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28. April 2009

Reisebericht Westkykladen(14) - Sifnos - Kimolos - Milos

Sonntag, 28.09. - Fähre Sifnos - Kimolos - Milos
Milos: Der Ort Klima an der Küste und der Ort Tripiti darüber oben am Berg
(für eine größere Ansicht der Fotos, diese bitte anklicken!)

Nachdem wir Karten für die Fähre nach Milos gekauft haben, setzen wir uns mit dem Gepäck auf die Terrasse des "Posidón". Heute gibt es endlich die Kichererbsensuppe, ebenso wie der Kapernsalat und das Arni Mastello eine Spezialität der Insel, die jedoch offenbar nicht jeden Tag, sondern nur am Sonntag zubereitet wird, zumal jetzt in der Nebensaison. Die Wirtin Sofía zeigt mir den großen Tontopf, in dem die Kichererbsen zubereitet wurden, bevor sie mir die Suppe serviert. Dazu bringt sie ein Tellerchen mit grünen Oliven und einem Zitronenviertel zum Hineinpressen. Unter den wenigen Autos und Passagieren, die mit uns auf die Fähre Panagia
Chozoviótissa warten, sind auch ein Leichenwachen und ein Kleinlaster mit Grabschmuck auf der Tragefläche. Um 13.20 h geht es mit über einer halben Stunde Verspätung los. Vierzig Minuten später kommen die Steinbrüche von Kimolos in Sicht. Wir fahren ein Stück an der Küste der Insel entlang bis um 14.40 h hinter einigen vorgelagerten Felsen im Meer der Hafen von Kimolos zu sehen ist. Etwas darüber, auf einer Anhöhe, stehen die weißen Häuser der Chora mit ihren fast ausnahmslos blauen Fensterläden, überragt von einer beigefarbenen Kirche mit zwei Türmen und einer blauen Kuppel. (s. Foto links) Der Ort macht einen verschlafenen Eindruck. Die meisten Fensterläden sind geschlossen und außer einigen Paketen, einem Mofa und einem Pickup will auch niemand und nichts an Bord an oder von Bord. Eine Woche später in der entgegengesetzen Richtung wird das ganz anders aussehen. Da verlassen große Gruppen und zahlreiche Autos den Ort in Richtung Athen. Oberhalb der Anlegestelle wacht, wie oft an Hafenein- und ausfahrten, eine weiße Kapelle. Im kleinen Bootshafen neben der Anlegestelle der Fähre liegen einige Fischerboote, daneben ist ein kleiner Strand mit einigen Tamarisken. Schlichte weiße Häuser gruppieren sich um die Bucht und ziehen sich den Fels hinauf. Darunter in den hohen Felsen auf der linken Seite der Bucht sind tiefe Höhlen, die meisten davon, wohl als Bootsschuppen genutzt, mit große bunten Holztoren verschlossen. Das An- und Ablegen dauert keine zehn Minuten.
Weiter geht es auf Milos zu und an dessen Nordküste entlang. Schroffe Felsen bilden den Großteil der Küstenlinie und sind ihr vorgelagert, oft bizarr geformt und bunt gefärbt, gelblich, grünlich, ins violett gehend. Vor allem aber ein kräftiges Rostrot sticht immer wieder ins Auge. Wir kommen an Steinbrüchen und weißen Dörfern vorbei.





