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1. Juli 2019

Panigyria im Juli - Ein schönes Erlebnis für Griechenlandreisende

Bei internationalen Griechenlandtouristen ist der Juli ein beliebter Reisemonat. Wenngleich ich persönlich lieber im Frühjahr und Herbst in Griechenland unterwegs bin, ist der Juli sicher eine gute Reisezeit für einen Strandurlaub. Die täglichen Sonnenstunden erreichen Rekordwerte von 10-12 im Durchschnitt und auch von den Temperaturen her bestes Badewetter!

Allen, die trotzdem ihre Ferien nicht nur am Strand verbringen wollen, möchte ich raten, einmal nach einem der zahlreichen Kirchweihfeste Ausschau zu halten - eine wunderbare Gelegenheit in griechische Lebensart und griechisches Brauchtum einzutauchen. Darum hier die Termine einiger davon. Gefeiert wird oft auch schon am Vorabend. Steht in Eurem Urlaubsort oder seiner Nähe eine einem der nachstehenden Heiligen geweihte Kirche, so stehen die Chancen, ein Panigyri, wie diese Feste heißen, zu erleben, gut. Und seht ihr bunte Wimpel mit christlichen Motiven und schwarzen Doppeladlern auf goldenem Grund (die die orthodoxe Kirche symbolisieren) vielleicht gemischt mit griechischen Fähnchen wehen, so ist das ein Hinweis auf ein solches Fest.


1. Juli – Agii Anargiri

Der 1. Juli ist in Griechenland der Tag der Geldverächter. So oder Heilige Ohnsilberlinge (Agioi Anárgyroi, sprich: Agí-i Anárgiri) werden die Heiligen genannt, die die orthodoxe Kirche am 1.7. feiert - in Gemeinden, die ihren Namen tragen oder eine ihnen geweihte Kirche haben, mit einem Panigyri (Kirchweihfest), so beispielsweise im Kloster Agioi Anargyri auf der Kykladeninsel Paros, in Nenita auf der ostägäischen Insel Chios und im Dorf Agia Sofia (Kinourias) in der griechischen Region Arkadien.
Nicht nur Kirchen sind in Griechenland den Hl. Anargyri  geweiht, auch Gemeinden tragen ihren Namen, z.B. Agii Anargyri (Attikis) nördlich von Athen und Ag.Anargyri bei Kastoria. Auch sie feiern am 1. Juli Panigyri

7. Juli – Ag. Kiriaki

Das Fest wird zum Beispiel im gleichnamigen Ort im Pilion, in Dimitsana in Arkadien und in Ag. Prokopios auf der ionischen Insel Korfu  gefeiert.

17. Juli – Agia Marina

Zu Ehren der Heiligen wird vielerorts gefeiert, besonders zum Beispiel auf der Insel Symi, auf der Insel Chios im Dorf Ververato, auf Naxos im Dorf Koronos, auf Rhodos in Koskinou und Paradisi, und in vielen der zahlreichen Dörfer und Klöster, die diesen Heiligennamen tragen, wie z.B. Ag. Marina auf Léros, dem zur Gemeinde Pera gehörenden Dorf Ag. Marina in der Präfektur Ioannina und dem Kloster Ag. Marina bei Voni auf Kreta.

20. Juli – Profitis Ilias

Fast jede griechische Insel hat einen Berg, der den Namen des Prophäten Elias trägt. Meist ist es der höchste und oft steht darauf auch eine Kirche oder ein Kloster diesen Namens, wie beispielsweise auf der Kykladeninsel Sifnos. Das Kloster Profitis Ilias der Insel steht das Jahr über leer. Doch am 20. Juli pilgern viele Inselbewohner zu ihm hinauf, um mit einen großen Fest den Gedenktag des Heiligen zu feiern.

