1. Juli 2019

Panigyria im Juli - Ein schönes Erlebnis für Griechenlandreisende

Bei internationalen Griechenlandtouristen ist der Juli ein beliebter Reisemonat. Wenngleich ich persönlich lieber im Frühjahr und Herbst in Griechenland unterwegs bin, ist der Juli sicher eine gute Reisezeit für einen Strandurlaub. Die täglichen Sonnenstunden erreichen Rekordwerte von 10-12 im Durchschnitt und auch von den Temperaturen her bestes Badewetter!

Allen, die trotzdem ihre Ferien nicht nur am Strand verbringen wollen, möchte ich raten, einmal nach einem der zahlreichen Kirchweihfeste Ausschau zu halten - eine wunderbare Gelegenheit in griechische Lebensart und griechisches Brauchtum einzutauchen. Darum hier die Termine einiger davon. Gefeiert wird oft auch schon am Vorabend. Steht in Eurem Urlaubsort oder seiner Nähe eine einem der nachstehenden Heiligen geweihte Kirche, so stehen die Chancen, ein Panigyri, wie diese Feste heißen, zu erleben, gut. Und seht ihr bunte Wimpel mit christlichen Motiven und schwarzen Doppeladlern auf goldenem Grund vielleicht gemischt mit griechischen Fähnchen wehen, so ist das ein Hinweis auf ein solches Fest.


1. Juli – Agii Anargiri

Der 1. Juli ist in Griechenland der Tag der Geldverächter. So oder Heilige Ohnsilberlinge (Agioi Anárgyroi, sprich: Agí-i Anárgiri) werden die Heiligen genannt, die die orthodoxe Kirche am 1.7. feiert - in Gemeinden, die ihren Namen tragen oder eine ihnen geweihte Kirche haben, mit einem Panigyri (Kirchweihfest), so beispielsweise im Kloster Agioi Anargyri auf der Kykladeninsel Paros, in Nenita auf der ostägäischen Insel Chios und im Dorf Agia Sofia (Kinourias) in der griechischen Region Arkadien.
Nicht nur Kirchen sind in Griechenland den Hl. Anargyri  geweiht, auch Gemeinden tragen ihren Namen, z.B. Agii Anargyri (Attikis) nördlich von Athen und Ag.Anargyri bei Kastoria. Auch sie feiern am 1. Juli Panigyri

7. Juli – Ag. Kiriaki

Das Fest wird zum Beispiel im gleichnamigen Ort im Pilion, in Dimitsana in Arkadien und in Ag. Prokopios auf der ionischen Insel Korfu  gefeiert.

17. Juli – Agia Marina

Zu Ehren der Heiligen wird vielerorts gefeiert, besonders zum Beispiel auf der Insel Symi, auf der Insel Chios im Dorf Ververato, auf Naxos im Dorf Koronos, auf Rhodos in Koskinou und Paradisi, und in vielen der zahlreichen Dörfer und Klöster, die diesen Heiligennamen tragen, wie z.B. Ag. Marina auf Léros, dem zur Gemeinde Pera gehörenden Dorf Ag. Marina in der Präfektur Ioannina und dem Kloster Ag. Marina bei Voni auf Kreta.

20. Juli – Profitis Ilias

Fast jede griechische Insel hat einen Berg, der den Namen des Prophäten Elias trägt. Meist ist es der höchste und oft steht darauf auch eine Kirche oder ein Kloster diesen Namens, wie beispielsweise auf der Kykladeninsel Sifnos. Das Kloster Profitis Ilias der Insel steht das Jahr über leer. Doch am 20. Juli pilgern viele Inselbewohner zu ihm hinauf, um mit einen großen Fest den Gedenktag des Heiligen zu feiern.

26. Juli – Ag. Paraskevi

Die heilige Paraskevi wird viel verehrt in Griechenland. Zahlreiche Kirchen tragen ihren Namen. Auch ein Stadtteil Athens ebenso wie mehrere Dörfer sind nach ihr benannt. Es versteht sich, dass sie auch ihr Fest feiern. Besonders wird beispielsweise in Vachlia in Arkadien gefeiert, aber auch in Ialyssos und Katavia auf der Insel Rhodos, in Plomari und Paleokipos auf Lesbos und in der Skotino Höhle im Bezirk Pediada auf Kreta.