Einige der Siedlingen zeichnen sich durch die bunten hölzernen Bootgaragentore aus, die sich direkt am Wasser aneinander reihen. Sie bilden meist das Untergeschoß von einstöckigen Wohnhäusern. Schließlich biegt die Fähre um die Nordspitze mit großen samtig rostroten Flecken auf dem Gestein und bizzaren Felsformationen und schlägt einen südlichen Kurs ein. Vorbei an den Küstenorten Klima und Schtinopi mit ihren bunten Bootsgaragentoren und dem hoch oben darüber gelegenen, hellweiß in der Sonne strahlenden Plaka und Tripiti geht es hinein in die tiefe Bucht, in der der Fährhafen Adamas und zahlreiche andere Orte liegen. Gegen 16.00 kommen wir nach ca. 2,5 Stunden Fahrtzeit an. Giorgos, der Inhaber des Hotel Coral und der Giannis Apartments, ist in den Hafen gekommen, um Gäste zu werben. Wir lassen uns von ihm zu den Giannis Apartments *) fahren, die nach seinem Sohn so heißen, fahren.
Das Haus ist gepflegt, Giorgos sehr freundlich und das Zimmer mit seinem langen Balkon, zu dem eine schöne Bougainville emporwächst, gefällt uns gut. Zu Abend essen wir in der Taverne / Mezedopolion "Varko", die uns Giorgos empfohlen hat. Es ist die nächste bei unserer Unterkunft. Wir brauchen nur um die nächste Straßenecke in Richtung Plaka-seitigem Ortsausgang zu gehen. Abseits vom Meer sitzt man auf einer schönen Terrasse unter Bäumen und Weinranken. Sie wird von einem jungen Paar bewirtschaftet. Der Service ist freundlich, aber langsam und die Auswahl an Speisen klein. An Fisch gibt es nur die winzigen "Atherina" und "Gopes". Wir bestellen von beiden einen Teller. Wie fast immer in Griechenland sind sie lecker und die Portionen sind so reichlich, dass wir uns freuen, von zwei Katzen Hilfe zu bekommen, sonst hätten wir sie nicht geschafft.
Der Fährhafen Adamas auf Milos

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Adressen:
Apartments Giannis Adamas - 84800 Milos Island, Cyclades, Greece Tel: +30 22870 22204 Winter Tel: +30 22870 21948LinkFax: +30 22870 21948 Winter fax: +30 22870 22144 e-Mail: giannis@milostravel.com

23. April 2009

Reisebericht Westkykladen(9) - Sifnos

Dienstag, 23. September:
Fähre von Serifos nach Sifnos
Die letzte sternenklare Nacht hat nicht zuviel versprochen. Endlich hat der Himmel wieder das gewohnte "griechische Blau". keine Wolke und strahlender Sonnenschein! Wir frühstücken wie alle Tage hier auf der Insel mit Capucchino und Tyropita in der Bäckerei beim Fischerhafen und kaufen unweit davon im Fährbüro die Fahrkarten für EUR 6,80 pro Person. Um 11.40 h nehmen wir die Fähre "PANAGIA CHOZOVIOTISSA" der Gesellschaft Nel nach Sífnos. Sie kommt etwas verspätet um 11.50 h an, spuckt ein rundes Dutzend Lastwagen, einige Privatautos, Pakete und Passagiere aus, nimmt wenige Fahrzeuge und Fahrgäste auf und fährt umgehend wieder ab. Einen weißen Gischtstreifen hinter uns lassend geht es mit wehender griechischer Fahne am Heck in Richtung Sifnos. Über uns strahlend blauer Himmel. Nur wo Land in Sicht ist, schweben darüber weiße Wattewolken: über Serifos hinter uns, über Sífnos vor uns, über den großen Felsen im Wasser, an denen wir vorüberfahren und den schwach erkennbaren Landstreifen am Horizont.

Sifnos liegt schroff und rauh vor uns. Bald sind wir an seiner Küste angekommen und fahren daran entlang. Zwischen die ab und zu dunkelgrün gefleckten Ockertöne der mit meist trockenen Kräutern und Büschen bedeckten Hänge, mischt sich immer wieder das Grau und Anthrazit hoher, kahler, schroffer Felsen. Selten sind die weißen Punkte der wenigen Häuser und Kirchlein, bis sich endlich nach einer Stunde Fahrtzeit eine tiefe Bucht zwischen den Felswänden auftut und die Fähre auf sie zu schwenkt.

