10. Dezember 2010

Weihnachten in Griechenland


Foto: Templar52 [Attribution], via Wikimedia Commons
Auch in Griechenland steht der Dezember im Zeichen des Weihnachstfests.
Doch ist es nicht wie in anderen christlichen Religionen das größte Fest im Jahreszyklus. Weitaus bedeutender ist das Osterfest. Und in früheren Jahrhunderten war auch das Epifania-Fest am 6. Januar (Theofania) wichtiger als die Weihnacht.

Bräuche zum Fest

Den Weihnachtsbaum mag wohl der Bayerische Prinz Otto eingeführt haben, der ab 1832 als erster König des damals neu entstandenen Königreichs regierte. Die Angleichung und Kommerzialisierung der Bräuche verschiedener Länder in unserer heutigen, globalisierten Welt taten ein Übriges dazu, dass heute auf den ersten Blick die Weihnachtsdekorationen den unseren recht ähnlich erscheinen. So schmücken heute viele Griechen einen Weihnachtsbaum, obwohl Fichten und Tannen rar im Land sind und es ältere und für Griechenland mit mehr Sinn erfüllte Bräuche gibt, die fortbestehen und auf die man sich zunehmend rückbesinnt.

Das Karavaki, das Weihnachtsboot

Ein bedeutendes Symbol der großen Seefahrernation Griechenland für das Weihnachtsfest ist das Schiff. Familien stellen zu Hause kleine Boote mit einem Licht darin auf, das während der Feiertage bis zum Epiphanie-Tag am 6. Januar brennt. Manche von ihnen sehen darin einen Schrein für die Seeleute der Familie, die das Fest auf hoher See statt im Kreis der Ihren verbringen.

Auch auf manchen öffentlichen Plätzen stehen lichtergeschmückte Boote statt Weihnachtsbäumen, beispielsweise auf dem Aristotelis-Platz in Thessaloniki , vor dem städtischen Theater in Piräus sowie in der Stadt Chania auf Kreta und auf der Insel Chios.

Geschmückte Olivenzweige

Mancherorts, wie beispielsweise auf Lesbos, ersetzt zuweilen ein mit vergoldeten Nüssen und Orangen geschmückter Ölbaumzweig den Nadelbaum.

Bescherung und 12-tägige Weihnachtszeit

Bescherung für die Kinder ist in Griechenland nicht am 24. Dezember, sondern erst am 6. Januar, dem Epifanie-Tag. Statt dessen gehen die Kleinen am 24. Dezember von Tür zu Tür und tragen - von metallenen Triangeln begleitet - sehr alte und regional unterschiedliche Gesänge, die sogenannten Kalanda vor. Zur Belohnung gibt es etwas Geld oder kleine Geschenke. Damit beginnt die dodekaimero genannte zwölftägige Weihnachtszeit. Vorausgegangen war ihr eine streng genommen vierzigtägige, meist jedoch auf drei Tage reduzierte Fastenzeit.

Kobolde

Kalikantzari heißen die rotäugigen, behaarten, nachtaktiven, boshaften Kobolde, die allerhand Unheil anrichten, beispielsweise das Herdfeuer löschen und die Milch sauer werden lassen. Um sie zu bannen, muss während der Weihnachtszeit, zu der sie ihr sonstiges Quartier unter der Erde verlassen, stets ein Feuer im Haus brennen. Dem gleichen Zweck dient eine Wasserschüssel mit einem Basilikumzweig und einem Kreuz, aus der täglich gesprenkelt wird. Weihnachtsgebäck Traditionelle Weihnachtsgebäcksorten sind sirupgetränkte Melomakarona und Kourambiedes genannte Butterplätzchen mit Mandeln und Puderzucker. In vielen Familien ist es auch Tradition große, kunstvoll verzierte Leibe süßen Brots, das Christopsomo, zu backen.

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