22. Juni 2012

Deutschland gegen Griechenland

Da drängt sich die Frage auf, welchen Symbolwert der Fußball für Politik und Gesellschaft hat?

Heute Abend spielen Griechenland und Deutschland in Danzig um den Einstieg ins Halbfinale der Fußball EM. Die deutsche Kanzlerin Merkel, die bislang den EM-Spielen fern blieb, will sich dieses Mal Zeit dafür nehmen und auf der Tribune sitzen. Vielleicht wird sie dort auf den frischgebackenen griechischen Premierminister Samaras treffen, der hoffentlich auch als Glücksbringer für die Griechen anreist. Seit Griechenland zum Krisenland wurde, gilt die deutsche Kanzlerin als Symbol für jene Kräfte in der EU, die die immer neue Forderungen an Griechenland stellen und es in arge Bedrängnis bringen, so dass man sich fragen kann: Deutschland gegen Griechenland - nur heute Abend im Fußball?

Reich gegen Arm - Musterschüler gegen Sorgenkind

 In der europäischen Familie werden die Griechen zunehmend als die Armen wahrgenommen, denen der Bankrott bevorsteht, die hart ums Überleben zu kämpfen haben. Sind sie das Sorgenkind der Familie, so stellen sich die Deutschen gern als Musterschüler hin. Ihre Wirtschaft floriert. Sie liefern die höchsten Beträge an Hilfsgeldern und stellen die rigorosesten Forderungen im Ausgleich dafür. Auf dem Fußballmarkt sieht es nicht viel anders aus als auf den Finanzmärkten. Auch da stehen die Deutschen gut, die Griechen schlecht da. Während viele deutsche Spieler in Top-Teams spielen und eine hohen Marktwert haben,  werden die Spieler des griechischen Teams weit niedriger gehandelt.

Typisierungen und Symbole

 Auf der  Palette, mit der das Bild der Krise gemalt wird, fehlen die Zwischentöne. Man greift zu Typisierungen und meint, Symbole zu erkennen. Underdog und Macht, Außenseiter und Favorit, ja geradezu David und Goliath scheinen sich bei dieser EM gegenüber zu stehen. Dabei liegt die letzte Europameisterschaft Griechenlands gerade mal 8 Jahre zurück, die Deutschlands hingegen schon 16 Jahre. Und dabei war die Meisterschaft Griechenlands 2004 so etwas wie eine Griechisch-Deutsche Allianz. Das griechische Gewinnerteam spielte unter dem deutschen Trainer Otto Rehagel. Und auch heute ist nichts rein griechisch oder rein deutsch. In der griechischen Mannschaft gibt es Spieler, die im Ausland leben und arbeiten und in der Deutschen solche, die Kinder von Immigranten sind. Letzlich sind alle ganz einfach eine Familie, die ein Spielchen spielt. Möge das das bedeutendste Symbol dieser Sportbegebnung sein!


21. Juni 2012

24. Juni: Griechisch-Bayerischer Kulturtag

Am Sonntag, den 24. Juni 2012 ist es wieder soweit: zum nunmehr bereits 8. Mal findet am Münchner Odeonsplatz der Griechisch-Bayerische Kulturtag statt. Es gibt viel Musik und Tanz, griechischen Spezialitäten und Informationsmöglichkeiten über Griechen und ihre Aktivitäten, Interessen und Vereine vor allem im Münchner Raum. Moderatoren sind F. Atheras und W. Ch. Warning vom Bayerischen Rundfunk.


Inzwischen ist aus der Veranstaltung, die 2005 erstmals an einem einzelnen Tag stattfand, eine ganze Veranstaltungsreihe mit vielen weiteren Programmpunkten an weiteren Tagen geworden, so dass man wohl besser sagt: Bayerische Kulturtage. In dem abwechslungsreichen Programm sind des weiteren Führungen, Lesungen, Ausstellungen u.v.m. geboten. (Programm als PDF-Datei mit ca. 1,5 MB). Nur am Sonntag, den Juni 2012 findet jedoch ein regelrechtes, riesiges griechisches Fest im Freien statt:

Samaras neuer Premierminister

Endlich hat Griechenland wieder eine Regierung. Nachdem die letzten Parlamentswahlen am 6. Mai keine Regierungsbildung ermöglichten, gelang diese nun nach den Neuwahlen am 17. Juni 2012.

