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17. Juni 2016

Lesbos - Entlang dem Tsikniasfluss zu den Salinen von Kallonis

5-stündige Vogelbeobachtungstour von und bis Skala Kallonis

Mündung des Tsikniasflusses
Rallenreiher?
Verlässt man den Ort Skala Kallonis Richtung Osten, so trifft man bald auf die Mündung des Tsikniasflusses. Sein Name Tsiknias ist Bestandteil der griechischen Bezeichnungen für einige Reiherarten, zum Beispiel Μικροτσικνιάς (Mikrotsiknias = Zwergdommel, little bittern oder Ixobrychus minutus), Λευκοτσικνιάς (Lefkotsiknias = Seidenreiher, little egret oder Egretta garzetta)und Κρυπτοτσικνιάς (Kriptotsiknias = Rallenreiher, squacco heron  oder Ardeola ralloides) die wir auch meinen, erspäht zu haben.
Stelzenläufer
 Da wir keine Vogelexperten sind und auch keinen starken Ferngucker dabei haben, sind wir uns da nie so recht sicher, ob es sich wirklich um exakt diese Art handelt. Jedenfalls haben wir etliche interessante Vögel gesehen, während wir begleitet von Vogelstimmen, vorbei an vielen Blumen wie Mohnblumen und Kamille und flühenden Büschen am Westufer des Flusses entlang wandern und immer wieder stehenbleiben, um mit dem Blick einer Vogelstimme zu folgen oder nach Vögeln am Ufer Ausschau zu halten.
So erreichen wir mit vielen Spähpausen nach circa eineinhalb Stunden den Ostrand des zur Gemeinde Kalloni gehörigen Arisvi an der Autostraße nach Mytilini. Um weiter zu den Salinen zu gelangen müssen wir geschätzt einen knappen Kilometer auf der Autostraße gehen, was wegen des recht lebhaften Verkehrs nicht besonders angenehm ist. Dann können wir statt dessen auf einen unbefahrenen alten Asphaltstreifen neben der Straße ausweichen, dem wir einige Minuten weiter folgen, bis er schließlich kurz vor dem Ziel wieder auf die Autostraße einmündet. Da liegen aber auch gleich schon die Salinen vor uns.

Wir gehen auf ihrem äußeren Damm entlang. Bald sehen wir die ersten Stelzenläufer und große Gruppen von Flamingos im silbrig schillernden, sich leicht kräuselnden flachen Wasser stehen. In der Ferne steht eine Salzpyramide mit einer dunklen Stahlkonstruktion davor. Wir gehen in ihre Richtung und sehen dabei immer wieder Flamingos, Säbelschnäbler, Stelzenläufer und andere Vögel, die wir nicht kennen.
Flamingos in den Salinen von Kalloni

Es gibt auch einen Beobachtungsstand und eine Informationstafel über die Salinen und Feuchtgebiete im Golf von Kalloni. Man kann sich aber nur am Rand des Salinengebiets bewegen und nicht, wie bei dem von Skala Polichnitou am Südostufer des Golfs zwischen den einzelnen Becken hin- und herlaufen, um näher an die Vögel heranzukommen, die sich eher in der Mitte als am Rand des Gebiets aufhalten.
Ohne zur Straße zurückzukehren gehen wir direkt von den Salinen eine Schotterpiste zum Ostufer des Tsikniasflusses, dem wir folgen, bis wir den Fluss auf einer Asphaltfurt im knöchelhohen Wasser überqueren können, um nach Skala Kallonis zurückzukehren.
Furt über der Tsikniasfluss

Weitere Artikel zu dieser Lesbosreise:
> Entlang dem Tsikniasfluss zu den Salinen von Kalloni
< Säbelschnabler in den Salinen bei Skala Kallonis
< Salinen am Golf von Kalloni
> Fischgenuss am Golf von Kalloni


6. Mai 2009

Reisebericht Westkykladen (22): Sifnos

Montag, 06.Okt. Wanderung auf den Gipfel des Profitis Ilias


Endlich wollen wir auch mal auf einen Profítis Ilías steigen. Fast jede Insel hat ihren. Meistens trägt der höchste Berg diese Namen. Da wir eher Genusswanderer als Bergsteiger sind, machen wir uns selten an seine Besteigung. In diesem Fall ist der Anstieg jedoch bequem in zwei Stunden zu bewältigen, so dass wir ihn uns vornehmen.


Um 7.30 h nehmen wir den Bus hinauf nach Apollonia. Nach einem Frühstück mit Käsepita und Illy-Capuchino in der Bäckerei/Konditorei etwas unterhalb des Hauptplatzes gehen wir zum oberen Ende des Hauptplatzes und biegen dort nach rechts in das Gässchen, das zur langen Hauptgasse mit Souvenirläden, Cafés und dem Hotel Sífnos führt.

Sie steigt leicht an zum nahtlos angrenzenden Ort Katavati, durch den wir bis zum Ortsende durchgehen. Dort zweigt wenige Meter nach der Kirche Panagía Angelóktisti rechts der Weg zum Profíts Ilías ab. Die Kirche erkennt man an ihrer unüblichen konischen Kuppe und einem Metallschild, auf dem ihr Name auf Griechisch steht. Der Weg ist mit einem Schild in Griechischen Buchstaben ΠΡ ΕΛΙΑΣ (PR ELIAS) ausgeschildert und trifft bald auf einen Asphaltstraße, an der ein Informationspavillon steht. Man folgt ihr wenige Meter nach rechts, bis der gut ausgebaute und gepflegte Stufenweg linkerhand zum Profitis Ilias und seinem Gipfelkloster abzweigt. Auch hier steht ein kleines Holzschild in griechischer Schrift.
Begleitet von dicken schwarzen Wasserschläuchen und ab und zu grell orangefarbenen Markierungspunkten steigt der Weg am Hang entlang an. Nach etwa 20 Minuten treffen wir auf eine kleine betonierte Brücke, über die wir nach rechts gehen. Auch hier steht ein Schild. Die weitere Markierung ist nicht mehr orangefarben, sondern mal dunkelrot, dann mal ein grüner Pfeil, dann ab und zu ein blauer Punkt. Jedoch ist der Weg immer gut zu erkennen, da er gepflegt ist, nirgends überwuchert, und großenteils aus Steinstufen besteht, an manchen Stellen sogar mit Beton ausgegossen ist. Zurück bieten sich herrliche Ausblicke auf Apollonía, Katavatí, die weiteren umliegenden Dörfer und Kástro. Links sieht man auf die Kirche Ag. Andréas, die, umgeben von einem Plateau mit den Mauern der archäologischen Stätte auf einer Bergkuppe liegt. Bald tauchen am Horizont die Inseln Kímolos und Mílos auf. Nach etwa 1 Stunde sehen wir die Klostermauern über uns. Am Wegrand und zwischen den Stufen blühen ab und zu kleine Alpenfeilchen, zwischen den Felsen vereinzelte Meerzwiebeln. Das Kloster Profítis Ilías tou Psílou ist das älteste christliche Bauwerk der Insel. Früher soll ein antiker Wachturm an dieser Stelle mit dem hervorragenden Weitblick übers Meer gestanden haben. Die älteste in Marmor eingravierte Jahreszahl nennt 1145, doch wahrscheinlich wurde es bereits im 8. Jh. errichtet. Schon lange leben keine Mönche mehr hier. Nur einmal im Jahr, am 20. Juli, dem Tage des Propheten, wird es von einem Kirchenfest beleb, sonst ist es verlassen. Dennoch wird man willkommen geheißen und findet Erfrischung in dem Speisesaal mit seinem langen Holztisch und Holzbänken.