Nun öffnet sich der Blick auf die weißen Hausquader des Fährhafens Kamáres, den Sand und die Bäume seines Strandes sowie das sich dahinter erstreckende Tal. Zu beiden Seiten sind Ort und Tal von hohen Gipfeln flankiert. Auf der Bergkette linkerhand heben sich zwei weiße Gipfelkirchen vom Blau des Himmels ab. (Das Foto zu Beginn des heutigen Berichts zeigt Kamares - beim Anklicken vergrößert)

Wir nehmen hier in Kamares ein Zimmer in der Pension "Meltemi"*), die gute fünf Minuten vom Hafen, rechts der Straße, etwas versteckt oberhalb der Pension "Kiki" liegt. (s. Foto links - zum Vergrößern bitte anklicken) Mehrere ähnliche kleine Pensionen ziehen sich hier den Hang hinauf. Die Eigentümerin wohnt etwas weiter unten im Ort linkerhand der zu ihrer Pension hochführenden Geschäftsstraße und hat auch dort ein Schild angebracht, dass sie Zimmer vermietet. Das Zimmer Nr. 2 ist einfach mit Kiefermöbeln eingerichtet, hat einen großen Ventilator, Air-Conditioning und TV und das übliche kleine Duschbad mit Duschvorhang. Sein großes Plus ist eine geräumige Terrasse mit Blick auf Hafen, Strand, Berge und Meer (s. Foto links)

Nachdem wir unser Gepäck abgestellt haben, essen wir in der Taverne "Posidónas", der ersten der Kette Tavernen und Ouzerien vom Anlegeplatz der Fähre aus. Sífnos ist für seine gute Küche bekannt. Große Köche stammen von hier, darunter der bekannte Kochbuchautor Nikolaos Tselementes. Spezialiltäten sind das im Tontopf zubereitete Lamm "Arní Mastélo" und verschiedene Gerichte aus Kichererbsen. Besonders gut sind auch die hiesigen Kapern. Kleine werden als Würze über Gerichte wie Bauernsalat und Kichererbsenpüree gestreut. Von größeren wire zusammen mit Zwiebeln und Kräutern eine warme Vorspeise bereitet, die als "Kapernsalat" bezeichnet wird. Wir wollen alles probieren und fangen mit den warmen Kapern, Arní Mastélo und Kichererbsenbällchen an. Auch Zicklein und andere Gemüse, wie Imam und gefüllte Tomaten und Paprika stehen auf der Karte des Posidon. Alles schmeckt hervorragend und die Inhaberin Sofía ist trotz großen Ansturms flink und freundlich. Zum Schluss bringt sie uns Melomakárona genannte mürbe, runde Kekse, die auch köstlich sind.

Den Nachmittag verbringen wir am Strand, einem schönen Sandstrand. Er fällt sehr langsam ab, so dass man lang durch das Wasser stapft, bis man Schwimmtiefe erreicht. Einige Tamarisken bieten Schatten.

Kamares ist ein typischer Ferienort: Pensionen, kleine Hotels, Ferienwohnungen, Restaurants und Cafés, kleine Supermärkte, zwei Bäcker, eine Motorrad- und Autovermietung, Fährbüro und mehrere Keramikwerkstätten. Weiße ein- bis dreistöckige Häuser mit blauen, grauen und braunen, hölzernen Fensterläden und Balkons ziehen sich die Hänge hoch oder stehen am Strand, wie das Hotel Boulis mit seiner kräftigen, blauen Aufschrift und das etwas hinter Schilf und Bäumen versteckte Hotel Afroditis. Dominiert ist der Ort von den steilen Berghängen zu beiden Seiten, zwischen denen sich Hafen und Strand ausdehnen. Der Bergzug linkerhand, wenn man von der Fähre auf den Strand blickt, trägt zwei weiße Kirchen auf seinen Gipfeln, die von der ersten Sonne am Morgen ebenso wie von den letzten Strahlen am Abend erhellt werden, und drei kleine Kirchlein an seinem Fuß.

*) Adressen:

Touristenbüros: Bei der Bushaltestelle in Apollonia (tel.: [+30] 22840 31977) und (saisonal) am Hafen in Kamares

weitere nützliche Telefonnummern und Reiseinformationen:

Sinfnosseite von greeka.com

offizielle Website (engl.)