Mittwoch, den 20. Juni, wurde Antonis Samaras zum Gesang der Bischöfe nach griechisch orthodoxem Brauch vereidigt. Die neue griechische Regierungskoalition besteht aus den drei Parteien:
  • "Neue Demokratie" ( Nea Demokratia ) unter der Führung von Antonis Samaras
  • "Panhellenische Sozialistische Bewegung" (PASOK) unter der Führung von Evangelos Venizelos
  • "Demokratische Linke" ( Dimokratiki Aristera, kurz: DIMAR) unter der Führung von Fotis Kouvelis

20. Juni 2012

Kapitel 3 online - Unterwegs mit Anna, Connie und Bernd

Anna und der schöne "Alexander"


      ....haben Kommunikationsprobleme.

Dabei geht es zunächst einmal ums Elementare: Ja oder Nein? Mit verbaler und nonverbaler Kommunikation beschäftigt sich das gerade komplett online gestellte 3. Kapitel des "Fettnäpfchenführer Griechenland".
Wie zu jedem der bereits im Rahmen des Buchblogs "Blaue Wunder im Land der Götter" online gestellten Kapitel gibt es auch zu diesem wieder Fotos von den Orten, die die Helden des Buchs besucht haben.

18. Juni 2012

Griechenland nach der Wahl

Die Parlamentswahlen gestern am 17. Juni 2012 waren eine Wiederholung der Wahlen vom 6. Mai 2012, die zu keiner regierungsfähigen Regierung führten. Nun sollte es hoffentlich mit der Regierungsbildung klappen. Die konservative Partei "Neue Demokratie" ( Nea Demokratia ), die neben den Sozialisten PASOK eine der beiden etablierten, seit Jahrzehnten dominierenden Parteien ist, hat seit dem 6. Mai Stimmen zugelegt. Auf 29,66 Prozent  hat sie es gestern gebracht. Kaum mehr als Newcomer SYRIZA, das radikal linke Bündnis unter der Leitung von Alexis Tsipras, das ebenfalls mehr Stimmen als im Mai bekam, nämlich diesmal 26,89 Prozent, ein riesiges Ergebnis für eine neue politische Kraft im klassischen Zweiparteienland. Doch weil das griechische Wahlsystem die stärkste Partei begünstigt und ihr 50 Sitze schenkt, kommt die "Neue Demokratie" auf 129 Sitze, während sich SYRIZA mit 71 begnügen muss. "Wir kamen bis zum Brunnen, konnten aber diesmal kein Wasser trinken", so bezeichnete SYRIZA-Chef Tsipras die Lage seiner radikalen Linken. Trotz des kräftigen Wählerzuspruchs für SYRIZA hat es es nicht für die Spitze gereicht. Die nimmt die alte "Neue Demokratie" ein. Mit ihren 129 Sitzen  im Parlament wäre ein Minderheitskabinett möglich. Für eine Koalition mit ihr hat sich, trotz gegenteiliger Behauptungen im Wahlkampf, aber auch am Wahlabend Evangelos Venizelos von der sozialistischen PASOK bereit erklärt. Mit seinen 12,28 Prozent bringt er 33 Parlamentssitze in ein Regierungsbündnis ein. Mit den gemeinsamen 162 Sitze im dreihundertsitzigen Parlament ließe sich regieren in normalen Zeiten. In der Krise möchte Venizelos aber auch die Demokratische Linke mit ihren 17 Volksvertretern und 6,25 Prozent der Wähler, dabei haben. SYRIZA kommt dann die Rolle einer starken Oppositionspartei zu.

Detaillierte Wahlergebnisse (auch nach Wahlbezirken) mit einem anschaulichen Diagramm, das die Diskrepanz zwischen Wählerstimmen und Parlamentssitzen zeigt, gibt es mit englischsprachigen Erläuterungen auf der Website des griechischen Innenministeriums.

Die Ergebnisse vom Mai kann man sich zum Vergleich auf dem Griechenlandblog ansehen.

Weitere Quelle: Der Artikel von Wassilis Aswestopoulos auf Telepolis vom 18. Juni 2012.


17. Juni 2012

"Das Spielchen gestern ging ja gut aus, ...

... mal sehen, wie das große Spiel heute ausgeht." twitterte Radio Kreta heute morgen.
Owly ImagesHeute, Sonntag, 17. Juni 2012,  wird in Griechenland gefeiert - und gewählt.