Fotos zum Vergrößern bitte anklicken!






Wasser gibt es von einem etwa 3 m tiefen Brunnen. Seil und Eimer liegen bereit. An der Tür eines Wandschranks steht, in mehreren Sprachen, man könne sich hier einen Kaffee machen. Wir öffnen sie und finden Gaskocher, Streichhölzer, Kännchen, Kaffeepulver für griechischen Kaffee ebenso wie Nescafe, Zucker, Milch, Tassen und Löffel. Etwa 2 Stunden haben wir für den Anstieg gebraucht. Lang genießen wir den Ausblick weit über das Meter. Wir sehen uns die Kirche an, gehen hinab zu der kleinen Kapelle, von der man einen guten Blick zurück auf das Kloster hat, und bewundern die kleinen Blumen in den Felsritzen, bevor wir wieder hinab steigen.

Für den Abstieg brauchen wir etwa 1,5 Stunden. Bei Auf- und Abstieg sowie oben beim Kloster trafen wir keinen einzigen Menschen. Wir waren ganz allein.
Blumen am Wegrand

Wir gehen zurück nach Apollonía und nehmen den Bus um 13.30 h nach Kamáras, wo wir im "Posidonas" essen.

Den Nachmittag verbringen wir am Strand. Das Meer ist wieder ruhig. Anders als wir es nach dem Sturm erwartet hätten, ist es auch nicht verschmutzt, sondern völlig klar und sauber. Der ganze Tag war wunderschön sonnig und warm, ohne unerträglich heiß zu sein.

4. Mai 2009

Reisebericht Westkykladen(20) - Milos

Samstag, 04. Oktober:
Der Nordzipfel von Milos: Plathiena und Firopotamos
Der kleine Fischerort Firopotamos an der Ostküste des Nordzipfels von Milos
(zur Vergrößerung Fotos bitte anklicken!)


Wir nehmen wieder den Bus um 7.30h hoch nach Plaka. Wir haben das Badezeug im Rucksack und wollen heute von dort aus hinab zu dem Strand Plathiena und dem kleinen Ort Fyropotamos gehen, beide auf dem Nordzipfel von Milos gelegen, Platiena auf seiner westlichen Seite, Fyropotamos auf seiner östlichen.

Dazu müssen wir zuerst hinab nach Plákes zu der Kirche Charalambos gehen, ein weiß getünchter Bau mit Tonnengewölbe, Laterne und kleinem Glockenturm. Ein wenig Himmelblau ziert die Rahmen seiner Fenster, Tür und Laterne. Unterhalb der Kirche führt der Weg hinab zu unseren Zielen. Obwohl er am Platz nicht ausgeschildert ist, folgt weiter unten eine Beschilderung.
In den Ritzen der Steine und Mauern am Wegrand blühen immer wieder kleine Alpenveilchen. Drehen wir uns um, so blicken wir zurück auf die äußeren Häuser Kastros, deren kahle, weiße Fassaden eine Linie mit dem steil abfallenden Fels zu bilden scheinen, über dessen Abgrund ihre kleinen Holzbalkone schweben. Als erstes gehen wir nach links zu dem Strand von Platiena. Der Staubweg steigt zuerst leicht an, bevor er über eine Hügelkuppe hinab zum Strand führt, einer einsamen, kleinen Bucht, von der man auf bizarre, rötliche Steinformationen weit draußen im Meer blickt. (s. Foto links - zum Vergrößern anklicken!)

Im Wasser sind vorwiegend Kies und größere Steine, draußen Sand. Ein Wohnhaus steht am Weg zum Strand, ein weiteres an seiner Nordseite.

Nach einem kurzen Bad steigen wir wieder hoch und gehen dann - linkerhand nun - hinab zu dem winzigen Ort Firopotamos, der mit seinen milostypischen Häusern, die große Bootsschuppen im Untergeschoß aufweisen, pittoresk unterhalb einer alten Ruine und eines stillgelegten Steinbruchs am Meer liegt. Auch zum Schwimmen ist es hier schöner als am Plathiena-Strand. Abgesehen von einigen Stellen, an denen Seegras wächst, und einigen mit Algen bedeckten Steinplatten sind das Wasser und die Sicht auf den großenteils sandigen Untergrund darunter hell und klar. (s. Foto hier und zu Eingang des Textes)
Gegen Mittag steigen wir wieder hoch nach Plakes, wo bald der nächste Bus kommt und uns zurück nach Adamas bringt. Zu Mittag essen wir wieder auf der Terrasse des "Navigo", das inzwischen zu unserem Lieblingsrestaurant geworden ist. Als Vorspeise probieren wir Dakos, harte, zwiebackartige in der Mitte durchgeschnittene Gebäckringe, die mit frischen Tomaten, Schafskäse, Kräutern, Oliven und Kapern belegt sind. Danach bestellen wir Lamm in Zitronensauce mit Kartoffeln. Da die Dakos schon fast eine komplette Mahlzeit waren und die Fleischportionen im Navigo fürwahr nicht klein bemessen sind, teilen wir uns das Hauptgericht. Dann kaufen wir die Fährtickets für den nächsten Tag und kleines Mürbteiggebäck und einen "Frape" im Mitnahmebeutel zum Verzehr auf unserem langen, bougainvilleüberhangenen Balkon. Das Gebäck erinnert vom Teig her an unsere Vanillekipfel, vom Gewürz her an Lebkuchen und von der Form her an Weihnachtsmakronen und birgt im Inneren pro Stück zwei geröstete Mandeln. Es heißt Kourambiédes und wird tatsächlich auch in Griechenland besonders gern zur Weihnachtszeit bereitet, um etwas zum Naschen für Gäste bereit zuhalten.

30. April 2009

Reisebericht Westkykladen(16) - Milos

Di, 30. September 2008 - Milos:
Busfahrt nach Pollonia (Apollonia), Wanderung nach Filakopi, Papafrangas und Sarakiniko

Wir nehmen morgens um 6.45 h den Bus vom Hafenort Adamas nach Apollónia (Pollonia). Die Fahrtzeit beträgt ungefähr 15 Minuten. Die Busse dieser Linie fahren um diese Jahreszeit nur zweimal täglich. Um 6.45 h hin und 7.15 zurück und um 14.00 h hin und 14.30h zurück. Vorher haben wir in der Bäckerei an dem Eck gegenüber der Bushaltestelle eine Tyropita und eine Milchpita gegessen. Die Bäckerei hat ab 6.30 h morgens geöffnet und bietet eine riesige Auswahl: Etwa vier verschiedene Arten von Käsepita, Spinatpita, die Milchpita, die, anders als die üblichen handlichen Teilchen, als riesiger runder Kuchen bereitet wird, von dem man ein großes Dreieck kaufen kann. Die Füllung ist puddingartig. Außerdem gibt es alle möglichen Kuchen, wie z.B. Schokoladen- und Mandelkuchen und verschiedene Kekse.