Pension Meltimi: Kamares - Sifnos - tel.: (22840)31653 oder 33066, Handy: 6977 061890, e-mail: meltemi_sifnos@hotmail.com

Estiatorio Posidonas: - (Inhaberin Sofia Z. Patriarchi) - Kamares - Sifnos - tel: 22840-32362

20. April 2009

Reisebericht Westkykladen(6) - Serifos

Samstag, 20. September 2009:
Serifos: Livadi, Chora, Kallitsos, Panagiá, Pyrgos , Galani und Kloster Taxiarches

Mit unserem Hotel "Areti" *) sind wir sehr zufrieden. Es steht auf einem kleinen Hügel am fähranlegerseitigen Ortsende, der sich zwischen der Anlegestelle und dem schönen, ruhigen Strand "Livadakia" erhebt. Zur Fähre und zum Livadakia-Strand geht man jeweils nur rund fünf Minuten zu Fuß. Auch zum Ortszentrum sind es nur wenige Minuten. Statt der Straße zum Fähranleger und weiter am Meer entlang kann man auch Treppen auf der anderen Seite des Hügels hinab nehmen, die neben einer kleinen Mofavermietung auf die ins Zentrum führende Uferstraße münden. Von der Anlegestelle aus sieht man das Hotel oben am Hang zwischen anderen Gebäuden etwas versteckt liegen. Nur aus dem richtigen Winkel ist die Aufschrift "Hotel ARETI" zu lesen. Wir hatten sie gestern im Dunkel nicht erspät. Unser Zimmer Nr. 9 im ersten Stock ist geräumig und hat eine große, zur Hälfte mit Schilf überdachte Terrassse, von der wir auf den Hafen, den Hauptstrand des Ortes und Chora oben am Berg blicken (s. Foto - zum Vergrößern bitte anklicken). Der WC/Duschraum ist wie meist in Griechenland klein, doch hat er zumindest eine Ummauerung des Duschplatzes und einen Duschvorhang.

Wir nehmen um 8h den Bus hinauf nach
Chora. Erstmals auf der Reise ist es richtig kühl und trüb und soll später auch noch kräftig regnen. Das Dorf, dessen Häuser sich wie ein Spitzentuch über den schroffen Berghang legen, wirkt sehr "kykladisch" und homogen. Alte Windmühlen am Ortsrand runden das Bild eines typischen Kykladendorfes ab.

Ein einziges Ziegeldach sehen wir etwas weiter unten am Hang. Anonsten alles weiße Quader, die sich an den schroffen, antrhazitfarbenen Fels schmiegen, verbunden durch Treppen, enge Gassen und Durchgänge unter dicken Holzbalken. Aus dem Rahmen fallen nur zwei Gebäude: Die Kirche der Unterstadt, die in einem Rosa-Terrakottaton gestrichen und von einer leuchtendblauen Kuppel gekrönt ist. Und das Rathaus weiter oben. Es ähnelt stark dem von Kea mit einemAnstrich in hellem Ockergelb, hohen, von weißem Mauerwerk gerahmten Fenstern und davor kleinen schmiedeeisernen Balkonen, auf denen die griechische und europäische Fahne wehen, sowie Zierelementem aus dunkelroter Keramik auf dem Flachdach. Daran grenzt eine weitere Kirche an, diese weiß mit blauer Kuppel und kleinem Glockenturm. Hier weitet sich der größte Platz der Stadt mit Tavernen, die ihre Stühle und Tische auf das Pflaster gestellt haben.

Wir spazieren treppauf, treppab durch die Ortschaft, bevor wir schließlich den schönen, gepflegten, breiten Platten- und Treppenweg zurück hinab nach Livadi nehmen. Man geht in
gemächlichem Tempo mit vielen Fotostopps etwa 40 Minuten. Er endet an einer Sandstraße, die zum Hafen und Ortsstrand führt und an einer kleinen Brücke über ein trockenes Bachbett endet. Dort ist ein kleines Schild mir einem stilisierten Wanderer und der Aufschrift "Chora" angebracht, so dass sich der Weg von Livadi aus auch bequem in umgekehrter, wegen der Steigung schweißtreibenderer, Richtung finden lässt.

Zu Mittag essen wir in dem Restaurant "Takis" *) etwa in der Mitte der Hafenstraße Fischsuppe, Gigantes, Tzatziki und Lamm in Zitronensauce. Es ist das Restaurant mit der zu dieser Zeit größten Auswahl an Speisen: Fische wie die langen, dünnen Loutsos und roten "Skorpions" sind mit 50 Euro pro Kilo recht teuer, während die gekochten Speisen durchschnittliche Preise haben: Außer dem Lamm und der Fischsuppe gibt es u.a. gefüllte Weinblätter und Tomaten, Imam, Briam, eine Gemüsepfanne aus Zucchini, Paprika, Kartoffeln und Schafskäse, gefüllte Weinblätter und Kalamari-Stifado. Viele der anderen Lokale haben um diese Zeit ihr Angebot stark reduziert.