26. Juli – Ag. Paraskevi

Die heilige Paraskevi wird viel verehrt in Griechenland. Zahlreiche Kirchen tragen ihren Namen. Auch ein Stadtteil Athens ebenso wie mehrere Dörfer sind nach ihr benannt. Es versteht sich, dass sie auch ihr Fest feiern. Besonders wird beispielsweise in Vachlia in Arkadien gefeiert, aber auch in Ialyssos und Katavia auf der Insel Rhodos, in Plomari und Paleokipos auf Lesbos und in der Skotino Höhle im Bezirk Pediada auf Kreta.

27. Juli – Agios Pandelimonos

Das Pandelimon-Kloster auf Tilos begeht dieses Fest. Auf der Insel Rhodos wird in Rhodos-Stadt, in Siana und Lindos gefeiert, auf der Insel Kos in Kamari , auf Kreta in Fournes bei Chania und Bitzariano in der Gemeinde Kastelli (Irakleion) und auf Lesbos in Eressos, Gavathas, Perama und Plomari. Doch natürlich lohnt es sich wie bei allen Heiligenname auch in anderen Orten nach Kirchen dieses Namens zu suchen, wenn man ein griechisches Kirchweihfest, ein Panigyri, erleben will.


Weitere Artikel:
> Griechenland im August



6. Januar 2016

Streikankündigungen für griechischen Flug- und Bahnverkehr


Flüge


Für diesen Freitag, den 8. Januar 2016, hat der griechische Gewerkschaftsverbund der zivilen Luftfahrt OSYPA einen 24-stündigen Streik angekündigt. Deshalb muss mit Ausfällen im innergriechischen Flugverkehr gerechnet werden. Internationale Flüge sollten vorraussichtlich nicht davon betroffen sein. (griechischsprachige Pressemitteilung)

Eisenbahn und Proastiakos

Nächste und übernächste Woche sind wiederholte jeweils 3-stündige Streiks bei der griechischen Bahn geplant, und zwar
14. Januar 2016: 12:00 bis 15:00 Uhr
12. Januar und 19. bis 21. Januar 2016:  jeweils 5:00 bis 8:00, 13:00 bis 16:00 und 21:00 bis 24:00 Uhr. 
Neben der Eisenbahn griechenlandweit ist auch der Athener Proastiakos, wie die Vorstadt- bzw. S-Bahn genannt wird, betroffen. 
 (griechischsprachige Pressemitteilung)

30. März 2013

Urlaubspläne (3) - Spezialreisen


Nach den gestrigen Tipps für Individualreisende heute einige Vorschläge für  diejenigen, die nicht alles selbst in die Hand nehmen wollen oder spezielle Interessen wie griechische Tänze, Sprachkurse etc. haben. Auch diese Tipps natürlich - wie alles, was Ihr hier finden werdet - abseits eingetretener Touristenpfade

Tanzreisen mit Dimitris Barbaroussis und lokalen griechisichen Tanzlehrern 

Sprachreisen mit griechischen Sprachkursen und abwechslungsreichem Kulturprogramm 

Lesbosreisen, individuell und doch betreut und umsorgt wohnt und reist man mit den schweizer Veranstaltern auf der ägäischen Inasel Lesbos, egal ob man nur relaxen, griechische Kultur und Küche erleben, mit Thermalwasser kuren oder Vögel beobachten will.

Frauenreisen -  Verschiedene Ziele in Griechenland mit einer speziell auf Reiseverhalten und Interessen von Frauen abgestimmten Gruppe erleben

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Aktualisiert am 1. Mai 2015

28. März 2013

Urlaubspläne (2) - Individualreisen

Wie die Links im gestrigen Artikel zeigten, bringen besonders Individualreisen in Griechenland die schönsten Urlaubserlebnisse. Hier einige Tipps zu deren Planung und Durchführung

