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8. Dezember 2017

Auch Fähren betroffen von Generalstreik am 14. Dezember 2017 in Griechenland

Für den 14. Dezember haben die zwei großen griechischen Gewerkschaftsdachverbände ADEDY (für den öffentlichen Dienst) und GSEE (für den Privatsektor) zu einem 24-stündigen Streik ausgerufen. Obwohl derartige Streikaufrufe erfahrungsgemäß nicht von allen befolgt werden, spricht man in Griechenland in einem solchen Fall gern von einem Generalstreik. Betroffen sind auf jeden Fall auch Schiffe und Fähren, da die Gewerkschaft PNO, die die Seeleute vertritt, bereits ihre Teilnahme angekündigt habt.
Kundgebungen der Gewerkschaften finden am Streiktag am athener Klafthmonos-Platz, aber auch in anderen Städten Griechenlands statt.

Quelle mit weiteren Einzelheiten: Griechenlandzeitung

5. Dezember 2016

Streiks in Griechenland weiten sich aus

(aktualisiert am 6. 7. 9. und 11.12.2016)

Hauptstreiktag ist der 8. Dezember 2016. Doch bereits vorher sind die Seeleute im Ausstand, so dass die meisten Schiffe und Fähren im Hafen bleiben. Und auch danach setzten die Seeleute ihren Streik fort. Bis zum frühen Morgen, 6.00 Uhr des Sonntags, 11. Dezember 2016, soll er dauern.
Allmählich kommen immer mehr Streikankündigungen für den Dezember 2016 zusammen. Darunter leider auch solche, die Reisende betreffen. 
Der bereits am 2. Dezember begonnene Streik der griechischen Seeleute, der zuerst auf 48 Stunden befristet sein sollte, wird nun nahtlos bis zum 8. Dezember fortgesetzt, an dem es dann praktisch zu einem Generalstreik in Griechenland kommt. Denn inzwischen hat sich auch ein Streikaufruf des Dachverbands ADEDY der Gewerkschaften des öffentlichen Diensts zu dem schon lange zuvor ausgesprochenen Aufruf des Dachverbands GSEE der Privatwirtschafts-Gewerkschaften gesellt. Gestreikt wird unter anderem in Krankenhäusern, an Schulen, bei den Massenmedien, bei der Bahn und bei Touristenbussen und  bei den Nahverkehrsbetrieben griechischer Städte wie Thessaloniki und Athen.Während für Thessaloniki ein 24-stündiger Streik ausgerufen wurde, soll in Athen bei Bussen und Trolleys nur in den Morgen- und Abendstunden bis 8.30 / 9.00 Uhr und ab 21.00 Uhr, bei der Metro bis 10.00 Uhr morgens und ab 16.00 nachmittags gestreikt werden. 24 Stunden streikt ebenso wie die Bahn die Athener Vorstadtbahn ("Proastiakos"). Da vom "Proastiakos" eine Teilstrecke der UBahn-Linie 3 betrieben wird, ist auch die Linie 3 vom 24-stündigen Streik betroffen. Sie verkehrt während des Streiks nur bis Doukissis Plakendias und NICHT bis/vom Internationalen Flughafen Athen.

Die Beschäftigten griechischer Massenmedien haben sich entschieden, bereits am 7. Dezember 2016 zu streiken, d.h. einen Tag vor dem "Generalstreiktag" 8. Dezember, damit sie am "großen Streiktag" berichten können.

Am Mittwoch, den 14. Dezember 2016 wollen Krankenhausärzte von 10 bis 15 Uhr in den Ausstand treten.

Quelle: apergia

26. November 2016

Streiks im Dezember 2016

(aktualisiert am 29. November 2016 und 4.u. 5. Dezember 2016)

Die mehrstündigen Arbeitsniederlegungen bei der Linie 1 der Athener Metro ( auch "die Elektrische" oder ISAP genannt), die im November ungefähr alle zwei Tage zu wechselnden Zeiten stattfanden, gehen noch bis 2. Dezember 2016.

Freitag, 2. Dezember, 6:00 Uhr morgens bis Sonntag, 4. Dezember Dienstag, 6. Dezember, 6:00 Uhr morgens streiken die in der Gewerkschaft PNO organisierten griechischen Seeleute für 48 72 Stunden. Das bedeutet u.a. den Ausfall der meisten innergriechischen Fährverbindungen. Kleine private Fähren und internationale Verbindungen sind erfahrungsgemäß von solchen Streiks nicht betroffen. Reisende sollten sich jedoch auf jeden Fall vergewissern, wenn sie in dieser Zeit eine Seereise geplant haben.

Für den 8. Dezember hat der Gewerkschaftsdachverband GSEE der in der Privatwirtschaft Beschäftigten zum Streik aufgerufen. Auch der zweite große Gewerkschaftsdachverband namens ADEDY, zu dem die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes gehören hat etwas kurzfristiger einen Streikaufruf für den 8. Dezember gemacht. 

Unter anderem streiken an diesem Tag die Krankenhausärzte, die in der Gewerkschaft PNO organisierten Seeleute und die Masseninformationsmittel 24 Stunden lang. In Athen verkehren bis 9:00 Uhr morgens und ab 21:00 abends keine Busse.

Quelle: apergia

21. November 2016

Weitere Streiks in Griechenland im November 2016

(aktualisiert am 26. November)
Der nächste Hauptstreiktag ist der 24. November 2016. Für diesen Tag hat der Dachverband der Gewerkschaften des öffentlichen Dienst ADEDY zum Streik aufgerufen. Krankenhausärtze, einige Telekommunikationsdienstleister, die Gewerkschaft PNO der Seeleute sowie die Angestellten der "Elektrischen" von Athen, die sich ISAP nennt und die Linie 1 der Metro betreibt, haben ihre Streikbereitschaft erklärt. Also, Achtung Reisende! Auch Fähren und die Linie 1 der Metro sind vom Streik betroffen. Internationale Fährverbindungen sowie diejenigen kleiner privater Gesellschaften verkehren jedoch erfahrungsgemäß meist auch an Streiktagen. Man sollte in jedem Fall rückfragen, falls man eine Reise geplant hat.

