3. April 2010
Ostern auf Korfu
Griechische Ostern
Das Osterfest ist der absolute Höhepunkt des orthodoxen Kirchenjahres. Ähnlich wie in anderen Ländern Weihnachten ist das Pascha genannte Osterfest in Griechenland ein Anlass, zu dem Familie und Freunde teils aus der ganzen Welt zusammenströmen, um gemeinsam zu feiern. Viele Städter zieht es auf die Inseln oder hinaus aufs Land, um im Freien im Freundes- und Familienkreis die Osterspezialität - Lamm oder Zicklein am Spieß - zu grillen.
Im Jahr 2010 fallen die Ostertermine der griechisch-orthodoxen Kirche mit denen westlicher Religionen, wie beispielsweise der katholischen und protestantischen, zusammen. Dies ist jedoch nur in manchen Jahren der Fall. Bis zu fünf Wochen können sie auseinander liegen. Ostern wird immer am ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert. Doch folgen orthodoxe und westliche Kirchen unterschiedlichen Kalendern, die orthodoxe dem Julianischen, die katholische und evangelische Kirche dem Gregorianischen Kalender.
Dem Ostersonntag voran geht die Karwoche - in Griechenland Große Woche (megali evdomada) genannt. Sie ist von Bräuchen und Gottesdiensten geprägt, die vor allem symbolisch die letzte Woche im Leben Christi und seine Passion, sein Leiden, nachstellen.
Der Große Donnerstag gedenkt des letzten Abendmahls. Mädchen sammeln Blumen, um die Totenbahre Christi, den Epitaphios, zu schmücken. In manchen Dörfern, beispielsweise im Epirus, nimmt man den Tieren die Glocken vom Hals, um sie dann am Ostertag wieder anzubringen, so dass auch das Vieh am allgemeinen Trauern und Feiern teilhat. Unter den vielen unterschiedlichen Bräuchen und Zeremonien ist die Fußwaschung (Niptyra) von Patmos berühmt, bei der der Abt des Johannisklosters zwölf Mönchen auf einer geschmückten Tribüne die Füße wäscht, um der Fußwaschung beim Letzten Abendmahl zu gedenken. Am Großen Freitag (Karfreitag) soll nicht nur auf Fleisch, sondern auch auf Olivenöl verzichtet werden. Es finden Prozessionen statt, die Trauerzügen gleichen. Die Athener Epitaphios Prozession von der Kathedrale in Monastiraki ähnelt einem Staatsbegräbnis. Am Morgen des Großen Samstag empfängt der Orthodoxe Patriarch in der Grabeskapelle Jesu in Jerusalem das dem Glauben nach vom Himmel herab kommende Heilige Feuer. Es wird nach Athen geflogen und von dort aus im Land verteilt wird, um zugleich mit der Verkündigung der Botschaft von Christi Auferstehung die Kerzen der Gläubigen zu entzünden. Gegenden und Inseln haben unterschiedliche regionale Bräuche, die ihre unterschiedliche Geschichte widerspiegeln.
So werden auf Korfu wassergefüllte Tonkrüge von Fenstern und Balkonen auf die Straße geworfen, wo sie mit lautem Krach zu Bruch gehen. Man vermutet dafür entweder fruchtbarkeitsbringende heidnische Ursprünge oder venezianischen Einfluss, da die Venezianer einen ähnlichen Brauch am Neujahrstag pflegten. Der Ostergottesdienst beginnt gegen 23.00 h. Kurz vor Mitternacht wird es still in den Kirchen, die Lichter werden gelöscht, bevor der Priester in der Dunkelheit seine Kerze entzündet und das Feuer an die Gottesdienstbesucher weiter gibt. Christos anesti (Christus ist auferstanden) heißt von nun an den ganzen Ostersonntag hindurch der Gruß. Alithos anesti ( Wahrhaftig, er ist auferstanden) die Antwort. Der Ostersonntag ist ein Tag des Feierns, Musizierens und Tanzens. Am Spieß gegrillte Lämmer oder Zicklein, rote Ostereier und Tsourekia genannte Osterbrote gehören dazu. Eingeleitet wird der Tag nach der Heimkehr vom nächtlichen Gottesdienst mit dem traditionellen österlichen Nachtmahl, der Ostersuppe "Magiritsa" aus Lamminnereien und Kräutern. Mit dem Ostermontag, der auch in Griechenland gesetzlicher Feiertag ist, klingt das große Feste aus.