Unterkunft

Praktisch in allen Feriengebieten gibt es günstige Privatzimmer, Studios, Ferienwohnungen und kleine Pensionen oder "Hotels". Die Bezeichnungen "Pension" und "Hotel" werden dabei in Griechenland nahezu gleichbedeutend gebraucht. Nicht immer findet man in einem Haus, das sich "Hotel" nennt, eine dauernd besetzte eigene Rezeption und eine Gastronomie.
Persönlich ziehe ich solche Privatunterkünfte bei weitem den großen, vorwiegend von Pauschaltouristen frequentierten Hotels vor. Die Ausstattung mag manchmal etwas bescheiden sein. Vor allem sind die Duschbäder meist etwas klein geraten und haben selten Duschkabinen oder -vorhänge, so dass man beim Duschen leicht die ganze winzige Nasszelle überflutet. Weder meine Mitreisenden noch mich selbst hat dies jedoch bislang gestört. Bei den meist hohen Temperaturen trocknet es schnell. Notfalls ist es - gerade weil der Raum so klein ist - auch flott trockengewischt.
Dafür spürt man weit stärker als in den Bettenburgen der Touristenzentren die sprichwörtliche griechische Gastfreundschaft. Ist man dem Vermieter bzw. der Vermieterin sympatisch, so gibt es oft als "Extra" Kostproben aus Garten, Küche und Keller sowie Tipps für Unternehmungen wie Ausflüge und Besuche lokaler Feste.

Will man vorausbuchen, so wird man natürlich im Internet fündig. Die meisten Ferienorte und Inseln haben eigene kommunale und/oder kommerzielle Website mit einem Zimmernachweis. Daneben gibt es natürlich die bekannten internationalen Reise-Websites mit Bewertungsfunktionen wie beispielsweise Tripadvisor. Eine ganz besonders hilfreiche und übersichtliche Website für die Planung einer Individualreise nach Griechenland ist die Griechenland Reise-Community In-Greece.de. Hier geben in Foren und Artikeln eingefleischte Griechenlandfans Tipps und antworten bereitwillig auf Fragen rund um einen Griechenlandurlaub. Das ist kooperative Urlaubsplanung, die Spaß macht. Da kommt die Urlaubsfreude schon beim Planen auf.

Doch auch vor Ort hat man kaum Probleme, eine Unterkunft zu finden, die Hauptreisemonate Juli und August und eine Anreise an Wochenenden oder bedeutenden (teils auch lokalen) Feiertagen in einigen besonders beliebten Reisezielen vielleicht ausgenommen.
Auf den Inseln kommen Vermieter oft zum Fähranleger, um ihre Unterkünfte anzubieten. Ansonsten sieht man sich einfach nach Häusern um, die an meist englischen Aufschriften wie "Rooms to let", "Studios", "Apartments" oder "Hotel" und/oder der runden Plakette des Fremdenverkehrsamts mit dem Schriftzug EOT über griechischer Fahne (s. nebenstehendes Bild) zu erkennen sind.
Ab und zu sitzen auch in einem Büro mit der Aufschrift "Tourist Information" hilfreiche Geister. Sieht man nichts dergleichen, so fragt man am besten im nächsten kafenio (Kaffeehaus) oder Supermarkt oder der nächsten Taverne nach.Die Griechen sind dabei ausgesprochen hilfreich und auch Sprachschwierigkeiten sind kaum zu befürchten. Viele sprechen etwas Englisch und/oder Deutsch und so gut wie alle finden einen Weg mit dem Fremden zu kommunizieren, seien es Hände und Füße oder ein herbeigerufener Sprachkundiger.

Transport

Direkt kann man mit dem griechischen Anbieter Aegean Airlines von mehreren europäischen Städten beispielsweise nach Athen, Thessaloniki, Heraklion und Kavala fliegen. Daneben gibt es natürlich internationale Anbieter, die diese Städte, aber auch einige der beliebtesten Ferieninseln anfliegen.
Für all jene, die dem Massentourismus aus dem Weg gehen wollen, sind aber gerade die kleinen bis winzigen Inseln ideale Reiseziele. Sie erreicht man entweder per Inlandsflug vorwiegend ab Athen, teils auch ab Thessaloniki und Alexandroupoli oder - was ich persönlich bevorzuge - mit der Fähre ab Piräus, Rafina, Lavrio im Raum Athen sowie anderen griechischen Städten wie beispielsweise Kavala, Thessaloniki oder Alexandroupoli. Meine Lieblingsurlaubsform ist - wie meine Reiseberichte zeigen - das Inselhopping oder Inselspringen. Zuerst vom Raum Athen aus auf eine der größeren Inseln und dann immer weiter zu immer kleineren und den ganz abseits der Touristenströme gelegenen winzigen Eilanden. Dabei gilt es freilich, einige Tipps zu beachten.

Wer lieber das eigene Auto dabei hat und den Zeitaufwand nicht scheut, kann natürlich auch mit der Fähre von Venedig oder Ancona anreisen oder den Landweg wählen.

Vor Ort bewege ich mich bevorzugt zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln.  Freilich gilt es dabei auch einiges zu beachten. Natürlich kann man auch an den meisten Ferienorten Autos und Mofas mieten. Will man dabei auf einen Vollkaskoschutz ohne Selbstbeteiligung nicht verzichten, empfiehlt sich allerdings die Vorausbuchung über einen der internationalen Anbieter. Die örtlichen Anbieter machen meist Verträge, bei denen man im Schadensfall einen Teil der Kosten selbst zu tragen hat.

 

Nützliche Websites zur Reiseplanung

Fährverbindungen

Recht verlässliche und detaillierte Fährverbindungen bis hin zu den kleinsten griechischen Inseln findet man auf den englischsprachigen Greek Travel Pages.

Eine weitere Infomöglichkeit, die auch auf Deutsch verfügbar ist, aber nicht ganz so umfang- und detailreich ist, wäre greekferries.

Flugverkehr

Athener Flughafen: www.aia.gr
Aktuelle  Fluginformationen des Athener Flughafens (engl.)

Eisenbahn

griechische Eisenbahngesellschaft:www.ose.groder www.osenet.gr
private Website mit Streckenbeschreibungen und Fotos: www.blockstelle.de

Touristische Informationen

Webauftritt der Griechischen Fremdenverkehrsorganisation (englisch) 

Deutsches Griechenlandportal mit großem Forum – www.in-greece-de  

Griechischer Hotelierverband – www.grhotels.gr  (griechisch - englisch)

 greeka.com (englisch)

22. Januar 2013

Athener Metrolinien

Bild:  http://commons.wikimedia.org/wiki/User:Anastasios

- Aktualisiert am 12.01.2016

Ist mal wieder ein Streik bei der U-Bahn von Athen angesagt, fällt auf, dass oft nicht alle Linien betroffen sind. Das liegt daran, dass drei unterschiedliche Gesellschaften sie betreiben, die nicht immer gleichzeitig bestreikt werden. Streiken alle Linien, so heißt es "Streik bei Metro und ISAP". Manchmal streikt aber eigentlich nur die griechische Bahn (Trainose). Zu ihr gehört die griechische Vorortbahn Proastiakos - ein weiteres Athener Massenverkehrsmittel. Diese bedient jedoch auch eine Teilstrecke der UBahn-Linie 3, so dass es hier streikbedingt zu Ausfällen kommen kann, obwohl die ISAP (Linie 1) und Metro (Linie 2 und Teil der Linie 3) nicht bestreikt werden. Da das die Sache kompliziert macht, wurden bereits mehrere Gesetze zur Zusammenlegung der Einzelgesellschaften erlassen. Es gibt auch bereits Verbundtickets. Aber bislang fehlt eine echte gemeinsame Infraktruktur.
Nachstehend Details zu den Linien, die zusammen die Metro von Athen bilden:

Linie 1 wird von den Athenern auch "Die Elektrische" oder ISAP genannt, so wie ursprünglich auch ihre Betreibergesellschaft - die heutige STASY - hieß. Diese älteste Athener Linie ist auf den Streckenplänen grün eingezeichnet und führt von Piräus ( gr. Piraias ) nach Kifisia.

Metro-Line 2 verkehrt zwischen Agios Antonios und Agios Dimitrios / Alexandros Panagoulis. Sie wird von der  Attiko Metro S.A. betrieben (ebenso wie ein Teil der Linie 3).

Linie 3 verkehrt zwischen Aigaleo (sprich: Egaleo) bzw. der neugebauten, auf den meisten Plänen noch nicht eingezeichneten Station Agia Marina und dem Flughafen Eleftherios Venizelos. Ein Teil der Strecke gehört dem gleichen Betreiber wie die Linie 2, der Attiko Metro S.A. Den Abschnitt zwischen der Station Douk. Plakentias und dem Internationalen Flughafen betreibt hingegen die zur griechischen Bahn Trainose gehörige Gesellschaft der Proastiakos genannten griechischen Vorstadtbahn.  

Deshalb kann man bei einem Eisenbahn-/Proastiakos-Streik NICHT durchgehend mit der Linie 3 zum Flughafen Eleftherios Venizelos fahren. In einem solchen Fall mögen oft die Expressbusse eine Alternative sein, falls nicht auch die gerade im Ausstand sind. 

29. November 2012

Sturm über Griechenland - Wettervorhersage

Sturm über Griechenland! Heute weht ein starker Wind vorwiegend von Süden. Er erreicht eine Stärke von bis zu 8, in der nordöstlichen Ägäis sogar bis zu 9 Beaufort. Das bedeutet, dass einige Fährverbindungen eingestellt werden. Auch die nächsten Tage werden recht stürmisch sein. (Quelle (griechisch): http://www.naftemporiki.gr/news/cstory.asp?id=2259128)

Wo Poseidon gerade zürnt, verrät das Poseidon-System mit detaillierten Voraussagen über Wetter und Windstärken. Es handelt sich dabei um die Website des griechischen Zentrums für Meeresforschung, die auch darüber hinaus viele interessante Informationen auf Englisch und Griechisch bietet.

Weitere Wetterinformationen verschiedener Art (ebenfalls auf Englisch und Griechisch)  gibt es beim Nationalen griechischen Meteorologiedienst und dem Nationalen Observatorium Athen.



19. Juni 2011

Urlaub in Griechenland - Gerade jetzt!


Lasst Euch nicht davon abbringen, dieses Jahr in Griechenland Urlaub zu machen!

Allzuviel war letztlich die Rede von der Krise in Griechenland, auch auf diesem Blog, der sich gar nicht diesem Thema verschrieben hat, sondern vielmehr dem, was es in dem Land zu erleben und zu genießen gibt - Kultur, Lebensart, schöne Reiseziele, Feste, Musik, Tanz und vieles mehr! Freilich kann man, interessiert man sich wirklich für Griechenland, auch nicht die Augen verschließen vor aktuellen Problemen, Entwicklungen und Umwälzungen und vor allem ihren Auswirkungen auf die Menschen und deren Art, damit umzugehen. Deshalb habe ich doch einige Blogbeiträge solchen Themen gewidmet.

Doch nun steht die Urlaubszeit vor der Tür und natürlich soll die Reise nach Griechenland gehen. Darauf möchte ich nun wieder so richtig Lust machen. Schließlich ist das auch ein ganz kleiner, persönlicher Beitrag, Land und Leute zu unterstützen. Denn nichts wäre fataler, als wenn nun auch noch die Touristen aus Angst vor Auswirkungen der Krise fern blieben, ist doch die Tourismusbranche ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor für Griechenland. Und zum Fernbleiben besteht auch überhaupt kein Anlass. Auf den Inseln und an den Ferienorten des Festlands ist gegenwärtig überhaupt nichts von Problemen, Protesten oder irgendwelchen Störungen der Urlaubsfreude zu spüren.

Ich selbst war April/Mai dieses Jahr in der Ägäis unterwegs und habe auf eigene Faust mit öffentlichen Verkehrsmitteln - also mit der Fähre und vor Ort den lokalen Bussen - die Inseln Ikaria, Fourni, Thymena, Paros, Antiparos, Ios, Sikinos und Folegandros besucht, also verhältnismäßig kleine und eher unbekannte Inseln. Mein Reisebericht steht auf meiner Wordpress-Website, da deren Format besser als dieser Blog für solche Reisetagebücher geeignet ist. Dabei hatte ich überhaupt keine Beeinträchtigungen oder Probleme gespürt. Freunde und Kommentatoren meiner Websites haben diesbezüglich das Gleiche berichtet.

Die Fähren verkehrten pünktlich, die Preise waren insgesamt keinesfalls höher als im Vorjahr, als ich Astipalea, Amorgos, die Koufonissia, Iraklia, Donoussa und Naxos bereiste. Ein wenig waren die Verkehrsmittel und einzelne Genuss- und Lebensmittel teurer. Die Zimmer hingegen waren etwas billiger und das Essen in der Taverne in etwa gleich, so dass wir insgesamt sogar weniger ausgaben. Auch wenn ich auf mehrere Jahr zurückblicke, hat sich kaum etwas an den Kosten geändert. Denn ich mache ja schon lang jedes Jahr mindestens ein-, manchmal sogar mehrmals in Griechenland Urlaub. Lasst Euch nicht von Preisangaben in Prospekten und im Internet abschrecken, sondern ruft die Vermieter direkt an und fragt nach den Preisen, wenn ihr zu Hauptreisezeiten wie im Juli und vor allem August unterwegs seid oder nachts oder zu Sonn- und Feiertagen ankommt. Seid ihr in der Nebensaison und nicht gerade an wichtigen Festtagen unterwegs, so könnt Ihr Euch das auch sparen. Vermieter kommen meist zur Fähre um nach Gästen Ausschau zu halten oder ihr schaut Euch einfach vor Ort um. In Supermärkten, Tavernen und Kafenions weiß man meist, wer vermietet und alle sind sehr hilfsbereit, wenn es um Zimmersuche geht. Ist ein Haus nicht ausgelastet, so sind die Zimmer meist wesentlich billiger als die offiziellen Preisangaben.

Auch die Stimmung ist genauso freundlich wie seit Jahren gewohnt. Obwohl einige populäre große deutsche Medien recht unfreundliche Artikel über Griechenland geschrieben haben und das natürlich auch in Griechenland ankam, wird einem überall freundschaftlich begegnet. Es kann schon mal sein, dass einem jemand zu verstehen gibt, dass er Merkel nicht mag. Die Griechen reden gern über Politik und das auch gern mal hitzig. Doch mögen die meisten zur Zeit auch ihre eigenen Politiker nicht und man macht einen klaren Unterschied zwischen Politik und den Menschen, dem Zwischenmenschlichen. Man lässt die große Politik nicht das Verhältnis untereinander trüben. Auch von Protesten und Unruhen war auf den Inseln nichts zu spüren. Was die Protestversammlungen in Athen betrifft, so sind sie meist am Syntagmaplatz und großenteils friedlich. Zu Ausschreitungen kommt es fast ausschließlich durch Randalierer am Rand der großen, meist von Gewerkschaften und Berufsverbänden organisierten Kundgebungen. Die riesigen, spontan bzw. über das Internet organisierten Zusammenkünfte der Aganaktismeni ( d. h. Verärgerten / Wütenden / Empörten), wie sich diese Bürgerbewegung nennt, hingegen sind friedlich und teils originell und interessant, haben zuweilen fast schon Volksfestcharakter. Man diskutiert, will die eigene Betroffenheit von den Machenschaften der Politik zeigen und macht Aktionen, wie das Anbringen eines Schilds "zu verkaufen" auf dem Wahrzeichen Thessalonikis, um seine ablehnende Haltung zu politischen Entscheidungen zu zeigen. Doch wird darüber so gut wie gar nicht in den Medien berichtet, wohingegen Gewaltszenen gern gezeigt werden.

