17. Juni 2011

Wird Finanzkrise zur politischen Krise Griechenlands?

In den letzten Tagen spitzte sich die Situation in Griechenland zu.
Nach wochenlangen friedlichen Protesten der Aganaktismeni ( = Verärgerten / Wütenden) auf den Plätzen griechischer Städte, kam es am 15. Juni, dem Tag eines von Kundgebungen der Gewerkschaften begleiteten Generalstreiks zu Straßenschlachten zwischen radikalen Demonstranten und der Polizei. Am nächsten Tag übte Amnesty International Kritik am Verhalten der Ordnungskräfte, da Verletztenbilanzen und Videomaterial exzessive Anwendung von Gewalt und Tränengas dokumentierten.

Der griechische Premier Papandreou stieß mit seinem Appell um Unterstützung und Zusammenarbei an die Opposition dort auf taube Ohren. Er kündigte am 15. Juni eine Umbildung des Kabinetts und die Vertrauensfrage an. Nachdem kurz darauf zwei Abgeordnete aus den eigenen Reihen ihren Rücktritt erklärten, wurde zunächst jedoch eine Krisensitzung der Regierungspartei PASOK einberufen. Die Rede, die Papandreou dabei hielt wurde life auf dem Regierungsportal übertragen und ist nun auch auf Youtube zu sehen.

13. Juni 2011

Satire auf Rede Papandreous

Wie immer in schweren Zeiten sieht so mancher die Schuld dafür bei den Politikern. George Omadeon hat seinem Unmut auf seine Weise Luft gemacht und sich große Mühe mit einer Satire gegeben, in der zwei imaginären Charaktäre eine Rede des griechischen Premiers Papandreou zerpflücken und Szenen das Gesagte kommentieren (griechisch/englisch):

Troika Hero (greek subs) original animation satire of George Papandreou from George Omadeon on Vimeo.

9. Juni 2011

Theodorakis und die Wutgriechen (Fortsetzung)

Nach seiner Ansprache am 31. Mai in Athen, engagiert sich der griechische Komponist Mikis Theodorakis weiter in der Protestbewegung der wütenden Griechen und der eigenen von ihm gegründeten basispolitischen Bewegung namens Spitha (Funken). Am gestrigen Mittwoch, den 8. Juni 2011, protestierte er auf dem Aristotelous Platz in Thessaloniki, nachdem der Bürgermeister der Stadt Yiannis Boutaris seine geplante Rede auf dem Platz nicht genehmigt hatte, was seine Anklage durch den Bürgermeister zur Folge hatte.

Quelle: griechische Tageszeitung Kathimerini

2. Juni 2011

Theodorakis und die Wutgriechen

Bislang weitgehend von den großen Medien unbeachtet protestieren und diskutieren nunmehr seit einer Woche zehntausende Griechen auf den Plätzen ihrer Städte. Als Aganaktismeni ( d. h. Verärgerte / Wütende / Empörte) bezeichnen sie sich. Ihre Zusammenkünfte sind friedlich und spontan. Es stehen keine Interessengruppen wie Gewerkschaften und Berufsverbände dahinter. Das unterscheidet sie von bisherigen Protestveranstaltungen. Dem Desinteresse der klassischen Medien setzen sich Onlinemedien wie Twitter und Facebook entgegen, wo man die Bewegung unter dem Stichwort #greekrevolution bzw. Αγανακτισμένοι στο Σύνταγμα verfolgen kann (allerdings großenteils auf Griechisch).
Auf Youtube und Flickr findet man Videos und Bilder, wie beispielsweise die Alben von tom.tziros. Darin hat er die Zusammenkünfte Tag für Tag von ihrem Beginn am 25.5. an dokumentiert. Natürlich findet man auch Berichte auf Indymedia (englisch). Unter den deutschen Medien berichtet beispielsweise Telepolis.
Am 31. Mai 2011 hat sich auch der 86jährige, Zeit seines Lebens politisch interessierte und aktive große griechische Komponist Mikis Theodorakis zu den Protestierenden gesellt und das Wort an sie gerichtet.

27. Mai 2011

Europa-Tournee von Charis Alexiou

In den nächsten Tage ist die beliebte griechische Sängerin Charis ( Haris ) Alexiou im Rahmen ihrer Europa-Tour in zahlreichen europäischen Städten life zu erleben.

