis und Chloe" diese Beobachtung:

... gänzlich ist der Liebe noch niemand entronnen, und keiner wird ihr je ganz entrinnen, solange es Schönheit gibt und Augen sehen.

Über das Küssen, das seit jeher zur Liebe gehört, sagt einer der Protagonisten seines Romans:

... Aber dieser Kuß ist etwas ganz anderes. Mein Atem fliegt, mein Herz will herausspringen, meine Seele zerschmilzt.

Verführern liefert er dieses Argument:

... gegen die Liebe ist kein Kraut gewachsen, gegen sie hilft kein Trank, keine Speise, nichts, was in Zaubersprüchen gemurmelt wird, sondern nur Kuss und Umarmung und nackt beieinander zu liegen.

29. Januar 2011

Karneval

Karneval auf Zakynthos - Foto robW_/Robert Wallace
Karnevalsprozession auf Zakynthos - Foto robW_/Robert Wallace

Der Ablauf des griechischen Karnevals:

Apokries, wie die griechische Bezeichnung für den Karneval oder die Fastnacht lautet, findet in den drei Wochen vor Beginn der Fastenzeit statt. Am Anfang der Karnevals- oder Faschingszeit steht das Tridion, die Liturgie, die in der orthodoxen Kirche ab diesem Termin bis zu Ostern Anwendung findet. Das Ende dieser Zeit und den Beginn der Fastenzeit markiert ein gesetzlicher Feiertag, der sogenannte "Saubere Montag" (Katheri Deftera). Dieses Jahr fällt er terminlich mit unserem Rosenmontag zusammen. Das ist jedoch nur in manchen Jahren der Fall. Denn die Fastenzeit und somit der Karneval richten sich in Griechenland nach dem Ostertermin, der nach dem Julianischen Kalender bestimmt wird.
Die griechische Karnevalszeit gliedert sich in drei Wochen, die auf die Fastenzeit einstimmen, in denen aber auch ausgelassen gefeiert wird: Profoni, Kreatini und Tirofagou.
Profoni ist die Ankündigungswoche, in der traditionell Trommelwirbel oder Stadtschreier die Karnevalszeit verkünden.
In der Kreatini (Fleischwoche) genannten zweiten Woche nimmt die Karnevalsszeit ihren Höhepunkt. Es ist die letzte Woche vor Ostern, in der nach strengen griechisch orthodoxen Fastenregeln Fleisch gegessen werden darf. Das wird vor allem am Donnerstag dieser Woche, dem Tsiknopempti (verbrannt riechenden Donnerstag, oder freier übersetzt Grilldonnerstag) mit Barbecues gefeiert. Damit ist dieser Tag derjenige unter den Karnevalstagen, dessen Bedeutung sich am stärksten mit den Traditionen in westlichen Ländern wie Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien deckt. In Deutschland ist der Tag als Weiberfastnacht, aber auch als Schmotziger (vom allemannischen Schmotz = Schmalz, Fett) Donnerstag bekannt, in Frankreich als fetter Donnerstag (mardi gras). Am folgenden Wochenende geht es in vielen griechischen Fastnachthochburgen hoch her.
Die dritte Woche heißt Tirofagou (Käsewoche). Denn es soll nun bereits fleischlos gelebt werden, während Käse, Milchprodukte und Eier noch erlaubt sind, deren man in der Fastenzeit als solche dann schließlich auch entsagen sollte.

So wird in den verschiedenen Regionen gefeiert:

In ländlichen Regionen und auf einigen Inseln haben sich uralte Bräuche und Kostüme erhalten, beispielsweise auf den zu den Nordsporaden gehörigen Ineln Skyros und Skopelos.
In vielen Städten wird der Karneval mit Umzügen und Masken gefeiert. Bekannt sind die Paraden von Patras. Doch auch in anderen Städten herrscht an den letzten Tagen vor dem Beginn der Fastenzeit Karnevalsstimmung. So bietet Athen seinen Bürgern alljährlich ein heiteres Programm.
Foto: Robert Wallace - RobW_ Lizenz creative commens CC BY-NC-ND 2.0
 ______________________________________________________________________________
Die griechischen Karnevaltermine 2011:
Tridion (Beginn der Karnevalszeit) : Sonntag, 13.2.
Tsiknopempti : Do., 24.2.
Tsiknopempti Wochenende: Fr. 25. - So., 27.2.
Sauberer Montag: 7.3.