Nicht nur am 24. November sondern den ganzen Monat lang kommt es auch immer wieder zu einzelnen mehrstündigen Streiks im öfffentlichen Nahverkehr von Athen. Sie werden kurzfristig angesagt und oft ändern sich die Streikpläne. Auf jeden Fall sollte man sich erkundigen, wenn man in Athen unterwegs ist.
Momentan sind folgende Streiks geplant:
  • Montag 21. November: ISAP*) bis 10 Uhr
  • Dienstag, 22. November:  Metro (Linien 2 und 3) und Tram 12 bis 16 Uhr
  • Mittwoch, 23. November: ISAP 12-16 Uhr
  • Donnerstag, 24. November: ISAP ab 21 Uhr  
  • Freitag, 25. November: ISAP bis 10 Uhr
  • Samstag, 26. November: ISAP ab 21 Uhr 
  • Montag, 28. November: ISAP bis 10 Uhr
  • Mittwoch, 30. November: ISAP 12-16 Uhr
*) ISAP = Linie 1 der U-Bahn von Athen = "Elektrische"
Quellen:
Athenstransport
apergia

6. November 2016

Aktuelle Streikpläne in Griechenland

(aktualisiert am 7. Novembe 2016)

Am 8. November 2016 legen die Beschäftigten der "Elektrischen" von Athen (= Metro Linie 1) von 11 bis 16 Uhr die Arbeit nieder. 

Rentenkürzungen und Sparmaßnahmen der griechischen Regierung sind im November 2016 Anlass zu Streikaufrufen der beiden großen griechischen Gewerkschafts-Dachverbände ADEDY und GSEE.

Am 9. November 2016 soll der griechische öffentliche Dienst in den Morgenstunden bis 11 Uhr die Arbeit niederlegen. Auch die Kommunalangestellten wollen diesem Streikaufruf folgen.

24 Stunden soll im öffentlichen Dienst am 24. November gestreikt werden. Gleichzeitig wollen an diesem Tag die Seeleute in einen 24-stündigen Streik treten. Achtung Reisende! Betroffen davon sind auch griechische Fährverbindungen!

Die Beschäftigten der Privatwirtschaft sollen am 8. Dezember in den Ausstand treten. 

Quellen:
griechischer Streikkalender apergia.gr
und englische Online-Ausgabe Ekathimerini der griechischen Tageszeitung Kathimerini




15. Juni 2016

20.-24. Juni Streik im griechischen Flugverkehr

Nun kommt zu den bereits laufenden beziehungsweise angekündigten Streiks bei Bahn und Nahverkehr Griechenlands eine weitere Streikankündigung hinzu, die Reisende betrifft: 
Der Gewerkschaftsverbund der griechischen zivilen Luftfahrt OSYPA hat für Montag, 20. bis einschließlich 24. Juni einen Streik verkündet. Auf jeden Fall fallen dadurch nationale Flüge aus. Wegen des großen Streikumfangs, bei dem damit zu rechnen ist, dass die Flughäfen nur mit Notbesetzung arbeiten, werden diesmal, anders als bei bisherigen Streikaktionen dieses Gewerkschaftsverbands, die meist nur einige Stunden dauerten, diesmal aus Ausfälle bei internationalen Flügen erwartet.

Reisende sollten sich deshalb auf jeden Fall erkundigen. Hilfreich können in manchen Fällen auch die Online-Fluginformationen des Athener Flughafens sein. 

Hintergrund für die Streiks sind vor allem Privatisierungspläne.

Quellen:
Griechenlandzeitung (deutschsprachig) und
englische Onlineausgabe der griechischen Tageszeitung Kathimerini

2. Juni 2016

Geplante Streiks u.a. bei griechischer Bahn und Athener Nahverkehr

(aktualisiert am 7. Juni 2016 - weitere Streikpläne sind hinzugekommen)

Montag, 6. Juni 2016:  Zwischen 5:30 und 10:00 Uhr morgens verkehrt keine Metro und Tram in Athen

Mittwoch, 8. Juni 2016
:
  • Zwischen 12:00 und 16:00 Uhr verkehrt in Athen keine U-Bahn und keine Tram.
  • Außerdem hat der griechische Gewerkschaftsverbund ADEDY für den öffentlichen Dienst zum Streik ausgerufen, so dass u.a. auch mit geschlossenen Behörden, Museen, Ausgrabungsstätten und Ausständen in Krankenhäusern gerechnet werden muss.
Donnerstag, 9. Juni 2016: 
Ganztags streikt die griechische Bahn und der Athener Vorortzug "Proastiakos". Vom Streik betroffen ist auch die Metrolinie zum Internationalen Flughafen von Athen. Als Alternative kann man zum und vom Flughafen Expressbusse benutzen.
Freitag, 10. Juni 2016: Keine Metro und Tram in Athen zwischen 22:00 und 02:30 Uhr des Folgetags

Montag, 13. Juni 2016: Keine Metro und Tram zwischen 5:30 und 10.00 Uhr morgens.

Dienstag, 14. Juni 2016 bis Donnerstag, 16. Juni und Dienstag, 21. Juni 2016: 5:00 bis 8:00, 13:00 bis 16:00 und 21:00 bis 00:00  Uhr Streik bei der griechischen Bahn. Vom Streik betroffen ist auch die Metrolinie zum Internationalen Flughafen von Athen. Als Alternative kann man zum und vom Flughafen Expressbusse benutzen.

Mittwoch, 15. Juni 2016:
Keine Metro und Tram 21:00 – 00:30 Uhr.

Freitag, 17. Juni 2016: Keine Metro und Tram zwischen 12:00 und 17:00 Uhr.

Mittwoch, 22. Juni 2016: Ganztags Streik bei der griechischen Eisenbahn. Vom Streik betroffen ist auch die Metrolinie zum Internationalen Flughafen von Athen. Tipp: Als Alternative gibt es auch Expressbusse zum/vom Flughafen.

(via griechischsprachiger Streikkalender und englischsprachige Website Athenstransport)




6. Mai 2016

Ausweitung der Streikaktionen griechischer Gewerkschaften

Ab heute mehrtägige Streiks in viele Bereichen in Griechenland

(aktualisiert am 7. Mai 2016)
Die beiden großen griechischen Gewerkschaftsdachverbände ADEDY und GSEE, von denen ersterer den öffentlichen Dienst und letzterer die Arbeitnehmer der Privatwirtschaft vertitt, haben zu einem am heutigen Freitag, dem 6. Mai, beginnenden mehrtägigen Generalstreik aufgerufen, dem viele Einzelgewerkschaften folgen. Betroffen sind auch Massenmedien und der öffentliche Verkehr, also Busse, Bahnen, einschließlich der Athener Metro und S-Bahn, sowie Fähren. Letztere verkehren erst wieder ab Dienstag, 10. Mai, 6:00 Uhr morgens. Die Seefahrergewerkschaft PNO hatte schon vor einiger Zeit einen Streik für den 8. Mai angekündigt sowie weitere, ausgedehnte Streiks für den Moment, in dem die Gesetzesnovelle zur Änderung des Renten- und Sozialversicherungssystems dem Parlament zur Billigung vorgelegt wird. Dies ist nun geschehen. Am Sonntag soll es darüber beschließen. Andere Gewerkschaften haben ihre Streikabsichten kurzfristiger angekündigt und streiken auch nicht so lang, sondern großenteils "nur" 48 Stunden, wobei die städtischen Verkehrsmittel Streikpausen für die Zeiten machen, zu denen Demonstranten damit zu den geplanten Kundgebungen und Demos unterwegs sind. Bahn und Athener S- bzw. Vorstadtbahn (Proastiakos) streiken drei Tage von Mitternacht am Freitag, den 5.5., bis Mitternacht am Sonntag, den 8.5.2016.

