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6. Dezember 2018

Bedeutung des Heiligen Nikolaus in Griechenland

Nikolaus-Ikone auf der Insel Lipsos (oder Lipsi)

Kapitän Stefanis bekreuzigte sich, nahm die Ikone des heiligen Nikolaos und stellte sie vorn an den Bug. Er flüsterte ihr zu: ›Ich stelle dich vorn an den Bug, mein heiliger Nikolaos, da deine Augen mehr sehen als zwei Menschenaugen. Sage nicht hinterher, daß du in der Kajüte warst und nichts gesehen hast! Der kurzbärtige Seeheilige blickte ihn stumm an. Er trug in seinen salzzerfressenen Händen ein Spielzeug, ein Schiff mit kleinen Menschen darauf. Er lächelte. Kapitän Stefanis beugte sich über ihn und küßte ihn.
                                                            Níkos Kazantzákis, ›Freiheit oder Tod‹

Nikolauskirche über Hafen von Rafina

In Griechenland gilt Agios Nikolaos - der Heilige Nikolaus von Myrna - vor allem als Schutzpatron der Seefahrt. Auf allen griechischen Inseln und an allen Küsten gibt es Kirchen und Kapellen des Heiligen.  Meist wacht eine im Hafen oder an dessen Ein- oder Ausfahrt über den Schiffsverkehr und das Wohlergehen der Seeleute. Viele Fischer haben ihre Boote auf den Namen des Heiligen getauft und führen seine Ikone mit an Bord.
Eine Funktion als Kinder-Ermahner und -Bescherer hat der Heilige in Griechenland indes nicht.

Nikolaos ist ein griechischer Name. Er setzt sich zusammen aus den  Wörtern  „Niki“ und „Laos“ und bedeutet: der Sieg des Volkes.

Am 6. Dezember feiern all jenigen, die  Nikolaos, Niki, Nikos, oder Nikoleta heißen, ihren Namenstag. Der Namenstag ist für die Griechen im übrigen wichtiger als der Geburtstag. Jeder der 365 Tage eines Jahres ist einem oder mehreren Heiligen gewidmet.

2. November 2017

Oktopus mit Tomaten




Zutaten
:

1 kg Oktopus
1 Liter Milch

1/2 Tasse Olivenöl
1/4 bis 1/2 Liter Weißwein
1 Zwiebel
1 Zehe Knoblauch
4-6 Tomaten
3-5 Lorbeerblätter
1 Teelöffel Thymian
1 Teelöffel gehackten Rosmarin
1 Teelöffel Oregano
5-7 Wacholderbeeren
1-3 Nelken
Pfeffer und Salz
ein wenig Pepperoni oder Pepperoni-Öl



Vorbereitung:

Den am besten vom Fischhändler bereits vorbereiteten Oktopus gut waschen.

Ist er nicht vom Fischhändler vorbereitet worden, muss man Mund, Augen und die Tinte aus dem Magen entfernen.

Über Nacht in Milch einlegen!


Zubereitung:

Am nächsten Tag die Fangarme abtrennen und in große Stücke schneiden. Auch den Korpus in Stücke schneiden.

Ohne Wasser in einen Kochtopf geben und ca. 1 Stunde zusammen mit Lorbeerblättern, Wacholderbeeren, Nelken und Pfeffer im eigenen Saft garen lassen. Ab und zu kontrollieren, ob noch ausreichend Flüssigkeit vorhanden ist. Falls nicht, Gartemperatur reduzieren und/oder  etwas Wein aufgießen. Auf keinen Fall Wasser verwenden! Das macht den Oktopus hart. Auch ab und zu mit der Gabel anstechen, um zu sehen ob er weich ist.

Falls am Ende der Garzeit noch Saft im Topf ist, abgießen und für später aufbewahren.

Öl zugeben. In dünne, halbe Scheiben geschnittene Zwiebel darin glasig werden lassen und warten, bis sie keinen Saft mehr absondert. Knoblauch, Thymian, Rosmarin und Oregano zugeben und kurz anbraten. Geschälte Tomaten hinzugeben und kurz anbraten. Weißwein zugeben und ca. 20-30 Minuten köcheln, bis sich die Sauce verdickt hat. Evt. noch etwas von der Kochbrühe hinzugießen. Mit Salz und Pfeffer und eventuell noch etwas Knoblauch und Peperoni oder Peperoncino abschmecken.
Vor dem Servieren, sofern vorhanden, mit etwas Basilikum oder Petersilien garnieren.

Zusammen mit Weißbrot, griechischen Kritharaki oder ersatzweise Spagetti und einem guten Weißwein genießen!







14. Januar 2017

Lammbraten - Arni sto Fourno

Lamm aus dem Backofen 

mit Wurzelgemüse und Kartoffeln

Griechischer Lammbraten - Eine Köstlichkeit!

Haltet danach in den Tavernen Griechenlands Ausschau ...

Αρνί (oder Αρνάκι) φούρνου (oder στο φούρνο) steht dort auf der Speisekarte geschrieben oder wird vom Wirt angepriesen.