25. Januar 2011

Inspiration für griechische Politiker

Diesen Film gibt es vor der heutigen Sitzung des griechischen Kabinetts zu sehen. Das hat der Premierminister Giorgos Papandreou heute auf seinem Twitter-Account verraten:

13. Januar 2011

Griechische Buchstaben am Computer

Nun habe ich zufällig bei Kostas.de eine Beschreibung entdeckt, wie man sich einen Windows Vista PC herrichtet, um griechische Buchstaben zu tippen, virtuelle Tastatur inklusive.

Wie man griechische Buchstaben auf einem Computer mit Linux Betriebssystem einrichten kann, habe ich ja bereits Ende Dezember hier gepostet.

6. Januar 2011

6. Januar: Theophania, Fota, Epiphanie

Der 6. Januar ist auch in Griechenland ein gesetzlicher Feiertag. Doch wird er in der griechisch-orthodoxen Kirche nicht wie in der westlichen als “Dreikönigstag” begangen, sondern man gedenkt in erster Linie der Taufe Christi und Offenbarung der Allerheiligsten Dreifaltigkeit.

Epifania (Epiphanie) , Theofania (Theofania) oder Fota wird der Tag in Griechenland genannt. Nass geht es an ihm vor allem zu. Am Vorabend werden Häuser, Brunnen und Felder mit heiligem Wasser gesegnet. Am Tag selbst wagen manche jungen Burschen den Sprung in das auch in Griechenland, wie beispielsweise hier auf der Kykladeninsel Amorgos, um diese Jahreszeit sehr kühle Wasser. Denn in vielen Orten, die an einem Gewässer liegen, führen Prozessionen an dieses. Dort wirft dann ein Priester ein Kreuz ins Wasser, das es gilt, zurück an Land zu holen und sich so Glück und Segen für das beginnende Jahr zu sichern. Wer es als erster erreicht und zurück bringt, sichert sich den Respekt und Bewunderung der Zuschauer und gilt als ausgemachter Glückspilz das ganze Jahr hindurch.

4. Januar 2011

Charis / Haris Alexiou 2011 auf Europa-Tour

Im Mai / Juni 2011 gibt es Gelegenheit in mehreren Europäischen Städten, die beliebte griechische Sängerin Charis ( Haris ) Alexiou life zu erleben

Geplante Tourdaten sind:
Sonntag, 29.5.2011, Wiener Konzerthaus, Wien
Dienstg, 31.5.2011, Circus Krone, München
Mittwoch, 1.6.2011, Liederhalle, Stuttgart
Donnerstag, 2.6.2011, Kongresshaus, Zürich
Samstag, 4.6.2011, Jahrhunderthalle, Frankfurt
Sonntag, 5.6.2011, Philipshalle, Düsseldorf
Dienstag, 7.6.2011, Cirque Royal, Bruxelles

1. Januar 2011

1. Januar in Griechenland

1. Januar - Neujahrstag, Tag der Bescherung und des Heiligen Vassilis

Der 1. Januar ist der Tag des Agios Vassilios ( des Heiligen Vasilis oder Basil ). Ihm kommt in Griechenland die Rolle zu, die in westlichen Ländern der - als Santa Claus zum Weihnachtsmann gemachte - heilige Nikolaus zu spielen hat. Der Hl. Vassilios bringt den Kindern Geschenke. Auch ist ihm in Griechenland ein ähnliches Schicksal widerfahren wie dem Nikolaus bei uns. Verniedlicht, verkitscht, in Schokolade gegossen und in bunte Folie gepackt, steht sein Nachbild in den Regalen der Supermärkte. Doch ranken sich auch weitere, authentischere und frommere Bräuche um diesen Heiligen und seinen Tag, der am Beginn des Neuen Jahres steht. In den Familien wird ein Neujahrskuchen oder Vassilioskuchen - Vassilopita genannt - gebacken und geteilt. Eingebacken wird eine Münze oder ein Goldstückchen, das ein Glückssymbol ist. Wer es in seiner Portion findet, gilt als ausgemachter Glückspilz das ganze Neue Jahr um. Auch findet Beachtung, wer an diesem Tag als erster die Hausschwelle überschreitet, was mit dem rechten Fuß voran geschehen sollte. Oft schickt man ein Kind als Glücksboten voraus.