Quellen: Griechischsprachiger Streikkalender und englischsprachige Online-Ausgabe der griechischen Tageszeitung Kathimerini

26. April 2016

Tag der Arbeit und griechische Ostern, Proteste und Streiks

- aktualisiert am 27. April 2016 -

Streiks bei Bahn und Schiffen

 Dieses Jahr fallen die griechisch orthodoxen Ostern  mit dem 1. Mai, dem "Tag der Arbeit" zusammen. Man hat dem zwar bereits Rechnung getragen, indem der auf den Ostermontag folgende 3. Mai als Ausweichtermin zum "Tag der Arbeit 2016" ausgerufen wurde. Damit sollte vermieden werden, dass Kundgebungen und Streiks, mit denen an "ihrem Tag" die Arbeiter traditionell ihre Rechte und Forderungen unterstreichen, mit den Osterfeierlichkeiten und der damit einhergehenden griechischen Reisewelle kollidieren. Ein guter Plan. Da jedoch gerade dieses Jahr besonders viel für die gewerkschaftlich organisierten Griechen auf dem Spiel steht, weil kurz nach Ostern mal wieder Rentenkürzungen und Steuererhöhungen beschlossen werden sollen, deren Pläne seit letzten Freitag dem Parlament zur Beratung vorliegen, will diese Rechnung nicht aufgehen.  

Die griechische Bahn (OSE) hat trotzdem einen Streik ausgerufen, der von Samstag, dem 30. April, 18 Uhr, bis Ostermontag, 2. Mai 2016, 10 Uhr dauern soll. Die Gewerkschafter protestieren damit zusätzlich auch gegen  Privatisierungs- beziehungsweise Verpachtungspläne der griechischen Bahn und fordern die Einstellung zusätzlicher Lokführer. Vom Streik ist auch die Athener Vorortbahn / S-Bahn (Proastiakos) betroffen und somit auch die S-/U-Bahnverbindung zum internationalen Flughafen Athens, die der Proastiakos bedient. Als Alternative für Reisende kommen neben Taxis auch Expressbusse zum und vom Flughafen in Frage, die hoffentlich nicht streiken werden.

 Die Gewerkschaft der Seeleute PNO will in dem Moment für 48 Stunden in den Ausstand treten, in dem die Gesetzesnovelle zur Änderung des Renten- und Sozialversicherungssystems vom Parlament gebilligt wird, womit voraussichtlich unmittelbar nach Ostern zu rechnen ist. Außerdem wird sie sich auf jeden Fall am 8. Mai für 24 Stunden an einem Streikaufruf des Gewerkschaftsdachverbands beteiligen. 

Auch die Bauern haben Proteste und Blockaden für den Zeitpunkt der Billigung der unliebsamen Gesetzesnovelle angekündigt.

Weitere Streikaktionen gibt es zur Zeit unter anderem bei den Rechtsanwälten und Journalisten.

Quellen: griechischsprachiger Streikkalender, Griechenlandzeitung
und greekreporter.com

Weitere Informationen zum Thema:
> Zu den unterschiedlichen Terminen zwischen Ost- und Westkirchen für Ostern und andere bewegliche Feiertage
 

3. Februar 2016

Streiks am 4. Februar 2016, die Reisende betreffen

Nahezu das gesamte öffentliche Leben in Griechenland soll am 4. Februar 2016 durch einen Generalstreik lahmgelegt werden. Hintergrund und weitere Informationen dazu in den vorherigen Blogbeiträgen und via Links am Ende dieses Artikels. Hier die für Reisende relevanten Einzelheiten:

Flugverkehr 

Streik der Fluglotsen: In den vier Stunden von 8.00 bis 12.00 Uhr

Fähren und Schiffe

Streik der Seeleute (Gewerkschaft PNO):  48 Stunden von Donnerstag, den 4.Februar, 6.00 Uhr morgens bis Samstag, 6. Februar, 6.00 Uhr morgens.

Straßenverkehr und Taxis

Streik der Taxifahrer: 24 Stunden

Streik der Tankstellen: 24 Stunden 

Blockaden von Straßen und Plätzen durch Landwirte mit ihren Fahrzeugen

Bahn 

Streik bei der Griechischen Eisenbahn:  24 Stunden

Öffentlicher Nahverkehr

Athen
Streik bei Tram, Metro und ISAP (U- und S-Bahn):
Metrolinie 1 (auch ISAP oder Elektrische genann) und Teilstrecke der Metro-Linie 3 zwischen Flughafen und D.Plakentias fällt 24 Stunden aus, denn diese Teilstrecke wird von dem bestreikten Proastiakos bedient. Übrige Linien und Strecken der Metro verkehren zwischen 10 und 15 Uhr. Nur davor und danach wird gestreikt.

Streik bei Bussen:  Vor 9.00 Uhr morgens und ab 21.00 Uhr

Streik bei Trolleybussen:  24 Stunden

Streik bei Vorortbahn von Athen (Proastiakos): 24 Stunden

Thessaloniki
Streik bei städtischen Verkehrsbetrieben: 24 Stunden, evt. ca. stündl. Notfallfahrplan

Diverses

 Vorraussichtlich werden Ausgrabungsstätten, Museen, Geschäfte, Apotheken, Büros, Agenturen und Behörden ganztags bestreikt.

Weitere Artikel zu verwandten Themen:
> Streiks der Woche in Griechenland
> Streik- und Protestwelle in Griechenland (mit Details u. Tipps f. Reisende)
> Jeder protestiert auf seine Weise 
> Griechische Gewerkschaften und ihre Streikaufrufe

30. Januar 2016

Streiks der Woche in Griechenland

Zusammenfassung - ergänzt und aktualisiert am 3. Februar 2016

Wie schon angekündigt, konzentrieren sich die Streiks nächste diese Woche vor allem auf den 4. Februar 2016, den Tag des geplanten Generalstreiks. Doch auch davor und danach sind einzelne Streiks angesetzt.