Die Ereignisse überschlagen sich. Gestern gewann Griechenland überraschend im Fussball EM Gruppenspiel gegen Russland und zieht damit ins Viertelfinale ein. Georgios Karagounis schoss das entscheidende Tor.

Heute blickt schon wieder ganz Europa nach Griechenland. Heute wird gewählt. Und was sich politisch zur Zeit im Land tut ist sicher auch überraschend. Die heutige Wahl ist eine Wiederholung der Parlamentswahl vom 6. Mai 2012, die zu keiner Regierungsbildung führte und bei der erstmals nicht mehr die beiden großen Parteien Panhellenische Sozialistische Bewegung (PASOK) und Neue Demokratie (ND) dominierten, sondern die linksradikale SYRIZA die größte Gewinnerin war. Damit hat sich die griechische politische Landschaft beträchtlich geändert. Das Zweiparteiensystem, das bislang geherrscht hatte und auf das auch das Wahlsystem abgestellt ist, hat ein Ende. Das Land ist nicht nur ein Land in der Krise, sondern ein Land im Umbruch.

12. Juni 2012

Stuttgart-Athen mit dem Mountainbike

Am Samstag, den 7. Juli 2012 soll es los gehen am Stuttgarter Fernsehturm. Die beiden Griechen Nikolaos Radis aus Feuerbach und Vassili Kirtzakis aus Zuffenhausen wollen von zu Hause nach zu Hause stramplen, von Stuttgart nach Athen. In Stuttgart sind die beiden geboren. In Griechenland sind ihre Wurzeln. Von dort stammen ihre Eltern.

Von Stuttgart aus wollen sie die Alpen überqueren und weiter am Garda See vorbei nach Venedig radeln. Die Strecke von dort nach Igoumenitsa überbrücken sie mit der Fähre. Weiter gestrampelt wird von Igoumenitsa  nach Patras und schließlich die Küste entlang in die griechische Hauptstadt Athen. Für die rund 1.300 Kilometer und 25.000 Höhenmeter veranschlagen die zwei Deutschgriechen circa 14 Tage im Sattel.

 Auf Ihrer Website sagen die beiden  zu Ihrem Projekt und ihrer Motivation:
Es geht uns dabei nicht um Schnelligkeit. Das Erlebnis allgemein, die Erfahrung die wir sammeln wollen und der Beweis, dass das Fahrrad ein wunderbares Fortbewegungsmittel ist, stehen absolut im Vordergrund. Allein schon der Gedanke an  die traumhaften Landschaften in den vier Ländern die wir durchfahren, erwecken in uns eine große Vorfreude. Außerdem sind wir der Meinung, dass Menschen und Kulturen Europa ausmachen, und nicht die Banken. Wir wollen auf unsere Weise zur deutsch-griechischen Freundschaft beitragen. Die wunderbare Kombination beider Mentalitäten, ist eine perfekte Mischung für unser alltägliches Leben. Und wir sind froh darüber von dieser Kombination nutzen ziehen zu dürfen! Ein stückweit wollen wir auch die Menschen in Griechenland ermutigen “aus sich heraus zu wachsen”, um die aktuell schwierige Situation mit Selbstvertrauen, Teamgeist und Engagement zu meistern. Das sind unter anderem auch nutzvolle Eigenschaften für uns, um diese Tour zu meistern.

10. Juni 2012

Kapitel 2 online - Unterwegs mit Anna, Connie und Bernd


Connie weckt ihre Lebensgeister

so die Überschrift des zweiten Kapitels des Fettnäpfchenführers Griechenland, das ab heute - ergänzt mit Bildmaterial - für kurze Zeit im Blog zum Buch komplett online steht.

Connie erfährt darin, dass Kaffeetässchen in Griechenland Fettnäpfchen sein können, die kräftig platschen und spritzen, tritt man in sie hinein. 

Und der Leser erfährt allerhand Wissens- und Genießenswertes rund um das Lebenselexir der Griechen.

5. Juni 2012

Unterwegs mit Anna, Connie und Bernd

Kos, Nisyros, Tilos, Astypalea und Amorgos waren die Ziele von Annas und Connies Reise letzten Herbst durch die griechische Ägäis. Auf der Kykladeninsel Naxos lebt Connies Mann Bernd.

Die drei sind die Protagonisten des Fettnäpfchenführers "Griechenland - Blaue Wunder im Land der Götter"  .