In der Morgendämmerung kommen wir gegen 7.00 h in Pollonia an. Zwischen Apollonia (Pollonia) und Kimolos verkehren mehrmals täglich kleine, lokale Fähren. Wir spazieren zu den zwei kleinen Stränden in Norden und kehren dann zu der Bushaltestelle zurück. Dort ist eine Bäckerei, die auch verschiedene Pizzen und Getränke, einschließlich Illy-Kaffee anbietet. Wir trinken einen Capucchino und kaufen eine eine 1,5-Literflasche lokalen Roséwein, weil das die erste Stelle ist, wo wir Wein von Milos finden. Die Tavernen schenken offenen Wein vom Peloponnes aus. Dann gehen wir am Meer entlang durch den Ort bis zum Südende der Bucht, an der sich seine Häuser entlang ziehen. Dort wacht einmal wieder, wie in vielen Häfen, eine dem heiligen Nikolaos geweihte weiße Kapelle mit türkisblauer Kuppel und wehender griechischer Fahne über die ein- und ausfahrenden Schiffe. Ihr Gegenüber ist auf der Nordseite der Bucht ist die Ag. Paraskevi-Kapelle. Zwischen diesen beiden erstreckt sich das Dorf. Wir zünden zwei der bereitliegenden Kerzlein in der Kapelle an, werfen die Münzen dafür in den Opferstock und gehen zurück ins Dorf und zu der Straße, auf der wir von Adamas gekommen sind.

Wir wollen uns einige Orte und Naturschauspiele entlang der Nordküste ansehen und vielleicht an einem der Strände baden.
Knapp zehn Kilometer sind es bis zu dem Ort Mandrakia zu gehen, der unterhalb der Agglomeration kleiner Dörfer rund um Tripiti liegt. Von Tripiti hätten wir dann die Möglichkeit, den Bus zurück zu unserem Ausgangspunkt Adamas zu nehmen. Unser erstes Ziel ist die Ausgrabungsstätte Filakopi. Die Straße ist wenig befahren, so dass es sich angenehm auf ihr geht. So schroff und kahl Milos von der Küste wirkt, so sanft, grün und fruchtbar ist es hier in diesem Landstrich im Inneren. Immer wieder breiten sich zwischen den niedrigen Hügeln und zum Meer zu Senken mit kleinen Getreide- und Gemüsefeldern aus. Schwarze Plastikschläuche sind zur Bewässerung zwischen die Reihen von Tomaten, Auberginen und Okra gelegt. Abgeerntete Melonen häufen sich auf der Erde. Ab und zu sieht man auch eines der in den meisten Teilen Griechenlands seltenen Gewächshäuser. Aus einer Kurve oben am Hang sehen wir hinüber auf die auf Bergorte oberhalb von Adamas und den markanten hohen Kegel, der Plaka an seinem Hang und Kastro auf seiner Spitze trägt. Die Ausgrabungsstätte ist in Arbeit. Etwa ein Dutzend Arbeiter und Archäologen sind mit Schaufeln und Schubkarren, Plänen, Maßbändern, Kompass und anderer Gerätschaft, beschäftigt. Momentan ist nicht mehr als einige Steinhaufen und kleine Mauerstücke zu sehen. Ob man sich irgendwann einmal später hier mehr vorstellen kann, wenn die Arbeiten weiter gediehen sind? Ob versucht wird, aus den Steinhäufen wieder ansatzweise die ursprünglichen Wände aufzurichten? Bereits in der frühen Bronzezeit, spätestens ab etwa 2300 v.Chr. wenn nicht noch früher, soll diese älteste bisher entdeckte Inselsiedlung bewohnt gewesen sein, bevor sie um 1100 v.Chr. von den eindringenden Dorern zerstört wurde. Hier wurden einige der Ausstellungsstücke gefunden, die wir in den nächsten Tagen im archäologischen Museum in Plaka sehen sollten. Neben der Ausgrabungsstätte weist ein blaues Metallschild mit gelben griechischen Buchstaben "ΠΑΠΑΦΡΑΓΚΑΣ" darauf hin, dass es hier hinab zu der interessanten Bucht Papafrangas geht, mit ihren Durchbrüchen und Grotten im zerklüfteten Kalkgestein und ihrer fjordartigen Schlucht, die in einem winzigen Strand zwischen steilen Felswänden endet. Wir gehen bis zum Rand der Schlucht. Der Abstieg ist jedoch gesperrt und scheint wirklich nicht empfehlenswert, da ein Teil des ehemaligen Pfades abgebrochen ist und das Gestein sich bröselig und locker anfühlt. Ich erwäge kurz, von der nächsten Bucht, in der der winzige Ort Pachena liegt, hinein zu schwimmen. Aber das Wasser etwas zu schmuddelig aus, um dies wirklich mit Vergnügen zu tun. Ob ein solches Bad eher unangebracht ist, hängt wohl von der Witterung ab. Angeblich ist es an dieser Küste der Nordwind, der immer wieder Müll und Dreck anschwemmt.

Unsere nächste Abzweigung von der weiter nach Südwesten führenden Straße ist Ag. Konstantinos, ein winziges Fischerdorf. (s. Foto links) Es ist sehr pitturesk: Zwei Kirchlein. Felsen, die um eine winzige Bucht herum ins Wasser ragen, darauf die Häuser, deren unterstes Geschoß eine Bootsgarage mir einem großen Holztor ist. Alle Gebäude weiß, alle Toren, Türen und Geländer blau gestrichen. Ringsum heller Sand und Fels und das blaue Meer. Der Ort scheint recht verwaist. Doch vor einem der wenigen Häuser treffen wir einen Mann und eine Frau an, die wir fragen, ob man irgendwo abseits der Straße am Meer weiter zu dem Sarakiniko gekannten Küstenstrich gehen kann. Offenbar ist es tatsächlich so, dass die Straße der einzige direkte Weg ist, wie auch unsere Karte zeigt. Also marschieren wir weiter auf der Straße. Kurz vor der Abzweigung hinunter nach Sarakiniko ist das nicht mehr so angenehm wie bis dorthin, denn hier sind nun eine Menge Autos, darunter auch etliche Lastwagen unterwegs. Als wir endlich die Abzweigung erreichen, ist es kurz vor 11.30h. Rund 3,5 Stunden waren wir einschließlich aller Abzweigungen von Pollonia bis hier unterwegs. Nach weiteren 10 Minuten erreichen wir den Parkplatz oberhalb von Sarakiniko, von wo aus es nur zu Fuß weiter hinab zum Meer geht. Sarakiniko ist zusammen mit den farbenfrohen und bizarr geformten Felsen am Nordende der Milosbucht und dem Küstenstreifen Kleftiko an der Südwestspitze eine der beeindruckendsten Stellen der Insel: Alles weiß, von Wind und Wellen modellierte weiche Formen, dahinter das blaue Meer. Wieder öffnet sich wie ein kleiner Fjord eine schmale Meerenge, die an einem kleinen Strand endet. Rings um sie herum diese außerirdisch wirkenden weißen Felsen, die einmal wie mit der Spachtel hingeschmiert wirken, dann wieder Eintiefungen, Höhlen und Überhänge bilden, die interessante Schatten werfen. Einige Leute haben es sich in dieser ungewöhnlichen Kulisse zum Sonnenbaden bequem gemacht oder schwimmen im Meer.









Obwohl es inzwischen Mittagszeit und heiß ist, habe ich trotzdem keine Lust dazu, mich in diesem Nass zu erfrischen, denn es treiben einige Plastikstückchen und kleine Schaumfetzen darin, die sich vor allem an den Rändern und Einbuchtungen sammeln. Es ist nicht übertrieben schmutzig, aber auch nicht gerade anziehend. Da bin ich von den anderen Stränden der Kykladen verwöhnt. Wohl nicht der richtige Tag für diese Unternehmung. Der Nordwind steht in dem Ruf, die Strände der Nordküste zu verschandeln, wenn er weht. Tatsächlich war es weder gestern, als wir mit dem Boot unterwegs waren, noch heute windstill, sondern es wehte stets ein Lüftchen, das sich gestern am Boot an manchen Stellen der Strecke zu einem rechten Wind steigerte, der manche Fahrgäste zum erbleichen und das Personal zum Verteilen von Kaugummis gegen Seekrankheit brachte.