Wie gewohnt bei einem Generalstreik in Griechenland, d.h. einem Streikaufruf beider Gewerkschaftsdachorganisations ADEDY und GSEE, beteiligen sich nicht alle under diesen Dachverbänden organisierten Einzelgewerkschaften gleichermaßen. Und wie gewohnt, geben manche von ihnen ihre Streikabsicht bekannt - die einer früher, die anderen später - manche gar nicht.

Die neueste Bekundigung, nächste diese Woche streiken zu wollen, kommt momentan kam von der Gewerkschaft der Seeleute, der PNO, die ja auch schon bereits letzte Woche zuvor im Ausstand war. Sie hat nun beschlossen, nicht nur am 4. Februar, sondern gleich 48 Stunden zu streiken, also vom 4.Februar, 6.00 Uhr morgens, bis 6. Februar, 6.00 Uhr morgens.

Die ganze Woche lang wollen die griechischen Notare und Gerichtsvollzieher streiken. Bis 8. Februar sind die Rechtsanwälte im Ausstand. Die Massenmedien treten mal wieder einen Tag vor dem Generalstreik in den Ausstand, also am 3. Februar, um am großen Streik- und Protesttag selbst berichten zu können.

Übersicht über für Reisende relevante Streiks

Nachstehend nochmal alle bislang angekündigten auch Reisende betreffenden Streiks im Überblick. (Sollten sich neue  dazu gesellen, von denen ich erfahre, werde ich diesen Artikel entsprechend ergänzen)

Luftverkehr
 4 Stunden, von 8.00 bis 12.00 Uhr streiken die Fluglotsen, wodurch zahlreiche Flüge ausfallen.

Fähren und Schiffe
Die in der Gewerkschaft PNO organisierten Seeleute streiken 48 Stunden von Donnerstag, den 4.Februar, 6.00 Uhr morgens bis Samstag, 6. Februar, 6.00 Uhr morgens.

Straßenverkehr
 
Am 4. Februar streiken die Tankstellen in Griechenland.

Bauernproteste und Blockaden von Straßen und Plätzen durch Landwirte führen zu Behinderungen an wichtigen Verkehrsknotenpunkten. Schwerpunkt ist momentan Thessaloniki, wo eine Landwirtschaftsmesse stattfindet. Bauern versuchen mit ihren Traktoren auch die Zufahrten zu Flughäfen zu blockieren. Sie hatten bereits viele Traktoren an einer Kreuzung beim Flughafen von Athen stationiert und scheinen dies nächste Woche auch in Thessaloniki vorzuhaben.

Bahn 
Am 4. Februar streikt die griechische Eisenbahn 24 Stunden.

Taxis
Am 4. Februar wollen die Taxifahrer in ganz Griechenland 24 Stunden streiken

Öffentlicher Nahverkehr von Athen
Tram, Metro und ISAP (U- und S-Bahn) streikt
am 2. Februar 11 bis 16 Uhr.
Am 4. Februar verkehrt die Teilstrecke der Metro Linie 3 zwischen Flughafen und D.Plakentias 24 Stunden lang nicht, denn sie wird von dem bestreikten Proastiakos bedient. Die übrigen Metrolinien verkehren zwischen 10 und 15 Uhr und streiken nur davor und danach.
Busse und Trolleys streiken zu folgenden Zeiten
Dienstag, 2. Februar 2016: 11 bis 16 Uhr
Donnerstag, 4. Februar 2016: bis 9 Uhr und ab 21 Uhr
Trolleybusse streikenDienstag, 2. Februar 2016: 11 bis 16 Uhr
Donnerstag, 4. Februar 2016: 24 Stunden

Vorortbahn von Athen (Proastiakos)
 24-stündige Streik am 4. Februar

Diverses, wie z.B. Ausgrabungsstätten, Museen, Behörden
Da für den 4. Februar die beiden großen griechischen Gewerkschaftsverbände zum Streik aufgerufen haben, was einem Generalstreik gleichkommt, ist in vielen Bereichen mit Streiks zu rechnen.

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> Jeder protestiert auf seine Weise 
> Griechische Gewerkschaften und ihre Streikaufrufe

29. Januar 2016

Streik bei Fähren u. Schiffen geht weiter

Letzte Nacht hat die Gewerkschaft PNO der griechischen Seeleute eine Ausweitung des seit Mittwoch, 27. Januar andauerenden Streiks um weitere 48 Stunden bis um 6 Uhr morgens am Sonntag, 31. Januar beschlossen.

Auch danach kehrt noch keine Ruhe ein. Für Donnerstag, 4. Februar 2016 haben die beiden großen Gewerkschaftsdachverbände ADEDY und GSEE zum Streik aufgerufen. In solchen Fällen spricht man von einem Generalstreik. Sogar die Taxifahrer, die in letzter Zeit selten an solchen Aktionen teilnahmen, wollen am 4.2. streiken.

Quelle: griechischsprachige Website der Gewerkschaft PNO und Streikkalender www.apergia.gr
 
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> Streik- und Protestwelle in Griechenland (mit Details u. Tipps f. Reisende)
> Jeder protestiert auf seine Weise 
> Griechische Gewerkschaften und ihre Streikaufrufe

24. Januar 2016

Streik- und Protestwelle in Griechenland geht weiter

Seit Beginn des Jahres häufen sich nach einer ruhigen Phase wieder Protest- und Streikaktionen in Griechenland. 
Einige der Streiks treffen auch Reisende.
- aktualisiert am 27. Januar 2016 - 

Es ist vor allem die Reform des Rentensystems, die tausende Griechen weg vom Arbeitsplatz und auf die Straßen treibt. Viele befürchten Einbußen bei der geplanten Zusammenlegung von Rentenkassen, die die Schließung von Einzelkassen bedeutet, und Belastungen - 20 Prozent des Einkommens sollen für die meisten in Zukunft für das neue System fällig werden. Gleichzeitig sollen auch u.a. bisherige Steuererleichterungen für Bauern wegfallen. Viele Menschen bekunden ihre Solidarität. Viele folgen den Streikaufrufen von Gewerkschaften. Solidaritätsbekundigungen gibt es aber auch mit Flüchtlingen. So wird gegen den Grenzzaun am Fluss Evros an der türkisch-griechischen Grenze protestiert. Einige der Demonstranten haben sich dabei symbolisch Schwimmwesten angezogen, denn sie geben der Sicherung dieser Grenze die Schuld daran, dass Flüchtlinge den gefährlicheren Weg über das Meer wählen, der immer wieder Menschenleben kostet.