Streikauswirkungen hatten wir dieses Jahr im Urlaub auch keine gespürt, während letztes Jahr tatsächlich einmal zwei Tage lang keine Fähren gingen. Doch damit muss man beim "Inselspringen" immer rechnen. Denn solche Ausfälle können genauso gut wetterbedingt passieren. Man muss bei solchen Reisen also immer kleine "Puffer" in den Reiseplan einbauen, vor allem am Ende, wenn man einen Rückflug erreichen muss. Zur Beeinträchtigung des Flugverkehrs kam es beim letzten Generalstreik am 15. Juni nicht. Die Fluglotsen haben bewusst auf eine Teilnahme am Streik verzichtet, um den Tourismus nicht zu beeinträchtigen. Denn man ist sich sehr wohl bewusst in Griechenland, dass man auf die Touristen angewiesen ist.

Also, auf nach Griechenland, am besten auf eigene Faust! Vielleicht noch einige Reisetipps zu Fährreisen und Busreisen?

23. April 2009

Reisebericht Westkykladen(9) - Sifnos

Dienstag, 23. September:
Fähre von Serifos nach Sifnos
Die letzte sternenklare Nacht hat nicht zuviel versprochen. Endlich hat der Himmel wieder das gewohnte "griechische Blau". keine Wolke und strahlender Sonnenschein! Wir frühstücken wie alle Tage hier auf der Insel mit Capucchino und Tyropita in der Bäckerei beim Fischerhafen und kaufen unweit davon im Fährbüro die Fahrkarten für EUR 6,80 pro Person. Um 11.40 h nehmen wir die Fähre "PANAGIA CHOZOVIOTISSA" der Gesellschaft Nel nach Sífnos. Sie kommt etwas verspätet um 11.50 h an, spuckt ein rundes Dutzend Lastwagen, einige Privatautos, Pakete und Passagiere aus, nimmt wenige Fahrzeuge und Fahrgäste auf und fährt umgehend wieder ab. Einen weißen Gischtstreifen hinter uns lassend geht es mit wehender griechischer Fahne am Heck in Richtung Sifnos. Über uns strahlend blauer Himmel. Nur wo Land in Sicht ist, schweben darüber weiße Wattewolken: über Serifos hinter uns, über Sífnos vor uns, über den großen Felsen im Wasser, an denen wir vorüberfahren und den schwach erkennbaren Landstreifen am Horizont.

Sifnos liegt schroff und rauh vor uns. Bald sind wir an seiner Küste angekommen und fahren daran entlang. Zwischen die ab und zu dunkelgrün gefleckten Ockertöne der mit meist trockenen Kräutern und Büschen bedeckten Hänge, mischt sich immer wieder das Grau und Anthrazit hoher, kahler, schroffer Felsen. Selten sind die weißen Punkte der wenigen Häuser und Kirchlein, bis sich endlich nach einer Stunde Fahrtzeit eine tiefe Bucht zwischen den Felswänden auftut und die Fähre auf sie zu schwenkt.

Nun öffnet sich der Blick auf die weißen Hausquader des Fährhafens Kamáres, den Sand und die Bäume seines Strandes sowie das sich dahinter erstreckende Tal. Zu beiden Seiten sind Ort und Tal von hohen Gipfeln flankiert. Auf der Bergkette linkerhand heben sich zwei weiße Gipfelkirchen vom Blau des Himmels ab. (Das Foto zu Beginn des heutigen Berichts zeigt Kamares - beim Anklicken vergrößert)