27. Juli – Agios Pandelimonos

Das Pandelimon-Kloster auf Tilos begeht dieses Fest. Auf der Insel Rhodos wird in Rhodos-Stadt, in Siana und Lindos gefeiert, auf der Insel Kos in Kamari , auf Kreta in Fournes bei Chania und Bitzariano in der Gemeinde Kastelli (Irakleion) und auf Lesbos in Eressos, Gavathas, Perama und Plomari. Doch natürlich lohnt es sich wie bei allen Heiligenname auch in anderen Orten nach Kirchen dieses Namens zu suchen, wenn man ein griechisches Kirchweihfest, ein Panigyri, erleben will.






9. Juni 2019

Heilige Väter von Nicaea, Totengedenken und Pfingsten

Im orthodoxen Griechenland wird das Pfingstfest genau wie Ostern 2019 eine Woche später als im Westen gefeiert, also am 16./17. Juni 2019.

Am westlichen Pfingsttermin 9./10.6.2019 gedenkt die orthodoxe Kirche der Heiligen Väter von Nicaea und ihres Konzils.

Nach der griechischen Tradition steigen die Geister der Verstorbenen am Ostersonntag zur Erde hinauf, um fünfzig Tage lang unter den Lebenden bleiben.Deshalb ist diese Zeit eine Zeit des innigen Totengedenkens mit Grabbesuchen vor allem an den letzten zwei Samstagen vor Pfingsten.

Am Pfingstsonntag müssen die Geister der Toten dann wieder in die Unterwelt zurückkehren. Beim Kirchbesuch und Gebet, verabschieden sich Verwandte und Freunde von ihren Toten. Während des Totengebets kniet man sich nieder, weshalb der Tag auch Kyriakí tis Gonatistís (Κυριακή της Γονατιστής), d.h. Sonntag der Niedergeknieten, heißt. Zum Totenbrauchtum der Zeit gehören auch die Totenspeise Koliva (gekochter Weizen mit verschiedenen Zutaten wie Granatapfelkernen, Rosinen und Puderzucker) und leuchtende Kerzen, damit die Geister ihren Weg finden.Um sie nicht aufzuwühlen, darf man nicht weinen oder traurig sein.
Koliva

Mehr zum Thema:
> Grund für Terminunterschiede bei beweglichen Feiertagen zwischen Westkirchen wie der katholischen und Ostkirchen, wie der orthodoxen, der die meisten Griechen angehören.

12. Mai 2019

Konflikt zwichen Brauchtum, Gesetz und Sicherheit in Griechenland

Zu den meist religiösen Festen des Jahreszyklus hat sich in den verschiedenen griechischen Regionen über die Jahrhunderte reiches Brauchtum entwickelt. Manche diese Bräuche scheinen gar an die Zeit der Antike anzuknüpfen. Nicht alles davon ist heute unumstritten. So tut sich oft ein Konflikt zwischen Tradition und modernen Sicherheitsbestimmungen und Gesetzen auf.

So kam es beispielsweise beim Osterbrauch des Saitopolemos 2019 einmal wieder zu einem schlimmen Unfall - einem tötlichen, der polizeiliche Ermittlungen nach sich zog und einmal wieder Stimmen gegen solch gefährliches Brauchtum laut werden ließ.

Auch die traditionellen öffentlichen Tieropfer zu Festen wie dem am orthodoxen "Sonntag der Salbentragenden Frauen" (Myrofores) zwei Wochen nach dem orthodoxen Ostersonntag im Kloster des Taxiarches-Klosters in Mandamados auf Lesbos gehören zu solche umstrittenem Brauchtum. Solche Schlachtungen auf öffentlichen Plätzen sind vom Gesetz verboten. Der Staatsanwalt hat die öffentliche Schlachtung deshalb dieses Jahr untersagt. Doch man will sich nicht mit dieser Anordnung abfinden und sie trotzdem wieder zelebrieren.

