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6. Dezember 2019

6. Dezember in Griechenland

Agios Nikolaos - Der "griechische Nikolaus"

Auch im orthodoxen Griechenland feiert man am 6. Dezember den Heiligen Nikolaus oder Agios Nikolaos, wie er dort heißt. Bedeutung hat dies in erster Linie für jene, die seinen Namen tragen und ihr Namenstagsfest feiern sowie für Gemeinden mit einer dem Hl. Nikolaus geweihten Kirche. Sie feiern ihr panigyri (Patronatsfest). Auch für alle mit der Seefahrt befassten ist der Ehrentag des Heiligen Nikolaus ein wichtiger Tag. Denn er gilt als ihr Schutzpatron. In Piräus bezeugen sie das mit einem Schiffssirenkonzert.
Als Nikolaus Kostümierte machen in Griechenland indes nicht ihre Runde und niemand kommt auf die Idee seine Stiefel rauszustellen in der Hoffnung, sie am nächsten Morgen mit Süßigkeiten oder Geschenken gefüllt vorzufinden. Als Kinderbescherer gilt der Heilige Nikolaus nämlich nicht im Land der Hellenen. Die verkitschten Schokoladenpüppchen mit rotem Mantel und pelzbesetzter Zipfelmütze, die es inzwischen auch in griechischen Supermärkten zu kaufen gibt und die unseren Schokoladen-Nikolausen bzw. -weihnächtsmännern ähneln, stellen dort nicht den Hl. Nikolaos, sondern den Heiligen Basilis dar, der seinen Tag am 1. Januar hat und dann ähnlich unserem Weihnachtsmann Geschenke bringt.
Nikolausikone auf der Insel Syros


Der 6. Dezember als trauriger Gedenktag

Am 6. Dezember 2008 traf den 15-jährigen Alexandros Grigoropoulos in Athen eine tödliche Polizeikugel. Bis heute bezeugen viele Menschen auf den Straßen der Stadt am Jahrestag dieses tragischen Vorfalls ihre Trauer und Wut darüber. Die griechische Musikgruppe Archanthropie (zu Deutsch "Urmenschen") hat dem jungen Alexandros und seiner Erschießung dieses Lied gewidmet

3. Dezember 2019

So feiert man die Heilige Barbara am 4. Dezember in Griechenland


https://diafaneia.com/%CE%BF-%CE%B5%CE%BF%CF%81%CF%84%CE%B1%CF%83%CE%BC%CF%8C%CF%82-%CF%84%CE%B7%CF%82-%CF%80%CF%81%CE%BF%CF%83%CF%84%CE%AC%CF%84%CE%B9%CE%B4%CE%B1%CF%82-%CF%84%CE%BF%CF%85-%CF%80%CF%85%CF%81%CE%BF%CE%B2/

Das Fest der Heiligen Barbara (griechisch Βάρβαρα, sprich Várvara) am 4. Dezember gehört zu jenen Festen, die von den Ost- und Westkirchen am gleichen Tag gefeiert werden. Die Heilige Märtyrerin gilt in Griechenland als Patronin der Bergleute - und damit als Schutzheilige all jener, die ihre Arbeit unter Tage verrichten. Auch die Metro betrachtet sie als ihre Patronin, des weiteren die griechische Artillerie. Metroarbeiter und Kasernen feiern sie mit einem kirchlichen Zeremoniell.
Griechische Gotteshäuser, die der Heiligen Barbara geweiht sind, feiern am 4. Dezember ihr panigyri - ihr Patranats- bzw. Kirchweihfest. Besonders groß feiert man beispielsweise im Ort Agia Varvara in der Präfektur Iraklio auf Kreta und in Pamfylla auf der ägäischen Insel Lesbos. 

Nach der Überlieferung war Barbara die Tochter des Dioscuros und lebte am Ende des 3. Jahrhunderts im kleinasiatischen Nikomedia (dem heutigen İzmit).
Das mit dem Wort Barbaren verwandte Wort Barbara stand für die Griechen ursprünglich lautmalerisch für etwas, das in ihren Ohren wie ein Brabbeln klang - ein Brabrabarbarabra - so wie es die Sprache der Fremden tat. Daher die Bezeichnung für Fremde und Fremdartiges als Barbaren.

26. April 2019

Ostergrüße und -wünsche der Griechen

Nachstellung der Passion Christi auf der Kykladeninsel Paros

Heute wünscht man sich in Griechenland Kalí anástasi (Καλή Ανάσταση!). Das bedeutet "Gute Auferstehung!". Denn in Griechenland ist am heutigen 26. April 2019 der "Megáli Paraskeví" (Große Freitag), wie der dem Karfreitag entsprechende Tag von den orthodoxen Gläubigen genannt wird. Vor den griechischen Kirchen weht die dunkelgelbe orthodoxe Fahnen mit dem schwarzen Doppeladler auf Halbmast. In den Kirchen steht das Epitaph - eine  blumengeschmückte Holzkonstruktion, die das Totenlager Christi symbolisiert. Am Abend wird das Epitaph in einer festlichen Prozession durch die Straßen getragen.

Ab Ostersonntag grüßt man sich in Griechenland wie folgt:
Christós Anésti! (Χριστός Ανέστη!) = Christus ist auferstanden!
Man antwortet darauf:
Alithós Anésti! (Aληθώς Aνέστη!) = Wahrhaftig auferstanden!

Und man wünscht sich wie zu Festen jeder Art von Neujahr über Geburts- und Namenstage und panigýria bis zu Weihnchten:

 Chrónia pollá! (Χρόνια πολλά!) = Viele (glückliche) Jahre!
oder:
Καλό Πάσχα! (buchstabengetreu transkribiert: kaló pásxa!;
gesprochen: kaló pás-cha) = Gute Ostern!

> Zu den unterschiedlichen Osterterminen zwischen westlichen Kirchen, wie z.B. der katholischen und evangelischen und den östlichen, orthodoxen.

> Weitere Fotos von den Osterfeiertagen auf der Kykladeninsel Paros

> Griechische Ostern

19. Oktober 2018

Feste auf Kephalonia zu Ehren des Schutzheiligen Gerasimos


Zweimal im Jahr feiert die ionische Insel Kefalonia ihren Schutzheiligen Gerasimos: Einmal am 15./16. August aus Anlass seines Todes am 15. August und einmal am 20. Oktober, dem Tag, an dem seine Reliquie überführt wurde.

Vor allem Kranke und deren Angehörige strömen in der Hoffnung auf Heilung zu beiden Festen zum Inselkloster des Heiligen Gerasimos, das die Heiligenreliquien beherbergt.

Eine ausführliche Beschreibung der Wundertätigkeit und Bedeutung des Heiligen  für Kephalonia findet sich auch in dem auf der Insel spielenden Roman „Corellis Mandoline“ des Autors Louis de Bernieres.

Das Video zeigt das Kloster, mit den herbeiströmenden Pilgern und der Prozession zu Ehren des Heiligen aus der Luft gesehen:

17. Januar 2018

Vergesst heute Antonis, Nakos, Tonis und (Anto)Noula nicht!

Auch die griechisch-orthodoxe Kirche feiert heute den Heiligen Antonios.

Panigyria, die typischen, griechischen Kirchweihfeste, gibt es beispielsweise in Máleme auf Kreta, etwa 16 km westlich von Chania, in Steni auf der Kykladeninsel Tinos und in der Klosterkirche Ag. Antónios auf dem Kéfalos-Berg bei Márpissa auf Páros.

Und natürlich feiern alle, die Antónios oder Antonías  heißen ihren Namenstag. Vergesst nicht, euren griechischen Freunden mit dem typisch grieschischen Festtagswunsch "chronia pollá!" zu gratulieren. Denn der Namenstag ist das größte persönliche Fest in Griechenland, noch vor dem Geburtstag! Oder nennen sich Ihre Freunde vieleicht  Antónis, Antonákis, Nákos oder Tónis beziehungsweise Ihre Freundinnen  Antonoula ( sprich: Antonula ), Tónia? Auch für sie gilt das. Denn dies sind Kose- und Kurzformen des Heiligennamens und davon abgeleiteten weiblichen Namens. Das Gleiche gilt für manche Noúlas (sprich: Nula), wenn auch nicht für alle. Denn gleichwohl kann sich Noula von Despinoúla, Ánna, Fotiní, Evgenía oder Lambriní ableiten.

5. August 2016

Griechenland im August

Hitze, leckere Früchte, fröhliche Feste

 
August in Griechenland - Das bedeutet Hitze,volle Strände und leere Städte, saftige reife Früchte, allen voran herrlich duftende Feigen, erfrischende Melonen und Weintrauben, die einem von der schattenspendenden Tavernenpergola geradezu in den Mund wachsen. Von der vor allem im August reifenden Feige (griechisch: sykos) hat der Monat auch seinen alten griechischen Bauernnamen sykologos.

August in Griechenland - Das bedeutet aber auch funkelnde Sterne und Sternschnuppen am klaren Nachthimmel und einen geradezu magischen Vollmond.
  
Für jene Griechen, die mit dem Tourismus ihren Lebensunterhalt verdienen, bedeutet der August die stressreiche Jahresspitze.
Für die anderen, die das Jahr über in Athen und anderen Städten arbeiten, bedeutet der sommerliche Ferienmonat oft ein Wiedersehen mit Verwandten und Freunden im Heimatdorf oder auf der Heimatinsel. Dort wird dann nicht nur das Wiedersehen gefeiert. Es gibt in dem Monat auch viele Festivals und zahlreiche panigyria - Kirchenfeste, zu denen neben festlichen Gottesdiensten und Prozessionen oft auch Musik und Tanz gehören und die sich die ganze Nacht hindurch ziehen und über mehrer Tage erstrecken können.
Nachstehend eine Auswahl davon:

Am 6. August wird die Verklärung Jesu (Metamorfosis tou Sotiros Christou) gefeiert. Wie die meisten Kirchenfeste beginnt auch dieses bereits am Vorabend. Viele Griechen durchwachen die Nacht, um das Heilige Licht zu erblicken und/oder, wenn sie in einer der Gemeinden leben, die ein panigyri ausrichten, weil sie eine diesem Offenbarungsereignis geweihte Kirche besitzen, bei Musik und Tanz zu feiern

Am 11. August ist das Fest des HeiligenSpyrídon
Besonders groß wird auf Korfu gefeiert, dessen Schutzheiliger der Hl. Spyridon ist. Hier gibt es eine große Prozession in der Hauptstadt.

Am 15. August wird auch in Griechenland mit einem gesetzlichen  Feiertag die Gottesmutter Maria gefeiert. Das Fest, das die Westkirchen Mariä Himmelfahrt nennen, heißt dort Mariä Entschlafung (Kímisi tis Theotókou).

Der 29. August ist der Enthauptung Johannis des Täufers (Ag. Ioannis Prodromos) geweiht. Gefeiert wird unter anderem im Ort Olymbos auf der Insel Karpathos, beim Kloster Ag. Ioannis auf Nisyros, in Kefalos auf Kos und Kallythies auf Rhodos.

Ein alljährliches Sommer-Highlight ist das Athens and Epidaurus Festival, ein kulturelles Event, auf dem stets viele griechische und internationale Künstler auftreten

9. Februar 2016

Fest des Hl. Charalambos am 10. Februar

Am 10. Februar ist der Gedenktag des Heiligen Charalambos. Viele griechisch orthodoxe Gemeinden feiern sein Fest mit einem Panigyri und einer festlichen Prozession, bei der seine Ikone durch die Straßen getragen wird. Gefeiert wird er beispielsweise in Filiatra und Pyrgos auf der Peloponnes, in Xanthi (Westthrakien),  Exo Gonia auf der Insel Santorini und auf der Insel Kea, deren Schutzpatron er ist.

Der "vor Freude Glänzende" bedeutet sein griechischer Name. Der Sohn einer griechischen Familie, dem zahlreiche Wunder zugeschrieben werden, lebte im 2. Jahrhundert und war Bischof von Magnesia in der heutigen Türkei.


Name bedeutet: der vor Freude Glänzende (griech.)
Bischof von Magnesia, Märtyrer
* im 2. Jahrhundert in Antiochia in Pisidien, heute Ruinen bei Yalvaç in der Türkei
† um 203 in Magnesia am Meander, heute Ruinen bei Ortaklar







Charalampos, Sohn einer griechischen Familie, war Priester und wurde Bischof von Magnesia in der Zeit von Kaiser Septimius Severus und dessen Statthalter Lucianus. Berichtet werden vielfältige und wundersame Taten für Notleidende: Betrübte und Niedergeschlagene tröstete er, eine Frau errettete er vor dem Tod, Gefangene wurden durch ihn bekehrt.
Name bedeutet: der vor Freude Glänzende (griech.)
Bischof von Magnesia, Märtyrer
* im 2. Jahrhundert in Antiochia in Pisidien, heute Ruinen bei Yalvaç in der Türkei
† um 203 in Magnesia am Meander, heute Ruinen bei Ortaklar







Charalampos, Sohn einer griechischen Familie, war Priester und wurde Bischof von Magnesia in der Zeit von Kaiser Septimius Severus und dessen Statthalter Lucianus. Berichtet werden vielfältige und wundersame Taten für Notleidende: Betrübte und Niedergeschlagene tröstete er, eine Frau errettete er vor dem Tod, Gefangene wurden durch ihn bekehrt.

15. Februar 2015

Unterschiedliche Termine bei Festen der Ost- u. Westkirchen

Warum feiern Ost- und Westkirchen ihre beweglichen Feiertage teils zu unterschiedlichen Terminen?

Ostern und die davon abghängigen Feste

Alle christlichen Kirchen feiern Ostern prinzipiell am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. Dennoch deckt sich das Datum des Osterfests in Ost und West nur in wenigen Jahren.

Hauptgrund für die meist unterschiedlichen Termine zwischen Ost- und Westkirchen sind die unterschiedlichen Kalender, die sie der Festsetzung ihrer Kirchenfeste zugrunde legen.
 Während erstere sich nach dem älteren julianischen Kalender richten, legen letztere den neueren gregorianischen Kalender zugrunde. Einige orthodoxe Kirchen, wie beispielssweise die russische, ukrainische und serbische, tun dies für all ihre Feiertage, während andere, wie zum Beispiel die griechische nur das in der Orthodoxie wichtigste Fest, das Osterfest, und die davon abhängigen beweglichen Feiertage wie z.B. Pfingsten nach dem julianischen Kalender bestimmen, die restlichen Feiertage aber nach dem dem weltlichen Kalender entsprechenden gregorianischen Kalender feiern. Die Differenz zwischen beiden Kalendern beträgt zur Zeit und noch bis 2099 dreizehn Tage, die man zum jeweiligen Datum entsprechend gregorianischer Zeitrechnung addieren muss. Das Vereinbarte Datum für den Beginn des Frühlings, dessen erster Vollmond als Grundlage für die Festlegung des Osterfests dienen soll, ist der 21. März - folgt man dem julianischen Kalender sind dazu also 13 Tage zu addieren, woraus der 3. April nach weltlichem bzw. gregorianischem Kalender resultiert. Wäre noch verhältnismäßig einfach und würde uns noch öfter, als tatsächlich der Fall ist, gemeinsame Ostern bescheren.

Nun bestimmt der julianische Kalender aber auch den Vollmond anders, nämlich nach dem Meton-Zyklus, woraus weitere Differenzen resultieren. Letzlich meidet die orthodoxe Kirche auch noch einen Ostertermin der an oder vor dem jüdischen Pessach-Fest liegt. All dies sorgt für weitere Abweichungen zwischen den östlichen und westlichen Festterminen.

28. Januar 2015

30. Januar - Fest der Hl. 3 Hierarchen, der Schulpatrone

Die drei Bischöfe  Gregor von Nazianz, Johannes Chrysostomos und der auch Basilius der Große genannte Basilius von Caesarea gelten in der griechisch-orthodoxen Kirche als Patrone der Bildung und Literatur.

Ihr Gedenktag ist der 30. Januar. Traditionell fällt an diesem Tag der normale Unterricht an Schulen und Universitäten aus. Statt dessen ist ein Kirchbesuch zu Ehren der drei Heiligen angesagt.







18. April 2014

Doppeladler

Ein allgegenwärtiges Symbol in Griechenland: der Doppeladler


Als Mosaik oder Marmorintarsie ziert er Plätze und Räume, in Holz geschnitzt Kirchenmobiliar und auf gelbgrundigen Fahnen weht er vor Kirchen und Klöstern.

Der doppelköpfige Adler war einst das Symbol von Michael VIII, der Konstantinopel 1261 von den Kreuzfahrern zurückeroberte und der Dynastie der Palaiologen angehörte, der letzten griechisch-byzantinischen, die Konstantinopel - das heutige Istanbul - beherrschte, bevor es 1453 an die Osmanen fiel. Bald stand das Symbol jedoch nicht nur für diese Dynastie, sondern für das ganze Byzantinische Reich.  Danach wurde es von der griechisch-orthodoxen Kirche übernommen, die mit dieser Flagge eine Verbindung zum alten Byzanz betont.



17. März 2013

Karnevalsausklang 2013


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Endlich ist auch in Griechenland bald "alles vorbei" - nicht am Aschermittwoch, sondern am "Sauberen Montag" (kathera [oder katheri] devtera) und dieses Jahr 2013 wesentlich später als in denjenigen Ländern, in denen die Oster- (und damit Karnevals-)Termine dem gregorianischen Kalender folgen. In der Orthodoxen Kirche, die in Griechenland diese Termine bestimmt, gilt bezüglich des Osterfests und der davon abhängigen Feiertage wie "Sauberer Montag" und Pfingsten noch immer der ältere julianische Kalender, während andere Feste wie beispielsweise Weihnachten auch nach dem in den Westkirchen gültigen gregorianisichen Kalender gefeirt werden.

Jedenfalls wird in Griechenland 2013 dieses Wochenende (16./17. März) noch einmal ausgiebig Karneval gefeiert.

Montag, der 18. März 2013, der "Saubere Montag", ist dann gesetzlicher Feiertag, an dem Schulen, Behörden und Geschäfte geschlossen bleiben und die Menschen zum Drachensteigen und Picknick hinaus ins Gründe strömen. Der kathera / katheri devtera gilt als Ausklang der Fastnacht und Beginn der Fastenzeit. Schon seit einer Woche ist Fleisch tabu. In der dem Tag vorausgehenden "Käsewoche" durften nur noch Milchprodukte gegessen werden. Nun stehen vor allem Fisch und Meeresprodukte auf dem Speiseplan, bevor die komplexen orthodoxen Fastenregeln bald ganz auf vegetarisch und schließlich vegan umschalten.

6. Januar 2013

Epifanie nach griechischem Brauch weltweit

Die griechischen Bräuche um den heutigen Feiertag unterscheiden sich von denen anderer Länder. Nicht des Besuchs der Heiligen drei Könige Kaspar, Melchior und Balthasar aus dem Morgenland beim Jesuskind, sondern Christi Geburt wird in der griechisch orthodoxen Kirche am 6. Januar gefeiert - und das nicht nur in Griechenland, sondern weltweit, so wie beispielsweise auch am Donaukanal in Wien bei der Schwedenbrücke und bei der Isarweihe in München, wo ebenso wie in Griechenland nach dem Gottesdienst ein Kreuz ins Gewässer geworfen wird, nach dem Unverfrorene tauchen. In München findet diese Isarweihe 2013 um 12.30 Uhr an der Ludwigsbrücke statt.

Weiterer Artikel zum Thema:
 6. Januar: Theophania, Fota, Epiphanie

5. Dezember 2012

Geschenkideen (5)

Nachdem der gestrige Geschenktipp doch etwas ins Geld geht, heute mal wieder ein Geschenk unter 5 Euro. Was der heutige Tipp mit dem von gestern gemein hat, ist, dass er dem Beschenkten etwas Eigenleistung abverlangt, bevor er sich eines schönen Resultats erfreuen kann. Denn mein Tipp wäre, ein Packerl Samen zu verschenken - Samen von Ocimum minimum, dem typischen griechischen Buschbasilikum. Für fertige Pflanzen ist es nämlich hier in unseren Breiten um die Weihnacht nicht so recht die richtige Jahreszeit.

Ein Packerl Basilikumsamen also, eventuell - wem das zu knickrig erscheint - zusammen mit einem hübschen Blumentopf oder Kübel. Persönlich wird das Geschenk, wenn nicht nur der Beschenkte, sondern auch der Schenkende etwas Eigenleistung investiert und das Gefäß hübsch bemalt, blau-weiß natürlich, wie die griechische Fahne.

Gelingt die Aussaht,  wird jeder Griechenlandfan seine helle Freude haben, wenn bei ihm griechischer Basilikum sprießt und duftet, ganz so wie in griechischen Höfen und auf griechischen Treppen und  Fensterbänken. Nicht bloße Küchenkräuter, sondern Glücks- und Segensbringer sind die in Griechenland allgegenwärtigen zartgrünen, kleinblätterigen, intensiv duftenden, kugeligen Kräuterschöpfe. Ein Geschenk also, das vor allem ein Glückwunsch ist.


11. November 2012

Kapitel 24 online - Unterwegs mit Anna, Connie und Bernd

"Wach ich oder träum ich", fragt sich Anna, als sie auf einer neuen Insel aufwacht: Astypalea.

Hier soll sie nicht nur chora und skala kennenlernen, sondern auch Bekanntschaft mir mesimeri machen, der ausgedehnten griechischen Mittags- oder Siesta-Zeit, während der man niemanden stören sollte. Und sie wird eine Marienkirche besuchen und sich wundern, wieviele Muttergottes-Variationen es in Griechenland gibt und was sie wohl zu bedeuten haben.

6. August 2012

Kapitel 10 online - Unterwegs mit Anna, Connie und Bernd

Um griechische Ikonen geht es im neuen Kapitel des Fettnäpfchenführers Griechenland, das ab sofort im Rahmen des Fotoblogs zum Buch komplett online steht.

26. Juni 2012

Kapitel 4 online - Unterwegs mit Anna, Connie und Bernd

Connie hat mächtig Bammel

Connie und Anna sind inzwischen weiter gereist auf die Vulkaninsel Nisyros. Von Bammel, Kreuzzeichen und Frömmigkeit handelt das vierte Kapitel des "Fettnäpfchenführers Griechenland", das von ihren Abenteuern auf der Insel berichtet und in dem es außerdem etwas über die griechische Orthodoxie, über Krokodilchen und über eine nützliche Einstellung im Land der Hellenen zu erfahren gibt. 
Für kurze Zeit steht das komplette Kapitel online. Die begleitenden Fotogalerien haben den Hauptort Mandraki der Dodekanes-Insel Nisyros und Kapellen und Kirchen verschiedener griechischer Inseln im Fokus.

14. April 2012

Nur noch auf Wunder ist Verlass!


Nichts lief nach Plan diese Ostern für die Griechen. Nichts außer dem Osterwunder, dem Heiligen Licht, dem Heiligen Feuer.

Gut, mag daran liegen, dass es nicht auf dem Territorium des krisengebeutelten Landes stattfindet, sondern in Israel, in Jerusalem. Trotzdem ist es von großer Bedeutung für die Griechen, ranken sich doch ihre wichtigsten Osterbräuche darum!

Wenigstens dieses Wunder geschah auch dieses krisen- und chaosgeschüttelte Jahr ganz so wie jedes Jahr, genau so wie anzunehmenderweise seit Christi Geburt, belegterweise seit dem 8. Jahrhundert, als Kreuzritter davon berichteten. Wie beispielsweise schon sehr detailreich von dem russischen Priester Daniel in seiner Reisebeschreibung aus den Jahren 1106/07 beschrieben, entzündete sich auch heute, am Samstag, den 14. April des Krisenjahres 2012, wieder in der Grabeskapelle der Auferstehungskirche in Jerusalem ein "himmlisches" Feuer ganz von selbst und ohne Fremdeinwirken. Dieses Feuer ist zunnächst reines Licht ohne der dem Feuer eigenen verzehrenden Wirkung, so dass noch nie berichtet wurde, dass sich der Patriarch von Jerusalem, der seit Jahrhunderten zu diesem Zeitpunkt in der Grabeskapelle betet, den Bart versengt hätte. An einer speziellen Stelle oberhalb des Grabes Christi nimmt es sodann jedoch solche Qualität an, dass der Patriarch daran seine Kerze entzünden kann. Mit ihr tritt er aus der Kapelle, um das Heilige Licht weiter zu reichen - sukzessive an die gesamte orthodoxe Christenheit. Flankierend zu dem seit Jahrtausenden gleichbleibenden Zeremoniell hat sich in unseren Zeiten eine Logistik entwickelt, die dafür sorgen will, dass alle Orthoxen Christen teilhaben können an dem Mysterium und sich eine Kerze mit nach Hause nehmen können, deren Flamme ihren Stammbaum direkt auf das vom Himmel herabgestoßene Heiligen Feuer aus der Auferstehungskirche in Jerusalem zurückverfolgen kann.

Griechenland wird mit einem Staatsflieger versorgt, der das heilige Feuer möglichst schnell und direkt zunächst mal auf Athener Internationalen Flughafen Eleftherios Venizelos bringt, wo es wie ein Staatsbesuch von hohen kirchlichen und weltlichen Würdenträgern empfangen wird.. Von dort geht es weiter in andere griechische Städte und auf die Inseln. Denn noch in der Osternacht soll es in allen Kirchen brennen, damit sich die Gläubigen daran ihre eigene Kerze entzünden können und es bis ins eigene Heim tragen können.

Um das zu bewerkstelligen, sollte der griechische Staatsflieger heute um 18.30 Uhr auf dem Athener Internationalen Flughafen eintreffen. Nun ist eine Verspätung bis 20.00 Uhr gemeldet. Wenn auch glücklicherweise das Wunder selbst ganz unbeeindruckt von Krisen und damit einhergehendem Chaos reibungslos stattfand, so klappte es offenbar dieses Jahr mit dem Drumherum nicht so recht. Kein Wunder, so chaotisch wie diese Ostern waren schon lange keine mehr. In der Karwoche, die in Griechenland "Heilige Woche" (Megali Evdomada) heißt, streikten zuerst die Seeleute, was den Fährverkehr zum erliegen brachte und zu mindestens Zehntausend Stornierungen führte, danach die Überlandbusse, wovon abermalsl rund 15.000 Reisende betroffen waren. Um sich auszumalen, was das bedeutet, muss man wissen, dass die Woche vor Ostern ähnlich der Woche um Mariä Himmelfahrt Mitte August Hauptreisezeit in Griechenland ist, da alle mit ihrer Familie in ihrem Heimatdorf oder auf ihrer Heimatinsel feiern wollen. Chaos pur.

Wie schön, dass wenigstens auf Wunder noch Verlass ist in unserer aus den Fugen geratenen Welt!

6. April 2012

Totengedenken für Dimitris Christoulas

Der öffentliche Freitod des 77-jährigen Rentnern Dimitris Christoulas am 4. April 2012 hat die griechische Gesellschaft stark erschüttert. Viele kamen auf den Athener Syntagma-Platz und brachten Blumen, Kerzen und Botschaften zu dem Baum, an dem der Verzweifelte seinem Leben ein Ende gesetzt hat.

Auch die orthodoxe Kirche nahm Stellung zu dem traurigen Ereignis und würdigte den Toten mit einer religiösen Zeremonie an der Stelle seines Todes.
In einer am Donnerstag, den 5. April 2012, veröffentlichten Erklärung des höchsten Gremiums der griechisch-orthodoxen Kirche, der Heiligen Synode, heißt es unter anderem: "Dieser Selbstmord ... ist eine Tatsache, die unserer Gesellschaft viel zu Denken gibt. Die wachsenden Probleme und die Verschlechterung der Krise sind Nährboden der Verzweiflung und bringen Menschen in hoffnungslose Situationen." Freilich kann die Kirche dabei nicht umhin, zu betonen, dass sie Entscheidungen wie einen Selbstmord nie als Antwort auf die Probleme der Menschen für gut heißen kann und statt dessen Geduld, Hoffnung und Vertrauen in Christus heranbilden will. Am Ende ihrer Stellungnahme stehen Anteilnahme mit der Familie des Toten, denen Gott Frieden und Trost schenken solle.

Foto: Yanni Koutsomitis (Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0)