Wir nehmen hier in Kamares ein Zimmer in der Pension "Meltemi"*), die gute fünf Minuten vom Hafen, rechts der Straße, etwas versteckt oberhalb der Pension "Kiki" liegt. (s. Foto links - zum Vergrößern bitte anklicken) Mehrere ähnliche kleine Pensionen ziehen sich hier den Hang hinauf. Die Eigentümerin wohnt etwas weiter unten im Ort linkerhand der zu ihrer Pension hochführenden Geschäftsstraße und hat auch dort ein Schild angebracht, dass sie Zimmer vermietet. Das Zimmer Nr. 2 ist einfach mit Kiefermöbeln eingerichtet, hat einen großen Ventilator, Air-Conditioning und TV und das übliche kleine Duschbad mit Duschvorhang. Sein großes Plus ist eine geräumige Terrasse mit Blick auf Hafen, Strand, Berge und Meer (s. Foto links)

Nachdem wir unser Gepäck abgestellt haben, essen wir in der Taverne "Posidónas", der ersten der Kette Tavernen und Ouzerien vom Anlegeplatz der Fähre aus. Sífnos ist für seine gute Küche bekannt. Große Köche stammen von hier, darunter der bekannte Kochbuchautor Nikolaos Tselementes. Spezialiltäten sind das im Tontopf zubereitete Lamm "Arní Mastélo" und verschiedene Gerichte aus Kichererbsen. Besonders gut sind auch die hiesigen Kapern. Kleine werden als Würze über Gerichte wie Bauernsalat und Kichererbsenpüree gestreut. Von größeren wire zusammen mit Zwiebeln und Kräutern eine warme Vorspeise bereitet, die als "Kapernsalat" bezeichnet wird. Wir wollen alles probieren und fangen mit den warmen Kapern, Arní Mastélo und Kichererbsenbällchen an. Auch Zicklein und andere Gemüse, wie Imam und gefüllte Tomaten und Paprika stehen auf der Karte des Posidon. Alles schmeckt hervorragend und die Inhaberin Sofía ist trotz großen Ansturms flink und freundlich. Zum Schluss bringt sie uns Melomakárona genannte mürbe, runde Kekse, die auch köstlich sind.

Den Nachmittag verbringen wir am Strand, einem schönen Sandstrand. Er fällt sehr langsam ab, so dass man lang durch das Wasser stapft, bis man Schwimmtiefe erreicht. Einige Tamarisken bieten Schatten.

Kamares ist ein typischer Ferienort: Pensionen, kleine Hotels, Ferienwohnungen, Restaurants und Cafés, kleine Supermärkte, zwei Bäcker, eine Motorrad- und Autovermietung, Fährbüro und mehrere Keramikwerkstätten. Weiße ein- bis dreistöckige Häuser mit blauen, grauen und braunen, hölzernen Fensterläden und Balkons ziehen sich die Hänge hoch oder stehen am Strand, wie das Hotel Boulis mit seiner kräftigen, blauen Aufschrift und das etwas hinter Schilf und Bäumen versteckte Hotel Afroditis. Dominiert ist der Ort von den steilen Berghängen zu beiden Seiten, zwischen denen sich Hafen und Strand ausdehnen. Der Bergzug linkerhand, wenn man von der Fähre auf den Strand blickt, trägt zwei weiße Kirchen auf seinen Gipfeln, die von der ersten Sonne am Morgen ebenso wie von den letzten Strahlen am Abend erhellt werden, und drei kleine Kirchlein an seinem Fuß.

*) Adressen:

Touristenbüros: Bei der Bushaltestelle in Apollonia (tel.: [+30] 22840 31977) und (saisonal) am Hafen in Kamares

weitere nützliche Telefonnummern und Reiseinformationen:

Sinfnosseite von greeka.com

offizielle Website (engl.)

Pension Meltimi: Kamares - Sifnos - tel.: (22840)31653 oder 33066, Handy: 6977 061890, e-mail: meltemi_sifnos@hotmail.com

Estiatorio Posidonas: - (Inhaberin Sofia Z. Patriarchi) - Kamares - Sifnos - tel: 22840-32362