Das Fest ist eindrucksvoll. Rund 50 000 Pilger strömen zwischen Freitag, 10. Mai und Sonntag, 12. Mai 2019 zu dem Kloster, viele davon zu Fuß, andere mit Pferden, diejenigen, denen das zu beschwerlich ist, mit Bussen. Es werden Festgottesdienste und eine Prozession abgehalten. Und es wird in riesigen Kesseln die Kiskek genannte Festspeise zubereitet und an die Pilger verteilt, für die traditionell ein Stier und weitere Tiere im Klosterhof geschlachtet werden.

Quelle: www.lesvosnews.net

30. April 2019

Streiks, Kundgebungen, Blumen ... - der 1. Mai in Griechenland

Auch in Griechenland ist der 1. Mai ein gesetzlicher Feiertag. Man feiert ihn sowohl als Frühlingsfest mit dem Binden von Maikränzen und Musik und Tanz, als auch als Tag der Arbeit mit Kundgebungen.

Meist kommt es an dem Tag auch zu Streiks. 2019 wird im öffentlichen Verkehr gestreikt, d.h. ein Tag ohne Bahn, Busse und Fähren und mit Einschränkungen   im öffentlichen Nahverkehr. Die Metrolinie 1 fällt 24 Stunden aus, Linien 2 und 3 bis 9 Uhr morgens. Die U-/S-Bahnverbindung zum Flughafen Athen fällt 24 Stunden aus. Falls man für den 1. Mai eine Fährreise geplant hat, sollte man bei der Gesellschaft bzw. am Hafen nachfragen, ob die Verbindung vom Streik betroffen ist. Denn erfahrungsgemäß verkehren kleine, private sowie manche internationalen Fähren trotz des Streikaufrufs.

Quelle für die Streikmeldungen: griechischsprachiger Streikkalender 

29. April 2019

Traditioneller Osterbrauch fordert Todesopfer

Obwohl der griechische Osterbrauch des Saitopolemos schon weitgehend entschärft, reglementiert und von umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen und Polizeiaufgebot flankiert wird, ist und bleibt er gefährlich. So gab es gestern - am diesjährigen orthodoxen Ostersonntag - in Kalamata einen tragischen Unfall. Das Opfer ist ein 53-jähriger Kameramann namens Costas Theodorakakis. Während er seit 20 Minuten das Feuerspektakel filmte, traf ihn einer der bei diesem Brauch gezündeten und geschleuderten brennenden Wurfkörper auf den Kopf. Die Bemühungen der Ärzte des städtischen Krankenhauses, in das er sofort gebracht wurde, konnten ihn nicht retten, so dass er dort kurz darauf verstarb. Sieben Personen wurden festgenommen: Sechs Teilnehmer und ein für die Durchführung der Veranstaltung zuständiger städtischer Beamter

Quelle: Englische Online-Ausgabe der griechischen Tageszeitung Kathimerini

Weitere Artikel zum Thema:
> Saitopolemos - ein gefährlicher griechischer Osterbrauch
> Griechische Ostern
> Terminunterschiede bei Ostern und davon abhängigen Feiertagen zwichen Ost- und Westkirchen

28. April 2019

Saitopolemos - ein gefährlicher griechischer Osterbrauch

Wenn Bukulakia (Μπουλούκια) genannte, vorwiegend aus jungen Burschen bestehende Mannschaften mit den Saita genannten, selbst aus Rohren und Schwarzpulver gebastelte kleinen Feuerkörpern hantieren, ist das natürlich unfallträchtig. Obwohl deshalb viel Kritik an diesem alten Osterbrauch der Region Messenien auf der Peloponnes geübt wurde, hält man daran bis heute fest. Auch 2019 findet am Abend des Ostersonntag beispielsweise in Kalamata wieder dieser  Saitopolemos ("Krieg mit den Saita") statt. Natürlich ist Polizei vor Ort um darüber zu wachen,dass die Sicherheitsvorschriften eingehalten werden. So dürfen nur gelistete Teilnehmer, die in ihren Clubs geübt haben, wie man diese die Saita baut und handhabt, auf den Veranstaltungsplatz. Ablassen will man von dieser brenzligen Tradition nicht. Eingerahmt wird das Spektakel von Musik und traditionellen Tänzen.

