14. Dezember 2017

Für Gabentisch und Wunschzettel - Filme aus und über Griechenland

Lieblingsfilme von mir, die in Griechenland spielen und die es als DVD gibt, so dass sie sich als Urlaubserinnerungen weckende Geschenke oder Wunschzettelposten eignen.

Zimt und Koriander
In diesem griechischen Film aus dem Jahr 2003 des Regisseurs Tassos Boulmetis, den ich mir immer wieder gern ansehe, geht es um die Geschichte einer griechischstämmige Familie, die 1964 von ihrem Wohnort Konstantinopel nach Griechenland ausgewiesen wird, vor allem aber geht es um den Verlust von Heimat, um Freundschaft und Liebe und ums Kochen. Das alles heiter, komisch und sinnlich erzählt und mit der einzigartigen Musik von Evanthia Reboutsika hinterlegt. Immer wieder ein Genuss!





Ein griechischer Sommer
Schöne Tierszenen, sonnige griechische Landschaften und eine reizende Geschichte rund um einen kleinen Jungen mit einem schwierigen Vater, der einen Pelikan findet und sich seiner annimmt machen diesen melancholisch-heiteren Film zum Vergüngen für die ganze Familie. Ab 6 Jahren ist er freigegeben. Der Film bietet Gelegenheit, den bekannten serbisch-französischen Regisseur und Musiker Emir Kustorica als Schauspieler zu erleben und die Rolle scheint ihm auf den Leib geschrieben zu sein.


Kleine Verbrechen
Der griechisch-deutsch-zyprische Spielfilm aus dem Jahr 2008, der auf der kleinen Insel Thirasia unweit von Santorini spielt, ist ein Film, der in Urlaubsstimmung versetzt.

Hier meine Eindrücke, nachdem ich ihn 2009 im Kino sah, bevor er als DVD in den Handel kam. 



Kleine Wunder in Athen
Verpackt in eine schrullige Komödie mit überraschenden Wendungen setzt sich der Film aus dem Jahr 2003, der vorwiegend auf einem schäbigen Platz im Athener Stadtviertel Akadimia Platonos spielt, mit Ausländerfeindlichkeit auseinander. Weder die vier Hauptpersonen, noch deren Hund mögen Albaner. Doch fließt in den Adern eines von ihnen nicht vielleicht albanischen Blut? Wie sonst könnte seine Mutter plötzlich nach einem Schlaganfall anfangen, albanisch zu sprechen?


 Der Film "Im Rausch der Tiefe" des französischen Regisseurs Luc Besson aus dem Jahr 1988 handelt von Apnoe-Tauchern, wie sie beispielsweise auf der Insel Kalymnos nach Schwämmen tauchten.
 Hier wird das Tauchen allerdings zum sportlichen Ehrgeiz und zur Leidenschaft.
Viele Szenen des Films spielen in Griechenland vor der Kykladeninsel Amorgos.

12. Dezember 2017

Für Gabentisch oder Wunschzettel - Gesundheit, Glück und Segen zur Weihnacht

Mit einem guten griechischen Olivenöl schenkt man Genuss und Gesundheit. 

Basilikum ist für Glück und Segen zuständig

Obwohl sich schier endlos scheinende Olivenhaine über weite Gebiete Griechenlands erstrecken, kommt nur wenig von dem köstlichen griechischen Olivenöl in unsere Läden und das, was in den Supermarktregalen landet, ist selten bis nie von bester Qualität. Gerade deshalb ist eine Flasche oder ein Kanister feinstes, natives, griechisches Olivenöl ein erlesenes Geschenk. Man findet es bei Spezialisten, die auch gern über besondere Qualitätsmerkmale und Geschmacksnuancen aufklären und bei denen man bequem bestellen kann, wie z.B. der "Olivenernte", der "Boutique of Taste" oder "Ariston".

Originell lässt sich ein solches Geschenk durch die Beilage eines Tütchens griechischen Basiliumsamens aufpeppen. Hat man das Öl im Kanister verschenkt, so lässt sich das Behältnis nach seinem Verbrauch in einen "echt griechischen Blumentopf" umfunktionieren. In dieser "griechischen Heimat" fühlt sich das Ocimum minimum, wie das kleinblätterige griechische Basilikum mit botanischem Namen heißt, sicherlich besonders wohl, sieht dekorativ und "original griechisch" aus und schenkt neben Gesundheit Glück und Segen. Denn diese Eigenschaft schreibt man ihm in Griechenland, wo es auf kaum einer Fensterbank oder Haustreppe fehlt, aber auch in Bussen und Booten als Glücks- und Segensbringer mitreist, zu.

