30. November 2009

Griechenland im Dezember - Namenstage, Kirchenfeste, Weihnacht

Weihnacht

Auch in Griechenland steht der Dezember im Zeichen des Weihnachstfests, das - anders als Ostern - in der griechisch-orthodoxen Kirche seit der Einführung des gregorianischen Kalenders zu den gleichen Terminen wie bei den Katholiken gefeiert wird. Anders als in anderen christlichen Religionen ist es jedoch nicht das größte Fest im Jahreszyklus. Weitaus bedeutender ist das Osterfest. In früheren Jahrhunderten war auch das Epifania-Fest am 6. Januar (Theofania) wichtiger als die Weihnacht.

Bräuche zum Fest

Den Weihnachtsbaum mag wohl der Bayerische Prinz Otto eingeführt haben, der ab 1832 als erster König des damals neu entstandenen Königreichs regierte. Die Angleichung und Kommerzialisierung der Bräuche unterschiedlicher Länder unserer heutigen, globalisierten Welt taten ein Übriges. So schmücken heute viele Griechen einen Weihnachtsbaum, obwohl Fichten und Tannen rar im Land sind und es ältere und für Griechenland mit mehr Sinn erfüllte Bräuche gibt, die fortbestehen und auf die man sich zunehmend rückbesinnt. Ein bedeutendes Symbol der großen Seefahrernation für das Weihnachtsfest ist das Schiff. Familien stellen zu Hause kleine Boote mit einem Licht darin auf, das während der Feiertage bis zum Epiphanie-Tag am 6. Januar brennt, und sehen darin oft einen Schrein für die Seeleute der Familie, die das Fest auf hoher See statt im Kreis der Ihren verbringen. Auch auf öffentlichen Plätzen wie in Chania auf Kreta, auf dem Aristotelis-Platz in Thessaloniki oder auf der Insel Chios stehen oft lichtergeschmückte Boote statt Weihnachtsbäumen. Mancherorts, wie beispielsweise auf Lesbos, ersetzt zuweilen ein mit vergoldeten Nüssen und Orangen geschmückter Ölbaumzweig den Nadelbaum. Bescherung in der Familie für die Kinder ist in Griechenland nicht am 24. Dezember, sondern erst am 6. Januar, dem Epifanie-Tag. Statt dessen gehen sie am 24. Dezember von Tür zu Tür und tragen - von metallenen Triangeln begleitet - sehr alte und regional unterschiedliche Gesänge, die sogenannten Kalanda vor. Zur Belohnung gibt es Weihnachtsgebäck, kleine Geschenke oder einige Münzen. Damit beginnt die dodekaimero genannte zwölftägige Weihnachtszeit. Vorausgegangen war ihr eine streng genommen 40-tägige, meist jedoch auf 3 Tage reduzierte Fastenzeit.

Kobolde

Kalikantzari heißen die rotäugigen, behaarten, nachtaktiven, boshaften Kobolde, die allerhand Unheil anrichten, beispielsweise das Herdfeuer löschen und die Milch sauer werden lassen. Um sie zu bannen, muss während der Weihnachtszeit, zu der sie ihr sonstiges Quartier unter der Erde verlassen, stets ein Feuer im Haus brennen. Dem gleichen Zweck dient eine Wasserschüssel mit einem Basilikumzweig und einem Kreuz, aus der täglich gesprenkelt wird.

Weihnachtsgebäck

Traditionelle Weihnachtsgebäcksorten sind sirupgetränkte Melomakarona und Kourambiedes genannte Butterplätzchen mit Mandeln und Puderzucker. In vielen Familien ist es auch Tradition große, kunstvoll verzierte Leibe süßen Brots, das Christopsomo, zu backen.

Namenstage weit verbreiteter Vornamen und Kirchweihfeste im Dezember

4. Dezember: Ag. Varvara

Als Eigennamen nicht allzu gebräuchlich, gibt es doch etliche Gotteshäuser dieses Namens. Der Tag der Heiligen Barbara (Agia Varvara) wird besonders in dem gleichnamigen Ort in der Präfektur Iraklio auf Kreta, in Pamfylla auf Lesbos und Louros nördlich von Preveza in der Region Epirus gefeiert

6. Dezember: Ag. Nikolaos

Der heilige Nikolaus, Ag. Nikolaos, der Bischof aus dem kleinasiatischen Myra, ist für die Griechen heiliger Schutzpatron der Seefahrt. Auf allen Inseln und an den Küsten gibt es Kirchen und Kapellen des Heiligen. Meist wacht eine im Hafen oder an dessen Ein- oder Ausfahrt über den Schiffsverkehr und der Wohlergehen der Seeleute. Nikolaos ist ein griechischer Name. Er setzt sich zusammen aus den Wörtern „Niki“ und „Laos“ und bedeutet " Sieg des Volkes". Es feiern nicht nur alle Nikolaos, Nikos und Nikoletas ihren persönlichen Namenstag, es finden auch zahlreiche Kirchweihfeste der diesem Heiligen geweihten Gotteshäuser statt, beispielsweise in Ag. Nikoláos auf Kréta, in Piräus, Alexandroupolis, Ermoupolis auf Syros, Skala Kallirachis auf Thasos und Petra auf Lesbos.