Ausgedehnt sind beispielsweise Rechtsanwälte im Ausstand. Die Notare haben sich ihnen angeschlossen und streiken bis 29. Januar. Am 25. Januar streiken Athener Ärzte, am 28. Januar Beschäftigte bei Kommunen, beim Sozialversicherungsträger IKA und den Massenmedien einschließlich Journalisten, so dass auch am 29. Januar die meisten Zeitungen nicht erscheinen.

Nachstehend die wichtigsten Streiktermine in nächster Zeit, von denen Reisende betroffen sind:

27./28. Januar 2016: 48-stündiger Streik der Seeleute, zu dem der 14 Einzelgewerkschaften umfassende Gewerkschaftsverband PNO aufgerufen hat. Fähren und andere Schiffe werden von Mittwoch 6 Uhr morgens bis zum Freitagmorgen in den Häfen bleiben.
* REISENDE s. TIPP am Ende des Beitrags!

4. Februar 2016: Für den ersten Donnerstag im Februar haben die zwei großen Dachverbände der griechischen Gewerkschaften zum Streik aufgerufen: ADEDY, die Dachorganisation des öffentlichen Dienst und GSEE, der Dachverband der Privatwirtschaft. Auf einen solchen Aufruf hin entscheiden sich dann die unter dem jeweiligen Zusammenschluss organisierten Einzelgewerkschaften, ob und in welchem Umfang sie ihm folgen. Da ein Großteil der griechischen Gewerkschaften einem dieser zwei Dachverbände angehören, kann von einem Generalstreik gesprochen werden. Die Seeleute haben jedenfalls schon angekündigt, dass sie auch an diesem Streik teilnehmen wollen, so dass wieder Fähren und Schiffe ausfallen. Auch die Taxifahrer wollen sich beteiligen.
Es ist zu fürchten, dass weitere öffentliche Verkehrsmittel ebenfalls betroffen sein werden, ebenso wie Museen, Ausgrabunsstätten, Behörden etc.

Außerdem können Reisende zur Zeit in Griechenland durch wiederholte Blockaden von Straßen und Plätzen durch Bauern in ganz Griechenland beeinträchtigt werden.
-- --

*TIPP für Reisende: Hat man Reisepläne oder vielleicht sogar schon ein Ticket für diese Zeit, so lohnt es sich immer, bei der Gesellschaft nachzufragen. Kleinere, private Gesellschaften, verkehren manchmal trotzdem und auch internationale Fähren mit internationaler Besatzung sind meist nicht betroffen.

Quellen:
Griechischsprachiger Streikkalender apergia.gr
Englische Onlineausgabe Ekathimerini der griechischen Tageszeitung Kathemerini
deutschsprachige Griechenland-Zeitung

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> Jeder protestiert auf seine Weise 
> Griechische Gewerkschaften und ihre Streikaufrufe


16. Januar 2016

Viele Streiks und Proteste in nächster Zeit

Generalstreik am 4. Februar. Doch auch schon zuvor zahlreiche Streik- und Protestaktionen 

(aktualisiert am 19.01.2016)

 Der geplanten Rentenreform wird in Griechenland mit einer Reihe von Protesten begegnet, die am 4. Februar in einem Generalstreik gipfeln sollen, wie die zwei großen Gewerkschafts-Dachverbände GSEE und ADEDY am 15.1. beschlossen haben. Doch auch bereits für die nächsten Tage sind zahlreiche Protest- und Streikaktionen geplant.

Der Gewerkschaftsverband der öffentlichen Dienstes ADEDY will Samstag Mittag eine Kundgebung auf dem zentralen Athener Omonia-Platz halten.

Die bereits diese Woche begonnenen, gehäuften, jeweils 3-stündigen Bahnstreiks sollen nächste Woche vom 19. bis 21. Januar dreimal täglich fortgesetzt werden.

Auch der Streik der Rechtsanwälte, die bereits diese Woche im Ausstand waren, soll bis nächsten Freitag weitergehen.

Am 20. und 21. Januar findet der schon vor einiger Zeit angekündigte 48-stündige Streik der Seeleute statt.

Nun hat zudem die Berufsvereinigung der Ingenieure TEE diesen Freitag, den 15.1., einen ganzwöchigen Streik ihrer Mitglieder vom 18. bis 22. Januar beschlossen.

Ärztestreik: Die Athener Medizinische Vereinigung (ISA) entschied am Dienstag, sich den Protesten anzuschließen und am Donnerstag, den 21. Januar, zwischen 11:00 Uhr und 15:00 Uhr die Arbeit niederzulegen und zu einer Demonstration im Zentrum Athens zu gehen.

Landwirte wollen in den nächsten Tagen bereits mehrere Demonstrationen abhalten und schließlich einen großen motorisierten Protest in Athen am 28. Januar.

Die Beschäftigten der kommunalen Servicezentren für Bürgerservice (KEP) wollen am Mittwoch, den 20. Januar streiken.

Die Lehrer streiken am Donnerstag, den 21. Januar.

Quelle: Griechischsprachiger Streikkalender apergia.gr

Weitere nützliche Informationen z. Streiks bei Massenverkehrsmitteln:
> wie Metro / S-Bahn von Athen betroffen ist 
> Griechische Gewerkschaften und deren Streikaufrufe

12. Januar 2016

Unwort des Jahres 2015 "Gutmensch"; Rüge für "Hausaufgaben"

Sie ist gefallen, die Wahl der Jury aus Sprachwissenschaftlern für das "Unwort des Jahres" 2015. Sie fiel auf Gutmensch. Damit ist ein weiteres Wort aus dem Rennen, das auch unter den Vorschlägen für diese Kür war: Grexit.
Noch so ein Wort, das auch mir 2015 immer wieder bitter aufgestoßen ist, sobald es in den Medien auftauschte (und das war leider oft!) war Hausaufgaben. Dafür gab es zumindest eine Rüge mit folgendem Wortlaut, die mir sehr gut gefällt:
Das Wort „Hausaufgaben“ wurde in den Diskussionen um den Umgang mit Griechenland in der EU nicht nur, aber besonders im Jahr 2015 von Politikerinnen und Politikern, Journalistinnen und Journalisten als breiter politischer Konsensausdruck genutzt, um Unzufriedenheit damit auszudrücken, dass die griechische Regierung die eingeforderten so genannten Reformen nicht wie verlangt umsetze: Sie habe ihre „Hausaufgaben“ nicht gemacht. In diesem Kontext degradiert das Wort souveräne Staaten bzw. deren demokratisch gewählte Regierungen zu unmündigen Schulkindern: Ein Europa, in dem „Lehrer“ „Hausaufgaben“ verteilen und die „Schüler“ zurechtweisen, die diese nicht „erledigen“, entspringt einer Schule der Arroganz und nicht der Gemeinschaft. Das Wort ist deshalb als gegen die Prinzipien eines demokratischen Zusammenlebens in Europa verstoßend zu kritisieren.