10. Dezember 2017

Für Gabentisch und Wunschzettel

Da Weihnachten bald vor der Tür steht, hier und in den Beiträgen der nächsten Tage einige Geschenk- und Wunschzettelvorschläge:

Griechische Spirituosen

Klar, eine gute Flasche Ouzo ist sicher auch nicht verkehrt als Geschenk für einen Griechenlandfan, zumal dieser Anisschnaps als DIE griechische Spirituose schlechthin gilt.

Wie wäre es aber mal mit etwas bei uns nicht so Bekanntem, zum Beispiel einem griechischen Tresterschnaps? Grappa kennt bei uns jeder, der eine oder andere vielleicht auch den spanischen Aguardiente oder französischen Marc (de Champagne). Weit weniger bekannt ist ihre griechische Entsprechung: tsipuro, tsikudia oder raki, wie der Tresterbrannt je nach Gegend in Griechenland heißt.

Oder wie wäre es mit einer Flasche METAXA? Die klassische griechische Weinspirituose mit cognacähnlichem Aussehen hat eine lange Tradition. Sie  wird seit 1888 nach einem überlieferten Familienrezept in Athen hergestellt und wurde auf den großen Weltausstellungen um die Wende zum 19. Jahrhundert vorgestellt. Sie besteht aus jahrelang gelagerten Weindestillaten, filtriert durch eine Mischung aus Kräutern und Rosenblättern und vermählt mit Weinalkohol und Wein.

Ein Griechenland-T-Shirt

Mit einem passenden T-Shirt outet man sich gleich als Griechenlandfan. Im Urlaub getragen zeigt und weckt es Sympathie. Daheim getragen, lässt er Urlaubserinnerungen wach werden. Im Internet gibt es viele Ausführungen von Griechenland T-Shirts zu bestellen.

Besonders gelungen finde ich ein Shirt, das raffiniert die Begriffe Liebe, Frieden und Griechenland in einem Mix aus Wort und Bild verbindet.
 


8. Dezember 2017

Chronia Polla, Anna!

Den Glückwunsch "Chronia Polla!" ("Viele Jahre!") bekommen morgen Griechinnen namens Anna zu hören. Denn auch die orthodoxe Kirche feiert morgen das Fest der Heiligen Anna. Und da in Griechenland der Namenstag noch vor dem Geburtstag das größte persönliche Fest ist und viele Griechinnen den Namen Anna tragen, gibt es morgen eine Menge zu feiern.

Zu dem Anlass ein altes, bekanntes griechisches Lied, das eine Annoula (die Koseform des Namens Anna) besingt.
Hier der griechische und deutsche Text des Lieds

Auch Fähren betroffen von Generalstreik am 14. Dezember 2017 in Griechenland

Für den 14. Dezember haben die zwei großen griechischen Gewerkschaftsdachverbände ADEDY (für den öffentlichen Dienst) und GSEE (für den Privatsektor) zu einem 24-stündigen Streik ausgerufen. Obwohl derartige Streikaufrufe erfahrungsgemäß nicht von allen befolgt werden, spricht man in Griechenland in einem solchen Fall gern von einem Generalstreik. Betroffen sind auf jeden Fall auch Schiffe und Fähren, da die Gewerkschaft PNO, die die Seeleute vertritt, bereits ihre Teilnahme angekündigt habt.
Kundgebungen der Gewerkschaften finden am Streiktag am athener Klafthmonos-Platz, aber auch in anderen Städten Griechenlands statt.

Quelle mit weiteren Einzelheiten: Griechenlandzeitung

5. Dezember 2017

6. Dezember in Griechenland

Hl. Nikolaus (griechisch Nikolaos) - Patron der Seefahrt und Schutzheiliger einiger Städte

 Auch in Griechenland feiert man am 6. Dezember den Heiligen Nikolaus. Allerdings gilt er dort vor allem als Patron der Seefahrt. Eine Funktion als Kinderbescherer hat er nicht. Geschenke gibt es nur für diejenigen, die Namenstag haben, also Nikolaos oder Nikoleta heißen und vielleicht Nikos oder Niki gerufen werden. Sie beglückwünscht man mit dem üblichen Wunsch "Chronia Polla!", was "Viele Jahre!" bedeutet. Auch Seeleute, deren Patron der Heilige Nikolaus ist, bekommen am den Tag diesen Wunsch zu hören.