25. Dezember: Christos, Christina, Manolis

Auch ihren Namenstag feiern am ersten Weihnachtsfeiertag alle, die die Namen Christos, Christina oder Manolis tragen. Letzterer entspricht Emmanuel, hebräisch für den Namen des Messias.

17. Oktober 2009

Einblick ins griechische Literaturgeschehen

Einen interessanten Einblick in das griechische Literaturgeschehen abseits international bekannter Namen bietet die auch online als PDF-Datei verfügbare Broschüre "Neue Bücher aus Griechenland" , die die Griechische Kulturstifung anlässlich der Frankfurter Buchmesse 2009 herausgebracht hat. Darin werden griechische Autoren und einige ihrer bislang noch nicht ins Deutsche übersetzten Werke vorstellt in der Hoffnung, dass sich Verlage finden, die sie auch einem Publikum zugänglich hierzulande zugänglich machen, handelt es sich dabei doch um bedeutende Werke, die den Autoren in Griechenland Anerkennung bis hin zu begehrten Preisen brachten und nun von einem Expertenkreis ausgewählt wurden, um auch das Ausland aufmerksam zu machen. Denn viel zu wenig griechische Literatur der Gegenwart wird ins Deutsche übertragen.

15. Oktober 2009

Neue Website online

Seit September ist meine neue Website zu meinem Buch "Griechenland erleben - Mehr als Säulen und Sonne" online. Dort erwarten Sie
  • stets neue Artikel rund um alles, was man in Griechenland außer Dauersonnenschein und Resten der Antike sonst noch mit Leib und Seele genießen kann;
  • Veranstaltungstipps;
  • Links;
  • und Lesenproben und Informationen zu meinem Buch "Griechenland erleben - Mehr als Säulen und Sonne"

9. Oktober 2009

Mai 2010: Dalaras in München, Wien, Stuttgart, Frankfurt, Düsseldorf, Zürich und weiteren europäischen Städten

Nächstes Jahr im Mai geht er wieder auf Europa-Tour, Giorgos Dalaras, einer der beliebtesten und im In- und Ausland erfolgreichsten griechischen Sänger. Folgende Termine sind geplant:

München - Di. 4. Mai, Circus Krone
Wien - Mi. 5. Mai, Konzerthaus
Stuttgart - Fr. 7. Mai, Liederhalle
Frankfurt - Sa. 8. Mai, Jahrhunderthalle
Düsseldorf - Do. 13. Mai, Philipshalle
Zürich - Sa. 15. Mai, Kongresshaus

Einzelheiten unter www.george-dalaras.eu

7. Oktober 2009

Sozialisten an der Macht - Giorgos Papandreou neuer Premier

Politik ist eigentlich keines der Themen, mit denen ich mich auf dieser Website auseinandersetzen will. Doch ganz ignorieren will ich den Regierungswechsel in Griechenland dann doch auch nicht. Darum zumindest kurz und unkommentiert die Meldung:

Mit dem Wahlsieg der linken Volkspartei Pasok wird deren 57-jähriger Führer Giorgos Papandreou der neue Premierminister Griechenlands – ein Posten, den schon Papandreous Vater und Großvater innehatten.

1. August 2009

ADAC hat griechische Fähren getestet

Der ADAC hat mal wieder Autofähren getestet.

Sabine Zuschrott war der Name der Projektleiterin. War da Nomen Omen?

Zu Schrott taugen offenbar einige der unter die Lupe genommenen Kähne!

Anders als beim letzten, internationalen Test 2006 hat der ADAC beim Fährentest 2009 ausnahmslos innergriechische Fähren getestet. Damit ist ein unmittelbarer aktueller Vergleich mit der Situation in anderen Ländern diesmal auch nicht möglich. Jedenfalls gab es bei den auf griechischen Gewässern verkehrenden Autofähren etliches zu bemängeln. Von 14 getesteten Schiffen erhielt nur eines die Note "sehr gut", fünf wurden als "gut" eingestuft. Der Rest war "mangelhaft" bzw. "sehr mangelhaft". Die Bewertungsliste kann man auf der ADAC-Website online einsehen. Auch die Vorgehensweise beim Test lässt sich dort nachlesen.