10. Januar 2016

Inselparadiese - OHNE ...

Was im Großen schwer durchzusetzen ist, lässt sich im Kleinen oft eher realisieren. 
Sei es nun ein Leben ohne Autos oder ein Leben ohne Plastiktüten, die überschaubare Welt einer kleinen griechischen Insel bietet eher eine Chance für das Gelingen solcher Ansinnen, als größere Gemeinwesen und kann den Beweis erbringen, dass es geht, wenn man will. Damit können Inseln Vorbildfunktion übernehmen und zeigen, was solcher Verzicht an Qualität für Leben und Umwelt bringt.

Autofreies Hydra 

 Ohne Autos geht's auf der Insel Hydra. Nur ein Kraftfahrzeug gibt es dort: Das der Müllabfuhr. Ansonsten nutzt man Esel und Boote für den Transport. So ist das auf der ca. 65 km südwestlich von Athen  im saronischen Golf gelegenen Insel schon seit Jahrzehnten. Und auch Plastikstühle und Parabolantennen sind auf der sehr homogenen, unter Denkmalschutz stehenden Insel tabu.
View of Alonissos

Plastiktütenfreies Alonnisos

Ohne Plastiktüten soll es jetzt auf der zum „Natura 2000“-Netzwerk gehörigen Insel Alonnisos gehen.
Die kleine, grüne zur Gruppe der Sporaden gehörige Insel ist seit dem 1. Dezember 2015 die erste griechische Insel, auf der auf Initiative des Bürgermeisters keine Plastiktüten mehr im Gebrauch sind.
Unterstützt wird die Initiative von einem NGO-Netzwerk, dessen Bemühen eine intakte Umwelt und ein Wandel der Verbrauchergewohnheiten sind. Beteiligt daran sind auch Schüler und Schülerinnen der Insel. In einer Kampagne werden alle Einwohner aufgefordert, statt Plastiktüten Mehrweg-Tragetaschen zu benutzen.

Quellen:
Foto von Alonnisos: Giuliagi (eigene Arbeit) [CC BY-SA 3.0 ], via Wikimedia Commons
Informationen zu Alonissos: Griechenland aktuell

31. März 2015

Super Satire auf Griechenlandhilfe, die keine ist

Hervorragende Satire auf die Griechenlandhilfe, die EZB, die Troika und die Bankenkrise sowohl auf Youtube als auch im Fernsehen - im ZDF am 31. März und 22.15 Uhr. Die Sendung erklärt mit viel Witz auch komplexe Zusammenhänge und geht auch auf Themen ein, die sonst in den meisten Medien tabu zu sein scheinen. Zeus, Tavernen-Wirt, Türke, die Troika, Opfer von Kriesgreueln - alle kommen sie zu Wort.


5. Februar 2015

Wer rettet wen? - Film klärt auf

Grafik Wer rettet wen
 Leidtragende der Finanzkrise sind Menschen - in Griechenland und anderen betroffenen Ländern.
Was gerettet wird, sind aber nicht sie, sondern Banken.

Nach WATER MAKES MONEY und BAHN UNTER DEM HAMMER wirft auch der neue Film WER RETTET WEN? von Leslie Franke und Herdolor Lorenz einen Blick von unten auf die Probleme, die uns alle angehen.
Am 11. Februar 2015 soll der Film an möglichst vielen Orten gleichzeitig zu sehen sein – und ein Tag später ist regulärer Kinostart.
 
Seit Jahren werden Banken und Länder gerettet. Politiker schaffen immer neue Rettungsfonds, während mitten in Europa Menschen  wieder für Hungerlöhne arbeiten und bis zur Verarmung und Verzweiflung geschröpft werden.

Für Großbanken ist die Finanzkrise vor allem ein Geschäftsmodell. Und die ständig „verstimmten“ und „enttäuschten“ Finanzmärkte scheinen ein besonderes Wesen zu sein, das bei Laune gehalten werden muss. Um die Laune der Menschen, die Opfer einer ihnen untragbare Lasten aufbürdenden und sie ihrer sozialen Sicherheit beraubenden Austeritätspolitik geworden sind, schert sich hingegen wohl niemand. Oder endlich vielleicht doch?

Die von einer großen Wählerzahl legitimierte neue griechische Regierung will neue, menschlichere Wege gehen und eckt damit bei fast ausnahmslos allen Europäischen Politikern und Medien übel an. Deshalb kommt dieser Film genau im richtigen Moment! Hoffentlich gelingt es ihm, möglichst vielen Menschen in ganz Europa ein tieferes Verständnis der Krise zu vermitteln und damit Wegbereiter einer echten Rettung daraus zu sein.

Liste der Filmvorführungsorte und -daten.

4. Januar 2015

Durch die Krise kommt keiner allein - Christian Rathner

Angenehme und erhellende Lektüre

Ganz so ausgiebig, wie ich es mir erhofft hatte, kam ich an den Feiertagen nun doch nicht zum Schmökern. Immerhin habe ich eines der drei bereitgelegten Bücher inzwischen  gelesen: Christian Rathners Durch die Krise kommt keiner allein - Was Griechenland Europa lehrt .

Dank der leicht verständlichen Schreibweise, dem konstruktiven, gar nicht schwarzmalerischen Ansatz, dem Einfließen persönlichen Erlebens während des Schreibprozesses und den vielen Seitenblicken auf Kulturelles und Geschichtliches eine angenehme Lektüre. Dank der klugen Beobachtungen und Analysen zudem eine erhellende, die weit mehr als tägliche Medienberichte Zusammenhänge verstehen lässt und über reine Fakten hinaus Perspektiven aufzeigt, aber auch Schicksale und Stimmungen spürbar macht. Parallelen zu ähnlichem Werk - Viel O-Ton Betroffener, viele Berichte über Bewältigungsversuche an der Basis in sozialen Netzwerken und Kooperativen

Durch die Krise kommt keiner allein - Was Griechenland Europa lehrt ist das zweite Buch zur gleichen Krisenthematik, das ich ich in den letzten Wochen las. Das erste war Landolf Scherzers "Stürzt die Götter vom Olymp - Das andere Griechenland".
Beide Autoren - Christian Rathner ebenso wie Landolf Scherzer - sind weder Wirtschafts- noch Griechenlandexperten, sprechen noch nicht einmal Griechisch. Für beide ist es das Schicksal der Menschen, denen sie bei ersten kurzen Besuchen des Krisenlandes begegnet sind, das sie berührt und für beide sind es Schlagzeilen und Äußerungen in den Medien und auf der Straße über die "faulen Griechen", die sie als so dumm und ungerecht empfinden, dass sie unbedingt ordentlich in Griechenland recherchieren und ein Buch schreiben wollen, um Vorurteile sie dieses zu hinterfragen und ihnen etwas entgegen zu setzen.

