28. Februar 2012
Hamburger Künstlerkollektiv recherchierte und agierte in Athen
Die entstandenen Berichte, Interviews und Bilder zeigen viele Aspekte des heutigen Athens und lassen dessen Bewohner zu Wort kommen.
27. Februar 2012
Der "saubere Montag"
2012 fällt dieser gesetzliche griechische Feiertag auf den 27. Februar. Mit Katheri Deftera (Neugriechisch = "sauberer Montag") oder Kathara Deftera ( mit "a" am Ende, wie es im Mittelgriechischen hieß und heute noch meist gebräuchlich ist) oder aber auch Koulouma (sprich Kuluma) wird der erste Montag zu Beginn der griechisch orthodoxen Fastenzeit bezeichnet.
An diesem Tag heißt es "Raus in die Natur". Da der Kathera Deftera in Griechenland ein allgemeiner gesetzlicher Feiertag ist, bleiben Schulen und Geschäfte geschlossen und die Menschen strömen ins Freie zu einem Picknick mit Fastenspeisen und zum Drachensteigen. Denn man empfindet den Tag zugleich als Abschied vom Winter.
In Athen trifft man sich am liebsten auf dem Filopappos Hügel neben der Akropolis. Dort gibt es dieses Jahr 2012 Livemusik der griechischen Musikwerkstatt mit Nadia & Nick Karagiannis. Fürs leibliche Wohl wird mit Suppe, Laganas (dem traditionellen Fastenbrot), Oliven und Halva gesorgt.
Ein weiterer Anziehungspunkt ist in Athen der KAPAPS Park (in dem Athener Stadtteil Ambelokipi), wo die 7. Städtische Gemeinde- und Kulturvereinigung A. Ambelokipi ein Fest ausrichtet.
Ähnlich begeht man den Feiertag auch auf den Inseln, wie z.B. ein bebilderter englischsprachiger Bericht von Ithaka zeigt, und in anderen Städten, wie beispielsweise Thessaloniki. Auch getanzt wird dabei natürlich gern, so wie an den meisten griechsichen Feiertagen.
Bildquelle: Stavros' Fotostream auf Flickr (Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0)
Quelle für Athener Programm: True Athens
24. Februar 2012
Tyrofagou - die letzte Karnevalswoche
Vom Fleisch hat man sich zwar auch in Griechenland bereits verabschiedet. Es ist “Käsewoche” ( tyrofagou ), d.h. man hält sich vorwiegend an Milchprodukte und verzichtet auf Fleisch, will man den griechisch orthodoxen Fastenregeln folgen. Doch gehört diese Woche noch immer zu der dreiwöchigen traditionellen Karnevalszeit. An vielen Orten wird mit Masken, Musik und Tanz gefeiert. Das liegt daran, dass das nach dem julianischen Kalender festgesetzte griechische Osterfest dieses Jahr eine Woche später gefeiert wird, als das der Westkirchen. Dementsprechend bricht auch die Hauptfastenzeit und damit das Karnevalsende später über die orthodoxen Griechen herein. Vorher geht es noch mal so richtig rund.
Der Aschermittwoch hat für die Griechen ohnehin keine Bedeutung. In Griechenland endet der Karneval am Wochenende. Montag, der 27. Februar 2012, heißt “Kathari Devtera” (= sauberer Montag) und ist eigentlicher Beginn des Osterfastens.
20. Februar 2012
18. Februar 2012
16. Februar 2012
Rauchiger Donnerstag
Die Termine hingegen decken sich nur selten. Sie richten sich auch in Griechenland nach dem Osterfest und der vorausgehenden Fastenzeit. Allerdings wird in Griechenland nicht wie in den Westkirchen der gregorianische Kalender zugrunde gelegt, sondern der julianische. In Griechenland ist Tsiknopempti zehn Tage vor Beginn der Hauptfastenzeit, die mit dem "Sauberen Montag" (Katheri Deftera) beginnt. Denn bereits in der letzten Karnevalswoche wird kein Fleisch mehr gegessen, weshalb sie "Käsewoche" ( Tirofagou ) heißt. Also langt man am Tsiknopempti noch einmal so richtig zu und ißt vor allem Grillfleisch, daher der Namen "rauchiger Donnerstag". Überall steigen an diesem Tag Rauchschwaden über Holzkohlengrills auf.
14. Februar 2012
12. Februar 2012
Parlamentsdebatte von Protesten begleitet
10. Februar 2012
Streiks und Protestaktionen
Da sich zur Zeit Streiks häufen und sie oft kurzfristig und nicht immer in den großen Medien angekündigt werden, nachstehend einige Quellen für Informationen, die z.B. für Reisende, die sich informieren wollen, nützlich sind:
auf Deutsch: http://twitter.com/#!/griechisches
auf Englisch: http://livingingreece.gr/strikes/
auf Griechisch allgemein: http://apergia.gr/
auf Griechisch zum Athener Nahverkehr: http://athenstransport.gr/
5. Februar 2012
Griechenland auf der Berlinale 2012
Zu Füßen der Einsamkeit der griechischen Metéora-Klöster erleben ein Mönch und eine Nonne eine zarte Liebesaffäre, deren filmische Form einem frommen Gedicht ohne Worte gleichkommt. Ein Film über Liebe und Spiritualität.
Die Termine, zu denen der Firm auf den 62. Internationalen Filmfestspielen in Berlin gezeicht wird sind:
So
12.02.