Hier die Tourdaten:
Sonntag, 29.5.2011, Wiener Konzerthaus, Wien
Dienstg, 31.5.2011, Circus Krone, München
Mittwoch, 1.6.2011, Liederhalle, Stuttgart
Donnerstag, 2.6.2011, Kongresshaus, Zürich
Samstag, 4.6.2011, Jahrhunderthalle, Frankfurt
Sonntag, 5.6.2011, Philipshalle, Düsseldorf
Dienstag, 7.6.2011, Cirque Royal, Bruxelles

Und hier als Kostprobe eines meiner Lieblingslieder dieser großen griechischen Sängerin:


26. Mai 2011

Verärgerung und Empörung treibt Griechen auf die Straße


Mehr als 30.000 Menschen fanden sich gestern auf dem Athener Syntagma-Platz ein, um friedlich ihrer Verärgerung über die Wirtschaftskrise und die Sparmaßnahmen der Regierung Ausdruck zu geben. Ähnliche Bilder boten sich in anderen griechischen Städten wie Patras und Thessaloniki


Neben solchen vor allem - aber nicht nur - von jungen Leuten organisierten und besuchten allgemeinen Zusammenkünften, die sich an spanischen Vorbildern orientieren, protestieren immer wieder vielerorts Betroffene - wie beispielsweise die Hafenarbeiter von Piräus gegen die geplante Privatisierung des Hafens und die Angestellten der Postbank und Telekommunikationsgesellschaft OTE gegen deren zunehmende Privatisierung.
Die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (ADEDY) und die der Privatwirtschaft (GSEE) haben eine Protestkundgebung am 4. Juni am Athener Klafthmonos-Platz, dem „Platz der Tränen", angekündigt. Am 21. Juni soll möglicherweise ein 24-stündiger Generalstreik folgen. Bereits am 28. Mai will sich zudem die der kommunistischen Partei nahestehende Gewerkschaft PAME, um 11.00 Uhr, zu einer Protestkundgebung am Omonia-Platz treffen.

Quellen:
Tageszeitung To Vima
Griechenlandzeitung
Newsbeast.gr

20. Mai 2011

Merkel, die Griechen, die Deutschen und die Statistik

Man mag sie nicht sonderlich in Griechenland, die deutsche Kanzlerin Merkel.
Mehr noch als was sie sagt, eckt an wie sie es sagt. So auch bei diesen kürzlich gefallenen, schon recht populistisch anmutenden Worten:
„Es geht auch darum, dass man in Ländern wie Griechenland, Spanien, Portugal nicht früher in Rente gehen kann als in Deutschland, sondern alle sich auch ein wenig gleich anstrengen. Das ist wichtig.“

und

"Wir können nicht eine Währung haben und der eine kriegt ganz viel Urlaub und der andere ganz wenig"

In seinem Kommentar in der griechischen Zeitung Kathimerini meint Nick Malkoutzis gar, viele der pauschalen Vorwürfe über Faulheit, Korruptheit und Inkompetenz der Griechen grenzen an Rassismus und Merkels Worte fallen in diese Kategorie. Er nimmt sie deshalb zum Anlass, die Zahlen anhand von Eurostat-Statistiken zu vergleichen:

Danach war letztes Jahr das unterste Renteneintrittsalter in Griechenland 61.4. In Deutschland war es 62.

Malkoutzis weist weiter darauf hin, dass Deutschlands 2007 beschlossenes Rentenreformgesetz das früheste Renteneintrittsalter bis 2029 auf 63 anheben will, während das letztes Jahr in Griechenland erlassene Rentengesetz das entsprechende Alter bis 2015 auf 63.5 anhebt.

Zu Merkels Forderung nach gleichen Urlaubszeiten zieht er eine Studie der Mercer Human Resource Consulting heran. Sie stellte insgesamt große Unterschiede bei den Urlaubsregelungen innerhalb der EU fest, wobei sich Griechenland und Deutschland nur unwesentlich unterscheiden: Ein griechischer Angestellter mit einer Dienstzeit von 10 Jahren hat danach 37 freie Tage jährlich (von denen 12 gesetzliche Feiertage sind). Sein deutscher Kollege hat 33 days freie Tage jährlich (13 davon gesetzliche Feiertage).