Dabei ist der Ansatz der beiden zunächst recht ähnlich. Beide haben viele Betroffene zu Wort kommen lassen und damit fühlbar gemacht, was die Sparmaßnahmen, Abgabenerhöhungen und trüben Perspektiven den einzelnen Menschen auferlegen. Beide haben auch aufgezeigt, was Solidarität in schweren Zeiten wie diesen vermag. Beide haben Hilfsorganisationen besucht, wie soziale Netzwerke und Krankenstationen, Suppenküchen und Direktvermarktungsinitiativen, die Teile der Produkte kostenlos an Hilfsbedürftige ausgeben. Beide waren sie auch bei der Sozialkooperative Vio.me in Thessaloniki. Ein Teil des Wegs zum Durchkommen durch die Krise und ein Teil der Lehre für Europa mögen bei dieser Hilfsbereitschaft und gegenseitigen Unterstürzung der Griechen füreinander zu finden sein. "Mit den sozialen Netzwerken ... hat in Griechenland eine Veränderung begonnen, deren Tragweite noch nicht absehbar ist. Aus dem einstigen 'Mutterland der Demokratie' kommen auch heute wegweisende Ideen" sagt Rathner am Ende seines Kapitels "Solidarität für alle. Und warum Charity etwas anderes ist."

 Auch Fachleute haben das Wort bei der Suche nach Auswegen und Lösungen

Anders als Scherzer, der sich in seinem Buch "Stürzt die Götter vom Olymp" auf Moment- und Bestandsaufnahmen beschränkt,  sucht Rathner aber auch auf politischer und ökonomischer Ebene Ursachen für die Krise und vor allem Auswege daraus und zu ziehende Lehren. Er spricht nicht nur Betroffene, sondern auch Wirtschaftsexperten an, wie den Ökonomen Yanis Varoufakis. Dieser hat schon einen "moderaten Vorschlag" in der Schublade und auf seinem Blog, mit dem er einen Weg aus der Krise aufzeigt, die seiner Meinung nach keine griechische Krise ist, sondern eine Krise Europas, genauer: eine Krise der Eurozone. Um ein Ende der "tödlichen Umarmung bankrotter Staaten durch bankrotte Banken" geht es darin im ersten Schritt. Auch die viel diskutierten "Euro-Bonds" spielen darin eine Role und schließlich eine Investitionsoffensive der Europäischen Investitionsbank und des Europäischen Investitionsfons - allerdings ohne die derzeit geltende 50-Prozent-Beteiligung der hoch verschuldeten Staaten. Ob der gut durchdachte Vorschlag, den der dem Autor Rathner so sympathische Mann vor ihm ausbreitet, funktionieren kann? Die Frage lässt Rathner nicht los. Die Politik konnte Varoufakis bislang nicht überzeugen oder jedenfalls nicht zum entsprechenden Handeln bewegen. Viele europäische Politiker geben ihm Recht, sagt er - allerdings erst nach einem Glas Rotwein. Und keiner von ihnen wage es, die Sache öffentlich anzusprechen. Es sei denn, ein Vorreiter würde den ersten Schritt wagen. In diesem Fall wären nach Einschätzung des Ökonomen viele bereit mitzuziehen. Aber die Politik sei ein träges System. Es bedürfe einigen Mutes, Fehler einzugestehen und zu korrigieren. Dem Autor Rathner  als Laien erscheint Varoufakis Argumentation glaubwürdig und es lässt ihn die Frage nicht los: "Wenn es auch nur die geringste Chance gäbe, den Menschen Maßnahmen von solcher Härte zu ersparen - warum tut man dann nicht alles, um sie zu nützen? Oder wenigstens die härtesten Auswirkungen abzufedern?". Mit den Worten "Europa ist gefragt. Europa steht in Frage." schließt sein Kapitel über das Gespräch mit Varoufakis.


Der griechische Patient und seine Ferndiagnosten

Eines meiner Lieblingskapitel in Rathners Krisenbericht ist das Kapitel 8, das der Frage "Wer ist verantwortlich?" nachgeht, der "gar nicht so einfachen Frage nach der Schuld".
Wie so oft in seinem Buch holt er hier erst einmal weit aus, um dem Phänomen der Griechenschelte auf den Grund zu gehen. Er beginnt mit einer Situation, die wohl jeder kennt, der schon einmal mit der ärztlichen Diagnose einer schweren Krankheit konfrontiert war. Plötzlich finden sich viele liebe Verwandte und Bekannte, die genauer als irgendein Arzt wissen, wie man sich das Leiden zugezogen hat. Entweder: Ganz klar - "Zu viel gearbeitet, ein Workaholic". Oder aber auch das Gegenteil: "Zu passiv". Oder vielleicht: "Zu emotional", oder vielleicht eher "zu verklemmt.", "zu wenig seinen Gefühlen freien Lauf gelassen". "Selbstentlastende Ferndiagnose" nennt Rathner dieses Phänomen, bei dem es gar nicht wirklich um den Kranken geht, sondern um die Ängste dessen, der da über ihn redet. Jeder hat in sich selbst eine tiefe Angst vor Krankheit. So spricht man sich selbst Mut zu, indem man vermeintliche Ursachen der Krankheit des anderen benennt, gegen die man selbst gefeit ist. Kann man dem Patienten selbst die Schuld zuschieben, dann hilft das sehr, eine beruhigende Distanz zu ihm und zu dem Thema Krankheit zu schaffen. Jemand hat sich in Afrika die Malaria geholt? Wer dort selbst nicht hinfährt, läuft auch nicht Gefahr, sie auch zu bekommen. Schwieriger wird es, wo die Ursache weniger klar ist. Gerade dort wird die entlastende Ferndiagnose wirksam. Indem man dem Kranken Eigenschuld gibt, wird das Entsetzen über die dunkle Diagnose gebannt. "Der ist ja selbst schuld. Mir kann so etwas nicht passieren". So lassen sich eigene Ängste unterdrücken. "Er raucht. Darum ist er jetzt krank. Ich nicht, also keine Gefahr." "Er arbeitet zu viel, wärhend bei mir alles im Lot ist. Darum wurde er krank. Kann mir nicht passieren."
Daraus schließt der Autor Rathner:
"Dem griechischen Patienten geht es nicht anders. Die gebetsmühlenartige Wiederholung des Befundes, dass "die Griechen" selbst schuld sind an ihrer Lage, zerstreut die Bedenken, man könnte Symptome desselben Syndroms ausbrüten. Über die Verhältnisse gelebt? Zu viele Schulden aufgehalst? Steuern hinterzogen. Bestechlich gewesen? Es ist entlastend, all das beim anderen, beim Patienten zu sehen und nicht bei sich selbst. Die selbstentlastende Ferndiagnose greift gern und tief in den Topf der Vorurteile. Die Griechen sind faul, wir fleißig. Sie sind korrupt, wir korrekt.".... Es herrscht "Hochkonjunktur für Vereinfacher." "Die Chance, am fremden Beispiel eigene Probleme zu erkennen, wird damit klein. Die Ferndiagnose bringt Menschen gegeneinander auf, die bei genauerem Hinsehen in einem Boot sitzen.