26. März 2010
EU-Gipfel hat Notplan für Griechenland beschlossen
Eigentlich soll es auf diesem Blog vor allem um griechische Kultur und Lebensart gegen, statt um Politik und Wirtschaft. Gerade zur Zeit, wo man kaum irgendwo in den Medien das Wort Griechenland findet ohne dass unweit mindestens eines der Worte (Wirtschafts-)Krise, Probleme und Staatsverschuldung auftaucht, will ich im Großen und Ganzen diesem Vorsatz treu bleiben. Deshalb widme ich diesen Themen nur Kurzmeldungen in dem neuen Miniblogmedium Twitter. Aus der Freude über die erzielte Einigung und gute, sachliche Berichterstattung darüber will ich aber mal eine Ausnahme machen. Denn das war in den letzten Wochen ja alles andere als selbstverständlich. Ich hoffe also damit ist nun auch endlich das oft polemische und noch mehr alberne Hick-Hack zwischen meinem Heimatland Deutschland und Griechenland beendet, das sich einige Medien lieferten.
Da die Einbeziehung des IWF im Vorfeld umstritten war und mir nicht klar war, warum und wie der IWF überhaupt arbeitet, habe ich mich gefreut, diese verständliche Eklärung in einem hervorragenden Artikel in der Zeit online zu finden. Solche sachlichen Erklärungen sind eine Freude nach den vielen polemischen Texten der letzten Wochen in der Presse:
Die Kernaufgabe des Fonds ist die Bereitstellung von Krediten für Staaten, die Finanzkrisen nicht mehr aus eigener Kraft bewältigen können. Dafür stellen die Zentralbanken der 185 Mitgliedsländer entsprechend ihren jeweiligen Anteilen am Fonds die Mittel zur Verfügung. Sobald die griechische Regierung in Washington solche Darlehen beantragt, wird der IWF eine "Mission" von Fachleuten nach Athen entsenden, um dort mit der Regierung ein entsprechendes Abkommen auszuhandeln. Käme es dazu, könnte Griechenland schon im April mit einem IWF-Notkredit auslaufende Schuldtitel zu einem voraussichtlich um zwei Prozent günstigeren Zinssatz ablösen, als auf dem Kapitalmarkt gefordert wird.
Im Gegenzug werden die Fonds-Experten die griechische Regierung auf ein radikales Sparprogramm verpflichten. Zahlreiche Maßnahmen wie die Kürzung der Gehälter im öffentlichen Dienst um bis zu zehn Prozent und drastische Steuererhöhungen hat das griechische Parlament allerdings bereits beschlossen. Viel mehr werden auch die Krisenmanager des Fonds nicht fordern können.
Quellen sind diese zwei interessanten Artikel:
http://www.zeit.de/politik/2010-03/iwf-griechenland-eu-gipfel
http://www.sueddeutsche.de/finanzen/894/507059/text/
25. März 2010
25. März Nationalfeiertag und Kirchenfest
14. März 2010
Irgendwann bleib i dann dort
"Irgendwann bleib i dann dort .. " meint er in seinem Song "... irgendwo in Griechenland, jede Menge weißer Sand ..."
Auch er offenbar ein Griechenlandfan: Georg Danzer
13. März 2010
10. März 2010
Donnerstag, 11. März 2010 Generalstreik
Quellen: http://www.griechenland.net/news_details.php?siteid=8777
und http://www.gsee.gr/news/news_view.php?id=1295
4. März 2010
Athens Bänke - Internationaler Wettbewerb bis 6.04.2010

Während sich zur Zeit der Blick auf Griechenland vor allem auf dessen Finanzsituation richtet, wobei eher von Banken als von Bänken die Rede ist, hat sich die Stadt Athen auch etwas für letztere ausgedacht und natürlich auch dabei ans Sparen gedacht.So findet im Rahmen der Aktion “Athens Bench Mark” nicht nur ein bis zum 6. April 2010 laufender internationaler Wettbewerb um das Design neuer städtischer Sitzmöbel statt. Parallel dazu sind auch Freiwillige aufgerufen, Teams zu formen, die unter fachkundiger Anweisung selbst Hand anlegen, um alte Athener Bänke zu restaurieren.
Denn für den Athener Bürgermeister Nikitas Kaklamanis ist die Bank schon immer ein eigenständiges Element in der urbanen Landschaft aller Weltkulturen gewesen. "Sie war uns ist ein Bezugspunkt in unserem täglichen Leben. Sie ist Teil unseres Gemeinschaftslebens und der kulturellen Identität unserer Stadt" sagte er zum Auftakt dieser Aktion. (übersetzt von der Blogautorin)
27. Februar 2010
Athen in 3D aus der Vogelperspektive
26. Februar 2010
Aktuelle Ausstellungen in Athen - viel Sinnliches
Das Benaki Museum widmet dem griechischen Maler Yannis Tsarouchis anlässlich seines hundertsten Geburtstags eine große Retrospektive, die noch bis zum 13. März 2010 in dem Haus in der Piräusstraße zu sehen ist. Die Ausstellung umfasst 680 Gemälde aus allen Schaffensperioden sowie Entwürfe und Modelle für Bühnenbilder. In den Bildern des Künstlers vereinen sich in einzigartiger Weise modernes Stil- und Lebensgefühl mit griechischer Wesensart und Tradition. Dazu gehören antike Motive ebenso wie viele Studien von Zeibekikotänzern, die in ihrer sinnlichen Wirkung den Geist der Rembetikomusik gut vermitteln. Ein Augenschmaus sind die dargestellten kraftvollen jungen Männer.
Sex in der Antike
Wer schon immer wissen wollte, wie es Götter und Sterbliche in der Zeit vom 6. Jahrhundert v.Chr. bis zum 4. Jh. n. Chr. trieben, der sollte jetzt das Kykladen-Museum besuchen. Dort läuft seit dem 10. Dezember 2009 und noch bis zum 5. April 2010 die Ausstellung “Eros – From Hesiods Theogony to Late Antiquity”. Wer sich die Reise nicht leisten kann, findet auch auf der Ausstellungs-Website neben Informationen zu der Schau allerhand wissenswertes rund um die Materie. Das reicht von Themen wie Prostitution, Pädophilie und homoerotische Liebe bis zu Liebesaffären der Götter und Sterblichen in der Antike, einschließlich solcher die den Lauf der Geschichte änderten. Bestückt ist die Schau mit rund 270 Exponaten expliziten Inhalts, die aus verschiedenen griechischen und europäischen Museen stammen. Einige der erotischen Darstellungen und Phallussymbole auf Vasen und in Figuren gibt es auch auf der Website zu sehen.
25. Februar 2010
So war's: der Generalstreik am 24. Februar 2010
"Der Generalstreik, zu dem am gestrigen Mittwoch der Gewerkschaftsbund GSEE und die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst ADEDY aufgerufen hatten, legte weite Teile des öffentlichen Lebens in Griechenland lahm.
Schätzungen über die Beteiligung am Streik fallen unterschiedlich aus. Der Regierung zufolge lag die Beteiligung bei lediglich 16 Prozent. ADEDY gibt an, dass sich 90 Prozent daran beteiligten. Auch der GSEE spricht von einer „umfassenden Beteiligung". ..."
so beginnt der ausführliche Bericht über den Streiktag auf www.griechenland.net
24. Februar 2010
Die Götter müssen verrückt sein
"Betrüger in der Euro-Familieso titelt der deutsche Focus, auf dem die stinkefingerreckende Aphrodite prangt.
Bringt uns Griechenland um unser Geld – und was ist mit Spanien, Portugal, Italien?"
"Finanznazitum bedroht Europa“ und: "Es reicht mit der Verleumdung des Landes durch die Deutschen“kontert die griechische Zeitung „Eleftheros Typos“, die der Göttin Viktoria vom Berliner Siegestor ein Hakenkreuz in die erhobene Hand gedrückt hat.
Kein Wunder, dass sich die Gemüter bei solcher Wortwahl und Symbolik erhitzen, obwohl natürlich keines der beiden Medien als Sprecher der öffentlichen Meinung seines Landes zu betrachten ist. In diesem Sinne versucht auch der Deutsche Botschafter in Athen, Dr. Wolfgang Schultheiß, die Wogen zu glätten:
„Die Botschaft bedauert, dass aktuelle deutsche Medienberichte von der griechischen Öffentlichkeit und Medien als verletzend oder beleidigend empfunden werden.steht auf der Botschaftswebsite zu lesen.
Ich möchte ausdrücklich dazu aufrufen, einzelne Medienberichte nicht zu verwechseln mit der differenzierten deutschen öffentlichen Meinung zu Griechenland.
Die mediale Kontroverse wird den guten deutsch-griechischen Beziehungen nicht gerecht.
Bundesaußenminister Westerwelle hat bei seinem jüngsten Besuch in Athen klar gemacht, dass Deutschland als Partner und Freund Griechenlands speziell in der jetzigen Situation fest an der Seite Griechenlands steht. Und er hat darauf hingewiesen, dass die Bundesregierung Vertrauen in den nötigen Reformkurs der griechischen Regierung hat.“
Die Götter lässt das, was sich die Sterblichen heutzutage in ihrer Bedrängung durch die Finanzkrise so gegenseitig in die Schuhe schieben, wohl eher kalt. Da lieber tanzen sie mal alle miteinander, was auch viel erfreulicher anzusehen ist als diese Zankerei.