Statt zu schwimmen holen wir also die morgens eingekaufte 1,5 Liter-Plastikflasche mit Rosewein von Milos und unseren Proviant bestehen aus von zu Hause mitgebrachten Nüssen und Quittenbrötchen und unterwegs gefundenen Feigen hervor und machen vor der herrlichen Kullisse begleitet von dem Plätschern und Gluckern des gegen die Felsen schlagenden und sie unterspülenden Meeres Brotzeit. Wir steigen anschließend noch ein wenig in den abwechslungsreichen Felsformationen umher und kehren dann hinauf zur Asphaltstraße zurück. Etwas mehr als 1 km sind es zu gehen, bevor sich die Straße zweigt und entweder links zurück nach Adamas in der Milosbucht oder rechts hinab zu dem Fischerort Mandrakia im Norden führt. Wir schlagen die rechte Straße ein und nehmen abwechselnd die Fahrbahn und Fußwege, um nach Mandrakia an der Nordküste zu gehen. Wir kommen an einer Vorspeisentaverne (Mezedopolio) mit großer Aussichtsterrasse, die jedoch geschlossen ist, zur Rechten und einer privaten Minikapelle zum Gedenken an einen verunglückten Motorradfahrer zur Linken vorbei, bevor wir das Dorf Mandrakia am Meer erreichen.
Es präsentiert sich ähnlich pittoresk wie Ag. Konstantinos, wenn auch etwas größer: In der Fels der Bucht sind von blauen Holztüren verschlossene Bootsschuppen getrieben. Auf dem kleinen Plateau darüber stehen einige kleine Häuser und eine Kirche. Inzwischen ist es 14.00 h geworden. Die Mittagshitze hat ihren Höhepunkt erreicht, obwohl der Tag heute insgesamt sonst nicht allzu heiß war und ab und zu Wolken und ein leichter Wind dafür sorgten, dass wir beim Wandern nicht allzu sehr ins Schwitzen kamen. Doch bei der momentanen Hitze haben keine Lust, zu Fuß wieder bergan zu gehen, um droben in Tripiti den Bus zu nehmen. Für heute reicht es. Wir fragen deshalb in dem kleinen Geschäft, vor dem ein Taxi geparkt ist, ob es uns zurück nach Adamas bringen kann. Die Inhaberin ruft statt dessen einen Kollegen, weil der Fahrer im Moment nicht aufzutreiben ist. Na ja, schließlich ist auch Siestazeit... . Jedenfalls kommt bald ein anderes Taxi und bringt uns nach Hause. Da wir noch nicht richtig gegessen haben, gehen wir gleich in unsere Lieblingstaverne "Navagio", die eine Pergola mit Tischen und Stühlen direkt am Wasser hat. Am Nachbartisch sehen wir einen Mann Seeigel essen und wollen sie auch bestellen. Sie stehen zwar auch in Form von Salat auf der Speisekarte, sind jedoch momentan in der Form nicht erhältlich. Der Seeigelesser hat sie selbst gefangen, einige davon dem Wirt geschenkt und sich den Rest mit Zitronen und einem Fläschchen Ouzo als Vorspeise servieren lassen. Der Wirt bring uns mit ihm ins Gespräch und bald haben wir eine Kostprobe der Köstlichen Stacheltiere auf dem Tisch. Anschließend bestellen wir eine Portion Fisch (Gopa) und Lamm in Zitronensauce. Anschließend gehen wir ein Stückchen in Richtung Kanava an den Ortsstrand schwimmen. Er ist heute sauberer als die Strände im Norden.

25. April 2009

Reisebericht Westkykladen(11) - Sifnos

Donnerstag, 25.09., Sífnos:
Apollonia, Wanderung zu den
Klöstern Panagía tou Vounoú und Chrysopigi und Stränden Plati Gialos und Apokoftó
(für eine vergrößerte Ansicht der Fotos bitte darauf klicken!)

Wieder nehmen wir den Bus nach Apollonía um 7.30 h morgens. Dort haben wir etwas über eine Stunde Zeit, bevor der nächste Bus weiter in Richtung Fáro geht. Wir schauen uns also noch etwas im Hauptort um. Der Ortskern erstreckt sich zu beiden Seiten der Platía Iroon. Von hier zweigt die Hauptgasse mit zahlreichen kleinen Schmuckgeschäften, Boutiquen, Tavernen und Cafés ab. Wir schlendern an den Auslagen mit kunstvoller Keramik und phantasievollem Schmuck entlang, kommen an dem kleinen Hotel Sifnos vorbei, das bereits geschlossen ist, an der großen Kirche 'Agios Spirídonas' und der Schule, bis wir zu einem weiteren großen Platz mit Busstation, Supermarkt und Kinderspielplatz gelangen, ab dem der Ort Kataváti beginnt. Wir sehen uns noch seine Kirche an, die wir, ebenso sie die Ag. Spirídonas, um diese Morgenzeit geöffnet vorfinden. Morgens und abends ist meist die beste Zeit, um Kirchen zu besuchen. Tagsüber sind die meisten geschlossen. Dann kehren wir zurück zur Bushaltestelle an der Kreuzung einige Schritte vom Iroon-Platz entfernt, wo sich die Linien nach Kamares, Apollonia, Vati und Faro treffen.

Wir steigen in den Bus in Richtung Platís Gialós und bitten den Fahrer, dort zu halten, wo die Schotterstraße zu dem Kloster Panagía tou Vounoú abzweigt. (s. Foto links) Zum Kloster sind es 0,7 km zu gehen. Ein schöner Anblick beim Annähern. Ganz weiß liegt es vor uns am Ende der Straße, wo es sich vom Blau des Himmels und des Meeres, dem blonden Gras am Straßenrand und den dunkelgrün getupften braunen Hängen abhebt. Die braunen Fensterläden der umgebenden Mauer und die blauen Holzarbeiten in den Lichtbögen der Kirche bilden bunte Tupfer, die die Farben der umgebenden Natur zitieren. Eine schöne Lage am Hang hoch über dem Meer. Wir gehen die kahle, abweisende Mauer mit ihren geschlossenen braunen Fensterläden entlang bis zur verschlossenen Pforte. Auf einem Hinweisschild steht, es sei von 11.00 bis 13.00 h geöffnet. Eigentlich wollten wir nicht so lang warten, sondern gehen nach einer kurzen Verschnaufpause auf der pinienüberschatteten Terrasse des Klosters mit ihren vielen Katzen die Treppen zur einer weiteren meerseitig darunter liegenden Terrasse hinab. Durch ein kleines weißes Gartentor in der niederen Außenmauer, gelangt man auf einen Weg, der in Richtung Meer hinabführt. Er ist jedoch nicht geeignet, um zu dem Ort Plati Gialos mit seinem Strand zu gelangen. Er endet an umzäumten Privatgrundstücken mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass das Weitergehen verboten ist. Eine äußerst seltene Situation in Griechenland. Wir sind also gezwungen, wieder hinauf zu steigen. Bis wir wieder beim Kloster zurück sind, ist es schon kurz vor 11.00 h. Wir warten also bis 11.15 h in der Hoffnung, dass das Kloster doch noch geöffnet wird. Doch es tut sich nichts und wir sehen und hören keine Menschenseele.

