7. April 2018

Ein Wunder, das alle Jahre wieder am orthodoxen Ostersamstag geschieht.

Ganz Griechenland wartet heute, am orthodoxen Ostersamstag, auf ein ganz besonderes Feuer - ein ganz besonderes Licht - ein heiliges, überirdisches, das heute in der Auferstehungskirche in Jerusalem entstanden ist - so der orthodoxe Glaube. Empfangen wird das vom Himmel gesandte Heilige Licht vom Patriarchen von Jerusalem. Als Teil eines alten Zeremoniells, dem Hierarchen verschiedener christlicher Konfessionen beiwohnen, betritt der Patriarch Jesu Grabeskapelle allein, nachdem überprüft wurde, dass er nichts bei sich hat, mit dem ein Feuer gezündet werden könnte und nachdem auch die Grabeskapelle zuvor nach möglichen Feuerquellen abgesucht worden war. Denn schließlich will man ja immer wieder auch die letzten Skeptiker überzeugen, dass hier tatsächlich alljährlich ein Wunder geschieht. Während der Patriarch traditionelle Gebete spricht, erscheint das reine, helle, einzigartige Heilige Licht über dem Grab Christi. Zunächst leuchtet es nur ohne zu brennen. Dann bildet sich darin ein Feuerkern, an dem der Patriarch seine Kerzen entzündet.  Manchmal wird berichtetet, dass nicht nur die Kerzen des Patriarchen sich daran entzünden, sondern gleichzeitig auch die anderer Gläubiger in oder vor der Kirche.

Alle Gläubigen in ganz Griechenland sollen an diesem Wunder teilhaben können. Deshalb wird Heiliges Feuer per Flugzeug zum Internationalen Flughafen Athen gebracht und von dort weiter im ganzen Land verteilt, damit die Kirchgänger nach dem Gottesdienst in der Nacht vom Ostersamstag auf den Ostersonntag, daran ihre Osterkerzen entzünden können, um das Licht in ihr eigenes Heim zu tragen. Die griechischen Medien verfolgen die Stationen seiner Reise und nennen Flugnummern und erwartete Ankunftszeiten der Maschinen in den Städten und auf den Inseln des Landes.

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