Die Unterschiede zwischen Griechenland und Deutschland sind also nicht groß.




31. März 2011

Die Erzählung "Meine Freundin, die Nonne" spielt in griechischen Klöstern

Hier eine detaillierte Rezension der Erzählung von Ilka Piepgras über ihre zum orthodoxen Glauben konvertierte Jugendfreundin und ihre Begegnungen mit ihr, ihrem Glauben und den Klöstern, in der sie lebt.

28. März 2011

Griechen protestieren gegen Chipausweis

Diesen Sonntag gingen viele in Athen gegen den geplanten neuen Ausweis mit elektronischem Chip auf die Straße. Für die einen spielten Datenschutzgründe eine Rolle, für andere das Fehlen der Angabe der orthodoxen Religion. Einige störten sich gar daran, dass der Code die Ziffern 666 enthalte, die angeblich auf Luzifer und Satanismus verweisen und die Apokalypse heraufbeschwören.

Quelle: Hellasfrappe

19. März 2011

Athen bei Nacht per Rad in Gesellschaft Tausender

Die Griechen entdecken das Radeln. Gerade hat das Gesundheitsministerium die geplante Einrichtung einiger Stationen zum kostenlosen Ausleihen von Fahrrädern in Städten wie Athen und Thessaloniki angekündigt.

Unterdessen sind schon Tausende auf Athens Straßen per Fahrrad unterwegs, vor allem in der Freitagnacht. Was vor etwa drei Jahren als gemeinsame Radltour einer Handvoll Freunde begann hat sich mittlerweile zu einem freitäglichen Massenevent entwickelt. Weit über 16.000 Mitglieder hat die Facebook-Gruppe FREEDAY - ΠΟΔΗΛΑΤΕΣ, die das Event mit wechselnden, auf Facebook kurz vorher angekündigten Treffpunkten und Strecken organisiert.


Meist geht es im Zentrum Athens in der Nähe der U-Bahn-Stationen Monastiraki und Thissio los. In den 4 bis 5 Stunden zwischen circa 21.50 Uhr und 3.00 Uhr morgens werden ungefähr 30 bis 50 Kilometer zurückgelegt.

4. März 2011

Griechenland beim Eurovision Song Contest 2011

Loukas Yiorkas and Stereo Mike werden Griechenland beim Eurovision Song Contest 2011 vertreten.


Ausgewählt wurde der Song Watch My Dance am 2. März unter fünf Kandidaten bei einer Live Show Ellinikos Telikos 2011 der griechischen Rundfunkgesellschaft ERT.

Quelle: http://www.eurovision.tv/ und
www.greeknewsagenda.gr

16. Februar 2011

Monika - Erfolgreiche, junge griechische Pop Folk Sängerin

Die junge griechische Liedermacherin und Sängerin schaffte 2008 ihren Durchbruch mit dem Platin-Debutalbum “Avatar”. Nun erschien ihr Album “Exit".





Obwohl viele griechische Kolleg(inn)en ihre Texte auf Griechisch verfassen und ganz allgemein in der griechischen Chanson- und Popszene bei weitem nicht so stark wie bei uns die englische Sprache dominiert, haben Monikas Songs englische Texte. Zur Begründung sagt sie:

Man muss gewissermaßen ein Poet sein, um griechische Texte zu schreiben

was ja von einer gewissen Achtung ihrerseits vor griechischsprachigen Liedern zeugt. Tatsächlich ist es so, dass griechische Liedtexte meist sehr poetisch sind. Oft werden Gedichte großer Griechischer Poeten vertont, darunter sogar Nobelpreisträger wie Giorgos Seferis und Odysseas Elytis. Kein Wunder dass eine so junge Künstlerin Scheu hat, in solche große Fußstapfen zu treten.

Monika Christodoulou ist 1985 in der kleinen Stadt Karpenissi in Zentralgriechenland geboren. Sie spielt Saxophon, Gitarre, Harmonika und Trommeln und studiert an der Athener Universität Mathematik.

Als ihre Einflüssse nennt sie in einem Interview mit der griechischen Tageszeitung Kathimerini neben ausländischer Musik wie beispielsweise den Beatles den griechischen Komponisten Stavros Xarchakos. Seine Rebetika findet sie total psychedelisch, mehr als Pink Floyd.

Quelle: Kathimerini