Ausgesprochen wird das:
Arní  (bzw. Arnáki) fúrnu (bzw. sto fúrno)

Serviert wird Lammbraten in Griechenland meist mit Kartoffeln [auf Griechisch: πατάτες (patátes) oder πατατούλες (patatúles)]. Letzteres heißt eigentlich "Kartoffelchen", ist also eine Verkleinerungs- bzw Koseform. Denn die Griechen lieben ihre Leibgerichte so, dass die für sie gern die Koseform benutzen. Darum auch oben entweder prosaisch arní oder liebevoll arnáki).

Unbedingt probieren, auch wenn ihr vielleicht daheim kein Lamm mögt! Griechisches Lammfleisch ist köstlich. Es sind die natürliche, karge, großenteils aus Kräutern und Macchia bestehende trockene Nahrung griechischer Lämmer und ihre natürliche Lebensweise, die ihr Fleisch so lecker machen. Dazu kommt natürlich die geschickte, geduldige, gut gewürzte Zubereitung. 

.... oder versucht Euch selbst an Lammbraten

Hier das griechischen Tavernenwirten und Hausfrauen abgeschaute Rezept in meiner im kleinen Rahmen des deutschen Privathaushalts erprobten Lieblingsversion mit Wurzelgemüse:








Zutaten für 3-4 Personen:
  • 1 Lammschulter mit Knochen von ca. 1 bis 1,3 kg (mein Lieblingsteil! Ersatzweise: Lammhaxe. Ist das Teil kleiner, verringert sich die Garzeit)
  • Olivenöl
  • 4-5 Möhren
  • 4-6 Kartoffeln
  • 1 Petersilienwurzel (nicht unbedingt nötig)
  • 1/2 Knolle Sellerie 
  • Salz und Kräuter (frische Petersilie, Lorbeer, Thymian, Oregano und Rosmarin)
  • 2-3 Zehen Knoblauch

Zubereitung: 
  • Backofen auf 170 °C heizen
  • Möhren, Petersilienwurzel und Sellerie in kleine Würfel schneiden und in Olivenöl anbraten
  • Knoblauch, Lorbeer, Oregano, Thymian und Rosmarin dazugeben
  • die gewaschene und gesalzene Lammschulter auf die Kräuter und den Knoblauch legen
  • Kartoffeln rundum in der Pfanne / Kasserole verteilen
  • Weißwein aufgießen, so dass alles zumindest nahezu bedeckt ist
  • das Ganze mit Deckel in den Backofen schieben und bei 170 °C ca. 3 Stunden braten. 
  • Nach 3 Stunden Deckel entfernen, Temperatur auf 200 °C erhöhen und weitere 15 Minuten braten, bis die Haut schön hellbraun und resch ist.
  • Tranchieren, mit dem Gemüse und den Kartoffeln anrichten und frische Petersilie darüber streuen


 

10. April 2012

Melitinia oder Lichnarakia

Viele Familien backen dieses delikate Gebäck mit seinem einzigartigen Aroma zur Osterzeit. Doch auch für andere Festlichkeiten wie beispielsweise Hochzeiten wird es auf den ägäischen Inseln, vor allem auf den Kykladen, zubereitet. Als Spezialität gelten die Melitinia von Santorini, wie sie Frau Anna von Akrotiri herstellt.

Für den Teig nimmt sie 750 Gramm Mehl, ein kleines Glas Olivenöl und als Aroma Mastix ( masticha ) und verrührt das Ganze mit warmem Wasser zu einem weichen Teig, den sie dünn ausrollt. Mit einer Form sticht sie daraus runde Stücke.

Für die Füllung verrührt sie 1 Kilo Mizithra (einen Molken-Frischkäse) mit 1 Kilo Zucker. Dann gibt sie 4 Eier dazu, rührt weiter und fügt schließlich noch 6 Esslöffel Mehl, 2 Esslöffel Mastixpulver und ein wenig Vanille zu, die sie auch einrührt, bis sich eine dicke Masse bildet.

Natürlich gibt es verschiedene Varianten des Rezepts. Manche Hausfrauen verwenden ein wenig Ouzo, Zimt und/oder Nelken und manche nehmen Butter statt Olivenöl und Milch statt Wasser. Viele Rezepte schreiben auch, dass ein Ei in den Teig gehört und dass die Füllung mit Zucker und Sesam bepinselt wird. 


Auf jeden Teigkreis setzt Frau Anna einen Esslöffel Füllung. Aufgabe ihrer Töchter ist es, die Ränder hochzuziehen und mit dem Daumen einzudrücken.

Gebacken wird im vorgeheizten Herd für 20 bis 25 Minuten bei 180 Grad.
Es ist die Spezialität der ostägäischen Insel Chios, das Mastix, Mastik oder masticha genannte Harz des Mastikstrauches, was dem Gebäck sein einzigartiges Aroma verleiht.

Quelle: klearchosguidetothegalaxy.blogspot.de (Lizenz CC BY 3.0)