Also suchen wir den richtigen Weg nach Plati Gialos. Dazu müssen wir zuerst die Erdstraße zurück bis zur Hauptstraße gehen. Freilich wollen wir nicht auf der Autostraße weitergehen, sondern einen Fußweg. Nun richten wir uns nach unserer Karte und gehen die Asphaltstraße ein kleines Stück zurück Richtung Apollonia, wo wir schließlich den Fußweg hinab nach Platí Gialós finden. Hätten wir gleich in die Karte geschaut, hätten wir uns den vorherigen Irrweg sparen können. Denn darin ist korrekt eingezeichnet, dass der Weg unterhalb des Klosters nicht bis ans Meer führt, sondern vorher endet. Der richtige Weg, auf dem wir nun endlich sind, ist ein schmaler Pfad, teils mit Steinplatten belegt, den wir uns mit Wasserschläuchen und -rohren teilen.
Er führt vorbei an Macchia und Olivenbäumen hinab in die breite, sich zwischen Felshängen öffnende Bucht mit ihrem Strand, ihren Olivenbäumen und weißen Häusern (s. Foto links). Unten angekommen nehmen wir die Erdstraße, die rechts von dem nach links weiterführenden Weg abzweigt, und gehen auf ihr in den Ort. Circa 40 Minuten brauchten wir für die etwas über zwei Kilometer von der Asphaltstraße hinab nach Plati Gialos. Der Sandstrand ist angeblich der längste der Insel. Etwa einen Kilometer ist er lang. Teilweise sind im Wasser Steine und Steinplatten. Es gibt mehrere Tavernen und Unterkünfte, einige davon direkt am Strand. (s. Foto links). Nach dem Schwimmen essen wir in dem Restaurant Manolis. Der Inhaber vermietet auch Zimmer in einem Gebäude hinter der Gaststätte. Wir bestellen eine Portion der köstlichen und recht preiswerten Makrelenhechte, Zargana auf Griechisch, die auch Grünknochen genannt werden. Denn die Grätenreihe dieser schlanken schwärzlich-silbernen Fische mit dem spitzen, schnabelartigen Maul ist grün. (auf dem Foto links sind sie roh zu sehen). Dazu essen wir Kichererbsenbällchen und die Knoblauchcreme Skordalia sowie einen "Marouli" genannten grünen Salat. Das Essen ist sehr gut zubereitet, die Wirtsleute sind freundlich und es sitzt sich schön auf der Terrasse am Meer unter Tamarisken. Neben mehreren Fisch- und Gemüsesorten ist auch die Inselspezialität, der Lammtopf "Arni Mastelo", zu haben.

Erfrischt und gesättigt gehen wir ein Stück auf der Asphaltstraße in Richtung Faros. Wir sehen zwei Frauen an einer Bushaltestelle warten und erfahren, dass gleich der Bus kommt. Diesen nehmen wir ein Stück bis zur Abzweigung des Weges hinab zu dem Kloster Chrysopigi, der schließlich auf eine auch dorthin führende Asphaltstraße trifft. Knapp 1 km sind es zu Fuß zum Kloster. Wie so oft ist es vor allem die Lage, die den Reiz diese Klosters ausmacht.
Es ist auf eine weit ins Meer ragende Felszunge gebaut, eine gespaltene Felszunge, über deren tiefen Spalt eine Brücke führt. (s. Foto links). Natürlich rankt sich eine Legende um solch einen abgespaltenen Felsen, der die Marienkirche und ihre ohnehin schon sagenumwobene Marienikone trägt. Drei Frauen hatten die Kirche besucht und trafen dort auf Piraten, vor denen sie die Flucht ergriffen. Die Piraten verfolgten sie, bis endlich die Mutter Gottes, der die Kirche geweiht ist, ein Erdbeben schickte, das den Fels mit der Kirche vom Rest der Zunge abspaltete und die Piraten auf ihm gefangen hielt, während die Frauen entkommen waren. Als "Iero Vracho", heiliger Fels, wird der Fels bezeichnet. Und was die heilige Ikone angeht, die 1650 zur Kirchengründung führte: Sie wurde in der Nähe leuchtend im Wasser gefunden und wies ihren Findern den Weg zu der Felsenzunge, die die Kirche zu ihrer Beherbergung tragen sollte. Wir besichtigen Kloster und Kirche und genießen den Blick hinaus aufs Meer, entlang der Küste und hinüber zum nächsten Kloster am Rand der nächsten Bucht, die sich im Norden anschließt. Es ist das Kloster Stavros tou Farou, das dort am Ausgang der tiefen Vlichóbucht mit mehreren Stränden und dem Ort Faros liegt.

Danach gehen wir weiter zu Fuß auf einem schönen, breiten Steinweg am Hang oberhalb des Meers in Richtung Faros. Wir bleiben eine Weile zum Baden an dem Strand Apokoftó, bevor wir schließlich den Weg nach Faros fortsetzen. Er beginnt als schmaler Pfad. Es steht ein kleines Schild dort, wo er auf den Hügel hinaufführt, der den Apokoftó-Strand im Norden von der tiefen Vlichobucht trennt. Nachdem man diesen Hügel oberhalb des Meeres umrundet hat, wird der Weg wieder breiter und man sieht am Ende der Bucht die Strände, Tamariskenbäume und Häuser von Faros (s. Foto oben in diesem Abschnitt). In dem Ort nehmen wir am Abend den Bus zurück nach Apollonia. Am Weg von der Bushaltestelle zum Iroon-Platz kommen wir kurz vor dem Platz an einer Imbissbude vorbei. Wir kaufen uns eine Pita mit Gyros und warten auf den nächsten Bus von Apollonia hinunter zu unserem Quartier in Kamares.

24. April 2009

Reisebericht Westkykladen(10) - Sifnos

Mittwoch, 24.09., Sifnos:
Wanderung: Apollonia, Artemonas und die umliegenden Dörfer, Kirche Panagia Poulati, Kastro
(Fotos zum Vergrößern bitte anklicken!)
Kastro an der Ostküste ist ein schönes Wanderziel
(Fotos werden beim Anklicken vergrößert gezeigt)