16:30
Berlinale Palast (D)
Mo
13.02.
09:30
Friedrichstadt-Palast (E)
Mo
13.02.
12:30
Haus der Berliner Festspiele (D)
So
19.02.
20:00
Haus der Berliner Festspiele (D)
Außerdem mit dabei bei den diesjährigen Berliner Filmfestpielen ist Angelos Abazoglou, und zwar in der Sparte Generation 14plus. Sein Film Mustafa's Sweet Dreams läuft an folgenden Terminen und Spielstätten:
Di
14.02.
15:00
Haus der Kulturen der Welt Kino 1 (E)
Mi
15.02.
15:30
Cubix 8 (E)
Fr
17.02.
09:30
Haus der Kulturen der Welt Kino 1 (E)
31. Januar 2012
Krisenbewältigung
Gottvertrauen und Fatalismus
Was mir aber wohl auch für einen Blog wie diesen, der sich griechischer Kultur und Lebensart verschrieben hat, berichtenswert erscheint, ist der Umgang der einfachen Menschen mit der Krise und deren Folgen. Eine gehörige Portion gesundes Gottvertrauen des Einzelnen auch angesichts noch so schwerer persönlicher Schicksale macht sich bemerkbar. Aber auch ein gewisser Fatalismus ist spürbar. Beides kommt ganz gut in einem Gespräch mit einem Schafshirten auf Lesbos zum Ausdruck.
Solidarität
Was auch spürbar ist, ist Solidarität. Schon immer stark war der Zusammenhalt innerhalb der Familie und des ganzen Familienclans, der sich weiter auf Verwandte, Tauf- und Hochzeitspaten und Freunde erstreckt. So finden diejenigen, die in den Städten kein Auskommen mehr haben, oft bei ihren Verwandten auf dem Land Hilfe und neue Aufgaben. Es bleibt zu sehen, ob damit die Landflucht vergangener Jahre rückläufig wird.
Beispiele von Menschen, die versuchen ihr Bestes zu tun, um anderen zu helfen, finden sich immer wieder in der griechischen Presse. So berichtet die Tageszeitung Kathimerini von einem Mann namens Polychronopoulos, der zuerst im Alleingang und dann mit Freunden, für Bedürftige kocht, nachdem er selbst Arbeitslos geworden ist und gezwungen war, die eigene Wohnung aufzugeben und zurück zu seiner Mutter zu ziehen. Das Erlebnis, das ihn dazu bewog, war die Beobachtung von Kindern, die Abfälle auf dem Markt von der Straße aufhoben und sich darum balgten. "O allos anthropos" (der andere Mensch) nennt sich seine Hilfsgruppe, die von Stadtviertel zu Stadtviertel zieht, um den Menschen eine warme Mahlzeit zu bieten und auf die schwierige Lage aufmerksam zu machen, in der sich viele befinden. Ein alter Passant bleibt an ihrer Straßenküche stehen und sagt "Ich hatte gehofft, dass ich nie mehr den Hunger erleben würde, den wir in den 40er- Jahren zu leiden hatten."
Es gibt viele Ansätze, die Folgen der Krise für die am schlimmsten Betroffenen erträglicher zu machen. Um ein Gespür dafür zu bekommen, wieviel getant wird, hier die noch einige weitere Links von Organisation und Initiativen, obwohl die manche davon nur griechischsprachige Websites haben:
K.Y.A.D.A., das Solidaritätszentrum der Stadt Athen, bietet Hilfe für Obdachlose.
Die Hadjikiriakos Children’s Foundation kümmert sich um Kinder.
In den Zeiten knapper Mittel setzen viele der Hilfsorganisation auf die Wiederverwertung von Gebrauchtwaren.
So betreibt der Greek Solidarity Caravan Gebrauchtwarengeschäfte, um mit dem Erlös Bedürftigen in Griechenland ebenso wie in anderen Ländern zu helfen.
Das RETO Rehabilitation Centre beschäftigt Behinderte, die alte Möbel und Elektrogeräte reparieren und einer neuen Verwertung zuführen.
Green Cat Recycling sammelt Gebrauchtwaren, bereitet sie wieder auf und verteilt sie an Hilfsorganisation.
Skoros (Motte) ist ein kostenloser Bazaar, der den Wert des Teilens und der Wiederverwendung beleben will. Auch Xariseto hat sich Wiederverwendung als Alternative zum Konsum auf die Fahnen geschrieben.
Quellen:
GREEK NEWS AGENDA,
lesvosreisen.wordpress.com
Teacher Dude's Grill and BBQ
Kathimerini
(ergänzt am 18. Februar 2012)
28. Januar 2012
Petros Markaris Blick auf die kulturelle Situation Europas
... jetzt, mit der Rettungsaktion für den Euro, werfen wir die gemeinsamen Werte, die Diversität der europäischen Geschichte, die verschiedenen Kulturen und Traditionen als Ballast über Bord. Europa hat viel in die Wirtschaft investiert, aber zu wenig in die Kultur und die gemeinsamen Werte.so der griechische Schriftsteller Petros Markaris in einem lesenswerten Artikel in der Süddeutschen Zeitung, in dem er sich mit Kultur, (mangelnder) Integration, Verständnis und Unverständnis innerhalb der Europäischen Union befasst und die Situation europäischer Städte mit der des Istanbuls seiner Jugendjahre vergleicht.
Mehr zu dem griechischen Schriftsteller Petros Markaris:


