6. Januar 2016

Streikankündigungen für griechischen Flug- und Bahnverkehr


Flüge


Für diesen Freitag, den 8. Januar 2016, hat der griechische Gewerkschaftsverbund der zivilen Luftfahrt OSYPA einen 24-stündigen Streik angekündigt. Deshalb muss mit Ausfällen im innergriechischen Flugverkehr gerechnet werden. Internationale Flüge sollten vorraussichtlich nicht davon betroffen sein. (griechischsprachige Pressemitteilung)

Eisenbahn und Proastiakos

Nächste und übernächste Woche sind wiederholte jeweils 3-stündige Streiks bei der griechischen Bahn geplant, und zwar
14. Januar 2016: 12:00 bis 15:00 Uhr
12. Januar und 19. bis 21. Januar 2016:  jeweils 5:00 bis 8:00, 13:00 bis 16:00 und 21:00 bis 24:00 Uhr. 
Neben der Eisenbahn griechenlandweit ist auch der Athener Proastiakos, wie die Vorstadt- bzw. S-Bahn genannt wird, betroffen. 
 (griechischsprachige Pressemitteilung)

5. Januar 2016

Umdenken angesagt!

(aktualisiert am 9. Februar 2017)
Heute ist mal wieder einer der Tage, an denen alles zusammenzupassen scheint. Draußen kommt hier in Augsburg immer wieder für längere Zeit die Sonne durch, obwohl der Wetterbericht Wolken und Regen gemeldet hat. Und ganz ähnlich geht es mir mit meiner heutigen Lektüre und der Sendung, die ich zwischen 11:00 und 12:00 Uhr im Radio gehört habe (um 20:05 Uhr wird sie auf Bayern2 wiederholt). Das Buch, das ich heute zu Ende gelesen habe, ist Time for Change des ehemaligen griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis und das wunderbare Radiofeature, das ich gehört habe, "Griechische Seelenlandschaften" von Alkyone Karamanolis, das übrigens auch leider inzwischen nicht mehr zum Nachhören und herunterladen auf der Senderwebsite bereitsteht - sehr empfehlenswert! Und auch Buch und Sendung "passen zusammen". Was ihnen gemein ist, ist dass sie ihr Thema gegen den Strich bürsten und es in einer Weise präsentieren, die aufhorchen lässt, Lethargie überwinden und neue Wege suchen hilft. Und damit bringen Buch und Sendung auch etwas ganz unverhofftes Licht ins trübe Dunkel einer festgefahren erscheinenden Situation und Betrachtensweise.

"Wie ich meiner Tochter die Wirtschaft erkläre" ist der Untertitel von Varoufakis Buch und tatsächlich liefert es eine leicht nachzuvollziehende Erklärung unserer heutigen Marktwirtschaft und ihrer Geschichte. Wie schon sein Haupttitel "Time for Change" nahelegt, ist es aber auch Aufruf, sie zu hinterfragen und nach neuen Wegen zu suchen. Und Varoufakis prangert eklantante Ungleichheit an."Obwohl alle Babys gleich nackt zur Welt kommen, ist es einigen vorbehalten, teure Kleidchen zu tragen, während die anderen zu Hunger, Verelendung und Ausbeutung durch andere verurteilt sind. Behalte die Auflehnung gegen diese angeblich so logische, natürliche und gerechte Realität im Herzen" ermahnt er seine Adressatin - seine Tochter.

Auch das Radiofeature "Griechische Seelenlandschaften" hat einen Untertitel: "Von Umbrüchen und Aufbrüchen". Eingebettet in Lyrik der zwei griechischen Literaturnobelpreisträger Odysseas Elytis und Giorgos Seferis lässt Alkyone Karamanolis einen gescheiterten Jazzbarbesitzer und nunmehr vorübergenenden Friedhofswärter zu Wort kommen. Sie spricht mit dem griechischen Künstler Poka-Yio. Man hört die Psychologin und Autorin Fotini Tsalikoglou und die mit ihrer binationalen Familie in Athen lebende Übersetzerin Doris Wille. Alkyone Karamanolis spricht in diesem sehr persönlichen Feature aber auch von ihrem eigenen Weg als Reporterin, von den Mühen, die sie sich auftut, um die gängige Krisenberichterstattung in den Medien zu hinterfragen und nicht nur über Zahlen und Einzelschicksale zu berichten, sondern Zusammenhänge zu begreifen und anderen verständlich zu machen. Sie weist auf Studien und Stellungnahmen von Menschenrechts- und Wirtschaftsexperten hin, die beispielsweise im Jahr 2014, als die Medien vollauf damit beschäftigt waren, gegen die sich abzeichnenden Machtverhältnisse in Griechenland anzuschreiben, unter den Tisch gekehrt wurden und kaum Erwähnung fanden und zeigt weitere Schieflagen in der allgemeinen Berichterstattung über Griechenland auf. Inspiriert durch die immer wieder eingestreuten Gedichte und Klänge und aufgerüttelt durch die Aussagen und Fakten, die so auf fruchtbaren Boden fallen, kann man nicht umhin, Frau Karamanolis auf ihrem Weg zu folgen und selbst ans Umdenken zu denken.Und das passt wiederum hervorragend zum Start in ein noch junges Jahr!

1. Januar 2016

Der Heilige Vasilis und das Neujahr in Griechenland

Bescherung


In Griechenland beginnt das Neue Jahr gleich mit Geschenken. Denn am 1. Januar ist der Tag des Heiligen Basilius oder Basilis (sprich: Vasilis). Es handelt sich dabei um den gleichen Heiligen, den westliche Religionen wie beispielsweise die katholische und evangelische einen Tag später feiern. In Griechenland hat man diesen Heiligen traditionell damit betraut, sich um das Geschenkebringen zu kümmern. Denn der Hl. Nikolaus, der das in westlichen Ländern in der Gestalt des Santa Claus oder Weihnachtsmanns erledigt, hat in Griechenland damit nichts am Hut. Der ist in der großen Seefahrernation anderweitig ausgelastet. Er ist der Patron der Schiffe und Seeleute und hat als solcher alle Hände voll zu tun. Also muss sich der Heilige Basilis die rote, pelzbesetzte Zipfelmütze aufstülpen und die Bescherung übernehmen.

Vasilopita - Der Neujahrskuchen mit Glückbringer

 Es ist Brauch, einen spezielles Kuchen für das Fest des Heiligen Vasilios zu bereiten, in den als Glückssymbol eine fluri genannte Münze eingebacken wird. Dieses vasilopita genannte Gebäck steht im Zentrum der Neujahrsfeier, unter deren Gästen es verteilt wird. Wer den fluri in seinem Stück findet, dem wird das Neue Jahr hindurch das Glück hold sein.

Glücksbringer an der Schwelle

Über die Haus- oder Türschwelle soll das von den Einwohnern für das neue Jahr erhoffte Glück zu seinem Beginn Einzug ins Heim halten.  Dazu ist wichtig, wer der Erste ist, der sie im Neuen Jahr überschreitet und mit welchem Fuß er das tut. Der Rechte sollte es sein und als gut geeignet zum Glückbringen sieht man vor allem Kinder an,  die man voranschickt. In manchen Gegenden wirft man auch gern schwungvoll einen Granatapfel über die Schwelle, damit er beim Aufprallen aufplatzt und seine Reichtum symbolisierenden Hunderte von kleinen Beeren an Eingang verstreut.

[Fotoquelle:
Heiligenbild via Ökumenisches Heiligenlexikon
Basilis als "Weihnachtsmann" von Jonathan G Meath (Jonathan G Meath), Lizens CC BY-SA 2.5 via Wikimedia Commons]

31. Dezember 2015

Das alte Jahr geht dahin - Páei o paliós o chrónos -

Kalí Chroniá! - Ein gutes Jahr!

Ein gutes Jahr wünsche ich allen Bloglesern mit diesem alten griechischen Lied, das heute und morgen viel gesungen wird in Griechenland. Seine ersten Strophen auf Griechisch, in Umschrift und auf Deutsch stehen unterhalb des Videofensters. Falls Ihr Euch über die begleitenden Motive wundert, in Griechenland ist an Silvester oder Neujahr Bescherung - nicht an Weihnachten.

Πάει ο παλιός ο χρόνος
ας γιορτάσουμε παιδιά
και του χωρισμού ο πόνος
ας κοιμάται στην καρδιά


Καλή χρονιά καλή χρονιά
καλή χρονιά καλή χρονιά
Χαρούμενη, χρυσή Πρωτοχρονιά!




Γέρε χρόνε φύγε τώρα,
πάει η δική σου η σειρά
ήρθε ο νέος με τα δώρα
με τραγούδια με χαρά


 Καλή χρονιά καλή χρονιά
καλή χρονιά καλή χρονιά
Χαρούμενη, χρυσή Πρωτοχρονιά! 
Páei o paliós o chrónos
as jortásume pediá!

ke tu chorismú o pónos
as kimáte stin kardiá


Kalí chroniá kalí chroniá
kalí crhoniá kalí chroniá
charúmeni, chryi Protochroniá!



Jére chróne fýge tóra,
pái i dikí su i sirá
írthe o néos me ta dóra
me tragúdia me chará


Kalí chroniá kalí chroniá
kalí chroniá kalí chroniá
charúmeni, chryi Protochroniá!



Das alte Jahr geht dahin,
lasst uns feiern, Kinder!
Und der Abschiedsschmerz
soll schlafen im Herz


Gutes Jahr, gutes Jahr
Gutes Jahr, gutes Jahr
Glückliches, goldenes 
Neujahr!



Geh' jetzt, altes Jahr,
es ist an der Zeit für dich
Das neu kam mit Geschenken,
mit Liedern, mit Freude.


Gutes Jahr, gutes Jahr
Gutes Jahr, gutes Jahr
Glückliches, goldenes
Neujahr!




26. Dezember 2015

Drei Bücher als Feiertagslektüre

Drei Bücher habe ich mir für die Feiertage an meinem Lesesessel bereitgelegt.
  • Time for Change, das neue, Mitte diesen Jahres erschienene Buch des ehemaligen griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis, das den Untertitel "Wie ich meiner Tochter die Wirtschaft erkläre" trägt. Ein wenig Einsicht in die Gedankenwelt dieser interessanten griechischen Persönlichkeit erwarte ich mir davon und vielleicht kann mir das Buch ja auch tatsächlich das für mich bislang eher unzugängliche Thema Wirtschaft etwas näher bringen. Nachdem ich schon den Bescheidenen Vorschlag zur Lösung der Eurokrise, den Varoufakis mit zwei Co-Autoren verfasst hatte, verständlich und lesenswert fand, bin ich gespannt.
  • Griechische Klagelieder - Mit Verweisen auf Epen Homers - Eine Sammlung der Gesänge, die griechische Klageweiber am Totenbett anstimmen, von Vassilis P. Matsinopoulos mit deutschen Übersetzungen von Sibylle Heising. Das Buch erschien 2013 im Verlag Königshausen und Neumann. Mich hat eine Freundin darauf aufmerksam gemacht, die es mir auch gleich geliehen hat. Ich freue mich auf diesen für mich ganz neuen Aspekt griechischen Lied- und Volksguts und die zweisprachige Ausgabe kommt meinen noch immer recht mühsamen Versuchen, griechische Texte im Original zu lesen, entgegen.
  • "Griechische Augenblicke: Gedichte und Bilder" von Dieter Seidel - ein auch bereits 2013 im Verlag der Griechenland Zeitung erschienener kleiner zweisprachiger Poesie- und Bildband, der bereits beim ersten Durchblättern Lust darauf macht, mit seiner Hilfe abzutauchen in Erinnerungen eigener unvergesslicher Augenblicke auf den griechischen Inseln. Den werde ich mir wohl gern mal so als Betthupferl gönnen, um meinen Träumen von glücklichen, sonnigen Tagen in Griechenland auf die Sprünge zu helfen.

24. Dezember 2015

Frohe Feiertage!

Kala Christoujenna!  (Frohe Weihnachten!)  möchte ich allen Blogbesuchern mit einem traditionellen  griechischen Weihnachtslied wünschen. Begleitet wird der Gesang von typischen Szenen der griechischen Weihnachtszeit.

In Griechenland ziehen zur Weihnacht Kinder von Tür zu Tür, klopfen an und  fragen "Na ta pume?" ("Sollen wir sie vortragen?) . Gemeint sind Kalanda genannte Lieder wie dieses hier. Für ihren Vortrag bekommen die Musikanten und Sänger gewöhnlich ein kleines Geschenk wie Süßigkeit oder etwa Geld.

21. Dezember 2015

Zwei Arten Weihnachtslieder in Griechenland

So wie es zwei Arten von Weihnachtsschmuck in Griechenland gibt - den Weihnachtsbaum und das traditionsreicherer Weihnachtsboot, so gibt es auch zwei Arten von Liedern: Westliche und traditionelle, die je nach Festtag (Weihnacht, Neujahr und Epiphanie) und Gegend variierten.

Beliebt ist in Griechenland die Kindergruppe Zouzounia (Sprich Susunia mit weichem s und Betonung auf dem zweiten u) . Hier singt sie zur westlichen, an das Lied Jingle Bells angelehnten, Melodie einen griechischen Text, der von trigona (= Triangeln) und kalanda (= traditionelle Lieder für die Weihnachtszeit zwischen Heiligabend und Epiphanie am 6. Januar) erzählt. Denn mit solchen Triangeln ziehen an den Festtagen die Kinder in Griechenland von Haus zu Haus, um die kalanda genannten Lieder vorzutragen und dafür ein kleines (Geld-)geschenk zu bekommen. Weitere Artikel zum Weihnachtsfest in Griechenland:
< Weihnachten in Griechenland
< Kalanda  - traditionelle griechische Lieder zu Festen wie Weihnachten und Neujahr

13. Dezember 2015

#Kastanas - griechischer Twittertrend zu Polizeiaktionen, Politik ... und Kastanienverkäufern

Seit gestern macht ein neuer Twittertrend Furore unter griechischen Twitterern: #Kastanas.


Kastanas heißt auf Griechisch der Kastanienverkäufer. Um diese Jahreszeit ist er nicht wegzudenken vom griechischen Stadtbild. Für kleines Geld bietet er auf Straßen und Plätzen ein Tütchen wohlschmeckender Esskastanien feil, an dem man sich die Fänger wärmen kann, bevor man sich an den duftenden und schmackhaften frisch gerösteten Kastanien labt.
"Ich habe mich entschlossen, als Gesetzloser zu leben, als Herumtreiber und Staatsgefährder. Ich werde Kastanien verkaufen #kastanas" 
heißt es da zum Beispiel.

 oder aber:
 "Kastanienverkäufer ergebt Euch! Ihr seid umzingelt!" 
"Er wird wohl auf der Lagarde-Liste gewesen sein, anders ist es nicht zu erklären."
kommentiert Twitterer Panos den von ihm weitergeleiteten Tweet von i-Kouk,
der zu berichten weiß, "13 Polizisten, 2 Polizeiwagen ... für einen Kastanienverkäufer. Wahrscheinlich war es der verkleidete Dr. Doom." und auch gleich ein Bild vom massiven Polizeieinsatz liefert.

Hintergrund:

Mit großem Polizeiaufgebot war ein alter Kastanienverkäufer auf dem zentralen Aristotelesplatz in Thessaloniki dingfest gemacht worden, den man dabei beobachtet hatte, dass er für die Tütchen gerösteter Kastanien, die er verkaufte, keine Quittung ausgestellt hat, ähnlich wie es auch schon armen alten Frauen ergangen sein soll, die Kräuterbündchen oder ein wenig Gemüse aus ihrem Garten auf der Straße feilboten, so dass die Polizei ausrücken musste. Steuerhinterziehung! Ein Teil der Twittergemeinde macht sich darüber lustig, wie ein Polizeiaufgebot, das eher eines Terroranschlags als eines armen, alten Straßenhändlers würdig wäre, sich auf einen Kastanienverkäufer stürzt, während ein anderer sich ordentlich erbost und auf die Regierungspartei SYRIZA und ihren Chef Tsipras losgeht, die nichts Wichtigeres zu tun haben, als die Ärmsten der Armen in noch weitere Bedrängnis zu bringen und schließlich heißt es natürlich "Jesuis #kastanas"

Quelle: Griechischsprachige Website Arouraios (= Ratte )



1. Dezember 2015

"Generalstreik" am 3. Dezember 2015

- aktualisiert am 02.12.2015 -

Eine Streikwelle bahnt sich diesen Herbst in Griechenland an.
Gerade mal drei Wochen nach dem letzten Generalstreik haben die zwei großen Gewerkschaftsdachverbände ADEDY (des öffentl. Dienstes) und GSEE (der in der Privatwirtschaft Beschäftigten) für Donnerstag, den 3. Dezember, zu einem neuen Streik aufgerufen.
Und wieder wollen sich viele Einzelgewerkschaften anschließen.

Auch Beschäftigte der Kommunen und des öffentlichen Verkehrs und Ärzte der öffentlichen Krankenhäuser wollen am Streik teilnehmen.

Ganztags sollen keine Fähren, Schiffe und Bahn verkehren. I

Im Athener Nahverkehr sollen Metro, Busse, Trolleys und Tram zwar zweischen 9 und 21 Uhr fahren, jedoch davor und danach in den Ausstand treten. Die Vorortbahn, der Proastiakos, hingegen fällt so wie die griechische Bahn 24 Stunden aus. Das bedeutet jedoch, dass auch der Internationale Flughafen von Athen nicht durchgehend mit der U-Bahn erreichbar ist. Denn die Teilstrecke  zwischen der Station Douk. Plakentias und dem Flughafen wird vom Proastiakos bedient bzw. am 3.12. wegen Streik ganztags NICHT bedient.

Schließlich ist auch der Flugverkehr betroffen. Als bislang letzte hat die Gewerkschaft ΟΣΥΠΑ mitgeteilt, dass auch sie sich zwischen 12 und 16 Uhr am Streik beteiligt. Das bedeutet Verschiebungen und Ausfälle bei innergriechischen Flügen. Falls nicht auch noch die Gewerkschaft EEEKE der Fluglotsen sich entscheidet, in den Ausstand zu treten, sollten internationale Flüge jedoch nicht davon betroffen sein.

Weitere Artikel zum Thema:
> Griechische Gewerkschaften und deren Streikaufrufe
> Metro von Athen und deren Verhalten bei Streiks 

30. November 2015

Tyropita über alles! ...

... und (fast) alles für eine tyropita. 

Witziger aktueller Twittersturm

Pita ist definitiv eine der weit  verbreitetsten griechischen Spezialitäten. Der Varientenreichtum ist unendlich. Tyropita, die Käsepita, ist die beliebteste. Doch auch die gibt es in allen erdenklichen Formen: Klassisch als käsegefüllte Blätterteigtasche, doch auch im Ganzen vom Blech, als Schnecke, als Törtchen u.v.m.

Da sie nicht nur von Hausfrauen und Tavernen, sondern vor allem auch von Bäckern und Imbissbuden für wenig Geld angeboten wird, gilt sie als schnelles, preiswertes Essen schlechthin.

Wenn ich in Griechenland unterwegs bin, schätze ich diesen Snack vor allem als bequemenes Frühstück vom Bäcker. Inzwischen haben manche Bäckereien sogar eine Espressomaschine, so dass man dazu einen Cappuchino trinken kann. Ein schnelles, sättigendes und billiges Frühstück.

Doch heute rede ich aus aktuellem Anlass über Tyropita. Denn gerade hat sie auf dem Kurznachrichtendienst Twitter Furore gemacht. Jede Menge witziger Ideen und Kommentare hat ein Artikel der Times über eine Studie losgetreten, die zu dem Ergebnis kam, dass es griechische Studentinnen gibt, die sich für etwas zum Essen verkaufen. Na ja, und was ist eine klassische, beliebte und billige Mahlzeit: Eben die Tyropita. Darum lautete der Hashtag für diesen Twittersturm #tyropita.
Unter diesem Kennwort wurden (und werden z.T. noch) Überlegungen, Rezepte, Fotos uvm. gepostet, z.B:
"Wenn ich mir #tyropita mit meinem eigenen Geld kaufe, gilt das als Selbstbefriedigung?"
"Wie soll ich mich jetzt morgen verhalten, wenn ich beim Bäcker eine #tyropita verlange?"
Natürlich kann man in diesem Licht unter dem Hashtag #tyropita auch zu verstehen geben, dass sich jemand (z.B. ein Politiker) verkauft, wenn man einfach sagt, er esse #tyropita.
Dem Einfallsreichtum sind keine Grenzen gesetzt. Und einfallsreich sind sie, die Griechen. Und Galgenhumor hilft über schwere Krisenzeiten hinweg.

> weitere Tyropitas und andere griechische Backwaren

29. November 2015

Neuer Lesestoff: Arkas


Natürlich habe ich auch von meiner diesjährigen Herbstreise nach Griechenland wieder einige Comicbände von Arkas mitgebracht. Neben Kieseln vom Strand, Masticha und Bergtee gehören sie zu meinen üblichen Souvenirs. Denn ich liebe die witzigen Anekdoten des mysteriösen Humoristen Arkas. Und seine knappen Dialoge in schlichter Alltagssprache halten meine nicht allzuguten Griechischkenntnisse zwischen zwei Griechenlandaufenthalten wach. Sprachlich sind die Anekdoten auch mit bescheidenen Griechischkenntnissen gut zu verstehen. Den typisch griechischen Witz zu verstehen ist hingegen nicht immer einfach. Und zu übersetzen sind sie auch oft nur schwer. Denn oft spielt Arkás mit der griechischen Sprache. Beispielsweise wenn einer seiner Charaktäre sagt: Μ'ΑΡΕΣΕΙ ΝΑ ΜΙΛΑΩ ΠΡΟΣΤΥΧΑ ΣΤΟ ΚΡΕΒΑΤΙ! .. ΣΙΜΕΡΑ ΤΟ ΠΡΩΙ ΤΟ ΕΙΠΑ "ΚΩΛΟΚΡΕΒΑΤΟ" ΚΑΙ "ΣΚΑΤΟΕΠΙΠΛΟ" (Hier nutzt er aus, dass ΣΤΟ (STO) im Griechischen sowohl IM als auch ZUM bedeuten kann, im Deutschen macht es hingegen einen Unterschied, ob man  Obszönitäten im oder zum Bett sagt)
 So erscheinen die neueren Werke des Comicautors leider auch nicht auf Deutsch. Ältere deutsche Übersetzungen, wie beispielsweise Herrmann der Hahn sind nur noch im Antiquariat erhältlich, was natürlich schade ist.
 Der Comickünstler Arkás ist ein Mysterium. Denn Arkás ist nur ein Pseudonym. Nie tritt der Künstler an die Öffentlichkeit. In Griechenland sind seine Comics sehr beliebt und in momentanen Krisenzeiten ist ihr Konsum wohl auch ein Teil Krisenbewältigung, denn sie vermögen selbst den widrigsten Umständen noch etwas lächerliches abzugewinnen. Und wenn es da heißt „Die Quallen haben 650 Millionen Jahre ohne Gehirn überlebt. Was veranlasst euch eigentlich zu glauben, dass unser Land keine Zukunft hat?“, so gibt das doch wohl selbst jenen, die über die gegenwärtige griechische und europäische Politik nur den Kopf schütteln können, noch Anlass zu Optimismus, oder?

25. November 2015

Chronia polla, Katerina! - Hier noch ein Lied zum Namenstag

Sehr zahlreich sind die griechischen Lieder, in denen irgendeine Katerina, eine Rina oder ein Katerinaki (=Koseform von Katerina) eine Rolle spielt. Nachdem ich hier gestern bereits eines davon vorgestellt haben, nun ein weiteres anlässlich des heutigen Namenstags. Auch wer eine Katína, Nina, Keti, Katia oder Rina kennt, sollte ihr heute "Chrónia pollá!" sagen - den typischen griechischen Glückwunsch zum Namenstag, der in etwas "Viele Jahre!" bedeutet. Denn all diese Kurzformen leiten sich von Katerina ab.