Danach nehmen wir um 14.30 h wieder den Bus und fahren nun durch: Erneut nach Chora und weiter die Höhenstraße nach Kallitsos. Wir kommen an dem etwas unterhalb der Straße gelegenen Ort Panagiá, den Dörfern Pyrgos und Galani und dem Kloster Taxiarches (.s Foto links) vorbei, das direkt an der Straße liegt. Wir erkennen den festungsartigen, strahlendweißen Quaderbau mit seinen Kuppeln wieder, der sich gestern in der Abenddämmerung hoch oben am Berg abgezeichnet hatte, als wir mit der Fähre vorbei fuhren. Wir steigen nicht aus dem Bus aus, da es keinen weiteren gibt, der an diesem Tag zurückgeht und inzwischen ein starker Regen eingesetzt hat. Busse nach Kallitsos fahren zur Zeit nur morgens um 6 h ab Chora und um 14.30 h ab Livadia und jeweils gleich wieder zurück bis Chora. Der Busfahrplan hängt an der Haltestelle an der Fähre. Gegen 15.50 h sind wir wieder in Chora, wo wir bis 17.00h auf den nächsten Bus hinab nach Livadía warten müssen. Zu Fuß zu gehen kommt nicht in Frage. Denn gerade hat sich der Regen, der den ganzen Nachmittag lang immer wieder einsetzte, kurz aufhörte und wieder losging, zu einem Wolkenbruch gesteigert. Wir überbrücken die Zeit in dem kleinen Kafenion oberhalb der Bushaltestelle, wo wir ein Glas schweren, cognacfarbenen lokalen Wein probieren. Kurz vor 17.00 h gehen wir zur Bushaltestelle und warten bis 17.15 h vergeblich auf den planmäßigen Bus. Statt dessen kommt ein Auto vorbei, das wir anhalten. Die Frau aus Athen, die mit ihren drei kleinen Kindern das Wochenende auf Serifos verbringt, hat volles Verständnis für unsere Notlage und nimmt uns mit. "Wird wohl wegen dem Regen sein, dass der Bus nicht fährt. Das kommt hier öfters vor, auch aus anderen Gründen, wie irgendwelchen persönlichen Gründen der Fahrer", meint sie und schwärmt während des weiteren Gesprächs von der guten Küche der Insel Sifnos, die wir als nächstes besuchen wollen. Bevor wir ins Hotel zurück gehen kaufen wir in einem der drei Supermärkte für das Abendessen eine Flasche einheimischen Wein, ein Stück des Hartkäses Kefalotyri, Kürbiskerne und ein Tütchen marinierte Kapern, die aus einem großen Glas abgefüllt werden und etwas salzig, jedoch köstlich schmecken. Außerdem nehmen wir eine Flasche offenen Souma in einer 1,5l-Wasserflasche mit. Genau wie man uns gesagt hatte, schmeckt er in etwa wie der Tresterbrand Tsipouro. Es scheint sich hier um einen reinen Tresterbrand zu handeln, obwohl man unter Souma auch beispielsweise auf Chios einen Feigenschnaps versteht.
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*)
Adressen:

Serifos: Hotel "Areti" - Livadi - Serifos - tel.: (0281)51479 (Athener Tel.-Nr.: (01)6444393 Restaurant "Takis": tel.: 22810-53358, Manager Takis Alexakis

19. April 2009

Reisebericht Westkykladen(5) - Kythnos und Serifos

Freitag, 19. September 2008:
Mit der Fähre nach Kythnos und Serifos
Unsere Fähre "Chozoviotissa" verlässt Keas Hafenort Korisia