Um kurz vor 6h wecken uns die Schreie der Hähne und das Bellen von Hunden. Wir frühstücken auf unserer Terrasse. Die Sterne und die klare Sichel des Mondes kündigen einen schönen Tag an. Langsam lösen sich die hohen Hänge zu beiden Seiten der Bucht aus dem Dunkel und nehmen Struktur an.
Während wir auf den ersten Bus hinauf nach Apollónia warten, taucht die aufgehende Sonne die ersten Gipfelspitzen in rosa Licht. Der Bus kommt um 7.30h und braucht rund 15 Minuten für die etwas über 5 km, die sich die Asphaltstraße durch das breite Tal und schließlich hinauf zu dem inmitten einer hügeligen Terrassenlandschaft und angrenzender Dörfer liegenden Hauptort Apollonia zieht.
Sífnos zeigt sich nun von seiner sanften, fruchtbaren, einladenden Seite, ganz im Gegensatz zum ersten schroffen, kahlen Eindruck. Hier oben, zwischen dem Auf- und Ab der sanften Hänge breiten sich größere Senken aus. Es ist reichlich Platz für kleine Felder, Obst- und Weingärten und immer wieder die weißen Tupfer der Häuser, die sich um Kirchen mit leuchtendblauen Kuppeln zu Dörfern gruppieren. Apolonnía breitet sich als Anhäufung weißer Quader aus. Weitere ähnliche Ansammlungen sind auf den Hügeln ringsum sichtbar: Ano Petáli, Káto Petáli, Artémonas und Katavatí heißen umliegenden Dörfer. Ihre Architektur ist typischer Kykladenstil. Die Häuser sind nahezu ausnahmslos strahlend weiß und haben Flachdächer. Sie drängen sich nicht so dicht wie etwa in der Chóra von Sérifos. Die flach gewellte Landschaft gibt den Ortschaften Raum für Gärten und Plätze zwischen den Häusern und Gassen. Artemónas, Ano Pétali, Kato Pétali, Katavatí und Exámbela grenzen eng an den Hauptort Apellonía an, sind teils verwachsen mit ihm. Weiter unten am Meer, von hier noch nicht sichtbar, liegt das malerische Kástro. Die Morgensonne lässt die weißen Dörfer inmitten von kleinen Olivenhainen und Feldern hell strahlen. Es wird ein schöner sonniger Tag. Wir gehen von der Bushaltestelle am Iroon-Platz von Apollonia bis zur Kreuzung, an der die Straße und Buslinie von Kamáres nach Artemónas auf die in Richtung Vatí im SW und Platís Gialós und Fáros im SO trifft. Von hier gehen wir ein Stückchen weiter auf der Straße Richtung Artemónas, bis in einer Kurve links zwei Stein-Stufen-Wege abzweigen, der linke nach 'Ano Petalí, der rechte nach Artemónas. Wir nehmen als erstes den nach Ano Petali, gehen zwischen den schlichten aber gepflegten und mit Terrakottamotiven und -aufsätzen geschmückten schneeweißen Häusern bis zur Kirche, genießen den Blick über die Hügel und auf die umliegenden Kirchkuppeln und -türme und Dörfer. Dann kehren wir zurück zu der Abzweigung, um nun den anderen der beiden Steinpfade nach Artemónas zu nehmen. Auch hier wieder rechts und links des schmalen Pfades kleine, adrette, schneeweiße Häuser mit den typischen, kunstvollen Terrakottaverzierungen. Auch die Blumen sind hier fast ausnahmslos in Tontöpfe gepflanzt anstelle der sonst in griechischen Dörfern oft gebräuchlichen Blechbehälter, wie ausgedienten Olivenölkanistern. Größere Villen, einige davon klassizistischen Baustils, befinden sich weiter außerhalb am Hang. In Artemonas kommen wir auf einem für die hügeligen Verhältnisse großen Platz mit Cafés und Geschäften heraus, auf dem eine gedrungene, mit ihren dicken Mauern trutzig wirkende weiße Kirche steht und an den der Parkplatz mit der Omnibushaltestellt angrenzt.

Wir verlassen den Ort und gehen etwas über 1 km hinab zu der Kirche Panágia Pouláti am Meer, erst ein Stück auf der Asphaltstraße, dann schlagen wir die ausgeschilderte Schotterstraße ein, bis schließlich links der Stein-Stufen-Weg hinab zu der kleinen Kirche mit ihrer klosterähnlichen Anlage führt, die sich wunderschön mit ihrem strahlenden Weiß, ihrer blauen Kuppel und den blauen Fensterläden der Zellen von dem schroffen graubraunen Felsen der kleinen Bucht und dem weiten, blauen Meer und Firmament abhebt. (s. Foto links)

Weiter gehen wir auf einem kleinen Pfad unterhalb der Kirche, kurz oberhalb des Wassers ca. zwei Kilometer nach Kástro (s. Foto hier und zu Beginn des heutigen Berichts). Der kleine Ort ergießt sich wie Sahneguß über die Kuppe eines Hügels. Eine Akropólis stand hier einst, dann ein Kastell. Geblieben davon sind nur einige Mauerreste und vereinzelte marmorne Säulen und Hochreliefs, die in den Häusern verbaut wurden sowie große marmorne Sarkophage, die mehr oder weniger intakt vor einigen davon stehen. Interessant sind die vereinzelten Holzbalkone mit Toilettenhäuschen. Das Auf- und Ab der Gäßchen und der Wechsel zwischen adrett renovierten und Spuren der Zeit tragenden, sich selbst überlassenen Häusern, der Blumen, Außentreppen, Durchgänge und Bögen vor der Kulisse des tiefblauen Meers ist sehr reizvoll. Unterhalb des Dorfes, draußen auf dem Meer liegt ein Fels, den ein Kirchlein mit dunkelblauer Kuppel krönt, zu dem ein mit weißen Linien gezeichneter schmaler Weg hinaufführt. Epta Martyres heißt es. Vor unserem Gang durch den Ort hatten wir in dem Restaurant Leonidas am Ortseingang Kaninchen, Gávros und Skordaliá gegessen. Das gepflegte Lokal mit seinen mit Häkelbordüren besetzten Gardinen, dunklen Holzmöbeln und grünen Tischdecken liegt am Steilhang zum Meer. Durch die Panaromafenster genießt man beim Essen einen herrlichen Ausblick in einer freundlichen, gepflegten Atmosphäre. Nachdem wir uns an dem malerischen Kástro einigermaßen sattgesehen und -fotographiert haben, gehen wir zur Asphaltstraße in Richtung Kató Petáli und Apollónia. Eine Frau nimmt uns bis zu der Abzweigung zu dem Kloster Christomos mit dem Auto mit. Das Kloster ist verlassen. Nur die Kirche ist intakt und frisch gestrichen. Die Gemäuer der Zellen jedoch sind großenteils verfallen. Schön ist wieder der Blick von hier aufs Meer und die umliegenden Dörfer. Alle Dörfer bieten ein homogenes Bild. Alle Häuser sind weiß gestrichen und haben Flachdächer. Nur selten mischt sich in Apolloniá eine klassizistische Villa zwischen die kykladentypischen Quader mit ihren kleinen Aufsätzen und Kaminen. Auf der Aspaltstraße gehen wir zurück nach Apollonia, wo wir gegen 15.30 h eintreffen. Wir sehen uns etwas im Ort um und verweilen schließlich am Iroon-Platz, bis um 16.30 h der Bus zurück nach Kamáres kommt. Der Iroon-Platz ist der Hauptplatz des Ortes. Er ist recht groß für die hügeligen Verhältnisse. Hier befinden sich die Post, eine Bank, eine Apotheke, das Museum in einem kleinen Park und ein Touristenbüro, das sogar um diese Jahreszeit noch auf hat. Außerdem befindet sich in einem Eck das kleine Kafésachároplastío Lákis und an dem Eck, an dem die Straße weiter zu der Kräuzung nach Artémonas bzw. Váthos und Fáros geht, ein weiteres Kafénion an der Ecke sowie ein Souvláki- und Gýros-Imbiss daneben in der Straße. Auch Essen kann man an dem Platz. Die Taverne "I oréa Sífnos" sieht von vorn klein und schlicht aus, hat nach hinten jedoch einen schönen Garten. Zur Saison betreibt sie einen großen Grill, auf dem ganze Lämmer Platz haben. Selbst jetzt in der Nebensaison hat sie eine gut sortierte Speisekarte mit dem inseltypischen Arní mastélo und zahlreichen anderen Fleisch- und Gemüsegerichten bietet. Weil wir schon zu Mittag gegessen haben, trinken wir jedoch nur einen Café-Frappé bzw. Bier und nehmen um 16.30 h den Bus zurück nach Kamáres.

18. April 2009

Reisebericht Westkykladen(4) - Kea (Tzia)

Donnerstag, 18. September:
Bummeln in Ioulída, Wanderung von dort durch das Milopótamos-Tal hinab nach Korissia
in den verwinkelten Gassen von Ioulida (Chora)

Heute wollen wir uns noch einmal in Ruhe die Chóra (Ioulída) ansehen und dann zu Fuß zurück nach Korissía wandern.