Dabei hatten im letzten, umfangreicheren, internationalen Test 2006 die griechischen Fährbetreiber verhältnismäßig gut abgeschnitten und mit der Fähre „Olympic Champion“ der Gesellschaft Anek Lines, die in allen Kategorien Bestnoten erzielte, den Testsieger gestellt.

6. Juli 2009

Auf dem 5. Griechisch-Bayerischen Kulturtag am 28.06.09 in München


Der Tag am Münchner Odeonsplatz mit viel Musik und Tanz, griechischen Spezialitäten und Informationsmöglichkeiten über Griechen und ihre Aktivitäten, Interessen und Vereine vor allem im Münchner Raum hat sehr viel Spaß gemacht. Weitere Fotos gibt es auf Flickr.

Zum Glück hielt sich das Wetter recht gut, nur zweimal hat es kurz ein wenig geregnet. Getanzt wurde nicht nur auf der Bühne in schönen Trachten, sondern auch immer wieder zum Mitmachen für alle auf dem Platz. Durch das Programm führten geistreich Fanny Atheras und Klaus D. Below vom Bayerischen Rundfunk und auch allerhand Prominenz aus Kirche und Regionalpolitik war aufgeboten und sprach Grußworte. In der Theatinerkirche trug der Griechische Musikverein orthodoxe Hymnen mit guten deutschsprachigen Einleitungen vor und es gab eine Ikonenausstellung.

Leider hatte ich nur am Sonntag Zeit. Auch schon am Freitagabend und Samstagnachmittag standen Veranstaltungen auf dem Programm. Besonders interessiert hätte mich auch die Lesung und Diskussion mit Petros Markaris, dem bedeutenden griechischen Autor, der vor allem für seine Krimi-Serie um den Komissar Kostas Charitos bekannt ist, am Samstag Abend.

Ich hatte gar nicht geahnt, wie viele Aktivitäten es in München gibt. Allein schon das “Griechische Haus” hat ein sehr umfangreiches Programm und ist eine hervorragende Begegnungsstätte. Daneben gibt es zahlreiche Vereine, wie die der Kreter und Pontosgriechen, die Tänze aufführten, eine sehr aktive Kirchengemeinde und vieles mehr. Ich habe mir eine Menge Informationsmaterial mitgenommen und werde es mal bei Gelegenheit in einem eigenen Artikel zusammenfassen.

21. Juni 2009

Das neue Akropolis-Museum

AkropolisMuseum

Atemberaubend ist sie zweifelsohne, die Akropolis – dominantes und weithin sichtbares Wahrzeichen Athens!
Atemberaubend im wahrsten Sinn des Wortes auch das neue Akropolis-Museum! Weit mehr an Schwindelfreiheit als die Erklimmung des Akropolis-Hügels fordert das Vordringen zu den Ausstellungsstücken des Erdgeschoßes! Denn der Fußboden ist aus Kunstglas, durch das man bis zu acht Meter tief auf die unter dem Museum liegende Ausgrabungsstätte mit Siedlungsresten aus dem Zeitraum von der Antike bis zum 13. Jahrhundert blickt.

AkropolisBoden1

Obwohl das gesamte Museum erst am 20. Juni 09 seine Pforten öffnete, hatte es bereits vorher eingeladen, einen Blick hinein zu werfen. So konnten mein Mann und ich uns bereits im Oktober 08 im Erdgeschoß umsehen. Mir kam es wie ein wunderbares Schweben in Zeit und Raum vor. Unter mir ausgebreitet uralte Mauern und die Fundamente des Hauses, in dem ich mich befand. In greifbarer Nähe beeindruckende, kunstvolle, jahrtausendealte Exponate. Nach draußen öffnete sich durch die Glaswände der Blick auf die Akropolis vor dem strahlend blauen Himmel. Ich hätte mir nie vorstellen können, wie sich das Akropoliserlebnis in diese Dimension noch steigern lässt. Meinem Mann hingegen trübte ein flauer Magen und unsicherer Schritt über dem kunstglasbedeckten Abgrund beträchtlich die Freude und er war nicht der einzige unter den Besuchern, die recht zaghaft dahinschritt. Einige sah ich gar entmutigt nach einigen Schritten umkehren. Eben nicht jedermanns Sache. Aber auch gerade für die nicht ganz Schwindelfreien mag es vielleicht die abgeforderte Überwindung beim Überschreiten des Abgrunds, gepaart mit dem leichten Anstieg der Glasrampe sein, die das Gefühl für die Erhabenheit der Exponate, von denen man sich schließlich fesseln lässt, vertieft.

