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26. April 2015

Roosevelt-Zitat des griechischen Finanzministers Varoufakis

Immer wieder mal meldet sich der momentan in den Medien sehr umstrittene griechische Finanzminister auch auf Twitter. Heute zitierte er dabei Franklin D. Roosevelt (FDR):
"In ihrem Hass gegen mich sind sie einig. – Und ich stelle mich gerne ihrem Hass"
Innerhalb von knapp über einer Stunde wurde sein Zitat rund 600 mal "retweeted", also weitergegeben und in etwa ebensoviele Nutzer des Twitterdiensts bezeugten ihren Gefallen daran, indem sie es zum "Favorite" machten. Bis zum Abend waren es schon 1800 bzw 1600. Und natürlich gab es jede Menge Kommentare.
Einer der Kommentatoren grub ein weiteres Zitat von Roosevelt  aus, das ich sehr passend für die gegenwärtige politische und ökonomische Situation finde, und das bereits Sahra Wagenknecht am 26.01.2012 in einer Rede in der Bundestagsdebatte über das Finanzmarktstabilisierungsgesetz benutzt hat.

"We know now that Government by organized money is just as dangerous as Government by organized mob." FDR, 1936.
 ("Wir wissen jetzt, dass es genauso schlimm ist, vom organisierten Geld regiert zu werden, wie vom organisierten Verbrechen regiert zu werden.")
Viele wünschen Varoufakis Glück und Erfolg. Freilich gibt es auch ironische und kritische Stimmen, wie
die der Twitterer Stathis Kalyvas und Paschos.
Ersterer meint: Wenn er von der Regierung entlassen werde, so werde er twittern, dass Jesus auch gekreuzigt wurde. 
Letzterer kommentiert: Wenn das so ist, sollten Sie zurücktreten. Sie mögen sich ihrem Hass gern stellen, doch das Land kann es sich nicht leisten.

24. März 2015

V für Varoufakis! - Der griechische Finanzminister als Musicalstar

Heute hat der am 24. März 1961 in Athen geborene Wirtschaftswissenschaftler und gegenwärtige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis Geburtstag. 

Pöbelnder Polter-Politiker, Polit-Rambo, Polit-Punk, GeisterfahrerZocker  und was man ihn sonst nicht noch alles nennt in der deutschen Presse! Griechenlands schriller Finanzminister ist für sie DER Aufreger unter den Politikern zur Zeit. Das NEO Magazin strahlte diese Hommage an den Mann, der seelenruhig lächelnd derart die Gemüter erhitzt, aus:


20. März 2015

Selten so gelacht!

Lang meinte man "Pleite" oder "Krise" reime sich gut auf "Griechenland". Doch wieviel besser reimt sich "Fake" (= engl. für Fälschung) auf "Varoufakis", zumindest was die Medienpräsenz angeht. Jedenfalls war das ganze Getue um den Gebrauch von Mittelfingern schon einen Lacher wert, umsomehr die (vermeintliche?!) Auflösung des medialen Rätsels:

Alles dank Varoufakis, dem griechischen Finanzminister ...

... dank seines fotogenen Antlitzes und Mittelfingers laufen kleinere unter den deutschen Medien zu ihrer Hochform auf, während sich Mainstreammedien blamieren.

Echt oder Fake oder Fake eines Fake? Hat der aktuelle griechische Finanzminister Varoufakis tatsächlich einmal anno 2013, als er noch nicht im Amt war, seinen Mittelfinger obszön gegen die Deutschen erhoben??? Er selbst sagt, nein - das Video, in dem eine solche Geste zu sehen ist und mit dem Günter Jauch ihn in seiner Sendung bloßzustellen versuchte, sei eine Manipulation.

Jan Böhmermann gibt Varoufakis Recht und zeigt in seinem TV-Magazin im Detail wie die Manipulation zustande kam - als eine raffinierte Bildmanipulation. Ein schönes Anschauungsbeispiel wie wenig Bildern zu trauen ist - und - wie sich am Ende herausstellt - ein treffender Hack, ein exzellentes Stück Satire! Wirklich vom Feinsten! Besser kann man die Medien nicht aufs Korn nehmen! Und wenn das dann noch aus den eigenen Reihen kommt, so ist das brilliant subsversiv! Eben ganz im Sinne der Veranstalter des "Subversive Festivals", auf dem das Video entstand, aus dem Jauch einen aus dem Zusammenhang gerissenen Ausschnitt zeigte und damit Anlass gab, dass sich Medien ebenso wie Stammtischbrüder und Nähkränzchenschwestern am laufenden Band über den Mittelfinger des griechischen Finanzministers das Maul zerreißen, als gäbe es nichts Wichtiges auf der Welt.

5. Februar 2015

Wer rettet wen? - Film klärt auf

Grafik Wer rettet wen
 Leidtragende der Finanzkrise sind Menschen - in Griechenland und anderen betroffenen Ländern.
Was gerettet wird, sind aber nicht sie, sondern Banken.

Nach WATER MAKES MONEY und BAHN UNTER DEM HAMMER wirft auch der neue Film WER RETTET WEN? von Leslie Franke und Herdolor Lorenz einen Blick von unten auf die Probleme, die uns alle angehen.
Am 11. Februar 2015 soll der Film an möglichst vielen Orten gleichzeitig zu sehen sein – und ein Tag später ist regulärer Kinostart.
 