Musikalischer Schlussakkord

Den Schlussakkord zu Rathners Krisenbericht liefert wieder der griechische Musiker Mikis Theodorakis, dessen Musik auch bereits die Ouvertüre gebildet hat. Zu Beginn wie zu Ende des Buches stehen ein Konzertbesuch mit altbekannten griechischen Liedern, die allen vertraut sind - den mitsingenden und tobenden Applaus spendenden Griechen sowieso, doch immer mehr im Laufe seiner Griechenlandaufenthalte auch Christian Rathner - vertraut und Mut ebenso wie Trost spendend. "Wer solche Lieder hat und sie so zu feiern weiß, kann nicht untergehen" ist Rathners Schlussgedanke, bevor sich nach einem letzten Zitat einer Krisenbetroffenen die Buchdeckel schließen. In dem Moment wird mir bewusst, dass uns in meinem Land eine ähnlich kraftvolle, die Menschen sowohl in Erinnerung und Trauer als auch Freude und Zuversicht verbindende und kulturelle und nationale Identität stiftende Musik fehlt. Also wehe uns! Lieber beizeiten von Griechenland lernen, wie uns Rathner anweisen will, bevor auch wir schließlich ungewappnet harten Zeiten gegenüberstehen. Ob wir sie mit der gleichen Beherztheit und dem gleichen Gemeinschaftssinn wie die Griechen zu packen wüssten?

3. November 2014

17. November - "Brot, Bildung Freiheit"

Der 17. November wurde 1941 vom International Students’ Council in London als Weltstudententag ausgerufen, um an die blutig niedergeschlagenen Studentenproteste 1939 in Prag gegen die Besetzung durch die Nationalsozialisten zu erinnern.

 In Griechenland gedenkt man am 17. November weniger weit zurückliegender Ereignisse.1973 litt Griechenland seit 6 Jahren unter einer Militärdiktatur. Zwischen dem 15. und 17. November 1973 formierten sich ausgehend von der kurz Polytechnio genannten Athener Polytechnischen Hochschule Proteste gegen die herrschende Militärchunta. Mit dem Slogan “Brot, Bildung, Freiheit” gelang es den protestierenden Studenten weitere Bevölkerungsteile in ihre Proteste einzubeziehen, einschließlich eines Traktorzugs, mit dem Bauern aus der Stadt Megaro gegen die Beschlagnahmung ihres Lands für den Bau einer Ölraffinerie protestierten. Die Proteste weiteten sich aus.Auch sie wurden - wie jene einst in Prag - brutal niedergeschlagen. In den frühen Stunden des 17. Novembers zerschlug die Polizei die protestierenden Massen, die sich um das Universitätsgelände herum angesammelt hatten. Kurz darauf fuhren Militärpanzer vor und Soldaten marschierten vor dem Haupttor des Polytechnikums in der Patissionstraße auf. Studenten, sie sich auf dem Campusgelände verbarrikadiert hatten, riefen den Soldaten zu “Wir sind eure Brüder”, um sie zu bewegen, sich der Revolte anzuschließen. Statt dessen stellte Ihnen das angerückte Militär ein Ultimatum, das Universitätstor zu öffnen, worauf die Studenten lediglich mit dem Singen der Nationalhymne antworteten. Um 2.30 Uhr morgens brach darauf ein Panzer mit hoher Geschwindigkeit durch das Universitätstor und verletzte mehrere dahinter verbarrikadierte Studenten. Soldaten und Polizei drangen ein und drängten Hunderte Protestierender zusammen. Lang blieb im Unklaren, wieviele Menschen dabei getötet und verletzt wurden. Nachforschungen der EIA (National Hellenic Research Foundation) im Jahr 2003 brachten an den Tag, dass es 24 Todesopfer unter den Zivilisten, über Tausend Verletzte und 886 Verhaftungen gab.

Bilder von den Aufständen am 17. November 1973:
Seither wird alljährlich am 17. November der Aufstände und der Opfer unter den Protestierenden gedacht. Viele  rote Nelken und ein Marsch zur US-Botschaft gehören dazu. Denn die USA hatten die Militärchunta anerkannt und unterstützt, weil sie deren  antikommunistische Haltung schätzten. Auch daran denken die Griechen an diesem Jahrestag. Der Slogan der Studenten von 1973 "Brot, Bildung, Freiheit" hat indessen in den letzten Jahren eine ganz neue Bedeutung erlangt. Mit ihm vermengen sich die Gedenkmärsche und -versammlungen mit Protesten gegen die Sparmaßnahmen, Einkommenskürzungen und Abgabenerhöhungen, die die Menschen seit dem Ausbruch der Wirtschafts- und Schuldenkrise bedrängen. Viele Protestierende erweitern heute diese Schlagwörter um den Anhang "Die Militärchunta hat nicht 1973 geendet."

Bis 2011 herrschte als Reaktion auf die Vorfälle um den 17. November 1973 ein “Universitätsasyl”, das Polizei und Militär das Betreten des Campusgeländes verbot, um eine Wiederholung des damaligen Geschehens auszuschließen. In der heutigen unruhigen Zeit, wo sich Demonstrationen und Protestaktionen nicht nur an diesem historischen Tag, sondern das ganze Jahr über häufen, war dieses Asylrecht nicht mehr zu halten und es wurde abgeschafft. Denn bei manchen Ausschreitungen im Zuge solcher Proteste, hatten sich Randalierer in der Universität verschanzt und das Sonderrecht ausgenutzt.Auch gegen die Abschaffung dieses Asyls wird heute am 17. November protestiert.


Quellen: 
EIA (National Hellenic Research Foundation)
Englischsprachiges PressTV über den 17. November 2012
Umnulteoz Tetrasis über den 17. November 2011 auf Indymedia
Athensnews (erscheint leider zwischenzeitlich nicht mehr)