Einige Fakten:

Das neue Museum am Fuß der Akropolis umfasst drei Stockwerke und eine Fläche von rund 25.000 Quadratmetern. Entworfen wurde es von dem Schweizer Architekten Bernard Tschumi.
Ca. 130 Millionen Euro sollen die Baukosten betragen haben, elf Jahre die Bauzeit.
Der Eintritt beträgt noch bis Ende des Jahres nur 1 EUR.
Öffnungszeiten sind täglich außer Montags und Feiertags von 8.00 morgens bis 8.00 abends.

AkropolisMuseumExponat

20. Juni 2009

München, 26.-28. Juni 2009: 5. Griechisch-Bayerischer Kulturtag

München, 26. – 28. Juni 2009:
5. Griechisch-Bayerische Kulturtage

Wann?: 26.-28. Juni 2009
Wo?: München: Odeonsplatz, Rathaus und LMU
Was?: Griechisch-Bayerischer Kulturtag mit Tanz, Musik, Film, interessanten Begegnungen und vielem mehr


Ich hatte es ja schon vor einiger Zeit angekündigt. Doch damals war das Programm noch vorläufig. Nun ist das offizielle Programm online. An einem der Highlights hat sich nichts geändert. Der bekannte Krimiautor Petros Markaris kommt.

3. Juni 2009

Neustadt a.d. Weinstr., 01.07.2009 - Kostas Antoniadis m. Ensemble

Neustadt an der Weinstraße: Mittwoch, 1. Juli 2009, 20:30 Uhr
Kostas Antoniadis mit Ensemble

Das Konzert findet im Rahmen des Musik Open Air- Programms "Neustadt unterm Himmelszelt" im Rathaus-Innenhof statt (bei Regen in der Aula des Leibniz-Gymnasiums).

In der Ankündigung heißt es dazu:
Kostas Antoniadis ist hinsichtlich seines meisterhaften Bouzoukispiels ein einzigartiger Vertreter griechischer Musik in Deutschland. Virtuos und temperamentvoll sind seine solistischen Kabinettstückchen, einfühlsam und authentisch die Darbietung griechischer Lieder aller Stilrichtungen, verblüffend das Klangvolumen, das er der kleinen Baglamas entlockt. Seine langjährige Erfahrung als Berufsmusiker und sein intensives Studium der Spieltechniken schaffen die Voraussetzungen für ein musikalisches Feuerwerk, das das Publikum unweigerlich in seinen Bann zieht und entführt in die von Lebensfreude, Lust und Leidenschaft geprägte Stimmung einer griechischen Taverne.

Das Ensemble spielt griechische Musik in ihrer ganzen Vielfalt. Eine wesentliche Bereicherung erfahren die Konzerte durch die Eigenkomposition von Kostas Antoniadis, die geprägt sind durch die Erinnerungen an die griechische Heimat. Eintritt: Abendkasse 17,- Euro, VVK* 14,- Euro (zzgl. VVK-Gebühr)

Weitere Informationen und Bilder sind auf der Website des Musikers Kostas Antoniadis zu finden.

30. Mai 2009

Nürnberg: 19.06.bis 21.06.09: Festveranstaltungen zum 10jährigen Kavala-Nürnberg-Jubiläum

Anlässlich des 10-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft Nürnberg-Kavala ist ein interessantes Programm mit Festakt, Bürgerfest und Ausstellungen geboten.

13. Mai 2009

Berlin, 26.06: Maria Farantouri und Giorgos Dalaras

Als Hommage an den großen Dichter Giannis Ritsos, der im Mai dieses Jahres 100 Jahre alt geworden wäre, ist dieses KonzertLink mit Vertonungen seiner Werke gedacht.

Da ich selbst in Süddeutschland wohne, ist mir der Weg nach Berlin zu weit. Sonst hätte ich das Konzert sehr gern besucht, denn gerade die Symbiose griechischer Poesie und Musik finde ich immer wieder bezaubernd und beide, Farantouri und Dalaras gehören zu meinen Lieblingsinterpreten.

Doch zu dem gleichen Termin bietet auch das meiner Heimatstadt viel nähere München mit den 5. Griechisch-Bayerischen Kulturtagen ein interessantes griechisches Kulturprogramm, zu dem u.a. der griechische Autor Petros Markaris erwartet wird. So fällt meine Wahl für das Wochenende auf München, da der Weg dorthin für mich nicht so weit ist.