Wir nehmen den Schulbus um 7.30 h hinauf. Es ist kühler als an den Vortagen und windig. Wir steigen an der unteren Bushaltestelle aus, beim unteren Parkplatz, bevor der Bus weiter hinauf zum oberen Parkplatz an der Schule fährt. Hier befinden sich auch ein Taxistand und ein überdachter Warteplatz mit Steinbänken. Von den Holzbänken am Rand des Platzes genießt man einen schönen Blick übers Meer. Wir gehen an dem Eckladen des Metzgers vorbei durch einen Steinbogen zu einem ersten kleinen Platz am Ortseingang. Er wird als "Piatsa" bezeichnet, ebenso wie das kleine Restaurant, das dort steht.

Geht man von hier aus nach links, so gelangt man zu dem "Kastro" genannten Ortsteil. Der Hügel trug einst die Akropolis und die venezianischen Befestigungsanlagen, von denen nur nur Reste zu sehen sind.

Nach einem kurzen Abstecher gehen wir zur Piatsa zurück und schlagen die Hauptgasse ein, die rechts hinauf führt, vorbei an der Post und dem Rathaus auf einer der größten einigermaßen flachen Flächen des Ortes. Das aus als "Giannis" bekannte Restaurant Inozythestiatoriaon Kalofagadon hat hier seine Tische und Stühle aufgestellt. Hier stehen auch die allerletzten Mofas und Autos geparkt. Weiter lässt sich motorisiert nicht vordringen, so eng und steil sind die oft großenteils aus Stufen bestehenden Gassen. Selbst bis hierher dringt man normalerweise nicht mit seinem KFZ vor, sondern lässt es am Parkplatz, wo auch der Bus hält, zurück. Dort sieht man immer wieder Esel, auf die die Last umgeladen wird, weil sie besser für das Auf- und Ab der Gassen geeignet sind. In der Ecke auf der anderes Seite des Weges die Ouzeri Rolando, die auch eine große Auswahl an Speisen wie Koliós, Gávros, Schweine- und Rindfleisch bietet. Weiter bergan kommen wir an der hell-orangefarben gestrichenen Kirche vorbei, neben der das Restaurant "To Steki" mit seiner für die beengten Verhältnisse recht großen Terrasse steht.

Gänge man weiter bergan, so käme man auf direktem Weg aus dem Ort hinaus zum Friedhof, den man von weitem weiß am Felsen liegen sieht und weiter zum Löwen. Bei unserer vorgestrigen Wanderung zum Löwen waren wir statt direkt diesen kürzesten Weg zu gehen etwas durch die Gassen geirrt und hatten uns erst durchfragen müssen, denn da kamen wir nicht von diesem unteren Parkplatz nahe der Piátsa, der der beste Ausgangspunkt ist, sondern von dem oben bei der Schule.

Wir kehren nun zum Parkplatz zurück und schlagen den Pflaster- und Treppenweg ein, der vorbei an einem großen, leerstehenden klassizistischen Bau zu einer in den Fels gebauten Kapelle führt. Die unregelmäßigen Steinplatten unter unseren Füßen sind übersät von Eselsdung und überreifen Feigen, die einen süßlichen Duft verströmen, ab und zu dazwischen einige heruntergefallene Mandeln. In den Ritzen wachsen niedrige gelbe und weiße Blumen. Von dem kleinen Plateu vor der Felskapelle hat man einen guten Blick auf die Häuser des Ortes, die dicht gedrängt, fast nahtlos dem Profil der Hügel folgen, über die sich Ioulida erstreckt. Weit kann man von hier den Blick gleiten lassen über die Terrassenhänge, die den Ort umgeben bis hinunter zum Hafenort Korissia (Livadi) und hinaus aufs Meer, weiter übers Meer zu den Nachbarinseln.

Wir gehen wieder hinab zum Parkplatz, um nach Korissía zurück zu wandern. Den ersten Kilometer muss man auf der Asphaltstraße gehen. Da recht viel Verkehr herrscht wäre das nicht gerade angenehm. Wir steigen deshalb in ein Taxi, das, bereits mit zwei Fahrgästen besetzt, gerade vorbeikommt. Für 3 EUR bringt es uns bis zur Abzweigung des schönen alten Fußweges. Er führt an der Ag. Konstantinos-Kirche rechts nach unten. (s. Foto - anklicken zum Vergrößern!) Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich ein AB-Supermarkt. Es ist en breiter Weg aus lose gefügten, unregelmäßigen Steinplatten mit Flecken organgefarbener Flechten. Wir kommen an zahlreichen Mandelbäumchen und einzelnen Walnußbäumchen vorbei und kosten von den Nüssen.

Dann geht es hinab in das üppig grüne Tal des plätschernden Baches Milopótamos mit Obst- und Gemüsegärten: Zucchinis, Kürbisse, Tomaten, Zitronen- und Granatäpfelbäume und vieles mehr gedeihen hier. (s. Foto) Einst standen hier mehrere Mühlen, von denen nur Ruinen geblieben sind.

Obwohl in unserer Wanderkarte steht, der Weg sei nur am Anfang gut und dann überwuchert, fanden wir ihn durchweg gut gepflegt vor. Selbst auch noch dort, wo der breite Plattenweg schließlich in einen schmalen Pfad überging, fanden wir auch diesen gepflegt vor, offenbar waren Gras und Disteln gestutzt worden. Wir gehen weiter bis zu der Quelle Fléa, um uns mit frischem Wasser zu versorgen, bevor wir zurückkehren zu der mit "Xyla" ausgeschilderten Abzweigung einer Sandstraße in Richtung NW. Sie steigt an, vorbei an einem verlassenen Dorf und einer der wenigen, fast flachen Flächen der Insel, die die Stoppeln eines abgeernteten Getreidefeldes bedecken. Das üppig grüne Band des Bachtals sehen wir beim Blick zurück. Hier oben ist alles trocken, graue, vertrockene Büsche und Kräuterkissen wechseln sich mit dem Gold der Disteln und des trockenen Grases ab.

Bald sehen wir Korrissia weiß in der Sonne strahlend unten am tiefblauen Meer liegen, über dem sich der leuchtend blaue Himmel wölbt. Obwohl es heute fast kühl und ein wenig windig ist, wurde es im Laufe des Vormittags sonnig und wolkenlos. Durchgehend bis Fléa sorgt eine Markierung für Orientierung. Die kleinen, rechteckigen, weißroten Wegmarken tragen die Nummer 2, was mit der Angabe in unserer Karte identisch ist. Außerdem fanden wir ab und zu runde, blaue Punkte. Das Stück Sandpiste von Fléa bis Korissía ist nicht als Wanderweg ausgeschildert, aber nicht zu verfehlen, wenn man zuerst dem Hinweis nach Xyla folgt, dann aber Xyla links liegen lässt und statt dessen rechts zum Meer hinabgeht. Insgesamt waren wir mit vielen Pausen in gemächlichem Tempo zwei Stunden unterwegs.

Das war unser letzter Tag auf Kea. Morgen wird es weiter auf die nächste Insel gehen. Wir haben den kleinen Ort Korissia lieb gewonnen. Seine schlichten, weißen, ockergelben und terrakottafarbenen Häuser mit ihren bunten hölzernen Fensterläden gruppieren sich zusammen mit der kleinen Kirche mit ihrer blauen Kuppel um das Rund des Hafenbecken. Der Ort ist gut auf Urlauber vorbereitet. Es gibt Privatzimmer (wenn auch um diese Jahreszeit etwas schwerer als auf den meisten anderen griechischen Inseln zu finden), mehrere Hotels von einfach bis luxuriös, zahlreiche Restaurants und Tavernen, einen gut sortierten Supermarkt, mehrere Geschäfte, Fährbüro, Auto- und Motorradvermietungen und zwei Bäckereien/Konditoreien.