26. April 2019

Ostergrüße und -wünsche der Griechen

Nachstellung der Passion Christi auf der Kykladeninsel Paros

Heute wünscht man sich in Griechenland Kalí anástasi (Καλή Ανάσταση!). Das bedeutet "Gute Auferstehung!". Denn in Griechenland ist am heutigen 26. April 2019 der "Megáli Paraskeví" (Große Freitag), wie der dem Karfreitag entsprechende Tag von den orthodoxen Gläubigen genannt wird. Vor den griechischen Kirchen weht die dunkelgelbe orthodoxe Fahnen mit dem schwarzen Doppeladler auf Halbmast. In den Kirchen steht das Epitaph - eine  blumengeschmückte Holzkonstruktion, die das Totenlager Christi symbolisiert. Am Abend wird das Epitaph in einer festlichen Prozession durch die Straßen getragen.

Ab Ostersonntag grüßt man sich in Griechenland wie folgt:
Christós Anésti! (Χριστός Ανέστη!) = Christus ist auferstanden!
Man antwortet darauf:
Alithós Anésti! (Aληθώς Aνέστη!) = Wahrhaftig auferstanden!

Und man wünscht sich wie zu Festen jeder Art von Neujahr über Geburts- und Namenstage und panigýria bis zu Weihnchten:

 Chrónia pollá! (Χρόνια πολλά!) = Viele (glückliche) Jahre!
oder:
Καλό Πάσχα! (buchstabengetreu transkribiert: kaló pásxa!;
gesprochen: kaló pás-cha) = Gute Ostern!

> Zu den unterschiedlichen Osterterminen zwischen westlichen Kirchen, wie z.B. der katholischen und evangelischen und den östlichen, orthodoxen.

> Weitere Fotos von den Osterfeiertagen auf der Kykladeninsel Paros

> Griechische Ostern

21. April 2019

21. April 2019 in Griechenland

Palm- statt Ostersonntag

 Nicht Ostersonntag, sondern erst Palmsonntag - der Beginn der Karwoche - ist am 21.4.2019 in Griechenland, denn dort feiert die orthodoxe Kirche Ostern in diesem Jahr erst eine Woche später Ostern.

Erinnerung an Putsch, der eine 7-jährige Militärdiktatur brachte

  Außerdem ist am 21. April ein tragischer Gedenktag. Er steht am Beginn einer Militärdiktatur, die sieben von Repressionen und Tyrannei geprägte Jahre dauern sollte.  Am 21.4.1967 hatte sich Oberst Georgios Papadopoulos unterstützt von Generalleutnant Stilianos Pattakos und General Georgios Zoitakis kurz vor einem Wahltermin an die Macht geputscht. Damit begann die Diktatur der Obristen, nach der griechischen Bezeichnung Chúnta ton Sintagmatarchón oft kurz auch Chunta oder Junta genannt. Im November 1973 gab es ein großes von Studenten initiiertes Aufbegehren gegen sie, das blutig niedergeschlagen wurde. Am 23. Juli 1974 gab das Militär endlich sein Regime auf und der Rundfunk meldete die Übergabe der Macht an eine zivile Regierung.

25. März 2019

"Wäre es doch nochmal 21!" besingt griechischen Freiheitskampf von 1821

Passend zum heutigen Unabhängigkeitstag in Griechenland: Wäre es doch nochmal 21! besingt den Freiheitskampf der Griechen, der am 25. März 1821 begann. Nicht nur Dalaras, sondern zahlreiche griechische Sänger wie Yriyoris Bithikotsis, Yioryos Zoyrafos, Kostas Smokovitis und Dimitris Mitropanos haben das Lied gesungen

10. März 2019

11. März - Beginn der Großen Fastenzeit vor Ostern 2019 in Griechenland

Heute, am 10. März,  endet er auch in Griechenland - der Karneval 2019. Weil der griechisch-orthodoxe Ostertermin 2019 eine Woche nach dem der Westkirchen fällt, endet auch die Fastnacht später, allerdings nicht eine ganze Woche später, sondern mit diesem Sonntag. Denn so ausgedehnt wie in westlichen Karnevalshochburchen ist der Karneval in Griechenland nicht. Traditionell dauert er exakt drei Wochen und hat eine feste Struktur, wobei in seiner letzten Woche bereits auf Fleisch verzichtet wird. Darum heißt sie tyrofagou, was in etwa Käsewoche bedeutet. Denn tierisches Eiweiß in Form von Milchprodukten ist noch erlaubt und wird noch fleißig konsumiert. Auch musiziert und getanzt wird noch fröhlich. In Karnevalshochburgen wie Patras und Xanthi gibt es große Karnevalsumzüge, in anderen Städten, Dörfern und Inseln viel lokales Brauchtum.