Am letzten Sonntag ist zu diesem Buch ein neuer Blog  gestartet. Darin kann man die drei deutschen Protagonisten auf einer erlebnisreichen Urlaubsreise und im oft recht stressigen griechischen Alltag begleiten.
Jeden Sonntag wird dort nacheinander eine der 34 Episoden des Buches komplett für kurze Zeit online gestellt.

Vor allem aber zeigt der Blog Fotos der Handlungsorte.

Im ersten Kapitel kann man unter anderem erfahren, dass man mit dem zu keck geschwungenen Tanzbein in Griechenland leicht in einem Fettnapf landet.
Man erfährt aber auch etwas über griechische Kirchenfeste, griechische Tänze und griechische Musik. Das Ganze verpackt in einen Reisebericht vom ersten Tag einer Ägäisreise, die in dem Bade- und Partyort Kardamena auf Kos beginnt, bevor sie weiter in die Hauptstadt von Kos und danach auf kleinere, ruhigere Inseln abseits des Massentourismus führt, um schließlich auf der Kykladeninsel Naxos zu enden, wo Connies Mann Bernd lebt und arbeitet.

21. Mai 2012

21.Mai - Ag. Konstantinos u. Eleni

21. Mai – Das Fest des heiligen Konstantin und der heiligen Helena

Viele Kirchen feiern Ihr Patronatsfest

Der 21. Mai ist zwar kein gesetzlicher Feiertag in Griechenland. Dennoch wird viel gefeiert an diesem Termin. Denn zahlreiche Kirchen sind auf die Namen der beiden Heiligen geweiht. Sie alle feiern an dem Tag  Panigyri - ihr Kirchweihfest. Außer Festgottesdiensten finden  an manchen Orten Prozessionen und Dorffeste mit Musik und Tanz statt.

Viele Griechen haben Namenstag

Außerdem feiern viele Griechen an diesem ihren Namenstag  – in Griechenland das größte persönliche Fest des Jahres, dem weitaus mehr Bedeutung als dem Geburtstag zukommt. Denn die Namen Konstantinos (Konstantin) und Eleni (Helena) sind weitverbreitet. Abgekürzt werden sie meist Kostas, Kostis, Kotso und Ntinos beziehungsweise Lenio und Laki. Einige dieser Abkürzungen sind von Verkleinerungs- und Koseformen des eigentlichen Namens gebildet, so dass teils schwer zu erraten ist, dass eigentlich die Namen Konstantinos und Eleni dahinter stecken.

Tanz auf glühenden Kohlen

In einigen makedonischen Dörfern wie Ag. Eleni bei Serres, Mavrolefki und Langadas bei Thessaloniki findet nach alter Tradition der Anastenaria genannte Tanz auf glühenden Kohlen statt.

Gedenktag auf den Ionischen Inseln 

Auf den Ionischen Inseln wird zugleich mit Paraden der Vereinigung mit Griechenland im Jahr 1864 gedacht.

19. Mai 2012

19. Mai - Pontos-Gedenktag

Der 19. Mai wird als Gedenktag für den Genozid an den Pontos-Griechen begangen - in Griechenland laut einem Dekret des Griechischen Parlaments vom 8. März 1994 und weltweit, wo Griechen aus dem Pontos leben.


Foto:. Pontischer Grieche von Trebizond in der traditionellen Tracht, (via Wikipedia und http://www.karalahana.com/; Lizenz:  Creative Commens by-2.5)
 

15. Mai 2012

Griechischer Comedian Lakis Lazopoulos

Besorgnis um das in Schieflage geratene deutsch-griechische Verhältnis 

- Humor hilft -

Mit seiner Sorry, I'm Greek Tour 2012 ist der beliebte griechische Komiker Lakis Lazopoulus zur Zeit in deutschen Städten unterwegs. Nach Vorstellungen in Düsseldorf und Nürnberg tritt er am 16. Mai 2012 im Circus Krone in München, am 17. Mai in Frankfurt und am 19. Mai in Stuttgart auf. Danach geht es weiter nach Paris, Brüssel, Zürich, London und Uppsala.

Oulios Miltiadis berichtet auf dem Radiosender Bayern2. Es soll das in Schieflage geratene deutsch-griechische Verhältnis gewesen sein, das Lazopoulus auf deutsche Bühnen trieb. Mit Klamauk, Philosophischem und Politsatire, begleitet von Show, Musik und deutschen Textstreifen für alle, die kein Griechisch beherrschen, wird an die Lachmuskeln appeliert und unterhaltsame Völkerverständigung betrieben.