Vor allem Hafenstädte stellen sich gern unter den Schutz des Heiligen Nikolaus und feiern an seinem Fest ihr panigyri. Im Video am Ende des Beitrags das Panigyri im Hafen der Insel Syros.

Tod des 15-jährigen Alexandros Grigoropoulos am 6. Dezember 2008

 Leider wird nicht nur gefeiert am 6. Dezember, sondern es kommt auch alljährlich zu Unruhen und Tumulten. Denn viele Menschen gehen vor allem in Athen auf die Straßen, um an Alexandros Grigoropoulos zu erinnern, den am 6.12.2008 eine Polizeikugel traf. Nicht immer bleibt es dabei friedlich. Es kommt auch oft zu Zusammenstößen mit der Polizei. 

3. Dezember 2017

4. Dezember - Fest der Heiligen Barbara

Auch die griechisch-orthodoxe Kirche feiert am 4. Dezember die Heilige Barbara. Sie gilt in Griechenland als die Schutzheilige der Bergleute und auch ganz allgemein all jener, die unter Tage arbeiten. So ist sie auch die Patronin der U-Bahn. Kirchen, die der Heiligen geweiht sind, feiern ihr Panigyri, ihr Patronatsfest, so wie diese im Athener Stadtteil Ano Patision

30. November 2017

Mikis Theodorakis ganz nah - Eines der Highlights meiner letzten Griechenlandreise

Während draußen die ersten Schneeflocken tanzen erinnere ich mich zurück an meine Herbstreise nach Kreta und auf die kleine Insel Gavdos.
Einer der schönsten Momente war sicher gegen Ende meiner Reise im Venezianischen Hafen von Chania. Dort durfte ich den großen griechischen Komponisten und Kämpfer Mikis Theodorakis persönlich ganz aus der Nähe erleben, als das im renovierten Alten Zollgebäude entstandenen Kulturzentrum auf den Namen "Theater Mikis Theodorakis" getauft wurde. Ich konnte ganz nah dabei sein, als Mikis Theodorakis ankam und vom Rollstuhl aus die Namenstafel enthüllte. Der darauf folgende Festakt und das sich daran anschließende Konzert mit Maria Farantouri und weiteren Künstlern im neu getauften Theater war zwar nur für geladene Gäste zugänglich, so dass ich wie die meisten anderen, zahlreichen Theodorakifans draußen bleiben musste. Der ganze festliche Abend wurde jedoch auf eine große Leinwand an der Fassade des Gebäudes übertragen und die Begeisterung der zahlreichen Zuschauer, die sich zu dem Anlass an dem schönen, milden Abend auf dem Platz vor dem Alten Zollgebäude im venezianischen Hafen versammelt hatten, war mitreißend. In seiner Rede sprach Theodorakis auch von seinen Ideen und seiner Familie und sagte, er wolle, dass er den Menschen als Revolutionär und als Musiker im Gedächtnis bleibe.

25. November 2017

Altes griechisches Rembetiko-Lied für Katerina

Heute am 25. November, haben alle, die Katerina heißen, Namenstag - ein Fest das in Griechenland wichtiger als der Geburtstag ist. Ihnen hier ein schönes, altes Rembetiko-Lied von Vasilis Tsitsanis, das eine Katerina besingt, und zwar eine aus Thessaloniki. Den griechischen und deutschen Text dazu gibt es hier.

2. November 2017

Oktopus mit Tomaten




Zutaten
:

1 kg Oktopus
1 Liter Milch

1/2 Tasse Olivenöl
1/4 bis 1/2 Liter Weißwein
1 Zwiebel
1 Zehe Knoblauch
4-6 Tomaten
3-5 Lorbeerblätter
1 Teelöffel Thymian
1 Teelöffel gehackten Rosmarin
1 Teelöffel Oregano
5-7 Wacholderbeeren
1-3 Nelken
Pfeffer und Salz
ein wenig Pepperoni oder Pepperoni-Öl



Vorbereitung:

Den am besten vom Fischhändler bereits vorbereiteten Oktopus gut waschen.

Ist er nicht vom Fischhändler vorbereitet worden, muss man Mund, Augen und die Tinte aus dem Magen entfernen.

Über Nacht in Milch einlegen!


Zubereitung:

Am nächsten Tag die Fangarme abtrennen und in große Stücke schneiden. Auch den Korpus in Stücke schneiden.

Ohne Wasser in einen Kochtopf geben und ca. 1 Stunde zusammen mit Lorbeerblättern, Wacholderbeeren, Nelken und Pfeffer im eigenen Saft garen lassen. Ab und zu kontrollieren, ob noch ausreichend Flüssigkeit vorhanden ist. Falls nicht, Gartemperatur reduzieren und/oder  etwas Wein aufgießen. Auf keinen Fall Wasser verwenden! Das macht den Oktopus hart. Auch ab und zu mit der Gabel anstechen, um zu sehen ob er weich ist.

Falls am Ende der Garzeit noch Saft im Topf ist, abgießen und für später aufbewahren.

Öl zugeben. In dünne, halbe Scheiben geschnittene Zwiebel darin glasig werden lassen und warten, bis sie keinen Saft mehr absondert. Knoblauch, Thymian, Rosmarin und Oregano zugeben und kurz anbraten. Geschälte Tomaten hinzugeben und kurz anbraten. Weißwein zugeben und ca. 20-30 Minuten köcheln, bis sich die Sauce verdickt hat. Evt. noch etwas von der Kochbrühe hinzugießen. Mit Salz und Pfeffer und eventuell noch etwas Knoblauch und Peperoni oder Peperoncino abschmecken.
Vor dem Servieren, sofern vorhanden, mit etwas Basilikum oder Petersilien garnieren.

Zusammen mit Weißbrot, griechischen Kritharaki oder ersatzweise Spagetti und einem guten Weißwein genießen!







3. September 2017

Der griechisch orthodoxe Pfarrer - in Alltag und Literatur

ιερέας (ieréas, sprich: jeréas) lautet das griechische Wort für Pfarrer. Orthodoxe Griechen nennen ihn aber statt dessen gern παπάς (papás). Wie so oft im Griechischen kommt es dabei mal wieder ganz auf die Betonung an. Betont man das ansonsten gleiche Wort statt auf dem letzten auf dem ersten a, so bedeutet es Papst.

Allenthalben trifft man in Griechenland auf ihn, den Papás, mit seinem im Nacken gebundenen Haupthaar, dem wallenden Bart und der schwarzen Kutte - seiner Alltagskluft, in der er sich unters Volk mischt, auf dem  Märkt um die besten Stücke feilscht, im Kafeníon plauscht und Távli spielt, auf den Panigyria, den Patronatsfesten der Kirchen, tanzt und allem, das seiner bedarf, seinen Segen spendet: Vom Weinberg, über das eröffnete Geschäft bis zum neuen Auto.

So sind seine Vorlieben und Schwächen der Kirchengemeinde bekannt. Die griechische Schriftstellerin Ioánna Karystiáni berichtet in ihrem Roman Die Frauen von Andros von den Schlichen ihrer Protagonistin, der Ehefrau des Kapitäns Sávvas Saltaféros. Wenn sie zur Beichte geht, nimmt sie stets ein Kästchen Havanna-Zigarren aus dem Schrank: »Die Schwächen von Papa-Filippas waren bekannt, die Zigarren, die sie stets vorrätig hatte, sollten ihr die Vergebung jeglicher Sünde oder Schuld erleichtern.«


28. August 2017

Offshore - der neue Krimi von Petros Markaris

Immer wieder ist der beliebte griechische Autor Petros Markaris für eine Überraschung gut. So auch diesmal wieder mit seinem neuen, letztes Jahr auf Griechisch erschienenen Krimi, der nun auch in deutscher Übersetzung vorliegt.

Das Stammpersonal ist das aus den bisherigen Folgen der Krimireihe bekannte geblieben - der etwas schrullige und altmodische, aber gewiefte, sympatische und rechtschaffene Kommissar Kostas Charitos, seine fürsorgliche, patente Frau Adriani, seine inzwischen erwachsene Tochter Katerina - eine Rechtsanwältin - und deren Mann, der Kardiologe Fanis, dessen Eltern, Katerinas Partnerin und gute Freundin Mania, deren deutscher Ehemann Uli und der engste Freund der Familie, der Altkommunist Sissis. Kostas kennt ihn seit seinen ersten Tagen bei der Polizei während der Zeit der Militärdiktatur, als er ihn im Foltergefängnis der Machthaber, in dem er einsaß, zu bewachen hatte, und alle Familienmitglieder konsultieren ihn gern, wenn sie mal nicht mehr weiter wissen, da er voller Lebensweisheit steckt und schon soviel durchgemacht hat, dass ihn offenbar nichts mehr erschüttern kann. Auch die Mitarbeiter des Kostas Charitos und sein Chef Gikas sind wieder mit von der Partie. Doch hat man ihnen einen neuen Vizepolizeipräsidenten vorgesetzt, der ihnen genaue Vorgaben machen und laufend informiert sein will und mit dem sie bald in Konflikt geraten sollen.
Ein Personenverzeichnis am Ende des Buchs will dafür sorgen, dass man nicht den Überblick verliert. Nur tut man sich bei der alphabetischen Suche darin schwer, weil nach Nachnamen sortiert ist, im Text hingegen meist die Vornamen auftauchen.

Markaris lässt seinen neuen Krimi zum griechischen Osterfest beginnen - dem größten Fest des griechisch orthodoxen Jahreszyklus. Auf die Prozession am Karfreitag folgen die Osterwünsche "Chronia pollá ke kalí Anástasi" (wörtlich "Viele Jahre und gute Auferstehung" - in der Übersetzung von Michaela Prinzinger mit "Alles Gute und frohe Ostern" übersetzt) und schließlich der Ostergruß "Christós anésti" ("Christus ist auferstanden"). Tatsächlich geht mit der frohen Osterbotschaft ein munterer Aufschwung im Lande einher. Schluß mit Grabesstille in den Straßen Athens. Die Blechlawinen rollen wieder, Hupkonzerte ertönen. Es geht aufwärts in der Stadt und im Land, in das neues Geld fließt und in das die Reeder, die zuvor im Ausland ihre Firmensitze hatten, zurückkehren. Doch was mag diese plötzliche Wende herbeigeführt haben? War es das Gelübde, das Adriani, die Frau des Kommissars Kostas abgelegt hat, die damit die Muttergottes anflehte, die Krise möge ein baldiges Ende haben? Oder was steckt dahinter?

Dies ist der fünfte Krimi aus der insgesamt schon 11 Folgen umfassenden Serie, in dem Machenschaften und Morde vor dem Hintergrund der Finanzkrise in Griechenland geschehen. Drei davon hatte Markaris als Krisentrilogie ausgelegt. Dann folgte „Zurück auf Start“ (griechischer Titel Tifloi telous (Abspann)) als Epilog zur Krisenkrimi-Triologie und nun dieses neueste Werk, das erstmals nicht die reale Situation Griechenlands widerspiegelt, sondern auf die Fiktion aufsetzt, die Krise sei durch einen plötzlichen Zustrom an Investitionen und einen damit einhergehenden Aufschwung überwunden.

Obwohl diesmal vor einem fiktiven Hintergrund agiert wird, ist auch dieser neue Band der Krimireihe wieder geeignet, sich in griechisches Brauchtum und griechische Lebensart einzulesen. Schön sind die Osterbräuche beschrieben. Die Übersetzerin lässt dabei kleine Erklärungen einfließen, wie beispielsweise die des Epitaphios und der Lambada, der "blumengeschmückten Bahre mit einem Stofftuch, das mit der Ikonendarstellung der 'Totenklage am Grab' bestickt ist" und in den Karfreitagsprozessionen mitgeführt wird und der "Osterkerze". Viel an griechischer Mentalität und griechischem Alltag fließt auch wieder in diesen neuen spannenden Roman ein. Wohl um den Lesefluss nicht zu stören hat die Übersetzerin komplizierte Wegbeschreibungen durch Athen gekürzt. Außerdem hat sie teils die Duz- beziehungsweise Siezgewohnheiten deutschem Usus angepasst. Das mag sinnvoll sein, um kein falsches Licht auf die Akteure zu werfen, die ganz nach griechischer Gewohnheit mal Gleichgestellte und Untergebene duzen, Höhergestellte hingegen siezen, mal munter zwischen Du und Sie hin- und herspringen. Näher dran an der griechischen Gepflogenheit wäre es gewesen, auf diese Anpassung zu verzichten. Insgesamt liest sich die Übersetzung angenehm flüssig und wird dem Werk gut gerecht.

Interessant die verschiedene Cover-Gestaltung des griechischen Originals und der Übersetzung. Auf dem schwarzen Originalcover schwebt eine riesige schattengraue Hand über den ebenso schattengrauen Umrissen Griechenlands und dirigiert es mit blutroten Strippen. Welch ein Sinnbild!
Der leinengebundenen deutschen Übersetzung wurde ein weißer Schutzumschlag übergezogen, auf dem ein urlaubssonniges Bild einer griechischen Bucht mit Segelboot auf dem blauem Meer prangt.