 Mit Beginn der richtigen Osterfastenzeit am dieses Jahr auf den 11. März )  gelten sehr komplexe strengere Fastenregeln. Am auch Koulouma genannten Kathera Devtera gestatten sie noch genug leckere Speisen, um bei einem Picknick, mit dem er gern gefeiert wird, so richtig schlemmen zu können. Beliebt sind zu diesem Anlass vor allem Meeresfrüchte, wie Kalamari, Oktopus und Muscheln. Da sie als blutlos gelten, sind sie zumindest an einigen Fastentagen gestattet, während Fisch nur am 25. März gegessen werden darf, dem griechischen Nationalfeiertag und Kirchenfest Mariä Verkündigung (Evangelismos), und Fleisch ganz tabu ist.
Kathera Devtera
fallenden  "Sauberen Montag" (

Der 11. März ist gesetzlicher Feiertag. Zum Brauchtum gehört neben Picknick und einem speziell für den Fastenbeginn gebackenen, Lagana genannten Brot das Steigenlassen von Drachen Man wünscht sich an dem Tag Kali Sarakosti! (Gute Fastenzeit!)
Lagana (Andrzej 22 [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0))]

9. März 2019

Karneval in Patras

Die westgriechische Hafenstadt Patras ist DIE Karnevalshochburg Griechenlands. Hier fängt der Karneval etwas eher an als die sonst in Griechenland üblichen fest strukturierten drei Wochen vor der Fastenzeit und hier gibt es die größten Paraden, die um die 40.000 Besucher anziehen.

5. März 2019

Karnevalshöhepunkt und -ausklang in Griechenland

 Traditionell gliedert sich der griechische Karneval, der 2019 noch bis zum 10. März  dauert, in 3 Wochen, die in der griechisch-orthodoxen Religion auf die Fastenzeit hinführen sollen:
1.) Profani - die "Ankündigungswoche", in der traditionell mit Trommelwirbel oder Blasinstrumenten der Karnevalsbeginn verkündet wird
2.) Kreatini - die "Fleischwoche", in der die orthodoxen Griechen vor der Zeit der Fleischenthaltung nochmal richtig zulangen am Tsiknopempti, dem traditionellen "Grill-Donnerstag"
3.) Tyrofagou - die "Käsewoche"

Auftakt der Tyrofagou-Woche - der letzten der drei Fastnachtwochen - ist der „Herrentag der Fleischenthaltung“ (apokreo). An diesem Sonntag beginnen fromme orthodoxe Gläubige nach dem Abendgottesdienst auf Fleisch zu verzichten. Die Woche hindurch labt man sich dann noch einmal gut an Käse und anderen Milchprodukten. Denn während der unmittelbar danach beginnenden "Großen Fastenzeit" vor Ostern gelten strenge, komplizierte Fastenregeln mit veganem Fasten zu bestimmten Zeiten  und teils sogar Verzicht auf Olivenöl.

Während man sich bereits vom Fleisch verabschiedet hat und sich nochmal so richtig an Käse satt isst, findet der Endspurt der Fastnacht statt mit den größten Paraden der Faschingszeit beispielsweise in den Karnevalshochburgen Patras und Xanthi.

Der "Aschermittwoch" westlicher Länder spielt im orthodoxen Griechenland keine Rolle. Fastenauftakt ist am Abend des letzten Sonntags der Tyrofagou-Woche nach der Abendmesse. Darauf folgt ein gesetzlicher Feiertag, der Katheri (oder Kathera) Devtera (saubererMontag) oder Koulouma heißt. Brauch ist es, ihn im Freien zu feiern, Drachen steigen zu lassen und ein Picknick aus Meeresfrüchten zu genießen, die die Fastenregeln an diesem Tag erlauben.