Weiter geht es nach Serifos
Weil es an diesem Tag keine direkte Verbindung Kea - Serifos gibt, nehmen wir die Fähre um 8.30h nach Kythnos. Die Weiterreise nach Serifos ist erst abends oder am nächsten Tag, Samstag, um 10.30 h möglich. Just um 8.30 h, als sie eigentlich abfahren sollte, biegt die "Panagia Chozoviotissa" der Gesellschaft NEL, mit der wir im weiteren Verlauf dieses Urlaubs noch öfters fahren sollen, um die Kaimauer, dreht ihre Heckseite der Anlegestelle zu und lässt die Ladeklappe mit dem wohlvertrauten Kettenrasseln und Scheppern herunter. Zwei Hafenpolizisten in dunkler Uniform und zwei Arbeiter eilen herbei. Letztere fangen die zugeworfenen Leinen auf und machen sie fest. Wenige Kleinlaster, Privatautos und Personen steigen aus. Motorräder brausen heran und liefern Päckchen ein. Einige Autos, ein mit Baumaterialien beladener Laster und das große Wohnmobil "Bounty Hunter" reihen sich zur Auffahrt auf. Es nimmt nur wenige Minuten in Anspruch bis alle außer dem "Bounty Hunter" an Bord sind. Der saß beim Auffahrversuch mit seinem Bodenblech auf der Laderampe auf und musste zurückbleiben. Noch einmal während unserer weiteren Reise hatten wir ein ähnliches Szenarium mit einem Campinganhänger beobachtet. Die "Chozoviotissa", wie sie kurz genannt wird, ist eine der kleineren, älteren Fähren und offenbar nicht für Vehikel jedweder Art geeignet. Knapp eine Viertelstunde verspätet macht sie sich mit im Wind wehender weißblauer Heckfahne auf den Weg. Vorbei an den zwei schützenden Felsen vor dem Hafenbecken, dessen rechter einen kleinen Leuchtturm und die Nikolaoskapelle trägt, geht es hinaus auf Meer, das, sobald wir den geschützten Hafen verlassen haben, mit weißer Gischt gegen die Felsen schlägt und für ein leichtes Schaukeln des Schiffes sorgt. Fast eine Stunde geht es entlang der Insel mit ihrem ständigen Auf und Ab von sanften Hügeln und schmalen Tälern. Kaum eine flache Fläche. Auch die wenigen Strände sind schmal und klein. Sonst fällt der Fels direkt ins Wasser ab.

Endlich lassen wir Kea zurück und fahren auf das vor uns liegende Kythnos zu. Der bislang kräftige Wind legt sich nun, was auch das Geschaukel zur Ruhe bringt. Um 10.30 h kommen wir nach knapp unter zwei Stunden Fahrtzeit auf Kythnos an. Wieder wird es windiger und Wolken ziehen auf. Wir haben die Wahl, entweder um 18.20 h weiter nach Serifos zu fahren und somit dort im Dunkel anzukommen oder am nächsten Tag um 10.40 h die Fähre zu nehmen. Eigentlich wäre uns die letztere Lösung lieber gewesen, da wir gern bei Tageslicht ankommen und auch weil wir Kythnos und vor allem die nette Vermieterin
unseres Privatzimmers dort in guter Erinnerung hatten und gern eine Nacht geblieben wären. Als wir im Fährbüro erfahren, dass der Wetterbericht für den nächsten Tag Regen und Windstärke 8 vorhergesagt hat, entscheiden wir aber doch, am gleichen Tag weiter zu reisen, um einer unruhige Fahrt oder gar Streichung der Verbindung aus dem Weg zu gehen, die drohen könnte, falls die vorgesagten 8 Beaufort doch überschritten werden sollten. Denn ab 9 auf der Beaufortskala verkehren normalerweise keine Fähren.

Wir essen zu Mittag im Restaurant Byzantino (s. Foto links - zum Vergrößern anklicken!) : Arni Kléftiko, Tzatzíki und Octopus-Stifado, begleitet von einem guten offenen Rotwein. Wir hatten das Lokal von unserer letztjährigen Reise in sehr guter Erinnerung. Der Octopus ist auch diesmal hervorragend zubereitet, mit viel Lorbeer und ganzen Zwiebelchen. Doch das Lamm, das beim Öffnen des Pergamentpapiers zum Vorschein kommt, scheint ein Überbleibsel zu sein, das vorwiegend aus Knochen besteht. Naja, wohl ein Ausrutscher. Letztes Jahr, als wir öfters hier aßen, war die Küche insgesamt hervorragend.

Anschließend schwimme ich ein wenig am Stadtstrand gleich neben dem Restaurant Byzantino im Meer, das trotz des Windes hier recht ruhig ist. Hafen und Strand liegen geschützt in einer Bucht, um die sich die schlichten, ein- bis zweistöckigen Häuser scharen, die meißten weiß mit blauen oder braunen Fensterläden, viele mit Balkonen und Terrassen, einige mit Arkaden. Durch die vorgelagerten Felsen wirkt die Bucht fast kreisrund. Erst beim Herausfahren, erkennt man ihre offener Gestalt.

Vor der Abfahrt kaufen wir noch eine 1,5l-Flasche Tafelwasser, da an Bord meist nur 0,5l-Flaschen zum annährend gleichen Preis erhältlich sind. Dann setzen wir uns mit unserem Gepäck in das Restaurant Ostria gegenüber dem Anleger, um bei einem Kännchen Wein und einem Teller Gavros genannten kleinen Fischen auf die Fähre zu warten.

Kurz vor 18.00 h kommt die "Ag. Georgios", wendet und wirft eine für diese Jahreszeit ungewöhnliche Menge an Passagieren an Land, was wohl am beginnenden Wochenende liegen mag. Sie nimmt die üblichen Pakete und vereinzelte Personen und Autos auf und legt drei Minuten vor der im Ticket angegebenen Zeit ab. Obwohl sie schon eine Menge Passagiere auf Kythnos zurückließ, ist sie noch immer gut besetzt. Doch sind überall noch genügend Plätze frei.

Nach knapp einer Stunde Fahrt nähern wir uns Serifos. Dann geht es noch etwa 30 Minuten an dessen Küste entlang. Während Kea und Kythnos von Bord aus als monotone Folge sanfter, annähernd gleich hoher Hügel erschien, wirkt Serifos schroffer, durchsetzt von steilen Felswänden. Es geht an einem hoch oben in isolierter Lage gelegenen Kloster vorbei, dessen weiße Quader, Türme und Kuppeln sich schneeweiß strahlend von dem umgebenden dunklen Fels abheben. Der erhoffte Sonnenuntergang auf dem Meer bleibt aus. Einerseits hatte sich Dunst über dem Wasser gebildet. Andererseits schiebt sich ohnehin bald die Insel zwischen uns und die sinkende Sonne. Dafür leuchtet das letzte Sonnenlicht die Insel dramatisch aus. Der Fuß der Felsen erscheint als tiefschwarzer Überhang über dem ölig-silbrig-schwarzen Meer. Bald taucht eine Ansammlung weißer Häuser auf der Höhe auf und kurz darauf eine weitere, größere, wie ein weißer Spitzenschleier über den dunklen Fels geworfene. Märchenhaft, gespenstig wirkt das in der inzwischen eingetretenen Dunkelheit. Aus der Ferne sind die wenigen Lichter nur als leichtes Glitzern wahrnehmbar, erst bei weiterer Annäherung leuchten sie in dem weißen Spitzenschleier wie helle, schmückende Diamanten auf. Ein Versteckspiel beginnt. Im Vorbeifahren verschwindet das ganze Phänomen plötzlich hinter sich davor schiebendem Fels, um kurz darauf wieder aufzutauchen und immer mehr die Gestalt eines nächtlichen Bergdorfes anstelle des diamantenbesetzten Feenschleiers anzunehmen. Geplant war diese späte Anreise nicht. Doch sie hatte durchaus ihren besonderen Reiz. In der Dunkelheit suchen wir nicht lang nach einem Zimmer, sondern nehmen das nächste kleine HotelKykladen, Kythnos, Restauranttipp, Serifos, Übernac am Fähranleger, das Hotel "Areti", was sich als absolut keine schlechte Wahl erweist.
Adressen:
Kythnos:
empfehlenswerte Pension:
Anna Gouma (Merihas - Kythnos - tel.: 22810-32105; Handy: 6949 777.884)