17. April 2009

Reisebericht Westkykladen(3) - Kea (Tzia)

Mittwoch, 17. September 2008:
Wanderung von
Ioulida (Chora) nach Ellinika und fast bis zur Ag. Filipou-Bucht

Heute versuchen wir, einer der auf unserer Karte vorgeschlagenen Wanderrouten
ein Stück weit zu folgen. Wir nehmen also wieder den Bus hinauf nach Ioulida (Chora). Die gewählte Route 3, zweigt, ausgeschildert mit einer Holztafel, auf der in griechischen Buchstaben Ελληνικά 1,5' Καρθαία 3,5' (Ellinika 1,5' Karthea 3,5') steht, im Süden der Chora von der Asphaltstraße ab und ist mit kleinen rot-weißen Metallplaketten markiert. Problemlos gehen wir so die circa 5 Kilometer bis Ellinika, teils auf Stein- und Erdpfaden, teils müssen wir ein Stück die Straße nehmen, die jedoch kaum befahren ist.

Ab Ellinika wollen wir nicht die insgesamt 12 km lange Route bis Karthéa weitergehen, sondern nur noch kurz etwa 3 km zur Ag. Filípou-Bucht hinab, an der uns angeblich ein wunderbarer, einsamer Strand erwartet. Dazu müssen wir auf einem alten Steinweg, der meist mit großen Platten gepflastert ist, den Hang hinab gehen. Hier versagt unsere Karte. Mit der Angabe "Excellent flagstone path" verspricht sie uns einen ausgezeichneten Weg mit Plattenbelag. Anfangs stimmt das. Ein schöner alter Weg aus unregelmäßigen Steinplatten und -stufen, die wohl schon viele Schuhe poliert haben. Die Karte erwähnt jedoch nicht, dass er sich schließlich in einem schmalen, völlig überwucherten und kaum erkennbaren Pfad verliert. Wir geben auf. Das Signal dazu ist ein auf den Weg gestürzter Baum. Den hätten wir zwar übersteigen können, doch mit unseren Wandersandalen hätte das Weitergehen zu viele Dornen in den Füßen und aufgeschundene Zehen und Waden bedeutet. Als wir schließlich wieder oben an der Straße bei Elliniká sind, kommen wir schon am Zahnfleisch daher und sind froh, dass uns ein Bauer mit seinem Pickup mitnimmt.

Er setzt uns kurz vor der Chora ab, von wo aus wir wieder den Steinweg der Route 3 in die Ortschaft hinab gehen, die sich an den Berg schmiegt. Dort bummeln wir noch ein wenig durch die engen Gassen und Durchgänge. Die Häuser von Ioulida sind schlicht und großenteils weiß, oft mit blauen Fensterläden. Der weiche, homogene Kykladenstil, den wir später in den schönsten Dörfern von Sérifos und Sífnos antreffen sollen, herrscht hier noch nicht vor. Viele der Häuser haben rote Ziegeldächer von meist geringer Schräge.

Offizielle Gebäude sind, wie oft auf den Inseln, in neoklassizistischem Stil gehalten und heben sich durch einen farbigen, meist ockergelben oder eierschalfarbenen Anstrich ab. So zum Beispiel das kleine Rathaus mit seinen hohen, von weißen Mauersimsen gerahmten Fenstern und einer griechischen Fahne auf dem einen, einer europäischen auf dem anderen der zwei schmiedeeisernen Balkönchen davor. Sein Dach zieren zwei Tonfiguren, Apollo und Hermes.

Kurz vor 14.00 h gehen wir zur Bushaltestelle und nehmen den Bus, der nach Korissía und weiter nach Vourkari und Otzias fährt. Wir nehmen den Bus und steigen in Vourkári aus, wo wir zu Mittag essen. Der Ort mit seinem Strand wirkt recht verlassen. Nur die Taverne "Aristos"*) in der Nähe der Bushaltestelle hat geöffnet. Die 3 Tavernen weiter hinten in der Bucht sind geschlossen.

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Adressen:
Estiatorio-Taverna "Aristos" - Bourkari Keas - tel: 22880-21475, 22880-21171, Handy: 6974154249

16. April 2009

Reisebericht Westkykladen(2) - Kea (Tzia)

Dienstag, 16. September 2008:
Wanderung zum Löwen von Kea und zum
Kloster Kastrianis an der NO-Küste

Hahnenschreie vor Tagesanbruch, bald darauf lautes Vogelgezwitscher. Wie manchmal beim Erwachen in einem fremden Bett nach einem anstrengenden Tag und tiefem Nachtschlaf fällt einen Moment lang die Orientierung schwer. Doch diese Geräusche sind vertraut von zahlreichen früheren Reisen. Unverkennbar, ich bin endlich wieder in Griechenland! Schon lange bin ich nicht mehr so gern aufgestanden ;-).
Wir gehen zu der Bushaltestelle in Sichtweite vom Hotel (s. nebenstehendes und beim Anklicken vergrößertes Foto, das die Haltestelle und den Ort zeigt) und nehmen um ca. 7.30 h den Schulbus hinauf zur "Chora", wie der Hauptort abseits vom Meer auf vielen Inseln genannt wird. Ioulída ist sein eigentlicher Name hier. Wir steigen an der Endstation bei der Schule etwas oberhalb des Ortes aus und gehen hinab, bis wir uns in einem Gewirr enger, steiler Gassen und Treppen befinden.

Ein alter Mann, den wir ansprechen, weist uns den Weg zur Hauptgasse, die hinaus aus dem Ort in Richtung zu dem großen steinernen Löwen von Kea geht, einer der ältesten griechischen Monumentalskulpturen aus dem Jahr 600 v.Chr. Man sieht die überlebensgroße Skulptur von weitem am Hang liegen, erkennt sie jedoch aus der Entfernung nicht ohne weiteres als Löwe. Besser orientiert man sich an der weißen Kirche mit dem umgegenen Friedhof, die wirklich problemlos zu sehen ist und an der vorbei der Weg führt. Es sind nur etwa 30 Minuten zu Fuß bis zu dem Steinlöwen. Wie man am besten direkt geht, habe ich unter meinen Reisenotizen vom 18.09. beschrieben.

Weiter gehen wir zu dem Kloster Kastrianis an der NO-Küste. Fast 3 Stunden brauchen wir von dem Löwen bis zum Kloster in gemächlichem Tempo mit vielen Fotostopps und kleinen Pausen, obwohl es nur ca. 8 km sind, denn es geht immer wieder bergauf- und ab. Streckenweise, jedoch nicht von Anfang an und nicht durchgehend, ist der Weg mit kleinen rot-weißen Metalltafeln mit der Nummer 10 gekennzeichnet. Es sind die gleichen Markierungen, die von den Touren unserer Wanderkarte verwendet werden, doch enthält diese nur 9 Strecken mit den Nummern 1 bis 9.

Gegen Mittag kommen wir beim Kloster an. Es handelt sich um kein aktives Kloster. Nur ein Pfarrer mit seiner Familie lebt hier. Er füllt uns unsere inzwischen leere 1 Liter-Thermosflasche mit Wasser auf. Dann geht es weiter in Richtung Otsias und unseres Ausgangspunktes, dem Hafenort Korissía. Da es inzwischen sehr heiß geworden ist, sind wir froh, dass wir nicht die ganze Strecke zu gehen brauchen. Ein Auto, das von einer Baustelle kommt, nimmt uns mit. So können wir am Nachmittag noch etwas am Strand bei unserem Hotel im Meer schwimmen.