Seit Jahren werden Banken und Länder gerettet. Politiker schaffen immer neue Rettungsfonds, während mitten in Europa Menschen  wieder für Hungerlöhne arbeiten und bis zur Verarmung und Verzweiflung geschröpft werden.

Für Großbanken ist die Finanzkrise vor allem ein Geschäftsmodell. Und die ständig „verstimmten“ und „enttäuschten“ Finanzmärkte scheinen ein besonderes Wesen zu sein, das bei Laune gehalten werden muss. Um die Laune der Menschen, die Opfer einer ihnen untragbare Lasten aufbürdenden und sie ihrer sozialen Sicherheit beraubenden Austeritätspolitik geworden sind, schert sich hingegen wohl niemand. Oder endlich vielleicht doch?

Die von einer großen Wählerzahl legitimierte neue griechische Regierung will neue, menschlichere Wege gehen und eckt damit bei fast ausnahmslos allen Europäischen Politikern und Medien übel an. Deshalb kommt dieser Film genau im richtigen Moment! Hoffentlich gelingt es ihm, möglichst vielen Menschen in ganz Europa ein tieferes Verständnis der Krise zu vermitteln und damit Wegbereiter einer echten Rettung daraus zu sein.

Liste der Filmvorführungsorte und -daten.

6. Mai 2012

Parlamentswahl 6. Mai 2012

Sonntag, 6. Mai 2012, ist Wahltag in Griechenland.

Auf der endgültigen Liste, wie sie der Oberste Gerichtshof am 26. April 2012 genehmigt hat, stehen 32 Parteien, Gruppierungen bzw. Einzelkandidaten.

Wahlberechtig sind alle griechischen Bürger über 18 Jahre, an der Zahl 9.850.802 (5.079.425 Frauen; 4.771.377 Männer), 110.530 davon Erstwähler.
Die 300 Sitze des aus einer einzigen Kammer bestehenden Parlaments werden nach einem verstärkten Verhältniswahlrecht unter denjenigen Parteien verteilt, die im Ergebnis über der 3%-Schwelle liegen.
Die stärkste Partei erhält  dabei nach dem geltenden  Wahlgesetz Nummer 3626/2008 einen Bonus von 50 Sitzen. Im Vorläufergesetz 3231/2004 betrug dieser Bonus 40 Sitze.

Aktuelle Stimmung und politische Szene aus Aktivisten- und Bloggersicht

 Hier die übereinstimmenden Beoachtungen des Athener Aktivisten Christos Giovanopoulos und des in Thessaloniki lebende englischen Bloggers "teacherdude":

Im Wahlkampf 2012 wurde deutlich spürbar, wie sich die politische Szene seit den letzten Wahlen 2009 geändert hat. Damals fanden Wahlkundgebungen auf großen, offenen Plätzen wie dem Syntagma in Athen oder dem Aristotelesplatz in Thessaloniki vor riesigen Massen jubelnder Parteianhänger statt, die teils in Bussen aus dem ganzen Umland kamen. Die Menschen wurden nah an die Kandidaten herangelassen, konnten meist direkt mit ihnen reden. Das war bei den diesjährigen Wahlveranstaltungen nicht mehr möglich. Heute sind die meisten Politiker so unbeliebt, dass sie kaum Jubel ernten und sich hinter einem riesigen Polizeiaufgebot verstecken müssen, wissen beide von mir zitierten privaten Beobachter zu berichten. Teacherdude beobachtet, dass Absperrungen heute die Besucher kanalisieren, statt sie sich auf weiten, offenen Plätzen ganz nach Belieben verteilen zu lassen. Er meint, dies geschehe nicht nur aus Sicherheitsgründen, sondern auch ganz gezielt, damit die Medien eine Illusion von Masse und Enthusiasmus schaffen können. Er hat versucht, diese Situation in dem obigen Foto festzuhalten, das er bei einer öffentlichen Veranstaltung der sozialistischen Partei PASOK in seiner Heimatstadt Thessaloniki gemacht hat, bei der die ersten Reihen vor dem Podium mit fahneschwingenden  jugendlichen Parteimitgliedern gefüllt worden waren, um zu verschleiern, dass dahinter nur etwa tausend eher missmutige, griesgrämige Parteianhänger standen, deren Durchschnittsalter um die fünfzig war. Kandidaten der zwei großen Parteien, der Neo Demokratia ebenso wie der PASOK, sind heute oft mit Buhrufen, statt mit Jubelrufen konfrontiert, wenn sie nicht gar bei ihren Auftritten mit Joghurt beworfen werden. 

Wahlergebnisse

 Sobald die Wahlergebnisse feststehen, werden sie vom griechischen Innenministerium online gestellt, über dessen Website auch die Ergebnisse von 2009 und früher einsehbar sind.

Quellen: 
offizielles Wahlverzeichnis des griechischen Innenministeriums;
Referat „Europa kaputt sparen-nicht mit uns!“ von Christos Giovanopoulos am 27. April 2012 im Zeughaus, Augsburg;